Profilbild von Jackolino

Jackolino

Lesejury Star
offline

Jackolino ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jackolino über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2025

Einfühlsame Sports Romance

One Date to Gold
0

Bei „One Date to Gold“ haben wir es mit einer Sports Romance zu tun. Die Olympischen Winterspiele finden 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt. Diejenigen, die dort teilnehmen, haben es weit gebracht. ...

Bei „One Date to Gold“ haben wir es mit einer Sports Romance zu tun. Die Olympischen Winterspiele finden 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt. Diejenigen, die dort teilnehmen, haben es weit gebracht. Amie wurde nachnominiert und damit geht ein Traum von ihr in Erfüllung. Sie ist Snowboarderin und tritt für die Vereinigten Staaten an.

Eine ihrer ersten Begegnungen in Mailand verläuft nicht gerade glatt. Einer der Hockeyspieler trifft sie mit seinem Hockeyschläger, sie revanchiert sich mit einem Gegenschlag. So lernt sie Hunter kennen, den Captain des nationalen Eishockeyteams der USA und eine Legende seiner Mannschaft. Er ist so bekannt, dass sich Menschentrauben bilden, sobald er irgendwo auftaucht. Die Presse ist ihm ständig auf den Fersen.

Hunter kämpft mit seinem schlechten Ruf und zunächst hat Amie auch tatsächlich den Eindruck, dass er diesen Ruf verdient.

So toll die Zusammenkunft von jungen Menschen aus aller Welt auch ist, so ist Olympia doch auch ein Haifischbecken. Jeder will der beste sein, will seine jahrelange Aufopferung für den Sport in einer Medaille belohnt sehen. Als Amie in den Focus der Medien gerät, bietet ihr Hunter an, die Presse für sie zu übernehmen, wenn sie sich als seine Fake-Freundin ausgibt.

Amie stimmt zu, sie ist sich mittlerweile bereits der Tatsache bewusst, dass Hunter Eindruck auf sie gemacht hat. Hunter geht es sehr ähnlich und so spielen sie zunächst einmal der Öffentlichkeit vor, ein Paar zu sein, nähern sich aber auch hinter den Kulissen immer deutlicher einander an.

Einmal abgesehen von der Liebesgeschichte der beiden fand ich es interessant, Einblicke in den Olympia-Betrieb zu erhalten. Vor allem habe ich einiges über das Snowboarding gelernt.

Es war interessant, dem Hockey-Team dabei zuzusehen, wie es langsam von Einzelspielern zu einem Team wurde. Wir kennen das von Fußballmeisterschaften, wo es dem Bundestrainer obliegt, aus den Spielern ganz unterschiedlicher Vereine eine harmonische Mannschaft zu machen, die füreinander einsteht.

Das eigentliche Thema war aber die Wiedererlangung von Selbstvertrauen, wenn es einmal gründlich zerstört worden ist. Die schlechten Erfahrungen an einem Sport College hatten Spuren bei Amie hinterlassen und es hatte lange gedauert, bis sie sich wieder auf ihren Sport konzentrieren konnte. Erst Hunter gelingt es sehr einfühlsam, sie zu ihrem alten Selbst zurückzuführen. Eingebettet in die Liebesgeschichte der beiden findet Amie wieder Zutrauen zu sich selbst und Hunter kann endlich seine Maske ablegen und zeigen, dass Empathie kein Fremdwort für ihn ist.

Optisch ist das Buch ein Hingucker. Der zartlila Farbschnitt hat mir gut gefallen, der Farbschnitt nimmt die verschneite Bergwelt auf, ihn zieren Gipfel und Schneeflocken.
Parallel zu der tatsächlich in Mailand und Cortina d'Ampezzo 2026 stattfindenden Winterolympiade dürfte das Buch für Freunde von romantischer Literatur eine sehr passende Lektüre werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.12.2025

Cold Case an einem Lost Place

Rostiges Grab
0

Der dritte Fall rund um Leo Asker und Martin Hill spielt im Rostskogen, einer düsteren Waldgegend in der Umgebung von Malmö, um die sich mystische Geschichten ranken.

In den 70er Jahren wurde dort von ...

Der dritte Fall rund um Leo Asker und Martin Hill spielt im Rostskogen, einer düsteren Waldgegend in der Umgebung von Malmö, um die sich mystische Geschichten ranken.

In den 70er Jahren wurde dort von Waldarbeitern beim Torfstechen eine Leiche ausgegraben, sie war vor langer Zeit dort begraben worden und aufgrund der Feuchtigkeit des Bodens doch noch gut erhalten. Man nannte sie das Graumädchen. Es stellte sich heraus, dass sie ermordet worden war.

