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Veröffentlicht am 02.03.2025

Wenn eine Lüge zur nächsten führt

Luzie in den Wolken
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Das Cover und der Titel von Charlotte Lucas neuestem Roman wirken bunt, fröhlich und auffällig. Die Geschichte hat aber auch eine traurige Seite.

Die siebenjährige Luzie hat mit drei Jahren ihren Vater ...

Das Cover und der Titel von Charlotte Lucas neuestem Roman wirken bunt, fröhlich und auffällig. Die Geschichte hat aber auch eine traurige Seite.

Die siebenjährige Luzie hat mit drei Jahren ihren Vater verloren und ihre Mutter Miriam ihren Mann. Nun versucht sie, sich und ihre Tochter mit einem Kinder Secondhandladen über Wasser zu halten, was mehr schlecht als Recht klappt. Luzie nimmt am Ballonwettbewerb eines Spielzeugladens teil und schreibt auf die Karte folgende Botschaft: »Liber Got, mein Papa ist bei dir im Himell - kannst du mir nicht bite einen neuen schikken? Von ganzem Hertzen, deine Luzie in den Wolken.« Der Ballon wird von Gabriel Bach, einem Bestseller-Autor mit Schreibblockade gefunden, der Luzies Schicksal zunächst als Inspiration für ein lang erwartetes neues Buch sieht und sich daher bemüht, Luzie und ihrer Mutter näher zu kommen.

Die Geschichte ist sowohl etwas sentimental als auch mit einer Prise Humor und einer ordentlichen Dosis Zuversicht ausgestattet. Die Protagonist:innen sind alle irgendwie liebenswert, wenn auch teilweise etwas naiv, aber, das ist bei einem solchem Roman ja nicht so schlimm. Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt gut lesbar und sehr einfühlsam, was die Situation von Luzie und Miriam angeht. Teilweise hätte die Handlung aber etwas gestrafft werden können. Bei den kleineren Nebenfiguren, die nur ganz am Rand eine Rolle spielen, begegnet man alten Bekannten aus früheren Romanen der Autorin wieder, was recht nett ist.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Dunkle Erinnerungen

Die Schanze
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Bei diesem neuen Thriller hat mich die Covergestaltung direkt neugierig gemacht. Die Skisprung-Schanze sticht wirklich ins Auge und gibt zugleich einen Hinweis darauf, dass die Handlung in den Bergen spielt.

Ärztin ...

Bei diesem neuen Thriller hat mich die Covergestaltung direkt neugierig gemacht. Die Skisprung-Schanze sticht wirklich ins Auge und gibt zugleich einen Hinweis darauf, dass die Handlung in den Bergen spielt.

Ärztin Ellen hat ihr Heimatdorf in Oberbayern direkt nach dem Abitur verlassen und wollte eigentlich auch nie mehr dorthin zurückkehren, da sie ungute Erinnerung rufen mit dem Ort und einigen Bewohnern verbindet. Dann kommt es aber doch dazu, dass sie nach einer Trennung ihre Stelle in einem Hamburger Krankenhaus kündigt und die Praxis des Dorfarztes in ihrer alten Heimat übernimmt, auch wenn sie diesem Unterfangen mit gemischten Gefühlen entgegen sieht. Kurz nach ihrer Ankunft wird dann auch eine Leiche an der Skischanze hängend gefunden und Ellen kennt den Toten von früher und hätte selbst durchaus ein Motiv, sich an ihm zu rächen. Zusammen mit einem Journalisten der Regionalzeitung und einem pensionierten Polizisten versucht sie herauszufinden, was hinter dem Mord steckt.

Ich fand den Thriller recht lange spannend, da einige falsche Fährten gelegt wurden. Ellen als Protagonistin war mir sympathisch, wie sie an die neue Aufgabe herangeht und sich ihrer Vergangenheit stellt, obwohl das alles definitiv nicht leicht für sie ist. Auch die beiden männlichen Nebencharaktere, die sie bei den Nachforschungen unterstützen, sind interessante Persönlichkeiten, die ihre Ecken und Kanten haben. Der Schreibstil war anschaulich und zugleich gut nachvollziehbar. Der Sprecher des Hörbuchs war gut ausgewählt, man konnte ihm angenehm zuhören und seine Stimme passte zur Atmosphäre des Thrillers.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Sitznachbarn

In einem Zug
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Daniel Glattauer ist mir durch seine frühen Romane definitiv ein Begriff und auch mit dem Zugfahren bin ich vertraut, daher war das Interesse für sein neuestes Buch geweckt, auch wenn ich die Farbgestaltung ...

Daniel Glattauer ist mir durch seine frühen Romane definitiv ein Begriff und auch mit dem Zugfahren bin ich vertraut, daher war das Interesse für sein neuestes Buch geweckt, auch wenn ich die Farbgestaltung des Covers nicht so ansprechend finde.

