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Veröffentlicht am 17.09.2019

Ein absolutes Herzensbuch!

Save me from the Night
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Was habe ich mich auf den zweiten Teil der Leuchtturm Reihe von Kira Mohn gefreut. Schon der erste Teil hat mich so unglaublich begeistert und berührt. Endlich konnte ich wieder nach Castledunns abtauchen. ...

Was habe ich mich auf den zweiten Teil der Leuchtturm Reihe von Kira Mohn gefreut. Schon der erste Teil hat mich so unglaublich begeistert und berührt. Endlich konnte ich wieder nach Castledunns abtauchen.

Dieses Mal dreht sich alles um Seanna. Man hat sie im ersten Teil schon einmal kurz kennengelernt. Und jetzt dürfen wir mit ihr auf eine ziemlich nervenaufreibende und emotionale Reise gehen.
Seanna ist wirklich total anders als Liv aus Teil eins. Sie ist ziemlich verschlossen, wirkt oft eher etwas schroff, ist aber eigentlich ziemlich unsicher. Ihr fällt es wahnsinnig schwer Menschen an sich heran zu lassen. Auch wenn sie das eigentlich wirklich gerne möchte. Doch alles was sie nicht kennt das lässt sie unsicher werden und so igelt sie sich in einem Nest aus bekannten Dingen ein. Das gibt ihr Sicherheit.

Durch Niall wird bei Seanna aber so einiges ganz schön durcheinander geworfen. Er wird ihr neuer Chef und von Anfang an merkt Seanna, dass es verdammt schwer für sie sein wird sich seiner Nähe zu entziehen. Das passt Seanna aber so gar nicht. Erstens will sie sich nicht verlieben und zweitens ist Niall verdammt aufmerksam und merkt ziemlich schnell das es einige Dämonen gibt, die Seanna verfolgen.
Niall ist genauso ein spannender Charakter wie Seanna. Auch er hat einige Dinge erlebt. Doch er hat sich nicht so sehr zurückgezogen. Er wirkt immer sehr offen und interessiert an den Menschen. Er scheint fast immer guter Laune zu sein und hat viel Humor.

Die beiden könnten in vielen Dingen nicht unterschiedlicher sein. Und trotzdem sind sie sich auf mindestens genau so vielen Ebenen gleich.
Seanna ist kein einfacher Charakter. Sie umgibt oft eine unglaubliche Dunkelheit. Deshalb ist es auch für den Leser manchmal ein kleines Aufatmen, wenn Niall ins Spiel kommt. Er bringt Licht in Seannas Welt und das hat sie verdammt nötig.

Was habe ich mit ihr gelitten. Kira Mohn hat einfach so einen unglaublichen Schreibstil. Sie schafft es Bilder beim Lesen im Kopf entstehen zu lassen. Ich war für einige Stunden komplett in Seannas Welt in Castledunns.
Auch die Emotionen schafft Kira hier wahnsinnig interessant zu beschreiben. Es wirkt einfach unglaublich authentisch und man kann sich komplett in die Protagonisten hineinversetzen. Es sind keine konstruierten Dramen, sondern wirklich Geschichten wie sie passieren. Und hier bekommt Seanna eine Stimme.
Und egal wie emotional es wird, nie wirkt es kitschig. Ich liebe den Schreibstil von Kira einfach.

Man muss sich als Leser darauf einlassen. Denn diese Reihe ist anders als andere Bücher aus diesem Genre. Hier passiert unglaublich viel zwischen den Zeilen. Man bekommt als Leser nicht alles auf einem goldenen Teller serviert. Man arbeitet mit und ich denke jeder zieht für sich noch einmal ganz unterschiedliche Resümees am Ende der Geschichte.

Und was ich noch erwähnen muss. Die Landschaft. Ich habe mich noch einmal mehr in dieses Setting verliebt. Denn durch Seanna erlebt man Castledunns und auch Matthew noch einmal von einer ganz anderen Seite. Ich finde es unglaublich wie toll das hier beschrieben wird. Und ich glaube selten war ich so traurig darüber das ein Ort in einem Buch nur Fiktion ist. Sonst hätte ich wohl schon direkt einen Flug gebucht.

