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Veröffentlicht am 19.05.2026

ein Buch das mich tief beeindruckt hat

In den Flügeln das Licht
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„In den Flügeln das Licht“ von Aidin Halimi, erschienen im @gutkind_verlag ,ist ein Buch mit biographischem Hintergrund das nicht aktueller sein könnte und das mich tief beeindruckt hat.

Die Handlung ...

„In den Flügeln das Licht“ von Aidin Halimi, erschienen im @gutkind_verlag ,ist ein Buch mit biographischem Hintergrund das nicht aktueller sein könnte und das mich tief beeindruckt hat.

Die Handlung spielt im Iran nach der Machtergreifung Khomeini‘s Anfang der Achtziger Jahre. Erzählt wird die Geschichte von Sohrab und Tara und ihren beiden Kindern Abtin und Kaveh und über den stillen Widerstand der iranischen Frauen.

Sohrab ist ein linker Oppositioneller , der im Widerstand arbeitet und sich jeden Tag in Lebensgefahr begibt. Die Hoffnung der Iraner , dass nach der Flucht des Schah‘s das Leben im Iran besser wird, hat sich nicht erfüllt. Gewalt und Repressionen gegen Menschen, die nicht mit der Regierung Khomeini‘s konform gehen,sind an der Tagesordnung.
Wir erfahren, wie Sohrab und Tara sich kennen gelernt haben, wie sie ihre Familie gegründet haben und Sohrabs Widerstand begann.
Er wird inhaftiert und später hingerichtet. Wie die Familie damit lebt, erfahren wir von den einzelnen Familienmitgliedern.
Tara, die die Familie durchbringen muss, weil der Verdiener weggefallen ist und deren Bestreben es ist, ihre Familie nicht zerbrechen zu lassen. Sohrab, der bei den Besuchen der Familie im Gefängnis versucht eine gewisse Normalität aufrecht zu erhalten und mit seiner Liebe der Familie gegenüber dem Grauen einen liebevollen Anstrich zu geben und dabei eine unheimliche Stärke beweist.
Wir erfahren,wie die beiden Brüder versuchen ,jeder auf seine Art ,dem Schicksal zu begegnen. Kaveh wendet sich den Büchern zu, unterstützt von der Bibliothekarin Medadi, die ihm die Liebe zu Büchern nahe bringt und sein kritisches Denken und die Sicht auf die Welt unterstützt .Und dann Abtin, ein kleiner Rebell, der das Lernen als überflüssige Pflicht ansieht und versucht das Leben in diesen Zeiten zu genießen.

Es war schon beeindrucken zu erleben wie die Menschen im Iran unter diesen Umständen ihr Leben meistern, allen voran die Frauen, die nicht laut, sondern mit stillem Protest ihre Waffen gegen das Regime einsetzen.

Der Autor schreibt sein Buch in einem sehr bildhaften Schreibstil, der für mich ein Genuß war und das Lesen zu einem besonderen Erlebnis gemacht hat. Seine Figuren wurden für mich sehr lebendig, so dass ich mich ihnen sehr nahe gefühlt habe. Die liebevolle Art mit der Tara und Sahrab ihre Kinder erzogen haben in einer Welt , die durch Hass und Gewalt bestimmt wird, hat mich tief beeindruckt.
Auch die Stärke der einzelnen Frauen, ob es nun Medadi, , Frau Loft , Tara oder die vielen anderen waren, die sich mit ihrer aufrechten Haltung und im stillen Protest diesem Unrechtsregime entgegenstellten, hat mich tief berührt.

Ich wünsche diesem Buch viele Leser und dem Iranischer Volk Frieden und Freiheit. Ihnen gilt meiner großer Respekt.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

ein verwirrender Thriller

Home Before Dark
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Bei „Home before Dark“ von Eva Björg AEgisdottir, erschienen im @kiwi_verlag , handelt es sich um einen soliden Psychothriller, der etwas braucht, um in Fahrt zu kommen und bis zum Ende für einige Verwirrung ...

Bei „Home before Dark“ von Eva Björg AEgisdottir, erschienen im @kiwi_verlag , handelt es sich um einen soliden Psychothriller, der etwas braucht, um in Fahrt zu kommen und bis zum Ende für einige Verwirrung sorgt.

