Leider bisschen enttäuschend
Punk 57Punk 57 beginnt mit einer interessanten Prämisse: zwei Brieffreunde, Ryen und Misha, die sich jahrelang schreiben, aber nie begegnen – bis sich ihre Welten auf unerwartete Weise kreuzen. Doch obwohl die ...
Punk 57 beginnt mit einer interessanten Prämisse: zwei Brieffreunde, Ryen und Misha, die sich jahrelang schreiben, aber nie begegnen – bis sich ihre Welten auf unerwartete Weise kreuzen. Doch obwohl die Ausgangsidee Potenzial hat, verliert sich die Geschichte schnell in Klischees und fragwürdigen Dynamiken.
Die Figuren handeln oft widersprüchlich, und gerade der männliche Protagonist bewegt sich ständig an der Grenze zur toxischen Aggression. Die “Liebesgeschichte” besteht zum Großteil aus Beschimpfungen, verletzenden Kommentaren und körperlicher Spannung, die wenig mit echter Nähe oder gesunder Beziehung zu tun hat.
Stilistisch bleibt das Buch oberflächlich: einfache Sprache, viel Drama, wenig echte Tiefe. Auch Themen wie Mobbing und Identitätsfindung werden angeschnitten, aber eher zur Kulisse degradiert als ernsthaft behandelt.
Fazit: Punk 57 ist schnell gelesen und unterhaltsam, wenn man über problematische Inhalte hinwegsehen kann. Wer auf der Suche nach einer glaubwürdigen Liebesgeschichte oder emotionaler Entwicklung ist, könnte enttäuscht sein.