Danke liebe Kira für Seannas Geschichte. Sie hat mich von der ersten Seite an mitgerissen. Ich finde sie beeindruckend und unglaublich stark. Seanna hat mich als Leser auf eine ziemliche Abenteuerreise mitgenommen. Aber ich hatte das Gefühl beim Lesen mit ihr zu wachsen. Und das schaffen nur ganz wenige Bücher.

Für mich ist dieses Buch ein absolutes Herzensbuch. Deshalb vergebe ich auch 5 von 5 Lesekatzen. Und wenn ich könnte dann würde ich auch noch mindestens 100 mehr darauflegen.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Starke Leseprobe aber danach kam leider nicht mehr viel!

Perfect Mistake
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Ich habe mich wirklich unglaublich auf dieses Buch gefreut. Deshalb war ich auch richtig glücklich bei der Leserunde der Lesejury dabei sein zu dürfen.
Nicht nur das Cover sondern auch der Klappentext ...

Ich habe mich wirklich unglaublich auf dieses Buch gefreut. Deshalb war ich auch richtig glücklich bei der Leserunde der Lesejury dabei sein zu dürfen.
Nicht nur das Cover sondern auch der Klappentext und die Leseprobe versprachen eine spannende Story.

In diesem Buch geht es um Adele und Pete. Adele ist eine Protagonistin mit einer ordentlichen Portion Humor. Sie ist oft sehr sarkastisch und trägt das Herz auf der Zunge. Dadurch äußert sie so manches Mal auch Dinge, die sie eigentlich so nicht sagen wollte.
Nach einem Vorfall an ihrem 18. Geburtstag ist sie nicht mehr im Heimatort ihres Vaters gewesen obwohl sie sich dort durchaus immer sehr wohl gefühlt hat.

Pete ist der beste Freund von Adeles Vater und inzwischen auch Teilhaber der Baufirma. Er bleibt für mich im Verlauf der Geschichte immer ein blasser Charakter. Anfangs wirkt er mürrisch und zurückgezogen aber im Verlauf der Geschichte wirkt er zickig und eher wie ein Teenager anstatt wie ein 40-jähriger Mann.
Er war auch von dem Vorfall an Adeles 18. Geburtstag betroffen und deshalb ist er auch heute noch ziemlich wütend auf Adele.

Für mich war es wirklich nicht einfach diese Story zu bewerten. Denn das Buch liest sich durchaus flüssig. Kylie Scott hat einen tollen Schreibstil und das merkt man auch hier. Ich habe die Abschnitte jede Woche wirklich zügig gelesen.
Aber ein toller Schreibstil reicht leider nicht aus. Für mich bleibt die Handlung flach, genauso wie die Protangonisten.
Man hätte unglaublich viel aus der anfänglichen Story herausholen können. Und ich habe immer auf den großen Knall gewartet. Als dann aber klar wurde das Pete sich teilweise wirklich unter aller Sau verhält und das alles wirklich nur wegen diesem lächerlichen Vorfall an Adeles 18. Geburtstag, da war ich wirklich enttäuscht.

Anfangs war ich auch begeistert von dem kurzen Rückblenden am Kapitelanfang. Aber irgendwann hat es die Story für mich nur immer seltsamer gemacht. Dort wird beschrieben wie Pete und Adele vor diesem Vorfall Zeit miteinander verbracht haben. Und wenn man bedenkt das Pete 15 Jahre älter ist wie Adele dann wirkt es durchaus seltsam, wenn ein 30-jähriger Mann Zeit mit einer 16- jährigen verbringt und sie quasi beste Freunde sind.

Für mich gab es auch keine wirkliche Entwicklung der Charaktere. Alles wirkte unglaublich konstruiert und mir fehlte einfach die Auseinandersetzung der Problematiken zwischen Adele und Pete. Es wird einfach immer noch etwas darauf gepackt und dann klappt das schon.
Und Adele entwickelt sich für mich im Verlauf der Geschichte auch eher zurück. Vorher war sie unabhängig und ist für sich selber eingestanden und nachher hat sie sich oftmals den Dingen gebeugt die Pete oder auch ihr Vater entschieden haben.