Erzählt wird dieser Psychothriller auf zwei Zeitebenen, in den Sechziger und den Siebziger Jahren mit einem Zeitabstand von 10 Jahren.
1967 verschwindet die siebzehnjährige Kristin auf dem Heimweg spurlos. Ihre Schwester Marsibel fühlt sich verantwortlich, hatte sie doch in Kristins Namen eine Brieffreundschaft aufgebaut und wollte sich an diesem Abend mit dem Brieffreund in der Gegend treffen, in der Kristin verschwand.
10Jahre später kommt Marsibel zurück in ihr Elternhaus, um herauszufinden, was mit ihrer Schwester passiert ist.

Ich fand die Grundidee dieser Geschichte wirklich gut und versprach mir ein spannendes Leseerlebnis. Eine gewisse Grundspannung von Anfang an kann man auch nicht abstreiten, aber mir haben so einige Aspekte das Lesen schwer gemacht. Als erstes die vielen Namen, die sich für mich als Nichtisländerin manchmal ähnelten, sodass ich immer zurück blättern musste, wer jetzt wer ist. Es gab auch viele verschiedene Handlungsstränge, die nicht immer stringent waren, viele mögliche Täter wurden präsentiert, die der Spannung zwar zuträglich waren, aber auch verwirrten, weil einfach zu viele Handlungsstränge aufgemacht wurden.
Nach und nach kristallisierte sich heraus, dass das Trauma des Verschwindens von Kristin die ganze Familie psychisch zerstört hat. Starker Alkoholkonsum bei den Eltern, Familien,- und Eheprobleme und noch ein Geheimnis aus der Vergangenheit, kein Wunder , dass Marsibel in psychologische Behandlung muss und häufig nicht zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden kann.Auch das war manchmal etwas mühsam zu lesen.

Im letzten Drittel steigert sich die Spannung aber, es löst sich einiges auf, doch es bleiben Fragen, die mein logisches Verständnis nicht lösen konnte.Ich möchte jetzt nicht Spoilern, deshalb kann ich es nicht genauer erklären.

Wer Psychthriller mag, die sich ganz langsam entwickeln, vor vielen Namen und Handlungssträngen nicht zurückschreckt und bei dem nicht immer alles logisch sein muss, der wird sicherlich auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

ein emotional sehr forderndes Buch

Mit beiden Händen den Himmel stützen
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Dass die Startbedingungen eines Menschen für sein späteres Leben wichtig sind, wissen wir schon lange. Was aber kann mit einer Kinderseele passieren, wenn es diese guten Startbedingungen nicht hat, keine ...

Dass die Startbedingungen eines Menschen für sein späteres Leben wichtig sind, wissen wir schon lange. Was aber kann mit einer Kinderseele passieren, wenn es diese guten Startbedingungen nicht hat, keine Struktur erlebt, keine Wärme, keine Geborgenheit und Verlässlichkeit?
„Mit beiden Händen den Himmel stützen“ von Lilli Tollkien, erschienen im @aufbau_verlage , erzählt die autofiktionale Geschichte von Lale, die in den 80 ziger Jahren in einer Berliner Männerkommune groß wird. Ihre Mutter ist drogenabhängig und muss öfter wegen Beschaffungskrminalität ins Gefängnis und der Grund, warum Lale in die Männer WG einzieht ist, dass ihrer Mutter das Sorgerecht entzogen wurde und ihr Vater gerade wegen Einbruchs im Gefängnis sitzt. So kommt Lale zu einem Freund ihres Vaters.
Das Leben in der WG ist geprägt von Drogenkonsum, wechselnden Partnerschaften der dort wohnenden Männer und sogenannter „antiautoritärer Erziehung“.Lale kann bestimmen , was und wann sie essen und schlafen will, was sie im Fernsehen sehen will und bekommt das Liebesleben der Männer „hautnah“ mit ,im wahrsten Sinne des Wortes, denn auch vor Missbrauch ist sie nicht geschützt.Das „freie Leben“würde ich Verwahrlosung nennen und war schon erstaunt,wie schnell sich ein Jugendamt zufrieden gibt. Als Lale größer wird ,findet sie ein wenig Struktur in der Schule, in die sie gerne geht. Doch die Sozialisation hinterlässt Spuren bei Lale. Sie trudelt durch‘s Leben, ohne ihren Platz darin zu finden. Ihr ganzes Leben besteht aus „losen Fäden“, sie fängt vieles an, bringt aber nichts zu Ende.Da sie auch nie eine verlässliche Bindung zu ihren Eltern hatte, ist sie immer auf der Suche nach Liebe, Geborgenheit und festen Freundschaften, hält sich selbst aber nie für „wertvoll“ genug, um diese einzugehen. Auch sie gerät in einen Strudel von Drogen, bindungslosem Sex und Kriminalität, nur um sich zu spüren. Depressionen bleiben da nicht aus.

