Am Sockel des Idstedt Löwen in Flensburg wird die Leiche des 73jährigen Karl Bentien gefunden. Der Idstedt-Löwe ist seit seiner Renovierung und Wiederaufstellung Symbol der deutsch-dänischen Freundschaft. ...
Am Sockel des Idstedt Löwen in Flensburg wird die Leiche des 73jährigen Karl Bentien gefunden. Der Idstedt-Löwe ist seit seiner Renovierung und Wiederaufstellung Symbol der deutsch-dänischen Freundschaft. Warum würde man hier einen alten Mann umbringen? Ein Fall für das deutsch-dänische Ermittlerteam aus Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg.
Und tatsächlich müssen die beiden zur Lösung des Falles weit in die Vergangenheit eintauchen. Nicht nur der Leser lernt hier eine ganze Menge über die Kriegs- und Nachkriegsgeschichte zwischen den beiden Ländern. Und das machte für mich auch den Reiz des Buches aus, der Fall selbst wurde da fast zur Nebensache.
Dennoch sind auch die Ermittlungen spannend beschrieben und der Leser wird oft genug auf falsche Fährten gelockt. Ich fand das Buch ausgesprochen lesenswert und empfehle es gerne weiter.
Das Buch fällt auf durch ein sehr schönes atmosphärisches Cover, die Wildgänse fliegen über die Elbe und das gegenüberliegende Ufer ist durch den Nebel kaum zu erkennen. Etwas oberhalb liegt der Römische ...
Das Buch fällt auf durch ein sehr schönes atmosphärisches Cover, die Wildgänse fliegen über die Elbe und das gegenüberliegende Ufer ist durch den Nebel kaum zu erkennen. Etwas oberhalb liegt der Römische Garten, den Elsa Hoffa Anfang des 20. Jh. angelegt hat. Es ist der Lieblingsort der 102-jährigen Margret. Hierhin lässt sie sich von Arthur, dem Fahrer der Seniorenresidenz täglich bringen, weil der Garten Erinnerungen an ihre Mutter birgt. Ihre Mutter Johanne war die Freundin der Gärtnerin. Margret war in ihrem Berufsleben Therapeutin für Stimmbildung und Atemübungen. Auch heute noch nimmt das richtige Atmen in ihrem Leben einen wichtigen Platz ein.
Margret hat eine Enkelin Luzie, ihr Sohn Frieder lebt seit Jahren in Australien. Luzie ist traumatisiert aus Australien zurückgekehrt und hat kürzlich kurz vor dem Abitur die Schule verlassen. Mit ihrer Mutter Brisko verbindet sie ein eher schwieriges Verhältnis, mit ihrer Großmutter befindet sie sich eher auf einer Wellenlänge. Luzie träumt von einer Karriere als Tattoo Artist und sie ist auch tatsächlich gut in dem, was sie macht.
Die dritte Person, deren Schicksal an zwölf Frühsommertagen an der Elbe beleuchtet wird, ist Arthur, der Fahrer. Auch er hat seinen Weg noch nicht gefunden. Er taucht, erfindet Sprachen für Computerspiele und fährt die Patienten der Seniorenresidenz zu ihren Terminen. Und nebenbei trägt er an einer Schuld, die ihn nicht loslässt.
Das Buch ist abwechselnd aus Sicht der drei Hauptfiguren Margrit, Luzie und Arthur geschrieben und durch Rückblenden oder ihre Gedanken und Gespräche miteinander erfahren wir beim Lesen die volle Geschichte der drei. Luzies Wut und Verzweiflung über das was in Australien geschah, wird dabei deutlich spürbar.
Vielleicht ist das, was die drei Charaktere verbindet, die Sprache. Margret kann allein schon am Atmen ihres Gegenübers erkennen, wie er oder sie sich fühlt. Luzie drückt sich durch ihre Bilder und Tattoos aus und Arthur entwirft vollkommen neue Sprachen.
Margrit stellt sich Luzie als Übungsobjekt für ihre Tattoos zur Verfügung und Luzie entwirft einen Flusslauf mit wesentlichen Stationen aus Margrits Leben. Dass Margret sich tätowieren lässt, kann ich noch nachvollziehen, denn damit erhält sie Zugang zu Luzie und ihren Gedanken. Bei den Altersgenossen in der Seniorenresidenz kamen mir aber doch Zweifel. Auch wenn Gregor es vielleicht aus Zuneigung zu Margret in Erwägung gezogen hat.
Margret und ihre Enkelin sind sich herzlich zugetan und genau diese Liebe ist es auch, die beide im Umgang miteinander milder werden lässt. Während Luzie ihrer Umwelt meistens ziemlich wütend gegenübersteht, sieht sie ihrer Oma schon allein aus Altersgründen einiges nach. Die Tattoos sind ein Verständigungsmittel, damit teilt sie sich ihrer Umwelt mit.
