Sweet Home
Sweet Home„Sweet Home„ ist ein klug konstruierter Krimi, der weit über den klassischen Mordfall hinausgeht. Was zunächst wie ein gelöster Fall wirkt, entpuppt sich schnell als tief verwobenes Geflecht aus Selbstjustiz, ...
„Sweet Home„ ist ein klug konstruierter Krimi, der weit über den klassischen Mordfall hinausgeht. Was zunächst wie ein gelöster Fall wirkt, entpuppt sich schnell als tief verwobenes Geflecht aus Selbstjustiz, sexueller Gewalt und digitalem Verbrechen. Kommissar Deniz Müller, Staatsanwältin Camilla Lopez und Journalist Alex Rahn geraten dabei an persönliche und moralische Grenzen.
Besonders beeindruckt hat mich die realistische Darstellung der Ermittlungsarbeit – kein Hochglanzkrimi, sondern mühsame, glaubwürdige Polizeiarbeit, wie sie im echten Leben wohl eher abläuft. Norbert Horst, selbst Ex-Kriminalhauptkommissar, bringt eine Tiefe und Authentizität in die Geschichte, die man selten findet.
Ja, es gibt kleinere Längen und ein paar holprige Übergänge – aber inhaltlich hat mich der Fall absolut gepackt. Ein ernstes, bedrückendes Thema, das unter die Haut geht und lange nachwirkt.
Vielschichtig, realistisch, gesellschaftlich relevant – „Sweet Home“ ist ein leiser, aber eindringlicher Krimi, der ohne große Effekthascherei auskommt und genau deshalb so stark ist.