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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2026

Düster, brutal und ein echter Page-Turner

To Cage a Wild Bird
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Da ich mal wieder Lust auf eine spannende und dunkle Dystopie hatte, habe ich zu „To Cage a Wild Bird“ gegriffen – und wurde nicht enttäuscht. Das Buch entpuppte sich als echter Page-Turner!

Was mir besonders ...

Da ich mal wieder Lust auf eine spannende und dunkle Dystopie hatte, habe ich zu „To Cage a Wild Bird“ gegriffen – und wurde nicht enttäuscht. Das Buch entpuppte sich als echter Page-Turner!

Was mir besonders gut gefallen hat, war das Setting im Gefängnis. Es war meiner Meinung nach extrem gelungen. Zusammen mit den „Überlebensspielen“ entsteht eine unglaublich düstere Atmosphäre. Die Gesellschaft wird hier sehr brutal und fragwürdig dargestellt, was super zur Stimmung passt. Diesbezüglich fand ich auch das Klassensystem von Dividium sehr interessant und stimmig umgesetzt.

Was ich an dem Buch auch mochte, war unsere Protagonistin Raven. Sie hat mich von der ersten Seite an überzeugt. Sie ist eine echte Kick-Ass-Protagonistin: etwas abgebrüht und bereit, alles zu tun, um in dieser Welt zu überleben und ihren Bruder Jeff über Wasser zu halten. Trotz ihrer Härte fand ich sie dennoch sehr sympathisch. Ich konnte mit ihr mitfühlen, habe mich aber auch sehr über ihre Charakterentwicklung gefreut. Dabei hat ihr meiner Meinung nach besonders die Freundesgruppe aus dem Gefängnis geholfen, zu der sie langsam eine Beziehung aufgebaut hat.

Die Dynamik der Gruppe hat der Geschichte etwas Leichtes gegeben und mich bei den ganzen nervenaufreibenden Szenen durchatmen lassen. Denn es gab Momente in der Geschichte, wo ich mich richtig zusammenreißen musste, um nicht zu schreien. Wie die Wärter mit den Gefangenen umgegangen sind und dieses Ausnutzen des Machtgefälles hat mich richtig wütend gemacht. Umso schöner war es, dass Raven es trotz dieser düsteren Umgebung geschafft hat, ihren Verbündeten zu vertrauen und Bindungen einzugehen.

Was ich leider nicht so ganz gefühlt habe, war die Liebesgeschichte. Die Tension war zwar gut, aber für mich hätte es gereicht, wenn es erst mal dabei geblieben wäre. Meiner Meinung nach hätte das besser zu Raven und ihrem Charakter gepasst. Deshalb empfand ich die Spice-Szenen leider als etwas fehl am Platz.

Das Ende des Buches hat mich dann noch mal richtig ins Schwitzen gebracht. Der Showdown war unglaublich spannend und hat mich regelrecht gefesselt. Der Wunsch nach Teil 2 ist jetzt definitiv geweckt und ich freue mich schon darauf!

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Starkes Magiesystem & eine Liebe, die überzeugt

The Second Death of Locke
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„The Second Death of Locke“ hat mich von der ersten Seite an positiv überrascht. Obwohl ich normalerweise kein großer Fan von Geschichten in der 3. Person bin, hat V.L. Bovalino einen so angenehmen und ...

„The Second Death of Locke“ hat mich von der ersten Seite an positiv überrascht. Obwohl ich normalerweise kein großer Fan von Geschichten in der 3. Person bin, hat V.L. Bovalino einen so angenehmen und einladenden Schreibstil, dass mir der Einstieg total leichtgefallen ist.

Das absolute Highlight war für mich die Liebesgeschichte zwischen Grey und Kier. Ich bin oft skeptisch bei Friends to Lovers, weil dieses Trope oft von „Miscommunication“ und ewigem, anstrengendem Hin und Her lebt. Hier war das zum Glück ganz anders! Die Autorin hat die Dynamik perfekt umgesetzt:
- Kein unnötiges Drama: Die Beziehung fühlte sich echt und reif an.
- Respekt & Güte: Kier ist ein fantastischer Charakter – wie lieb und respektvoll er mit Grey umgeht, war einfach herzergreifend.
- Mitfieber-Garantie: Ich habe jede Sekunde mit den beiden mitgefühlt.

Auch die Action kam nicht zu kurz. Der Kampf um Locke und die Prüfungen, die Grey und ihre Kameradinnen und Kameraden bestehen müssen, waren richtig spannend gestaltet. Besonders gut gefallen hat mir:
- Das Magiesystem: Die Verbindung zwischen Magier/Magierin und der dazugehörigen Quelle fühlte sich frisch und unverbraucht an – mal etwas ganz Neues im Fantasy-Genre!
- Greys Entwicklung: Es war faszinierend zu beobachten, wie Grey Flynn beginnt, ihre Entscheidungen zu hinterfragen und ihr Schicksal schrittweise zu akzeptieren.
- Action mit Durchblick: Die Kampfszenen waren so klar und nachvollziehbar beschrieben, dass ich mir alles bildlich vorstellen konnte.