Eduard Brünhofer ist ein ehemals sehr erfolgreicher österreichischer Autor mit Schreibblockade. Er befindet sich im Zug von Wien nach München, wo er einen eher unangenehmen Termin bei seinem Verlag hat, dem er endlich ein neues Werk liefern soll. Im Abteil, wo sich sein reservierter Platz befindet, ist bereits eine Frau, einige Jahre jünger als er und Eduard Brünhofer hat wenig Lust auf Smalltalk mit dieser. Und dann kommt es noch schlimmer und seine Zug-Bekanntschaft stellt immer indiskretere Fragen, insbesondere die Beziehung zu seiner Frau Gina betreffend. Dennoch kann er sich ihr nicht so recht entziehen.

Ich fand die Geschichte sehr kurzweilig und die sprachliche Gestaltung war typisch Daniel Glattauer sehr wortgewandt und detailreich. Neben der Konversation zwischen den beiden Abteilgenossen, spielen auch die Orte an der Zugstrecke eine gewisse Rolle und man erfährt die ein oder andere Anekdote dazu, bis es am Ende auch noch eine überraschende Wendung gibt, mit der ich so nicht gerechnet hatte.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Sommer ohne Idylle

Drei Wochen im August
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Das Cover und auch die Beschreibung des Buches haben mich neben anderen Aspekten auch doch etwas Urlaubsstimmung an der französischen Atlantikküste erwarten lassen. Dort ist Elena mit ihrem Sohn im Grundschulalter, ...

Das Cover und auch die Beschreibung des Buches haben mich neben anderen Aspekten auch doch etwas Urlaubsstimmung an der französischen Atlantikküste erwarten lassen. Dort ist Elena mit ihrem Sohn im Grundschulalter, der Teenager-Tochter samt deren Freundin (die sie in der psychiatrischen Klinik kennengelernt hat) und ihrer Nanny/Haushaltshilfe Eve im abgelegenen und doch recht in die Jahre gekommenen Ferienhaus, der im Sterben liegenden Ehefrau ihrer Chefin. Elenas Mann will später nachkommen, weil er (angeblich) zu viel Arbeit zuhause hat. Im Ferienhaus erwartet sie dann aber eine Art Verwalter, von dem sie nichts wussten und der sich seltsam verhält und auch Eve und die Kinder legen teilweise seltsame Verhaltensweisen an den Tag.

Was man der Autorin zugute halten kann, ist, dass es ihr sehr gut gelungen ist, eine eher diffus bedrohliche Atmosphäre zu erschaffen. Von Anfang an liest es sich nicht nach entspannter Sommerstimmung, sondern sowohl die Schilderungen das Ferienhaus betreffend als auch das Verhalten der einzelnen Personen tragen zu einer anderen Stimmung bei. Allerdings wurde ich so auch nicht wirklich warm mit den einzelnen Charakteren, sondern es blieb eine große Distanz, wozu auch der teils recht knappe Schreibstil beitrug. Teilweise habe ich auch bis zum Schluss auf eine genauere Aufklärung der Hintergründe gewartet, ohne, dass es dazu noch kam.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Anders als gedacht

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Es handelt sich hierbei um den vierten Band einer isländischen Krimireihe und die Covergestaltung reiht sich perfekt passend zu den ersten drei Bänden ein. Das gewählte Bild passt gut zur einsamen isländischen ...

Es handelt sich hierbei um den vierten Band einer isländischen Krimireihe und die Covergestaltung reiht sich perfekt passend zu den ersten drei Bänden ein. Das gewählte Bild passt gut zur einsamen isländischen Landschaft, umgeben von Lava, in der diesmal alles spielt. Ich mochte die ersten drei Teile der Reihe sehr und habe mich daher schon sehr auf den neuen Band gefreut, insbesondere auch, weil ich wissen wollte, wie es mit Elma, der Kommissarin, nun weitergeht. Allerdings musste ich dann beim Lesen feststellen, dass es sich quasi um ein Prequel handelt, also die Vorgeschichte zum ersten Teil der Krimireihe.

Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Familientreffen des reichen isländischen Snæberg-Clans in einem futuristischen Hotel inmitten der Lavafelder Westislands im Herbst. Dabei brechen diverse Konflikte auf und unschöne Geheimnisse kommen ans Tageslicht und am Ende gibt es sogar eine Leiche.

Grundsätzlich fand ich die Handlung sehr spannend, wie man nach und nach immer mehr über die reiche Familie und deren Abgründe erfahren hat und auch der Schauplatz war reizvoll. Die Autorin hat die Atmosphäre im herbstlich rauhen Island wieder sehr gut eingefangen und der Lokalkolorit fehlt definitiv nicht. Aber für die Fortsetzung der Krimireihe hatte ich mir einen Fall erwartet, der in der Gegenwart spielt und an das, was im dritten Teil passiert ist, anknüpft. Was diese Geschichte angeht, hätte ich es passender gefunden, sie als Islandthriller unabhängig von der bisherigen Krimireihe zu veröffentlichen, zumal das Ermittler-Duo aus Akranes nur am Rand eine Rolle spielt und nicht wirklich viel zur Aufklärung beiträgt.

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