Der war für mich leider auch ein Problem in der Geschichte. Adeles Vater ist teilweise wirklich extrem. Er entscheidet Dinge für seine Tochter und behandelt sie teilweise wirklich noch wie einen Teenager.
Seine Frau Shanti ist da leider auch nicht besser. Anfangs fand ich sie noch erfrischend und sie lockerte die Handlung durchaus auf. Aber nachher war sie für mich da schon sehr manipulativ.

Ich habe wirklich lange überlegt ob ich der Geschichte 2 oder 3 Lesekatzen gebe. Es gibt wirklich einige Kritikpunkte. Vor allem bei den Charakteren. Trotzdem hatte ich durchaus unterhaltsame Lesestunden durch den flüssigen und leichten Schreibstil von Kylie Scott.
Deshalb bekommt „Perfect Mistake“ von mir 3 von 5 Lesekatzen.

Veröffentlicht am 22.07.2019

Ich liebe Gray und Eden!!!

Hurt me gently
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Schon der erste Teil der Wrecked Reihe hat mich sehr begeistert. Ich liebe Katies Bücher ja sowieso aber die Wrecked Reihe ist noch einmal ganz speziell. Und mit Eden und Gray hat man hier zwei sehr spannende ...

Schon der erste Teil der Wrecked Reihe hat mich sehr begeistert. Ich liebe Katies Bücher ja sowieso aber die Wrecked Reihe ist noch einmal ganz speziell. Und mit Eden und Gray hat man hier zwei sehr spannende Protagonisten.

Gray kennt man schon aus Teil eins. Dort war er schon sehr interessant. Jetzt bekommt man einen genauen Blick in seine Gedanken. Und die sind meistens wirklich sehr düster.
Seine Mutter ist sehr früh gestorben und auch sein Vater ist seit kurzer Zeit tot. Gray bleibt alleine zurück mit viel Verantwortung für eine Firma, die er nie wollte. Auch seine Freunde können nichts gegen die Leere in ihm machen und so greift Gray immer wieder zu Drogen, die ihn immer mehr in den Abgrund treiben.

Eden ist sehr traumatisiert. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt und ihre Mutter litt an Schizophrenie. Eden musste dabei zusehen wie ihre Mutter sich selber umgebracht. Seitdem hüllt sie sich in Schweigen und spricht nicht mehr außerdem hat sie sich in eine Klinik selber eingewiesen. Denn sie möchte sich selber dafür bestrafen ihrer Mutter nicht geholfen zu haben.
Eigentlich ist sie ein neugieriger und offener Mensch aber durch ihre Vergangenheit hat sie mit vielen Dämonen zu kämpfen.

Gray und Eden treffen durch einen gefährlichen Zufall aufeinander. Und obwohl beide sehr unterschiedlich sind merken sie sehr schnell, dass sie sich auch ohne Worte sehr gut verstehen.
Mich hat diese Geschichte wirklich sehr mitgerissen. Gray ist so ein sympathischer Kerl. Wenn man einmal hinter seine Fassade schaut dann merkt man wie tiefgründig er ist.
Auch Eden ist eine spannende Person. Obwohl sie nicht spricht erfährt man unglaublich viel. Nicht nur durch die Kapitel aus ihrer Sicht. Auch die Kapitel aus Grays Sicht sind sehr spannend denn er kann sie wirklich gut lesen und einschätzen.

Der Schreibstil ist wie immer bei Katie locker und bildhaft. Man springt direkt in die Handlung hinein und ich war so gefesselt von der Handlung das ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Grays und Edens Geschichte hat wirklich alles. Emotionen, Humor und natürlich auch Erotik.

