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Veröffentlicht am 05.07.2025

Jan Beck: Dorn

Dorn. Hotel der Angst
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„Dorn: Zimmer 103“ von Jan Beck ist der Auftakt einer neuen Thrillerreihe und definitiv kein klassischer Krimi – eher eine düstere Mischung aus Psychospiel, Detektivarbeit und Gruselhotel-Vibes. Im Mittelpunkt ...

„Dorn: Zimmer 103“ von Jan Beck ist der Auftakt einer neuen Thrillerreihe und definitiv kein klassischer Krimi – eher eine düstere Mischung aus Psychospiel, Detektivarbeit und Gruselhotel-Vibes. Im Mittelpunkt steht Simon Dorn, ein ehemaliger Kriminalpsychologe, der sich nach mehreren persönlichen Katastrophen in das verfallene Familienhotel in Bad Gastein zurückzieht. Was wie ein Rückzug aus der Welt klingt, entpuppt sich schnell als ziemlich abgefahrenes Projekt: Er verwandelt jedes Zimmer des Hotels in eine Art Gedenkstätte ungelöster Mordfälle. Wer braucht schon Netflix, wenn man nachts durch verlassene Hotelflure streifen und Cold Cases aufarbeiten kann?

Simon hat nur noch sporadisch Kontakt zur Außenwelt – nämlich zur Ermittlerin Karla Hofbauer vom Bundeskriminalamt Wien. Doch als genau diese ermordet wird, landet der nächste Schock direkt vor seiner Tür. Der Fall hat es in sich, denn ein Serienmörder scheint erneut aktiv zu sein, und plötzlich ist alles wieder da: die Vergangenheit, die Schuld, die Frage, ob man hätte etwas verhindern können.

Enter Lea Wagner – eine junge, ehrgeizige Kriminalpolizistin, die nach dem Tod ihrer Kollegin auf eigene Faust ermittelt. Ihre Spur führt direkt ins Dornwald-Hotel, wo sie auf den nicht gerade begeisterten Simon trifft. Und zack, das ungleiche Duo ist geboren: Lea, die spontane Draufgängerin mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn (und einem zugelaufenen Hund), trifft auf Simon, den eigenbrötlerischen Hotel-Eremiten mit dunkler Vergangenheit und einer ganz eigenen Methode, Morde aufzuklären. Natürlich prallen da erstmal Welten aufeinander – aber genau das macht es so unterhaltsam.

Was das Buch besonders macht, ist ganz klar das Setting. Dieses alte Hotel hat Charakter – verfallen, unheimlich, voller Geschichten. Man spürt beim Lesen fast die Kälte in den Gängen und hört die knarrenden Dielen unter den Füßen. Es hat was von Escape Room meets Krimiarchiv meets Horrorfilm, aber ohne übertrieben zu wirken. Die Atmosphäre trägt viel zur Spannung bei, genau wie die kurzen Kapitel, die oft mit kleinen Cliffhangern enden und einen mit dem guten alten „Nur noch ein Kapitel…“-Gefühl in die Lesefalle locken.

Die Handlung selbst ist spannend, auch wenn man bei der Menge an Figuren ab und zu mal kurz innehalten muss, um zu sortieren, wer jetzt wer ist. Der Fall rund um den sogenannten „Kronenmörder“ ist clever konstruiert, auch wenn nicht jeder Twist total überraschend kommt. Dafür punktet der Thriller mit Tempo, düsterer Stimmung und einem Ermittlerduo, das sich noch nicht gefunden hat, aber definitiv Potenzial für mehr hat. Simon Dorn ist keine Figur, die man sofort ins Herz schließt – zu verschlossen, zu rätselhaft – aber genau das macht neugierig auf mehr. Lea dagegen bringt frischen Wind rein, auch wenn ihre Impulsivität manchmal ein bisschen Kopfschütteln auslöst.

