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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2026

schont den Leser nicht

Adama
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„Adama“ von Lavie Tidhar ist ein Buch das seine Leser nicht schont. Gewalt ist in diesem Buch oft vorhanden.
Erzählt wird eine Familiengeschichte von der Gründung des Staates Israel bis in das Jahr 2009.
Ruth, ...

„Adama“ von Lavie Tidhar ist ein Buch das seine Leser nicht schont. Gewalt ist in diesem Buch oft vorhanden.
Erzählt wird eine Familiengeschichte von der Gründung des Staates Israel bis in das Jahr 2009.
Ruth, eine junge Jüdin, kann vor dem Holocaust aus Budapest nach Palästina fliehen. Dort begründet sie einen Kibbuz mit.
Die Gründung Israels mit all seinen Gräueltaten wird genauso beschrieben,wie die politischen und gesellschaftlichen Spannungen, die die Staatsgründung und auch die weitere Zeit des Landes begleiten.
Ruth‘s Leben, das von Verlust, Hass und Überlebenskampf geprägt war und lässt die Figur sehr hart und unnahbar erscheinen, was mir eine Beziehung zu ihr schwer machte.
Der ganze Tenor des Buches ist kalt, brutal, manchmal über meine Schmerzgrenze hinaus.

Deklariert als Thriller, empfand ich dieses Buch eher als politischen Familienroman, der mich von den Geschichtlichen Aspekten her sehr gut gefallen hat, weil er auch eine gute Recherche zeigt.Die Brutalität war mir aber an manchen Stellen zu viel.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

sehr berührend

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Dass das älter werden an fast niemandem vorbeigeht und es ein Lebensabschnitt ist über den niemand gerne nachdenkt, den man gern verdrängt, ist sicherlich vielen bekannt.
In dem Buch“Wenn die Kraniche ...

Dass das älter werden an fast niemandem vorbeigeht und es ein Lebensabschnitt ist über den niemand gerne nachdenkt, den man gern verdrängt, ist sicherlich vielen bekannt.
In dem Buch“Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ wird aber genau dieses Thema sehr emphatisch beschrieben, sodass man sich ihm gut stellen kann. Die letzten Monaten eines alten Mannes, Bo, der in Mittelschweden lebt und gerade seines Demenz Verstorbene ins Heim gebracht hat.Was bedeutetes, wenn man so lange mit einem Menschen zusammen gelebt hat und dieser nun ich mehr bei einem lebt. Bo erzählt seiner abwesenden Frau weiterhin seine Alltagserlebnisse, er lebt mit seinem Hund, Vertraute, die sein Leben noch aufrecht erhalten. Der Sohn kommt mehrmals die Woche vorbei, genauso wie der Pflegedienst jeden Tag.
Schön , dass er wenigstens noch in seinem Haus bleiben kann, doch es ist ein einsames Leben,reduziert auf die wenigenBedürfnisse, die man noch hat.

Ich fand dieses Buch sehr berührend, das Thema wurde sehr sensibel behandelt und der eigene Kopf fängt an zu arbeiten. Wie bereitet man sich auf solch einen Lebensabschnitt vor, der ja unweigerlich irgendwann auf einen zukommt.
Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

eintauchen in das Montmatre des 19. Jahrhunderts

Montmartre - Licht und Schatten
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„Montmartre - Licht und Schatten „ ist der erste Teil dieser Dilogie, den ich sehr gern gelesen habe. Ich habe mich in das Paris des 19. Jahrhunderts entführen lassen in dessen Mittelpunkt zwei starke ...

„Montmartre - Licht und Schatten „ ist der erste Teil dieser Dilogie, den ich sehr gern gelesen habe. Ich habe mich in das Paris des 19. Jahrhunderts entführen lassen in dessen Mittelpunkt zwei starke Frauen stehen. Elise Lambert und Valerie Dumas. Beiden am selben Tag geboren, doch aus sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Elise ist die Tochter einer Wäscherin, die in sehr ärmlichen Verhältnissen groß wird, später selbst als Wäscherin arbeitet und dann mit viel Ehrgeiz zur Cancantänzerin aufsteigt und zuletzt sogar im berühmten Moulin Rouge auftritt.
Valerie wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Ihr Vater ist erfolgreicher Kunsthändler und gibt Valeries Wunsch nach einem Kunststudium nach. Dort lernt sie Künstler wie Vincent van Gogh., Paul Gauguin, Edgar Degas,Camille Pissarro und Henri de Toulouse - Lautrec, die aber noch auf ihre Berühmtheit warten.Es ist eine Zeit des Umbruchs,der Impressionismus in all seinen Formen noch verpönt. Es war interessant diese Persönlichkeiten etwas näher kennen zu lernen.Auch Gustav Eiffel begegnen wir, der zur Weltausstellung seinen Eiffelturm gebaut hat.

