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Veröffentlicht am 24.03.2025

Das verlassene Kind

»Wenn Ende gut, dann alles«
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Der Verfasser dieses Krimis war mir nicht unbekannt, auch wenn der Verlag und die Covergestaltung deutlich machen, dass diese neue Krimireihe unabhängig von den Kluftinger-Krimis ist.

Der erfolglose Schriftsteller ...

Der Verfasser dieses Krimis war mir nicht unbekannt, auch wenn der Verlag und die Covergestaltung deutlich machen, dass diese neue Krimireihe unabhängig von den Kluftinger-Krimis ist.

Der erfolglose Schriftsteller Tommi lebt nach der Trennung von seiner Freundin im alten Wohnmobil seines Vaters, der nun auf seine alten Tage in einer Seniorenresidenz sesshaft geworden ist. Auch dessen ehemalige Reinigungskraft, die Ukrainerin Svetlana hat Tommi übernommen. Zusammen finden sie ein kleines Mädchen mit Down Syndrom und versuchen dann, dessen Mutter ausfindig zu machen, was nicht ganz ungefährlich ist.

Dieser Krimi passt wohl am ehesten ins Genre Cosy Crime. Gut fand ich, dass aktuelle Bezüge, wie der Ukraine-Krieg und die Situation der Geflüchteten in Deutschland eine Rolle spielten. Dass Svetlana teilweise ein recht abenteuerliches Deutsch spricht, war teilweise ganz witzig, manchmal aber auch etwas zu viel für meinen Geschmack. Der Kriminalfall selbst wurde recht schlüssig gelöst und die Auflösung war auch nicht zu vorhersehbar. Andere Punkte, die Familiengeschichte von Tommi betreffend oder seine Ex-Freundin, blieben offen, was aber wohl daran liegt, dass dies der erste Teil einer Reihe sein soll. Tommi als Protagonist war für mich greifbarer und ich konnte mich besser mit ihm identifizieren, wozu die Erzählperspektive wesentlich beitrug.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Coming-of-Age mit tragischem Ende

Klapper
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Dieser Debüt-Roman handelt auf zwei Zeitebenen. Im Jahr 2011 und in der Gegenwart. 2011 ist Klapper, der diesen Spitznamen bekommen hat, weil sein Gelenke knacken, 16. Er verkörpert so ziemlich das Idealbild ...

Dieser Debüt-Roman handelt auf zwei Zeitebenen. Im Jahr 2011 und in der Gegenwart. 2011 ist Klapper, der diesen Spitznamen bekommen hat, weil sein Gelenke knacken, 16. Er verkörpert so ziemlich das Idealbild eines Nerds mit Metalshirts, Counter-Strike als einziges wirkliches Hobby und ohne wirkliche Freunde. Nach den Sommerferien kommt dann ein Mädchen, das Bär genannt werden möchte, neu in seine Klasse und setzt sich neben ihn. Sie ist groß, stark, selbstbewusst und unkonventionell und über ihr gemeinsames Interesse an Counter-Strike nähern sie sich langsam an. Irgendwann nimmt ihre Freundschaft dann aber ein abruptes Ende und so wirft es den erwachsenen, aber immer noch sehr einsamen IT-ler Klapper dann auch ziemlich aus der Bahn, als er plötzlich wieder Bärs altes Profil auf seinem Bildschirm sieht.

Der Roman punktet insbesondere durch die detaillreichen Schilderungen aus der Jugendzeit von Klapper und Bär mit Zitronenkrümel-Eistee, Raucherecken an Schulen, schrulligen Lehrern, den Anfängen von Bitcoins, Counter-Strike und nicht ganz einfachen Elternhäusern. So kommen beim Lesen fast nostalgische Momente auf. Neben einigen Skurrilitäten gibt es aber auch immer wieder ernste Momente und die Unsicherheit des Teenager-Alters ist sehr gut eingefangen. Der Sprachstil des Autors ist sehr wortgewandt und anschaulich, aber auch flüssig lesbar.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Wird am Ende alles gut?

Entscheidung in der Rosenholzvilla
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Dies ist nun schon der letzte Teil der Trilogie um die Rosenholzvilla. Auch diesmal ist die Covergestaltung wieder sehr gut zur Thematik und zum Schauplatz passend und zugleich im selben Stil wie die Vorgängerbände, ...

Dies ist nun schon der letzte Teil der Trilogie um die Rosenholzvilla. Auch diesmal ist die Covergestaltung wieder sehr gut zur Thematik und zum Schauplatz passend und zugleich im selben Stil wie die Vorgängerbände, sodass die Zusammengehörigkeit offensichtlich ist.

Auf jeden Fall ist es ratsam, zuvor den ersten und zweiten Teil der Reihe zu lesen, da doch viel aufeinander aufbaut. Dann kann man sich umso mehr am Wiedersehen mit Elisa und den anderen Menschen rund um die Rosenholzvilla erfreuen und erfährt nun, wie es mit ihr und Danilo weitergeht und auch, was aus dessen Bruder Fabio, seiner kleinen Familie und der Instrumentenmanufaktur wird. Und natürlich tauchen auch alle anderen, beteits bekannten, Nebenfiguren wieder auf und auch deren Geschichten finden einen Abschluss.

Die Autorin schreibt gewohnt anschaulich und gut lesbar. An die Orte der Handlung konnte ich mich so sehr gut versetzen und beim Lesen in die Atmosphäre im Tessin eintauchen. Auch blieb mir Elisa als Protagonistin weiterhin sehr sympathisch. Mit Danilo und seinem Bruder Fabio dagegen wurde ich bis zum Schluss nicht so richtig warm. Einen kleinen Abzug gibt es von mir auch, weil das Finale am Ende doch etwas zu unrealistisch, auch für dieses Genre, ausgefallen ist. Nichtsdestotrotz ist es schade, dass die Geschichte um die Rosenholzvilla als Rückzugsort für verletzte Künstler nun außerzählt ist. Auf die, bereits angekündigte, neue Reihe der Autorin freue ich mich daher schon.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Familiengeheimnisse auf Sylt

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
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Auch bei diesem ersten Teil der neuesten Dilogie von Gabriella Engelmann kommt durch die Covergestaltung direkt maritime Stimmung auf und auch der Bezug zum Handlungsort Sylt ist direkt erkennbar.

Es ...

Auch bei diesem ersten Teil der neuesten Dilogie von Gabriella Engelmann kommt durch die Covergestaltung direkt maritime Stimmung auf und auch der Bezug zum Handlungsort Sylt ist direkt erkennbar.

Es gibt zwei Zeitebenen. In der der Gegenwart steht die 55-jährige Podcasterin Anna im Mittelpunkt, die auf den Lister Ellenbogen reist, weil sie ein Buchprojekt mit der 85-jährigen "Bücherfrau" Fenja Lorenzen plant, bei der sie auch untergebracht sein soll. Im Haus der alten Dame trifft sie dann aber auf deren Tochter Elisa, die ebenfalls nicht weiß, wohin genau ihre Mutter spontan verschwunden ist. Bei einem Unwetter finden Anna und Elisa dann eine kleine Kiste mit geheimnisvollem Inhalt unterm mehr als renovierungsbedürftigen Reetdach. Außerdem taucht auch noch Fenjas Sohn Eric zur Unterstützung bezüglich der Sturmschäden auf und bringt Anna ganz schön durcheinander.

Die zweite Zeitschiene beginnt im Jahr 1937, einige Jahre nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Dabei steht eine tragische Liebesgeschichte im Mittelpunkt, in die die Vorfahren von Fenja involviert zu sein scheinen.

Ich fand den Ausflug auf die Insel Sylt wieder sehr unterhaltsam. Es war interessant, mehr über die Auswirkungen des Nationalsozialismus auch auf das Leben dort zu erfahren und die Familiengeschichte hat mich ziemlich gefesselt. Anna als Protagonistin der Gegenwart war mir sympathisch. Fenja blieb für mich durch ihre Anwesenheit noch etwas unscharf, ich denke aber, im zweiten Band wird man noch mehr über sie und ihre Vergangenheit erfahren. Dadurch, dass es sich um eine Dilogie handelt, wurde natürlich auch der ein oder andere Erzählstrang nicht abgeschlossen. Dadurch ist man nun fast gezwungen, den nächsten Teil auch zu lesen. Der Schreibstil war, wie von der Autorin gewohnt, sehr anschaulich und gut nachvollziehbar. Was das Hörbuch angeht, empfand ich die Sprecherin als gut gewählt, mit angenehmer und zur Stimmung des Romans passender Stimme. Das Sprechtempo war so, dass man gut folgen konnte.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Erschreckend aktueller Polit-Thriller

Echokammer
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Im Zusammenhang mit Social Media ist mit einer "Echokammer" das Phänomen gemeint, dass wir uns dort bevorzugt mit Menschen austauschen, die unsere Ansichten teilen. Der norwegische Polit-Thriller, der ...

Im Zusammenhang mit Social Media ist mit einer "Echokammer" das Phänomen gemeint, dass wir uns dort bevorzugt mit Menschen austauschen, die unsere Ansichten teilen. Der norwegische Polit-Thriller, der nun diesen Titel trägt, weist eine Covergestaltung auf, die gut zu einem Thriller aus Skandinavien passt.

Die Handlung beginnt etwa einen Monat vor der Parlamentswahl in Norwegen. Die Parteien stecken mitten im Wahlkampf und selbst die Arbeiterpartei versucht mit einem strikteren Kurs bei der Migration und nicht ganz sauberen Methoden auf Social Media Wählerstimmen zurückzugewinnen. Zugleich sucht eine Anti-Terror-Einheit der Polizei nach rechtsnationalen Attentätern, die im Besitz einer großen Menge Rizin sein sollen, ohne, dass es eine Ahnung gibt, was genau diese damit vorhaben. Die Ermittler:innen Liselott Benjamin und Martin Tong tun dennoch alles, um einen Anschlag zu vereiteln. Und dann ist da noch Jens Meidell, der juristische Berater der Spitzenkandidatin der Arbeiterpartei. Ein Geheimnis aus dessen Vergangenheit droht aufgedeckt zu werden und er muss sich darüber klar werden, inwieweit er eigene Grundsätze über Bord werfen würde, um der Arbeiterpartei zurück an die Macht zu helfen und zu verhindern, dass rechte Kräfte noch stärker werden.

Ich fand diesen norwegischen Thriller teilweise erschreckend aktuell, da viele der Themen und Methoden der Wählermanipulation auch im aktuellen Wahlkampf in Deutschland eine große Rolle spielen, insbesondere auch die Forderung nach einer Rückführung vieler Migranten und einer Abschottung. Auch die Thematik mit dem biologischen Kampfstoff Rizin fand ich erschreckend, da alles doch recht einfach umsetzbar wirkt für Menschen, die möglichst vielen anderen schaden wollen. Das Ermittler:innen-Duo hat definitiv seine Ecken und Kanten, was gut zu dieser Art Stoff passt. Der Schreibstil war gut nachvollziehbar und die Perspektivwechsel trugen zu einer zusätzlichen Spannungssteigerung bei.

Der Sprecher des Hörbuchs war gut gewählt. Es gelang ihm, durch verschiedene Stimmlagen für die passende Atmosphäre zu sorgen und auch für ein abwechslungsreiches Hörerlebnis, dem man gut folgen konnte.

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