Alles in allem ist „Dorn: Zimmer 103“ ein solider Reihenstart mit viel Atmosphäre, einer ungewöhnlichen Hauptfigur und einem Fall, der genug dunkle Ecken hat, um einen beim Lesen ordentlich in Atem zu halten. Manchmal etwas überladen, manchmal noch ausbaufähig – aber auf jeden Fall spannend genug, dass man wissen will, was hinter den nächsten Türen im Hotel Dornwald noch so lauert.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Jan Beck: Dorn

Dorn. Hotel der Angst
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„Dorn: Zimmer 103“ von Jan Beck ist der Auftakt einer neuen Thrillerreihe und definitiv kein klassischer Krimi – eher eine düstere Mischung aus Psychospiel, Detektivarbeit und Gruselhotel-Vibes. Im Mittelpunkt ...

„Dorn: Zimmer 103“ von Jan Beck ist der Auftakt einer neuen Thrillerreihe und definitiv kein klassischer Krimi – eher eine düstere Mischung aus Psychospiel, Detektivarbeit und Gruselhotel-Vibes. Im Mittelpunkt steht Simon Dorn, ein ehemaliger Kriminalpsychologe, der sich nach mehreren persönlichen Katastrophen in das verfallene Familienhotel in Bad Gastein zurückzieht. Was wie ein Rückzug aus der Welt klingt, entpuppt sich schnell als ziemlich abgefahrenes Projekt: Er verwandelt jedes Zimmer des Hotels in eine Art Gedenkstätte ungelöster Mordfälle. Wer braucht schon Netflix, wenn man nachts durch verlassene Hotelflure streifen und Cold Cases aufarbeiten kann?

Simon hat nur noch sporadisch Kontakt zur Außenwelt – nämlich zur Ermittlerin Karla Hofbauer vom Bundeskriminalamt Wien. Doch als genau diese ermordet wird, landet der nächste Schock direkt vor seiner Tür. Der Fall hat es in sich, denn ein Serienmörder scheint erneut aktiv zu sein, und plötzlich ist alles wieder da: die Vergangenheit, die Schuld, die Frage, ob man hätte etwas verhindern können.

Enter Lea Wagner – eine junge, ehrgeizige Kriminalpolizistin, die nach dem Tod ihrer Kollegin auf eigene Faust ermittelt. Ihre Spur führt direkt ins Dornwald-Hotel, wo sie auf den nicht gerade begeisterten Simon trifft. Und zack, das ungleiche Duo ist geboren: Lea, die spontane Draufgängerin mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn (und einem zugelaufenen Hund), trifft auf Simon, den eigenbrötlerischen Hotel-Eremiten mit dunkler Vergangenheit und einer ganz eigenen Methode, Morde aufzuklären. Natürlich prallen da erstmal Welten aufeinander – aber genau das macht es so unterhaltsam.

Was das Buch besonders macht, ist ganz klar das Setting. Dieses alte Hotel hat Charakter – verfallen, unheimlich, voller Geschichten. Man spürt beim Lesen fast die Kälte in den Gängen und hört die knarrenden Dielen unter den Füßen. Es hat was von Escape Room meets Krimiarchiv meets Horrorfilm, aber ohne übertrieben zu wirken. Die Atmosphäre trägt viel zur Spannung bei, genau wie die kurzen Kapitel, die oft mit kleinen Cliffhangern enden und einen mit dem guten alten „Nur noch ein Kapitel…“-Gefühl in die Lesefalle locken.

Die Handlung selbst ist spannend, auch wenn man bei der Menge an Figuren ab und zu mal kurz innehalten muss, um zu sortieren, wer jetzt wer ist. Der Fall rund um den sogenannten „Kronenmörder“ ist clever konstruiert, auch wenn nicht jeder Twist total überraschend kommt. Dafür punktet der Thriller mit Tempo, düsterer Stimmung und einem Ermittlerduo, das sich noch nicht gefunden hat, aber definitiv Potenzial für mehr hat. Simon Dorn ist keine Figur, die man sofort ins Herz schließt – zu verschlossen, zu rätselhaft – aber genau das macht neugierig auf mehr. Lea dagegen bringt frischen Wind rein, auch wenn ihre Impulsivität manchmal ein bisschen Kopfschütteln auslöst.