Katharina Hagenas Sprache lehnt sich an das wunderschöne Cover an und ist häufig naturbezogen. Das Buch liest sich gut und flüssig, zählt aber nicht so ganz zu meinen Highlights, obwohl ich sicher bin, dass es sehr viele Fans finden wird.
Luca Ventura versteht es gut, die Besonderheiten der Insel in seine Krimis einzubinden und das besondere Flair Capris seinen Lesern nahezubringen.
Im Beichtstuhl einer Kirche wird die Leiche der Modedesignerin ...
Luca Ventura versteht es gut, die Besonderheiten der Insel in seine Krimis einzubinden und das besondere Flair Capris seinen Lesern nahezubringen.
Im Beichtstuhl einer Kirche wird die Leiche der Modedesignerin Rosalinda entdeckt, die Polizei in Neapel vermutet einen Raubmord und verhaftet den Straßenkehrer Salvatore, in dessen Behausung dann auch gleich ein Gürtel aus der Produktion von Rosalinda entdeckt wird. Der Fall scheint klar, nur Agente Rizzi glaubt nicht an die Schuld Salvatores. Zusammen mit seiner Kollegin Cirillo beginnt er mit parallelen Ermittlungen und stößt bald auf die verschwundene Tasche einer früheren Schauspielerin, ein Einzelstück, das nicht nur für die Besitzerin einen immensen Wert besitzt. Es geht um die "blaue Salamander". So nebenbei erfährt der Leser dann auch von den Eidechsen der Nachbarinsel Faraglioni, die sich, um Raubvögeln zu entgehen, dem blauen Stein der Insel angepasst haben. Ihr Leder wurde damals für die Herstellung der Tasche verwendet.
Wie immer bei Cozy Crimes geht es nicht nur um die Lösung des Falles, wir tauchen auch tief in die persönlichen Geschichten der beiden Ermittler ein. Wer bereits mehrere Bücher der Reihe gelesen hat, wird sich erinnern, dass Rizzi im Zweitberuf Landwirt ist und nach der Arbeit noch auf den Obstplantagen Pfirsiche und Gemüse ernten muss und dass Cirillo aus Norditalien strafversetzt wurde und sich nichts sehnlicher wünscht, als nach Bergamo zurückkehren zu können.
Rizzi wird zwar von den Kollegen in Neapel nicht immer ernst genommen, er hat aber das Ohr am Geschehen und kennt die Leute auf Capri, das erleichtert die Einschätzung der Lage nach einem Verbrechen wie dem vorliegenden.
Für alle diejenigen, die in diesem Jahr ihren Urlaub am Golf von Neapel verbringen wollen, ist dieser Krimi wärmstens zu empfehlen und natürlich auch die Vorgängerbände.
Hannes wächst als 15jähriger in den 20er Jahren auf dem elterlichen Hof in Kronsnest nordwestlich von Hamburg auf. Der Fluss, an dem die Kinder sich häufig treffen heißt Krückau und fließt weiter westlich ...
Hannes wächst als 15jähriger in den 20er Jahren auf dem elterlichen Hof in Kronsnest nordwestlich von Hamburg auf. Der Fluss, an dem die Kinder sich häufig treffen heißt Krückau und fließt weiter westlich in die Elbe.
Es gibt reiche Bauern mit viel und gutem Land, es gibt aber auch kleinere Bauern, die sehr ums Überleben kämpfen müssen. Hannes Eltern sind eigentlich kleine Bauern, die aber versuchen, durch harte Arbeit ihren Besitz zu vergrößern.
Hannes Vater hatte sehr genaue Vorstellungen von seinem Sohn und Hannes genügte ihnen nur selten. Der Vater ist gespalten zwischen gutem Willen, der Liebe zu seiner Frau und dem Vorbild des eigenen Vaters, der ihn mit harter Hand erzogen hatte und später dem Alkohol verfallen war. Er kann seine Wut nicht immer zügeln, auch wenn es ihm hinterher leid tut.
Hannes selbst ist zu Beginn der Handlung noch Kind, meistens will er es seinen Eltern Recht machen. Doch hin und wieder kommt auch schon ein recht rebellischer Jugendlicher zum Vorschein, der seinem Vater Paroli bietet. Diese Vater-Sohn-Beziehung ist gut beschrieben und man kann sich die Verbitterung beider vorstellen, wenn der jeweils andere mal wieder ganz anders reagiert, als erwartet.