Beide Frauen gehen nicht unbeschadet durch diese Zeit. Sie haben Schicksalsschläge zu verarbeiten und ihr Weg in die Zukunft ist nicht gradlinig.
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht dieses Buch zu lesen und in diese Zeit einzutauchen. Ich hatte Bilder vor Augen und bin den beiden Protagonistinnen, die ich beide sehr sympathisch fand, sehr gern gefolgt und so bin ich natürlich darauf gespannt, wie es mit den beiden weitergeht.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ für ein flüssig und spannend zu lesendes Buch das ich sehr gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

sehr berührende Geschichte

Maya und Samuel
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„Maya und Samuel“ von Franziska Fischer ist mein zweites Buch dieser Autorin und ich liebe ihren zarten und emotionalen Schreibstil, der aber nie aufgesetzt oder dramatisch wirkt.
In einer flüssigen und ...

„Maya und Samuel“ von Franziska Fischer ist mein zweites Buch dieser Autorin und ich liebe ihren zarten und emotionalen Schreibstil, der aber nie aufgesetzt oder dramatisch wirkt.
In einer flüssigen und auch leichten Art erzählt sie von einem Paar das sich schon seit seiner Kindheit kennt, bei denen Freundschaft zu Liebe wurde, Vertrauen zu tiefer Verbundenheit und das nun durch einen schweren Verlust die Verbindung zueinander verloren hat.Jeder trauert für sich, auf seine Art, die für den anderen manchmal unverständlich ist und sie dadurch noch mehr voneinander entfernt. Jeder für sich fühlt sich unverstanden und glaubt in seiner Trauer allein zu sein. Erst langsam, in kleinen Schritten kämpft sich jeder wieder ins Leben.

In Rückblicken erfährt der Leser, wie Maya und Samuel sich kennengelernt haben, sie zusammengewachsen sind trotz ihrer Unterschiedlichkeit.
Ihre langsame Wandlung von Freundschaft zu Liebe, einer
Liebe, die durch den schweren Verlust auf die Probe gestellt wird und sogar zu zerbrechen droht.

Franziska Fischer beherrscht den Schreibstil der feinen, leisen Töne. Manche Sätze sind so wunderbar formuliert, dass man sie immer wieder lesen möchte und sie ermöglichen dem Leser,sich das Innenleben ihrer Protagonisten zu erschließen.Man hat das Gefühl dabei zu sein, das Gleiche zu empfinden, ist den Figuren so nahe, dass es das Herz berührt.
Man leidet mit, hofft und bangt, dass das Paar sich wiederfindet.
Eine Geschichte, die sicherlich kein Einzelfall ist, die die Fragilität des Lebens beschreibt und einfach nur berührt.

Dicke Leseempfehlung!!!

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Veröffentlicht am 12.01.2026

verdient auf der Longlist des Deutschen Buchpreises

Schwebende Lasten
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Schon lange habe ich mir vorgenommen dieses Buch von Annett Gröschner zu lesen und endlich hat’s geklappt und es war ein mehr als lohnendes Leseerlebnis.Gleich ein Highlight zu Jahresbeginn.

Beim Lesen ...

Schon lange habe ich mir vorgenommen dieses Buch von Annett Gröschner zu lesen und endlich hat’s geklappt und es war ein mehr als lohnendes Leseerlebnis.Gleich ein Highlight zu Jahresbeginn.

Beim Lesen dieses Buches habe ich oft gedacht, ja, wir Frauen sind wirklich das stärkere Geschlecht. Welch ein Leben zieht am Leser vorbei, wenn er die Geschichte von Hanna Krause liest. Für mich war es eine Hommage an eine starke Frau, die sich nie hat unterkriegen lassen, immer wieder flexibel auf Herausforderungen reagiert hat und sich nie vom Leben hat brechen lassen, egal was es ihr abverlangt hat und das war viel.

Hanna Krause wurde im Kaiserreich geboren, hat zwei Weltkriege und zwei Diktaturen miterlebt und liebte Blumen und deshalb ist es eine sehr schöne Idee fast alle Kapitel mit einer Blume und deren Herkunft und Pflege zu beginnen.

Als Blumenliebhaberin eröffnet Hanna einen Blumenladen, den sie aber aufgeben muss, weil die Leute sich keine Blumen mehr leisten können.Der Mann den sie kennenlernt, heiratet und mit ihm 6 Kinder bekommt, von denen zwei sterben, die sie nie beerdigen kann, wird zum Invaliden und so liegt es an ihr, die Familie nicht nur zusammenzuhalten, sondern auch zum großen Teil zu versorgen. Trotz ausgeprägter Höhenangst zeigt sie ihren männlichen Kollegen, dass auch Frauen den Beruf der Kranführerin verantwortungsbewusst ausüben können. Sie steht „ihre Frau“, bringt ihre Familie durch Krieg und Nachkriegszeit, durchlebt die Entbehrungen und Schikanen des DDR Regimes, ist immer für ihre Kinder und Enkel der Anker, den die Familie braucht und stirbt dann doch ganz leise und unauffällig.

Ich möchte nicht wissen, wie viele Frauenleben so oder ähnlich verlaufen sind. Hanna steht nur stellvertretend für eine Frauengeneration vor der ich großen Respekt empfinde.

Annett Gröschner hat es fantastisch verstanden dieser Generation mit diesem Buch ein Denkmal zu setzen und daran zu erinnern, dass wir Frauen guten Grund haben auf unsere Mütter und Großmütter stolz zu sein.

Große Leseempfehlung und mit Recht ein Buch das auf der Longlist des deutschen Buchpreises 2025 stand.

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