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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2021

Spannung bis zur letzen Seite

Ausweglos
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Schon nach den ersten Kapiteln wird klar, was wir vor uns haben. Wir lernen die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven kennen. Noah macht den Anfang. Er ist direkt betroffen und zerrt uns regelrecht ...

Schon nach den ersten Kapiteln wird klar, was wir vor uns haben. Wir lernen die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven kennen. Noah macht den Anfang. Er ist direkt betroffen und zerrt uns regelrecht zum Schauplatz des Mordes. Die weiteren Perspektiven erfahren wir durch seine Frau Linda und Elias, einen Polizisten, der schon früher in Hamburger Mordfälle verwickelt war. Alle Morde trugen die die Handschrift eines berüchtigten Serienmörders. Der Thriller rund um den Ringfinger Serienmörder wird aus verschiedenen Ich-Perspektiven erzählt, was anfangs verwirrend erscheinen mag, jedoch durch die klare sprachliche Linie der handelnden Personen den Lesefluss keineswegs behindert. Henri Fabers Schreibstil gefällt mir sehr gut, da gibt es kein große drumherum Gesabbel und somit auch kein unnötiges in die Länge ziehen. Dank der bildhaften Sprachen fliegt man nur so von Seite zu Seite und schafft es kaum das Buch aus den Händen zu legen. Die Cliffhanger an den Kapitelenden, sowie sehr geschickt eingelegte Wendungen sorgen für enorme Spannung und Nervenkitzel. Dem Täter frühzeitig auf die Spur zu kommen, wird einem verdammt schwer gemacht. Das Ende bleibt unvorhersehbar. Zusammenfassend ein klasse Thrillerdebüt und ich bin mir sicher, von diesem Autor bald noch weiteres Gänsehautfeeling präsentiert zu bekommen.

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Veröffentlicht am 20.11.2021

Nicht mein Fall

Bilder meiner besten Freundin
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Silvia Avallone erzählt die turbulente und hoch emotionale Geschichte einer Freundschaft zweier Teenagerinnen im Zeitalter sozialer Medien.
Elisa Cerruti, unscheinbar bis zur Unsichtbarkeit, lesend, träumend ...

Silvia Avallone erzählt die turbulente und hoch emotionale Geschichte einer Freundschaft zweier Teenagerinnen im Zeitalter sozialer Medien.
Elisa Cerruti, unscheinbar bis zur Unsichtbarkeit, lesend, träumend und Außenseiterin begegnet der quirligen, selbstbewussten und vollkommen durchgestylten Beatrice Rossetti.Als Beatrice längst schon die Rosetti ist und jeder im Land ihr Gesicht kennt, erinnert sich Eliza Cerruti daran, wie sie sich beide kennengelernt haben und eine Zeitlang beste Buddies waren. Dabei wechselte die Führungsrolle in der Beziehung hin und her. Obwohl Eliza jetzt Mitte dreißig und die Freundschaft zerbrochen, ist sie innerlich nie ganz mit dem Verlust ihrer besten Freundin fertig geworden. Ich war anfänglich etwas unsicher, ob „Bilder meiner besten Freundin“ das Richtige für mich ist – oder ob ich nicht zehn, fünfzehn Jahre zu alt bin, um mich in die Geschichte der zwei ungleichen Freundinnen einzufinden. Ich brauchte während des Lesens also immer wieder Pausen, um einen gewissen Abstand zu der Negativität von Elisas Gedanken zu bekommen. Geniessen konnte ich es leider kaum…Leider war es kein Genuss, sondern der Wunsch vielleicht doch noch einen Zugang zu Elisa zu finden, haben mich das Buch bis zum Ende lesen lassen.

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Veröffentlicht am 19.11.2021

Stell dir vor...

Stell dir vor ...
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Mit einem märchenhaften Weltbild beginnt „Stell dir vor…“, ein Leben, begleitet von morgendlichem Vogelgezwitscher, klarer, frischer Luft, Schulen und Arbeitsplätzen, an denen freies Denken gefördert wird ...

Mit einem märchenhaften Weltbild beginnt „Stell dir vor…“, ein Leben, begleitet von morgendlichem Vogelgezwitscher, klarer, frischer Luft, Schulen und Arbeitsplätzen, an denen freies Denken gefördert wird und neue Ideen diskutiert werden, seien sie auch noch so unkonventionell. In bunten Bildern und fröhlichen Farben pinselt Hopkins eine Zukunft auf die Buchseiten, in der alles richtig gut wird und jeder seinen Platz hat. Aber ist denn so etwas tatsächlich möglich? Ja, das ist es. Das Buch ist in neun Kapitel aufgeteilt, u.a. geht es um die Fantasie und die Vorstellungskraft.
In vielen Beispielen konnte ich nachlesen, was für großartige Projekte bereits seit vielen Jahren bestehen. Zum Beispiel Initiativen, wo Straßen für eine Weile gesperrt werden, damit Kinder dort ungefährlich spielen können.
Früher war es völlig normal, auf der Straße zu spielen. Doch durch den zunehmenden Verkehr, die Bebauung grüner Flächen, ist sehr viel Freiraum verloren gegangen. Der Autor schreibt flüssig und verständlich. Ich hoffe, dass das Werk viele Menschen erreicht, damit bald ein Wandel stattfindet. Verdiente fünf Sterne, herzlichen Dank für den Weckruf.