Ich muss sagen, dass das mich das Buch emotional stark gefordert hat.Ich hatte eine Wut auf die Erwachsenen, die ihr verantwortungsloses Verhalten hemmungslos auslebten und hatte die ganze Zeit das Verlangen Lale in den Arm zu nehmen, ihr Halt und Stabilität zu geben.
Die sexuellen Übergriffe der Männer waren für mich schwer erträglich und ich spreche hier eine‼️ „T r i g g e r w a r n u n g „ ‼️aus, denn dieses Buch ist an manchen Stellen kaum auszuhalten,vor allem,weil man weiß , dass es Kinder gibt, die genauso aufwachsen.
Erträglich wird dem Leser das Geschriebene ein bisschen dadurch gemacht, dass die Autorin, von der ich annehme, dass sie Ähnliches erlebt hat, mit einer gewissen Distanz zum Geschehen schreibt, als wenn sie das Geschehene als dritte Person beobachtet,doch meine Vorstellungskraft reicht aus, um eine Ahnung davon zu bekommen, was das mit einer Kinderseele macht. Verletzungen, die nie richtig verheilen.

Immer wieder wird mir beim Lesen bewusst, welche Verantwortung man übernimmt, wenn man ein Kind in die Welt setzt.

Dieses Buch trifft mitten ins Herz und benötigt eine stabile Grundstimmung, denn das Schicksal von Lale lässt niemanden kalt. Ich wünsche der Autorin nur das Allerbeste für sich selbst , aber auch für den Erfolg des Buches, der hoffentlich ein Befreiungsschlag für sie war, für mich war es ein sehr intensives Leseerlebnis, das ich nicht so schnell vergessen werde.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Generationenroman

Das schönste aller Leben
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„Das Schönste aller Leben“von Betty Boras ist ein Generationenroman der von einer Familie erzählt, die ihren Ursprung in Rumänien im Banat hat.
Einer Familie, die nach dem Fall Ceausescu‘s mit ihrer Tochter ...

„Das Schönste aller Leben“von Betty Boras ist ein Generationenroman der von einer Familie erzählt, die ihren Ursprung in Rumänien im Banat hat.
Einer Familie, die nach dem Fall Ceausescu‘s mit ihrer Tochter nach Deutschland übersiedelt und denen die Meinung ihrer Mitmenschen immer sehr wichtig war und ist.
Drei Frauengenerationen, die ihren Ursprung beiTherese hat, die im 18. Jahrhundert nach einem Fehltritt in einem Arbeitslager landet, von dort flieht und im Banat mit ihrem Mann eine Familie gründet.

Im 20.Jahrhundert verlassen Ihre Nachfahren Rumänien, um ihrer Tochter Vio ein besseres Leben zu bieten.Sie führen ein arbeitsreiches, bescheidenes Leben, immer darauf bedacht ja nicht aufzufallen und den Mitmenschen zu gefallen. So erziehen sie und die Großeltern auch Vio. Sie bemerkt schnell, dass sie als Aussiedlermädchen in Parallelwelten lebt, passt sich an und gibt sich Mühe im Strom mitzuschwimmen und immer etwas besser zu sein als die anderen.

Als Vio Mutter einer Tochter wird, geschieht ein Unglück, was sie in eine tiefe Depression stürzt, da es das für sie so schwer zu händelnde Thema Anderssein wieder in den Mittelpunkt rückt.

Heimat und Anderssein sind die zentralen Themen dieses Familienromans, der mich z.T. sehr berührt hat, mich manchmal aber auch den Kopf schütteln lassen.