Alles in allem ist „Dorn: Zimmer 103“ ein solider Reihenstart mit viel Atmosphäre, einer ungewöhnlichen Hauptfigur und einem Fall, der genug dunkle Ecken hat, um einen beim Lesen ordentlich in Atem zu halten. Manchmal etwas überladen, manchmal noch ausbaufähig – aber auf jeden Fall spannend genug, dass man wissen will, was hinter den nächsten Türen im Hotel Dornwald noch so lauert.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Ken Follett: Das Fundament der Ewigkeit

Leseprobe: Das Fundament der Ewigkeit
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Okay, sagen wir’s, wie’s ist: Wenn Ken Follett ein Buch schreibt, ist es selten ein kleines Häppchen für zwischendurch – eher ein literarisches Drei-Gänge-Menü mit Nachschlag. Und „Das Fundament der Ewigkeit“ ...

Okay, sagen wir’s, wie’s ist: Wenn Ken Follett ein Buch schreibt, ist es selten ein kleines Häppchen für zwischendurch – eher ein literarisches Drei-Gänge-Menü mit Nachschlag. Und „Das Fundament der Ewigkeit“ ist da keine Ausnahme. Über 1.000 Seiten dick, episch, dramatisch und natürlich mit jeder Menge Intrigen, Machtkämpfen und Herzen, die brechen (oder einfach sehr lange auf jemanden warten müssen).

Die Geschichte spielt zur Zeit von Elizabeth I. – wir reden also von Reformation, Religionskrieg und jeder Menge Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten. Kingsbridge ist wieder mit von der Partie, auch wenn die berühmte Kathedrale eher eine Nebenrolle spielt. Statt Bauwerken stehen diesmal politische Spione, verbotene Lieben und historische Massaker im Rampenlicht. Und mittendrin: Ned Willard. Unser Lieblings-Spion mit großem Herzen und der Ausdauer eines Marathonläufers, wenn es darum geht, der Liebe seines Lebens (hallo, Margery!) durch ein halbes Jahrhundert hinterherzuseufzen.

Ned ist eigentlich so eine Art historischer James Bond – nur mit weniger Martini und mehr Bibelzitaten. Als er Elizabeth Tudor in den Sattel hilft, wird er Teil ihres inneren Kreises und hilft beim Aufbau eines geheimen Nachrichtendienstes. Klingt fancy? Ist es auch. Und es funktioniert erstaunlich gut als roter Faden durch einen sehr politischen, teils düsteren Roman.

Die Nebenfiguren? Mal wieder ein bunter Mix aus „Oh wow, spannend!“ bis „Sorry, wer war das nochmal?“. Manche Charaktere schimmern richtig schön komplex, andere wirken wie aus dem Baukasten: Held. Bösewicht. Love Interest. Die üblichen Verdächtigen eben. Und ja, manch einer redet ein bisschen zu modern für 1558 – aber hey, das hilft zumindest beim Durchlesen.

Follett schafft es mal wieder, große Weltgeschichte in kleine menschliche Schicksale zu packen. Und obwohl sich Kingsbridge ein bisschen mehr wie Deko als wie Schauplatz anfühlt, funktioniert die Story ziemlich gut. Gerade die Verknüpfung realer historischer Ereignisse – wie die Bartholomäusnacht oder der Untergang der Spanischen Armada – mit dem Leben von Ned & Co. sorgt für ordentlich Tempo.

Was nicht so ganz zündet: die Romantik. Ned und Margerys „Wir lieben uns über Jahrzehnte hinweg, obwohl wir nie zusammen sind“-Beziehung ist nicht unbedingt der emotionalste Anker der Geschichte. Eher ein laues Flämmchen im Sturm der Reformation. Aber dafür gibt’s genug andere Spannungsmomente – politisch, religiös, menschlich.

Fazit: „Das Fundament der Ewigkeit“ ist kein typischer Kingsbridge-Roman, eher ein Reformations-Epos mit Spionage-Twist. Nicht jeder Charakter glänzt, nicht jede Wendung ist überraschend, aber Ken Follett weiß einfach, wie man Geschichte unterhaltsam verpackt. Wenn du Lust auf einen historischen Pageturner mit Macht, Glaube und einer Prise Herzschmerz hast – los geht’s. Und keine Sorge: Bei Follett ist auch das letzte Kapitel immer noch ein kleiner Knaller.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Ken Follett: Das Fundament der Ewigkeit

Das Fundament der Ewigkeit
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Okay, sagen wir’s, wie’s ist: Wenn Ken Follett ein Buch schreibt, ist es selten ein kleines Häppchen für zwischendurch – eher ein literarisches Drei-Gänge-Menü mit Nachschlag. Und „Das Fundament der Ewigkeit“ ...

Okay, sagen wir’s, wie’s ist: Wenn Ken Follett ein Buch schreibt, ist es selten ein kleines Häppchen für zwischendurch – eher ein literarisches Drei-Gänge-Menü mit Nachschlag. Und „Das Fundament der Ewigkeit“ ist da keine Ausnahme. Über 1.000 Seiten dick, episch, dramatisch und natürlich mit jeder Menge Intrigen, Machtkämpfen und Herzen, die brechen (oder einfach sehr lange auf jemanden warten müssen).

Die Geschichte spielt zur Zeit von Elizabeth I. – wir reden also von Reformation, Religionskrieg und jeder Menge Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten. Kingsbridge ist wieder mit von der Partie, auch wenn die berühmte Kathedrale eher eine Nebenrolle spielt. Statt Bauwerken stehen diesmal politische Spione, verbotene Lieben und historische Massaker im Rampenlicht. Und mittendrin: Ned Willard. Unser Lieblings-Spion mit großem Herzen und der Ausdauer eines Marathonläufers, wenn es darum geht, der Liebe seines Lebens (hallo, Margery!) durch ein halbes Jahrhundert hinterherzuseufzen.

Ned ist eigentlich so eine Art historischer James Bond – nur mit weniger Martini und mehr Bibelzitaten. Als er Elizabeth Tudor in den Sattel hilft, wird er Teil ihres inneren Kreises und hilft beim Aufbau eines geheimen Nachrichtendienstes. Klingt fancy? Ist es auch. Und es funktioniert erstaunlich gut als roter Faden durch einen sehr politischen, teils düsteren Roman.

Die Nebenfiguren? Mal wieder ein bunter Mix aus „Oh wow, spannend!“ bis „Sorry, wer war das nochmal?“. Manche Charaktere schimmern richtig schön komplex, andere wirken wie aus dem Baukasten: Held. Bösewicht. Love Interest. Die üblichen Verdächtigen eben. Und ja, manch einer redet ein bisschen zu modern für 1558 – aber hey, das hilft zumindest beim Durchlesen.

Follett schafft es mal wieder, große Weltgeschichte in kleine menschliche Schicksale zu packen. Und obwohl sich Kingsbridge ein bisschen mehr wie Deko als wie Schauplatz anfühlt, funktioniert die Story ziemlich gut. Gerade die Verknüpfung realer historischer Ereignisse – wie die Bartholomäusnacht oder der Untergang der Spanischen Armada – mit dem Leben von Ned & Co. sorgt für ordentlich Tempo.

Was nicht so ganz zündet: die Romantik. Ned und Margerys „Wir lieben uns über Jahrzehnte hinweg, obwohl wir nie zusammen sind“-Beziehung ist nicht unbedingt der emotionalste Anker der Geschichte. Eher ein laues Flämmchen im Sturm der Reformation. Aber dafür gibt’s genug andere Spannungsmomente – politisch, religiös, menschlich.

Fazit: „Das Fundament der Ewigkeit“ ist kein typischer Kingsbridge-Roman, eher ein Reformations-Epos mit Spionage-Twist. Nicht jeder Charakter glänzt, nicht jede Wendung ist überraschend, aber Ken Follett weiß einfach, wie man Geschichte unterhaltsam verpackt. Wenn du Lust auf einen historischen Pageturner mit Macht, Glaube und einer Prise Herzschmerz hast – los geht’s. Und keine Sorge: Bei Follett ist auch das letzte Kapitel immer noch ein kleiner Knaller.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Ken Follett: Das Fundament der Ewigkeit

Das Fundament der Ewigkeit
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Okay, sagen wir’s, wie’s ist: Wenn Ken Follett ein Buch schreibt, ist es selten ein kleines Häppchen für zwischendurch – eher ein literarisches Drei-Gänge-Menü mit Nachschlag. Und „Das Fundament der Ewigkeit“ ...

Okay, sagen wir’s, wie’s ist: Wenn Ken Follett ein Buch schreibt, ist es selten ein kleines Häppchen für zwischendurch – eher ein literarisches Drei-Gänge-Menü mit Nachschlag. Und „Das Fundament der Ewigkeit“ ist da keine Ausnahme. Über 1.000 Seiten dick, episch, dramatisch und natürlich mit jeder Menge Intrigen, Machtkämpfen und Herzen, die brechen (oder einfach sehr lange auf jemanden warten müssen).

Die Geschichte spielt zur Zeit von Elizabeth I. – wir reden also von Reformation, Religionskrieg und jeder Menge Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten. Kingsbridge ist wieder mit von der Partie, auch wenn die berühmte Kathedrale eher eine Nebenrolle spielt. Statt Bauwerken stehen diesmal politische Spione, verbotene Lieben und historische Massaker im Rampenlicht. Und mittendrin: Ned Willard. Unser Lieblings-Spion mit großem Herzen und der Ausdauer eines Marathonläufers, wenn es darum geht, der Liebe seines Lebens (hallo, Margery!) durch ein halbes Jahrhundert hinterherzuseufzen.

Ned ist eigentlich so eine Art historischer James Bond – nur mit weniger Martini und mehr Bibelzitaten. Als er Elizabeth Tudor in den Sattel hilft, wird er Teil ihres inneren Kreises und hilft beim Aufbau eines geheimen Nachrichtendienstes. Klingt fancy? Ist es auch. Und es funktioniert erstaunlich gut als roter Faden durch einen sehr politischen, teils düsteren Roman.

Die Nebenfiguren? Mal wieder ein bunter Mix aus „Oh wow, spannend!“ bis „Sorry, wer war das nochmal?“. Manche Charaktere schimmern richtig schön komplex, andere wirken wie aus dem Baukasten: Held. Bösewicht. Love Interest. Die üblichen Verdächtigen eben. Und ja, manch einer redet ein bisschen zu modern für 1558 – aber hey, das hilft zumindest beim Durchlesen.

Follett schafft es mal wieder, große Weltgeschichte in kleine menschliche Schicksale zu packen. Und obwohl sich Kingsbridge ein bisschen mehr wie Deko als wie Schauplatz anfühlt, funktioniert die Story ziemlich gut. Gerade die Verknüpfung realer historischer Ereignisse – wie die Bartholomäusnacht oder der Untergang der Spanischen Armada – mit dem Leben von Ned & Co. sorgt für ordentlich Tempo.

Was nicht so ganz zündet: die Romantik. Ned und Margerys „Wir lieben uns über Jahrzehnte hinweg, obwohl wir nie zusammen sind“-Beziehung ist nicht unbedingt der emotionalste Anker der Geschichte. Eher ein laues Flämmchen im Sturm der Reformation. Aber dafür gibt’s genug andere Spannungsmomente – politisch, religiös, menschlich.

Fazit: „Das Fundament der Ewigkeit“ ist kein typischer Kingsbridge-Roman, eher ein Reformations-Epos mit Spionage-Twist. Nicht jeder Charakter glänzt, nicht jede Wendung ist überraschend, aber Ken Follett weiß einfach, wie man Geschichte unterhaltsam verpackt. Wenn du Lust auf einen historischen Pageturner mit Macht, Glaube und einer Prise Herzschmerz hast – los geht’s. Und keine Sorge: Bei Follett ist auch das letzte Kapitel immer noch ein kleiner Knaller.