Seine Bezugspersonen in der Schule sind Thies, der Nachbarsjunge und die Kinder des reichen Bauern von Heesen Mara und Jakob. Mara ist sein großer Schwarm, sie will er für sich gewinnen und es gelingt ihm auch. Doch auch Mara und Jakob haben Probleme. Der Hof ist in Schieflage geraten, weil er schlecht geführt wird. Der Vater ist eigentlich Kaufmann und hat von Landwirtschaft keine Ahnung.
Ende der 20er Jahre beginnen die rechten Parteien auch auf dem Land immer mehr Anhänger zu sammeln. Da sind zum einen die Kommunisten und auf der anderen Seite das rechte Landvolk, das immer mehr zum Anhängsel der aufstrebenden NSDAP wird. Schlägereien auf den Straßen sind keine Seltenheit und manchmal sind auch Opfer zu beklagen. Viele Auseinandersetzungen werden nicht nur mit Worten sondern noch mit Prügeleien geführt, Hannes ist so lange Opfer der rechtsgesinnten Landjugend, bis er selbst boxen und sich zu wehren lernt.
Die Situation zuhause spitzt sich zu und die Mutter steht dazwischen. Eigentlich hält sie mehr zu Hannes, ihrem Mann zeigt sie wochenlang die kalte Schulter, was ihn aber letztendlich ebenfalls in den Alkohol treibt. Ein tragischer Unfall bereitet seinem Leben ein jähes Ende.
Florian Knöppler schildert das tägliche Leben der Familie Thormälen auf eindrückliche Art und Weise. Die Bauern hatten kaum den ersten Weltkrieg mit den großen menschlichen Verlusten überstanden, da kam die unstete Weimarer Zeit und legte den Samen für die rechtsradikalen Entwicklungen in den 30er und 40er Jahren. Selbst jemand, der eigentlich unpolitisch sein wollte, konnte sich den Entwicklungen nicht entziehen und stieß auf die ein oder andere Weise mit denen zusammen, die sich bereits radikalisiert hatten. Insbesondere junge Leute hatten es schwer, sich dem entgegenzustemmen. Wie sagt es Govinski irgendwann: „Und auf Dauer muss man sowieso Position beziehen.“ Er meint es sowohl politisch als auch privat und Hannes weiß, was er tun muss. Diese kleinen Fluchten sind es, die das Leben für ihn dann doch lebenswert machen.
Ich fand das Buch ausgesprochen lesenswert und bedanke mich, dass ich an der Leserunde teilnehmen konnte.
Ein Arbeiter, Sebastian Hofer, findet morgens die Leiche einer Frau an seinem Arbeitsplatz. Er kannte sie, es handelt sich um eine bekannte Bildhauerin, die überall auf der Welt ihre Kunden hatte. Die ...
Ein Arbeiter, Sebastian Hofer, findet morgens die Leiche einer Frau an seinem Arbeitsplatz. Er kannte sie, es handelt sich um eine bekannte Bildhauerin, die überall auf der Welt ihre Kunden hatte. Die Frau wurde offenbar erschlagen und dann mit der Marmorsäge in Teile zerlegt.
Kommissar Grauner hatte sich auf einen ruhigen Sommer gefreut, die beiden Mitarbeiter Saltapepe und Silvia Trappeiner sind auf Hochzeitsreise in den USA. Jetzt muss er alleine ermitteln.
Laas ist die Marmorstadt in Südtirol, allerdings ist die Stadt auch für die Marillen bekannt, die dort besonders gut gedeihen. Und irgendwie haben die beiden Gewerke auch mit dem Fall zu tun.
Ich finde es schön von Lenz Koppelstätter, wie er auf unaufdringliche Weise regionale Besonderheiten in den Krimi einfließen lässt. Bei einigen Bretagne-Krimis schien es mir immer so, als ob sie vom Tourist Board der Region mitfinanziert seien. Hier lernt man eher nebenbei die Täler Südtirols mit ihren Besonderheiten kennen.
Vom Fall her würde mir die Südtiroler Geschichte gereicht haben, es hätte sich nicht noch nach den USA ausdehnen müssen, das erschien mir konstruiert, um die beiden Mitarbeiter Grauners auch noch in das Geschehen einzubinden. Vor allen Dingen war es nach amerikanischer Manier gleich viel grausamer und plötzlich spielten da auch russische und italienische Mafia in den Fall hinein. Das wurde mir zu viel. Grausam fand ich, dass Silvia Trappeiner in dieser Geschichte ihren Zeigefinger verliert. Sie ist aber so verliebt, sie scheint es nicht einmal zu merken. Auch das ist eher unrealistisch.
Die Zusammenhänge in Südtirol waren eher zu durchblicken. Allerdings weist der Epilog darauf hin, dass die eigentlichen Ausführenden des Mordes noch gar nicht behelligt wurden. Vielleicht erleben wir die Fortsetzung im nächsten Band.