Mir hat auch gut gefallen wie die Nebencharaktere eingebunden wurde. Man lernt sie immer besser kennen und freut sich so schon auf ihre eigenen Geschichten.
Obwohl hier natürlich die Beziehung zwischen Gray und Eden im Vordergrund steht geht es aber auch um wirklich ernste Themen, die beim Lesen nachdenklich machen. Beide Charaktere haben so einiges erlebt was sie geprägt hat und beide haben sich auf ihre eigene Art dafür verschlossen diese Dinge zu verarbeiten und Wege zu finden damit zu leben. Als Leser darf man nun dabei sein wie beide sich entwickeln. Nicht immer geht es nur vorwärts und beide müssen für eine glückliche Zukunft kämpfen, entdecken so aber auch viele Dinge neu oder wieder.

Mich hat „Hurt me Gently“ wirklich überzeugt. Ich wurde in eine emotionale Geschichte geworfen, mit tollen Protagonisten und Nebencharakteren. Ich durfte beim Lesen oft schmunzeln und habe gleichzeitig sehr oft Gänsehaut bekommen, weil mich Szenen ergriffen haben. Und ich bin wirklich unglaublich auf Teil drei gespannt. Eine ganz kleine Info gibt es ja schon am Ende von diesem Teil.

Danke Katie für dieses wundervolle Buch. Ich liebe diese Geschichte. Deshalb bekommt „Hurt me Gently“ von mir auch 5 von 5 Lesekatzen.

Veröffentlicht am 18.07.2019

Irland, ein Leuchtturm und für mich ein Jahreshighlight!

Show me the Stars
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Ich liebe die Bücher von Kira. Anders kann man es nicht sagen. Und deshalb fiebere ich auch schon einer gefühlten Ewigkeit dieser Buchreihe entgegen. Denn wer will sich nicht gerne auf einen einsamen Leuchtturm ...

Ich liebe die Bücher von Kira. Anders kann man es nicht sagen. Und deshalb fiebere ich auch schon einer gefühlten Ewigkeit dieser Buchreihe entgegen. Denn wer will sich nicht gerne auf einen einsamen Leuchtturm an der Küste von Irland mitnehmen lassen? Ich war auf jeden Fall voller Vorfreude.

Die Charaktere in diesem Buch sind ganz besonders gestaltet. Liv ist eine junge Frau, die nach ihrem Journalismus Studium gerne erfolgreich durchstarten will. Schreiben kann sie aber trotzdem landet sie nur in der Klatschspalte einer Zeitung. Als sie durch einige unglückliche Umstände auch noch diesen Job verliert, zieht es Liv erst einmal den Boden unter den Füßen weg.
Nach einer Nacht mit etwas zu viel Gin stößt sie allerdings auf eine Anzeige, die für sie mehr als interessant klingt. Und so findet Liv sich schneller als gedacht in Irland und auf einem Leuchtturm wieder.
Liv ist ein unglaublich sympathischer Charakter. Sie versucht alles um den Ansprüchen ihrer Mutter gerecht zu werden, ist ehrgeizig und hat ein gutes Herz. Oft ist sie auch sehr ironisch. Es fällt ihr nicht immer so leicht sich den Menschen zu öffnen denn vor ihrer Auszeit hat sie eigentlich nur für die Karriere gelebt. Trotzdem findet sie in Castledunns schnell Anschluss.

Kjer . Ach Kjer. Ich bin ihm vom ersten Moment an verfallen. Der gutaussende Ire mit den unglaublichen Augen. Auch wenn er anfangs etwas kühl und distanziert wirkt, merkt man doch das ihm die Menschen die er kennt und mag nicht egal sind. Er hat so eine hohe Mauer um sich gebaut das er selber kaum darüber hinwegkommt.
Auch er hat seinen Weg im Leben noch nicht wirklich gefunden. Er liebt die Musik und schafft es in den Momenten wo er auf der Bühne steht seine wahren Gefühle auszudrücken. Dort sind seine Schutzmauern nicht ganz so hoch wie sonst.

Auch die Nebencharaktere sind so unglaublich lebendig gestaltet. Ich habe mich vom ersten Moment an in Castledunns verliebt. Schade das dieser Ort und seine Einwohner nur fiktiv sind. Sonst würde ich vermutlich schon im Flugzeug sitzen. ?

Der Schreibstil ist absolut Kira. Sie schafft es den Leser von der ersten Seite an in die Geschichte zu ziehen. Man merkt kaum wie man sich immer mehr dem Ende des Buches nähert. Dabei schafft sie es auch hier ernste Themen mit Humor zu kombinieren.
Die Emotionen waren für mich die ganze Zeit greifbar. Ich habe mit Liv gelacht, geweint und habe mit ihr mit gefiebert. Und so manches Mal hätte ich den ein oder anderen Charakter gerne mal ordentlich geschüttelt.
Es werden hier aber keine übertriebene Dramen erfunden. Es bleibt immer realistisch und ich glaube das jeder sich schon einmal in ähnlichen Emotionen und Momenten befunden hat. Dadurch kann man die Handlungen von Kjer und Liv immer nachvollziehen.

Auch die Beschreibung von Castledunns, Caorach und dem Leuchtturm ist einfach nur wunderschön. Manchmal habe ich einfach für einen Moment die Augen geschlossen und mir vorgestellt was Liv in diesem Moment wohl gesehen haben mag.
Und nachdem ich das Buch gelesen hatte, wurde erst einmal das Internet unsicher gemacht wo man wohl seine eigene kleine Auszeit auf einem Leuchtturm nehmen kann.

Was ich in dieser Geschichte auch absolut toll finde, ist die Zeit. Denn hier wird sich die Zeit genommen die Liv und auch Kjer brauchen. Nichts ist innerhalb von zwei Wochen geklärt und toll. Die Charaktere bekommen einen Rahmen, in dem sie wachsen können. Sie machen Fortschritte und Rückschritte und lernen vor allem auch viel über sich selber. Das ist gerade in diesem Genre nicht häufig. Und trotzdem merkt man vom ersten Moment an diese besondere Stimmung zwischen Liv und Kjer. Ich glaube da hatte ich mindestens genauso viele Schmetterlinge im Bauch wie Liv beim Lesen. ?

Für mich ist „Show me the Stars“ einfach ein Highlight – Buch. Ich habe mich wahnsinnig darauf gefreut und wurde absolut nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Es gibt hier so viele kleine Details, in die man sich verlieben kann. Charaktere mit Ecken und Kanten und eine einfach wundervolle Umgebung rund um den Leuchtturm.

Es ist also der perfekte Auftakt zu einer wundervollen Trilogie. Deshalb bekommt „Show me the Stars“ von mir auch 5 von 5 Lesekatzen und einen Platz auf meiner Liste der Jahreshighlights.

Veröffentlicht am 18.07.2019

Ein Buch mit schwierigen Themen die unglaublich gut umgesetzt wurden!!!

Zwei in Solo
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Ich habe von Elja schon „Immer noch wir“ gelesen. Und dieses Buch hatte mir schon sehr gut gefallen. Deshalb war ich unglaublich neugierig wie mir ihr neues Buch gefallen wird.
Ich kann vorab sagen, es ...

Ich habe von Elja schon „Immer noch wir“ gelesen. Und dieses Buch hatte mir schon sehr gut gefallen. Deshalb war ich unglaublich neugierig wie mir ihr neues Buch gefallen wird.
Ich kann vorab sagen, es hat mich einfach begeistert und es hat mich teilweise so mitgerissen, dass ich jetzt erst einmal ein paar Tage brauchte um die Geschichte von Milo und Sophie sacken lassen zu können.

Sophie ist Lehrerin an einer Gesamtschule. Obwohl ihre Mutter nie mit dieser Berufswahl zufrieden war, liebt Sophie ihren Job.
Sie ist ein Mensch der absolut fest in den Mustern steckt, die ihr vom Elternhaus vorgegeben wurden. Dazu zählt vor allem das was man nach außen hin präsentiert. Gefühle darf man nicht zeigen. Deshalb hat sie auch nie ein wirkliches Gefühl der Liebe erlebt. Für ihre Mutter war sie nie genug und deshalb ist sie oft auch sehr unsicher.

Milo war Sophies Schüler. Doch in vielen Momenten wirkt er deutlich älter als 21 Jahre. Seit dem Tod seiner Mutter hat er viel erlebt. Er war zusammen mit seinem älteren Bruder immer wieder der Gewalt ihres Vaters ausgesetzt. Davon zeugen auch seine Narben auf dem Rücken. Anfangs wirkt Milo eher düster. Er musste lernen in seiner Welt immer stark zu sein. Denn wenn man schwach ist dann wird man verletzt und geht unter. Doch eigentlich steckt so viel mehr in ihm. Er hat eine unglaubliche Begabung mit Worten umzugehen doch in seiner Welt muss er diese Begabung verstecken.

Schon im ersten Kapitel war ich absolut verliebt in diese Geschichte. Man spürt direkt das es dort um mehr geht. Auch wenn man anfangs vielleicht etwas skeptisch ist aufgrund des Klappentextes. Ich finde der verrät absolut nicht wie tiefgründig dieses Buch ist.
Milo und Sophie sind wirklich absolut verschiedene Charaktere. Und trotzdem sind sie sich in vielen Bereichen auch so ähnlich. Man merkt wie sie beieinander suchen was sie sonst nirgendwo bekommen.

Trotzdem ist es keine Liebesgeschichte in der alles unglaublich schnell abgehandelt wird. Hier wächst alles langsam. Denn beide Protagonisten haben so einiges erlebt und müssen sich auch erst einmal selber finden.
Ich war wirklich froh darüber wie realistisch Elja Janus das hier dargestellt hat. Gerade wenn man erlebt hat was Milo erlebt hat dann kann man nicht innerhalb von ein paar Wochen einfach eine normale Beziehung führen. Das ist ein harter Kampf bis man alte Gewohnheiten abstreifen kann, bis man Gefühle richtig zulassen kann und bis man auch versteht das man es verdient hat glücklich zu sein. Das man in einer Umgebung ist, in der man nicht ständig bereit zum Kampf sein muss. Egal ob nun verbal oder körperlich.

Ich fand es toll wie beide aneinander und miteinander gewachsen sind. Und hier hat man einfach gemerkt wie egal dieser Altersunterschied ist. Denn Sophie lernt mindestens genau so viel von Milo wie er von ihr.
Es gibt so wundervolle Momente. Gerade Milo versteht es seine Gedanken und Emotionen auf unglaublich berührende Weise auszudrücken. Da hatte ich manches Mal durchaus ein paar Tränen in den Augen.
Aber auch die Welt außerhalb von Sophie und Milo wurde für mich sehr eindrucksvoll dargestellt. Man merkt sofort das sich das Setting geändert hat. Man merkt wie sich Milo oder auch Sophie da anpassen und immer wieder in ihre alten Verhaltensmuster fallen. Aus Selbstschutz natürlich.

Für mich war diese Geschichte einfach unglaublich berührend und trotzdem nicht übertrieben. Denn ob wir das glauben oder nicht. Solche Dinge passieren. Genau so wie sie vielleicht Milo passiert sind. Und man ist nicht auf einmal „geheilt“ nur weil man die große Liebe gefunden hat. Diese Liebe kann eine Unterstützung sein. Aber man muss auch lernen sich selber zu heilen. Man muss lernen seine Vergangenheit zu akzeptieren und man muss lernen das man seine Zukunft selber in der Hand hat.

Ich musste zwischendurch häufiger mal eine Pause einlegen beim lesen. Einfach weil ich diese ganzen Emotionen wirklich erst einmal verarbeiten musste.
Diese Emotionen werden nicht immer deutlich dargestellt. Aber sie schwellen an der Oberfläche und wenn man Milo und Sophie schon ein wenig kennengelernt hat dann merkt man schnell wie sich ihre Stimmung und Emotion verändert und man merkt dann wie man sich selber auch direkt anspannt.

Ich würde sagen für mich hat Elja Janus hier alles richtig gemacht. Ich liebe Sophie und Milo. Sowohl einzeln wie auch als „Solo“. Beide sind so starke Charaktere und ich finde die Entwicklung der beiden wirklich toll und glaubwürdig hier dargestellt.
Mich hat „Zwei in Solo“ wirklich überrascht, begeistert und vor allem berührt. Deshalb bekommt dieses Buch von mir 5 von 5 Lesekatzen.