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Veröffentlicht am 19.11.2021

Kleine Lesefreude

Kleine Freuden
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Die Geschichte dieses Buches spielt in den 50iger Jahren in England. Jean Swinney ist Journalistin bei der Lokalzeitung „The North Kent Echo“, wo sie überwiegend über Haushaltstipps schreibt. Sie lebt ...

Die Geschichte dieses Buches spielt in den 50iger Jahren in England. Jean Swinney ist Journalistin bei der Lokalzeitung „The North Kent Echo“, wo sie überwiegend über Haushaltstipps schreibt. Sie lebt mit ihrer egozentrischen und kränklichen Mutter zusammen, die sie braucht und ihr kaum Freiraum gibt. Sie selbst Ende 30 ist im Leben schon oft von Männern enttäuscht worden und hat sich mit ihrem Schicksal aus Arbeit und Haushaltführung abgefunden. Als sie eine Leserinnenzuschrift erhält, in der Gretchen Tilbury mitteilt, dass sie davon überzeugt ist, dass ihre Tochter durch eine Jungfrauengeburt das Licht der Welt erblickt hat und das auch noch von ihrem Ehemann bestätigt wird, glaubt sie an eine große Schlagzeile. In welchen Strudel unvorhergesehener Ereignisse sie nun gerät, kann sie nicht mal erahnen. "Kleine Freuden" ist eine abwechslungsreche, spannende und berührende Geschichte, die sich weg von der Theorie und Beweisführung der Parthenogenese unerwartet entwickelt. Sie handelt von Freundschaft, Verantwortung für die Familie, von Pflichtbewusstsein, Tugendhaftigkeit, Begehren und unerlaubter Liebe. Die liebevoll gezeichneten Charaktere tragen die Erzählung und machen sie zu etwas ganz Besonderem.

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Veröffentlicht am 19.11.2021

Reise zum ich

Reise durch ein fremdes Land
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Luke ist der Sohn, der in Sunderland (England) studiert, und kurz vor Weihnachten krank geworden ist. Tom, der Vater und Ich-Erzähler, macht sich von Belfast aus auf den Weg zu ihm, um ihn über Weihnachten ...

Luke ist der Sohn, der in Sunderland (England) studiert, und kurz vor Weihnachten krank geworden ist. Tom, der Vater und Ich-Erzähler, macht sich von Belfast aus auf den Weg zu ihm, um ihn über Weihnachten nach Hause zu holen. „Von Beruf Fotograf sieht Tom die durch den Winter zum Erliegen gekommene Welt um sich herum wie durch die Linse seiner Kamera. Schon immer hat er sein Leben auf diese Art betrachtet, und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass er es anhand von Fotografien erzählen kann. All diese Bilder kommen ihm nun in den Sinn: das erste Foto, das er von seiner Frau geschossen hat, die Aufnahmen von Familienfeiern, die ihm seinen Lebensunterhalt sichern, und diejenigen, die er stets zu machen geträumt hat, Fotos jenseits der gängigen Sehgewohnheiten. Der Roman hat mehrere Ebenen. Neben den beiden Erzählebenen, die einerseits aus den Erlebnissen und Begegnungen Toms auf der beschwerlichen Reise und andererseits aus seinen erwähnten Reflexionen bestehen, ergibt sich eine tiefere Metaphorik. Der Schnee, die Gefahren durch Eis und Glätte, die Suche nach dem richtigen Weg – in vielem steckt hier Mehrdeutigkeit. Die Reise zum Sohn wird zur Reise ins eigene Selbst.

Tom berichtet über wesentliche Ereignisse aus seinem Familien- und Berufsleben als Fotograf, der immer durch eine Linse schaut und nur einen eingeschränkten Blick auf die Welt hat. Seine Erinnerungen springen durch die Zeit und wirken tatsächlich wie eingefangene Momentaufnahmen. Der Ton des Buches ist sehr ruhig, die winterliche Atmosphäre passt perfekt zu dem Roman, die langsame einsame Autofahrt bringt den Leser ganz nah an Tom heran, so dass man wirklich mit ihm mitleidet. Von mir eine volle Leseempfehlung.

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