Seine Heimat zu verlassen ist glaube ich das Schwerste, was Menschen tun können, denn man lässt nicht nur ein Land zurück, sondern Menschen und vor allem sehr viele Erinnerungen, nicht nur Gute, aber das gehört zum Leben dazu. Dieses Gefühl wurde in diesem Buch gut vermittelt, auch das Gefühl als „Fremde „ in einem neuen Land, in dem man zwar die gleiche Sprache spricht, denn im Banat wurden deutschstämmigen Menschen angesiedelt, heimisch zu werden, Anerkennung zu finden als „Aussiedler“konnte ich gut nachvollziehen. Dass dann jedes Anderssein ein Hemmschuh sein kann, vor allem als Kind und Jugendliche, man alles tut , um ja zu gefallen und nicht aufzufallen , kann ich auch nachvollziehen und für Vio gab es einiges zu verarbeiten in der Hinsicht.
Ich kann auch nachvollziehen, dass die Brandwunden von Vio‘s Tochter, die sie durch ihre Unachtsamkeit bekommen hat, für Vio ein Problem waren. Man macht sich Gedanken, wie die Umwelt damit umgeht, wie Sophie, ihre Tochter selbst damit umgeht, aber für mich hat dieses Thema etwas zu viel Raum in diesem Roman eingenommen. Ich konnte es zum Teil nachvollziehen, habe aber mit der Zeit gedacht, jetzt ist aber gut. Gib deiner Tochter das Gefühl, dass sie gut ist wie sie ist, dass sie über alles geliebt wird dafür das sie da ist , denn
„mit einer Kindheit voll Liebe, kann man ein ganzes Leben aushalten“.Es macht ihr ja , außer ihr selbst, auch niemand einen Vorwurf. Ich hätte dafür gern mehr über Erfahrungen der Eltern hier in Deutschland erfahren, wie sie es empfunden haben, das wird leider nur oberflächlich erwähnt.

Trotzdem habe ich den Roman gern gelesen, denn schreiben kann die Autorin, sodass ich ihr nächstes Buch sicherlich auch lesen werde.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

der erste Roman der Autorin

Der Gesang der See
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„Der Gesang der See“von Trude Teige, erschienen im @sfischerverlage ,ist das erste Buch der Autorin und erzählt abgewandelt das Leben ihrer Ururgroßmutter Gertrud, die im 19. Jahrhundert auf der Insel ...

„Der Gesang der See“von Trude Teige, erschienen im @sfischerverlage ,ist das erste Buch der Autorin und erzählt abgewandelt das Leben ihrer Ururgroßmutter Gertrud, die im 19. Jahrhundert auf der Insel auf der sie lebte nur „die Chefin“ genannt wurde. Sie war viermal verheiratet und drei ihrer Ehemänner kamen ums Leben.

Die Heldin dieser Geschichte heißt Kristiane und ist für die Zeit in der dieses Buch spielt , schon eine sehr selbstbewusste und selbstbestimmte Frau. Sie verliert ihre Eltern und ihren Mann sehr früh, der ein Lotse auf der Insel war, ein sehr angesehener Beruf. Kristiane bleibt mit ihrem Sohn allein und muss sich gegen die Männerwelt zur Wehr setzen, die ihr die Lotsenplakette streitig machen will. Sie aber setzt sich durch, heiratet noch ein zweites Mal,erlebt eine leidenschaftliche Affäre ,wird eine erfolgreiche Geschäftsfrau und sticht mit ihrem Verhalten stark aus dem engen Korsett der Dorfgemeinschaft heraus.

Trude Teige kann einfach schreiben. Ich war sofort in der Geschichte drin und habe das Leben von Kristiane sehr gern verfolgt.Die Autorin erzählt das damalige Leben in Norwegen sehr anschaulich, auch die Schilderungen der Dorfgemeinschaft haben mir gefallen und mich häufig schmunzeln lassen.
Die Autorin beschreibt, dass sie selbst auf einer kleinen Insel an der Westküste Norwegens in traditionell patriarchalischem Umfeld großgeworden ist. Wie müssen ihr die Schilderungen ihrer Tante über ihre ihrer Zeit weit voraus denkenden und lebenden Ururgroßmutter gefallen haben. Ich finde jedenfalls, dass diese Bewunderung in diesem Buch zum Tragen kommt.

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