2013 wurde die Ehefrau eines der Familienmitglieder der Eigentümerfamilie des Waldgebietes auf gleiche Weise ermordet, man verdächtigte den Ehemann, aber dieser konnte nie gefasst werden.

Nun taucht plötzlich der Finger dieser Frau auf und die Polizei hofft, diesen Cold Case doch noch aufklären zu können.

Leo wurde in Aussicht gestellt, ihren Arbeitsplatz im Keller mit den „hoffnungslosen Fällen“ doch gegen eine Stabsstelle im Polizeipräsidium tauschen zu können. Natürlich weht ihr im Haus Gegenwind entgegen, ihrem Konkurrenten Jonas Hellman gefällt diese Aussicht gar nicht und er ködert sie mit diesem Cold Case. Er weiß allerdings schon mehr zu den Hintergründen als Leo, und so wähnt er sich bald auf der Gewinnerseite und lässt sie in die Falle tappen.

Was gefiel mir gut an dem neuen Band von Anders de la Motte?

Zunächst einmal ist dem Verlag ein gutes Titelbild gelungen, man muss sich nur darauf einlassen, dann spürt man den Rost schon unter den Fingerspitzen. Der Käfer im Glas ist ein Totengräber, ein Aasfresser. Im Buch hat das eine doppelte Bedeutung, denn es tauchen nicht nur diese Käfer hin und wieder an Mordschauplätzen auf, es ist auch ein tatsächlicher Totengräber, ein Beerdigungsunternehmer mit von der Partie.

Die Beschreibungen des Rostskogen sind ausgesprochen düster, selbst die Farbe des Laubes und der Bäume scheint dort mit einem Sepia-Filter überzogen zu sein, wie Vilde es so schön ausdrückt.

Die Handlung wird von allen Seiten beleuchtet, dafür konzentriert sich die Sichtweise mal auf Leo Asker, dann wieder auf Martin Hill oder das Graumädchen. Es gibt außerdem Rückblicke in die Vergangenheit, die viel zum Verständnis beitragen. Anfangs sind die einzelnen Kapitel noch seitenlang, später werden sie zur Steigerung der Spannung deutlich verkürzt.

Gut gefiel mir auch die Zusammenarbeit von Leo mit ihrem Team der hoffnungslosen Fälle. Attila, Rose und Co. werden immer professioneller und gerade in diesem Fall ist auch Insiderwissen von Rose gefragt. Zusammen können sie vieles aufklären und die Intrigen innerhalb des Polizeipräsidiums werden in all ihrer Konsequenz klar. Leo ist darüber hinaus eine Teamleiterin, die motivieren kann. Sie ist ein authentisches Vorbild für ihre Mitarbeiter.

Gefehlt hat mir in diesem Band die Zusammenarbeit zwischen Leo und Martin. Da waren latente Unstimmigkeiten, Martin wünscht sich mehr Einbeziehung, Leo scheint es nicht zu gefallen, dass Martin von einer Fotografin sehr in Anspruch genommen wird. Und so kommen sie tatsächlich erst zum Schluss wieder zusammen und lösen den Fall doch noch gemeinsam.

Band 3 ist ähnlich aufgebaut wie die beiden Vorgängerbände. Asker muss nicht nur einen Mörder finden, sie muss sich auch gegen Intrigen im Präsidium und gegen Forderungen der eigenen Familie durchsetzen. Es ist jetzt schon abzusehen, dass wir es im vierten Band wieder mehr mit Prepper-Per, ihrem Vater zu tun bekommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.12.2025

June muss ihre Stimme finden

Glimmende Himmel
0

Ich mag die Bücher von Lia Scott. Die Autorin kennt sich nicht nur in Yorkshire aus, sie versetzt die Leser auch in die Zeit vor 160 Jahren. Die Fabriken, in denen früher die Männer und Frauen sechs Tage ...