Mein Fazit:
Warum „nur“ 4 Sterne? Es hat mir am Ende das winzige Quäntchen Etwas gefehlt, um es zu einem absoluten Jahreshighlight zu machen. Dennoch ist es ein starkes Buch, das mich sehr bewegt hat.
Ich kann es kaum erwarten, bis der zweite Teil erscheint! Ich bin extrem gespannt, wer dann im Mittelpunkt stehen wird, hoffe aber natürlich sehr, dass wir Grey und Kier wiederbegegnen – ich muss einfach wissen, wie es mit den beiden weitergeht.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Ehrlich, emotional und wunderbar realistisch

The Worst Kind of Perfect
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„The Worst Kind of Perfect“ hat mich mit seiner ungewöhnlichen Prämisse sofort angesprochen: Was passiert eigentlich nach dem „Happy Ever After“? Wenn das Paar längst verheiratet und glücklich ist, aber ...

„The Worst Kind of Perfect“ hat mich mit seiner ungewöhnlichen Prämisse sofort angesprochen: Was passiert eigentlich nach dem „Happy Ever After“? Wenn das Paar längst verheiratet und glücklich ist, aber beide anfangen, eigene Träume zu verfolgen? Genau diese Frage stellt Kim Leopold auf einfühlsame und ehrliche Weise – und das hat mir unglaublich gut gefallen.

Die Liebesgeschichte wirkt sehr authentisch und realistisch. Gabriella und Lio sind kein typisches „perfektes“ Paar, sondern zwei Menschen, die sich lieben, aber lernen müssen, ihre Beziehung nicht als selbstverständlich zu sehen. Besonders schön fand ich, wie offen gezeigt wird, dass eine Ehe Arbeit bedeutet – und dass Liebe manchmal bedeutet, Kompromisse zu machen, loszulassen oder neu zu verhandeln, was Glück eigentlich heißt.

Ein echtes Highlight war für mich Gabriella. Ich mochte sie von Anfang an, gerade weil sie eine curvy Protagonistin ist. Die abfälligen Kommentare, die sie als mehrgewichtige Frau bekommt, wurden sehr realistisch, aber auch sensibel dargestellt. Ich fand es stark, wie Gabriella für sich einsteht und sich nicht kleinmachen lässt – sie war für mich eine mutige, inspirierende Figur.

Lio war auf seine Weise ebenfalls liebenswert – ein warmherziger, unterstützender Ehemann, den man einfach mögen muss. Allerdings blieb er für mich etwas zu oberflächlich. Seine Konflikte, vor allem die schwierige Beziehung zu seinem Vater, hätten meiner Meinung nach mehr Tiefe verdient. Die Auflösung am Ende kam dadurch etwas zu abrupt und hinterließ das Gefühl, dass da noch etwas gefehlt hat.

Mit der Dramatik rund um Lios Unfall konnte ich dagegen weniger anfangen. Der Moment wirkte auf mich etwas konstruiert, fast wie ein Mittel zum Zweck, um Emotionen zu erzeugen. Trotzdem war die Art, wie die beiden danach wieder zueinander finden und gemeinsam für ihre Ehe kämpfen, sehr berührend.

Der Schreibstil war angenehm leicht und flüssig zu lesen, ohne dabei banal zu wirken – perfekt für eine Geschichte, die sowohl emotional als auch alltagsnah ist. Trotz kleiner Schwächen hat mich das Buch zum Nachdenken gebracht und mit einem warmen Gefühl zurückgelassen.

Fazit: „The Worst Kind of Perfect“ ist ein ehrlicher, gefühlvoller Liebesroman über zweite Chancen, Selbstakzeptanz und die Realität hinter dem Happy End. Trotz der wenigen Punkte - welche mir nicht zugesagt haben - bleibt es eine authentische, berührende Geschichte, die zeigt: Perfektion ist überbewertet – echte Liebe nicht.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Atmosphärisch, verstörend und emotional – aber letztlich zu verworren

Don't Let The Forest In
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„Don’t Let the Forest In“ ist ein Buch, das mich mit seiner düsteren Atmosphäre und dem psychologischen Horror sofort neugierig gemacht hat. Die Horror-Aspekte sind wirklich stark umgesetzt – teils bildlich, ...

„Don’t Let the Forest In“ ist ein Buch, das mich mit seiner düsteren Atmosphäre und dem psychologischen Horror sofort neugierig gemacht hat. Die Horror-Aspekte sind wirklich stark umgesetzt – teils bildlich, eklig und schockierend, aber immer so beschrieben, dass man sich das Grauen genau vorstellen kann. C.G. Drews hat ein echtes Talent dafür, unheimliche Szenen so zu schreiben, dass sie unter die Haut gehen.

Die Liebesgeschichte hingegen ist das genaue Gegenteil: sehr sanft, fast unschuldig und jugendlich, was gut zum Alter der Protagonisten passt. Sie bietet kurze Momente der Ruhe zwischen all dem Chaos, ohne den Horror zu verdrängen – das war ein schöner Kontrast.

Thematisch wagt das Buch sich an große Themen wie Trauer, Selbstfindung und Mobbing, doch leider werden diese Punkte nicht so tief aufgearbeitet, wie ich es mir gewünscht hätte. Es passieren Dinge und dadurch sind die Probleme dann "einfach" gelöst. Es fiel mir außerdem schwer eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen, Andrew hat man zwar sehr gut kennengelernt, jedoch fehlten mir weitere Informationen über Thomas.

Ein weiterer starker Aspekt ist die verschwimmende Grenze zwischen Realität und Fiktion. Dieses Element sorgt für konstante Verwirrung und Spannung – man weiß nie, was tatsächlich passiert und was nur in der Vorstellung von Andrew existiert. Allerdings wurde genau das am Ende zu viel: Das Finale war so verwirrend, dass ich selbst nach dem Zuschlagen des Buches nicht sicher war, was nun echt war und was nicht.

Die Auflösung selbst habe ich teilweise kommen sehen, trotzdem hat sie mich emotional getroffen. Es war traurig und aufwühlend – aber gleichzeitig ließ es mich etwas ratlos zurück. Durch das offene Ende blieb für mich zu viel unklar, um richtig zufrieden zu sein.

Fazit: „Don’t Let the Forest In“ ist ein intensiver, atmosphärischer Jugendhorror mit starken Bildern und emotionalen Momenten, der aber an seiner Verwirrung und fehlenden Tiefe scheitert. Ich mochte die Idee und den Mut zur Dunkelheit – doch leider hat die Geschichte mich zwischendurch zu oft verloren.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Langsamer Start, starkes Ende

Death at Morning House
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„Death at Morning House“ war für mich ein Buch mit zwei sehr unterschiedlichen Hälften. Die erste Hälfte fand ich leider recht zäh und langatmig – ich hatte Schwierigkeiten, wirklich in die Handlung hineinzufinden, ...

„Death at Morning House“ war für mich ein Buch mit zwei sehr unterschiedlichen Hälften. Die erste Hälfte fand ich leider recht zäh und langatmig – ich hatte Schwierigkeiten, wirklich in die Handlung hineinzufinden, und das Tempo zog sich stellenweise. Umso mehr hat es mich gefreut, dass die zweite Hälfte deutlich an Fahrt aufgenommen hat und mich dann wirklich fesseln konnte.

Ich mochte Marlowe als Protagonistin von Anfang an: ihre sympathische, manchmal etwas sarkastische Art, ihr Humor und wie sie die Dinge auf ihre ganz eigene, trockene Weise betrachtet. Ich musste mehrmals über sie schmunzeln und sie war einer der Gründe, warum ich trotz des schleppenden Beginns drangeblieben bin.

Der Schreibstil von Maureen Johnson hat mir ebenfalls sehr gefallen. Er liest sich leicht und flüssig, ohne je oberflächlich zu wirken und schafft es, sowohl die Atmosphäre des Hauses und der Dynamik der Geschwister als auch die modernen Szenen authentisch rüberzubringen.

Besonders gelungen fand ich die Rückblenden in die 1930er Jahre – die Kapitel rund um die Familie Ralston hatten eine faszinierende Intensität. Die Geschwister waren spannend gezeichnet und ihre Dynamik untereinander und zum Familienoberhaupt hat mich sehr interessiert. Im Kontrast dazu standen die Teenager in der Gegenwart, die eine ganz andere, modernere Energie ins Buch gebracht haben. Diese Gegenüberstellung von Vergangenheit und Gegenwart hat der Geschichte eine interessante Vielschichtigkeit verliehen.

Allerdings muss ich sagen, dass mir die Gruppe aus der heutigen Zeit teilweise etwas oberflächlich behandelt wurde. Ich hätte mir hier mehr Tiefe und Emotionen gewünscht.

Dafür war die Auflösung der Todesfälle rund um die Familie Ralston richtig stark. Schockierend und unvorhersehbar – das hat mich wirklich abgeholt und dem Buch ein starkes Ende gegeben.

Insgesamt ist „Death at Morning House“ ein stilistisch schöner Mysteryroman mit einer sympathischen Hauptfigur, spannenden Zeitebenen und einem guten Ende. Es hatte wirklich sehr viel Potential, was meiner Meinung nach jedoch nicht komplett ausgeschöpft wurde.

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