Ich mag die Bücher von Lia Scott. Die Autorin kennt sich nicht nur in Yorkshire aus, sie versetzt die Leser auch in die Zeit vor 160 Jahren. Die Fabriken, in denen früher die Männer und Frauen sechs Tage die Woche schuften mussten, sind heute Museen, Bradford ist schon lange nicht mehr die Welthauptstadt der Spinnereien. In den 1860er Jahren war es eine der schmutzigsten Städte Englands.
Lia Scott hat sich für einen Fortsetzungsroman entschieden. Interessanterweise weiß Wikipedia zu berichten, dass solche Fortsetzungsromane gerade im 19. Jahrhundert, also in der Zeit, in der unser Roman spielt, beliebt waren. Sie wurden zwar eher in Zeitungen oder Zeitschriften abgedruckt, aber fortsetzen lassen sich auch Bücher, die aufeinanderfolgen.
Band 2 „Glimmende Himmel“ schließt nahtlos an Band 1 an und es ist sehr empfehlenswert, auch Band 1 gelesen zu haben, um Band 2 folgen zu können. Auch mit Band 2 wird es noch nicht zu Ende sein, denn die Handlung bleibt weiter unabgeschlossen.

June ist seit einer Woche in Bradford und lebt sich schwer im neuen Job als Weberin ein. Lediglich ihre Zimmernachbarin Hattie ist ihr eine wertvolle Unterstützung.
Am ersten Wochenende will sie ein wenig von der Stadt sehen und macht einen Spaziergang ins Zentrum. Dort läuft sie plötzlich Frankie über den Weg, der als Woll-Sortierer in einer anderen Fabrik in Bradford arbeitet. Nicht nur er ist erstaunt, sie in der Stadt zu treffen. Das Knistern zwischen den beiden setzt direkt wieder ein, auch wenn beide es sich nicht eingestehen wollen.
June ist unsicher. Alles das, was sie in den Dales gelernt hat, scheint umsonst gewesen zu sein. Sie hat ihre Aufzeichnungen zwar mit nach Bradford gebracht, aber wem könnten sie in dieser Stadt von Nutzen sein? Ihre Treffen mit Frankie sind zwar weiter eher zufällig, aber beide gehen immer wieder zum ersten Treffpunkt und so laufen sie sich häufiger über den Weg.
Frankie unterstützt sie immer wieder mit Ratschlägen, sie müsse ihre Stimme finden, empfiehlt er ihr dringend. Und tatsächlich gelingt es June auch, sich Gehör zu verschaffen.
Ein Schicksalsschlag trifft beide mit seiner ganzen Härte und Frankie beschließt, woanders einen Neuanfang zu wagen. Beide glauben nicht an ein Wiedersehen, ich gehe aber davon aus, dass es vielleicht schon in 1. Quartal 26 einen dritten Band in der Reihe geben wird und wir auch ein Wiedersehen der beiden erleben werden.
Die Cliffhanger verlangen den Lesern schon einiges an Geduld ab, ich kann mich an die Kommentare auf Band 1 erinnern, als mehrere begeisterte Leser die Zeit bis Dezember kaum abwarten konnten. Band 2 endet wieder mit einem solchen Cliffhanger. Auch wenn es bislang noch nicht angekündigt ist, bin ich mir sicher, wir erleben 2026 eine Fortsetzung der Saga „Der Wind von Yorkshire“, sie wäre sonst nicht abgeschlossen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.12.2025

Ermittlungen im Café Butterblume am Bodensee

Wo die roten Dahlien blühen
0

Das Buch ist bereits der 6. Band einer Reihe rund um Maja, die Besitzerin des kleinen Cafés Butterblume am Bodensee. Für mich war es der 1. Band der Reihe, ich habe erst zum Schluss von den Vorgängerbänden ...

Das Buch ist bereits der 6. Band einer Reihe rund um Maja, die Besitzerin des kleinen Cafés Butterblume am Bodensee. Für mich war es der 1. Band der Reihe, ich habe erst zum Schluss von den Vorgängerbänden erfahren, sie waren für das Verständnis der Handlung aber auch nicht notwendig.

Im Weingut der Römfelds ganz in der Nähe des Cafés wird ein großes Weinfest veranstaltet. Die Juniorchefin Beatrice hat die Prominenz der Region dazu eingeladen. Für sie soll es eine Abschiedsveranstaltung werden, aber das weiß nur sie allein. Sie ist fest entschlossen, ihren Mann und das Weingut zu verlassen und eigene Pläne zu verwirklichen. Ausgelassen tanzt und feiert sie noch in den Abend hinein, Stunden später ist sie tot. Erst am nächsten Morgen findet man sie im Weinkeller, offenbar eine Kohlendioxid-Vergiftung, oder könnte da auch etwas anderes dahinterstecken?

Die Ermittlungen übernimmt zunächst einmal die Polizei vor Ort und man überlässt ihr auch den Fall, da die übergeordneten Stellen sowieso von einem Unfall ausgehen. Mit dem Fall betraut sind die Kommissare Michael Harter und seine Kollegin Bahar Yilmaz. Recht schnell verengt sich das Feld der Verdächtigen auf wenige Personen. Beatrice war alles andere als ein Kind von Traurigkeit, sowohl ihr Mann als auch ihre verflossenen Liebhaber hätten Motive für die Tat.

Als Leser wechseln wir zwischen den Ermittlungen und dem Café von Maja hin und her. Maja hat am Abend des Weinfestes jemand kennengelernt, der ihr Herz höher schlagen lässt. Aber seitdem ihr Partner vor 10 Jahren bei einem Unfall ums Leben kam, hat sie sich kaum mehr in eine Beziehung getraut. Obwohl ihre Freunde ihr immer wieder gut zureden, traut sie sich nicht, die Beziehung mit Lars Bremer zu vertiefen. Sie fürchtet sich davor, wieder enttäuscht zu werden und am Schluss alleine dazustehen. Doch der Herbstblues hat sie voll erwischt und als selbst Ruth noch Änderungen in ihrem Leben beschließt, fragt sie sich nach dem Sinn ihres Lebens.

Die Ermittlungen treten lange auf der Stelle, es gibt Indizien gegen den einen oder anderen Verdächtigen, aber sie reichen nie für eine Festnahme.

Das Buch liest sich gut und flüssig, ist aber nur an manchen Stellen einmal tatsächlich spannend.

Da wir uns mit der Handlung weitestgehend durch den Herbst und beginnenden Winter bewegen, sind auch die Landschaftsbeschreibungen meistens eher "nebelverhangen". Das passt zu Majas Stimmung und zu den langen und zunächst erfolglosen Ermittlungen. Aber natürlich wird der Fall zum Schluss gelöst und selbst für Maja ergibt sich ein Happy End.

Das Cover fand ich übrigens ganz bezaubernd, es hat mich auf das Buch überhaupt erst aufmerksam gemacht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.12.2025

Schwierige Ermittlungen in Concarneau

Bretonische Versuchungen
0

Bei Kommissar Dupins 14. Fall stehen eindeutig Morde im Vordergrund. Hatte ich mich bei den letzten Büchern schon fast daran gewöhnt, immer wieder eine neue Seite der Bretagne kennenzulernen, so haben ...

Bei Kommissar Dupins 14. Fall stehen eindeutig Morde im Vordergrund. Hatte ich mich bei den letzten Büchern schon fast daran gewöhnt, immer wieder eine neue Seite der Bretagne kennenzulernen, so haben wir es dieses Mal tatsächlich mit langwierigen und schwierigen Mordermittlungen zu tun.

Eine Frau ist ertrunken, allerdings nicht im Meer, sondern in einem Bottich aus Schokolade. Die Frau ist eine der Eigentümerinnen der in der Bretagne berühmten Firma Zerua, ihr Name ist Adeline Mazago. Zusammen mit ihrem Bruder und ihrer Schwester im Baskenland führt sie das weitverzweigte Unternehmen, das sich in Concarneau auf Schokolade konzentriert hat. Es gibt allerdings auch noch weitere Geschäftsfelder, die aber im Roman keine Rolle spielen.

Ihr Tod entpuppt sich als kaltblütiger Mord. Wer hatte es auf die allseits beliebte und anerkannte Unternehmerin abgesehen?

Dupin nimmt sich zunächst einmal die Familie und die engsten Mitarbeiter vor. Ihm und Nolwenn, die sich in diesem Fall eng an ihn anschließt und nicht nur aus dem Büro heraus unterstützt kommt es so vor, dass die Familie mauert. Sie sind zwar freundlich und hilfsbereit, geben sich aber am liebsten den Anschein einer perfekten Familie. Es dauert lange und bedarf des besonderen Riechers Dupins, endlich Licht in das Dickicht aus Lügen und Wahrheit, aus Gesagtem und Ungesagtem zu bringen.

Wie bereits zu Anfang erwähnt, gefiel es mir, endlich mal wieder einen richtigen Krimi von Jean-Luc Bannalec zu lesen. Ich habe zwar eine ganze Menge über Schokolade, ihre Produktion und ihre glücksbringenden Eigenschaften gelernt, aber es diente immer der Lösung des Falles.

Andererseits weiß ich natürlich auch, dass Jörg Bong mittlerweile Sonderbotschafter der Bretagne geworden ist und dieser Teil Frankreichs steht auch ganz oben auf meiner Wunschliste für eine längere Tour durch unser Nachbarland. Von daher haben auch die Vorgängerbände ihren Zweck erfüllt und mein Fernweh geweckt.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere