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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2025

Wenn Hunde Leben retten – und Menschen sich selbst

Hope
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Das Buch hat mich tief berührt. Die Lebensgeschichte von Niall Harbison ist geprägt von Extremen: Aufstieg, Absturz, Sucht - und schließlich die radikale Wende in einem kleinen Paradies namens Ko Samui. ...

Das Buch hat mich tief berührt. Die Lebensgeschichte von Niall Harbison ist geprägt von Extremen: Aufstieg, Absturz, Sucht - und schließlich die radikale Wende in einem kleinen Paradies namens Ko Samui. Was ihn rettet, sind nicht Therapien oder Medikamente, sondern Straßenhunde. Zerbrechliche, verletzte, oft vergessene Tiere, die ihm mit bedingungsloser Liebe begegnen - und ihm so Stück für Stück helfen, wieder zu sich selbst zu finden.

Was dieses Buch so besonders macht, ist die Kombination aus schonungsloser Offenheit und tiefer Empathie. Harbison nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er über seine Abgründe spricht. Gleichzeitig schreibt er mit so viel Wärme über jedes einzelne Tier, dass man beim Lesen eine echte Verbindung aufbaut - zu McMuffin, Hope oder Britney. Manche Momente haben mich zum Schmunzeln gebracht, andere zum Schlucken.

Seine Mission, 10.000 Hunden im Monat zu helfen, scheint zunächst übermenschlich. Doch mit jedem Kapitel spürt man, dass hier jemand wirklich etwas bewegen will - und es auch tut. Wer Tiere liebt, wird dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen wollen. Und wer selbst mit Krisen zu kämpfen hat, findet vielleicht ein kleines Stück Hoffnung zwischen den Zeilen.

Ein ehrliches, mutiges Buch über zweite Chancen, tierische Freundschaft und den Sinn des Lebens. Unbedingt lesenswert - nicht nur für Hundefreunde.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Klimawandel - verpackt in eine spannende, kindgerechte Geschichte.

Der Igel, der das Wetter malte - The Hedgehog, Who Painted the Weather
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Der Igel, der das Wetter malte – The Hedgehog, Who Painted the Weather ist ein bezauberndes zweisprachiges Bilderbuch von Ingo Blum mit liebevollen Illustrationen von Olha Taran. Es verbindet auf märchenhafte ...

Der Igel, der das Wetter malte – The Hedgehog, Who Painted the Weather ist ein bezauberndes zweisprachiges Bilderbuch von Ingo Blum mit liebevollen Illustrationen von Olha Taran. Es verbindet auf märchenhafte Weise Kreativität, Freundschaft und einen sensiblen Blick auf den Klimawandel – verpackt in einer kindgerechten, spannenden Geschichte.

Im Mittelpunkt steht der kleine Igel Tom, der mit seiner Malerei zunächst nur sein Zuhause verschönern will. Doch seine Bilder haben eine magische Wirkung: Sie beeinflussen plötzlich das Wetter. Was zunächst faszinierend wirkt, bringt bald große Herausforderungen mit sich – ein Feuer, ein verschwundenes Bild, rätselhafte Veränderungen im Wald. Gemeinsam mit seinen Freunden Rudolf, dem cleveren Eichhörnchen, und Michael, der neugierigen Meise, begibt sich Tom auf eine Entdeckungsreise, um dem Geheimnis auf den Grund zu gehen.

Besonders gefallen hat mir die Zweisprachigkeit: Jede Zeile ist sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch abgedruckt – ideal für erste Sprachkontakte, bilinguale Familien oder auch den Fremdsprachenerwerb in Kitas oder Grundschulen. Der Text ist einfach gehalten und gut verständlich, sodass auch schon jüngere Kinder ab etwa 3 Jahren Freude daran haben.

Die Illustrationen sind liebevoll und farbenfroh, aber nicht überladen. Kinder entdecken immer wieder neue Details – das lädt zum mehrfachen Durchblättern ein. Auch das thematische Zusammenspiel von Fantasie und Umweltschutz ist sehr gelungen: Die Botschaft, dass wir sorgsam mit der Natur umgehen sollten, wird auf spielerische und sanfte Weise vermittelt.

Ein zusätzliches Highlight ist der zum Buch passende Song sowie die Audioversion der Geschichte – beide als Download verfügbar. Das macht das Buch zu einem rundum gelungenen Erlebnis für gemeinsame Familienlesezeit.

Fazit:
Ein wunderschön illustriertes, klug erzähltes Bilderbuch, das nicht nur die Fantasie anregt, sondern auch zum Nachdenken über unsere Umwelt anregt – und das alles in zwei Sprachen. Absolut empfehlenswert für Familien, die gerne gemeinsam lesen, lernen und träumen. 🌈📚🌿

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Ein persönlicher Fall in idyllischer Kulisse

Der Schädel von Sant'Abbondio
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Mit „Der Schädel von Sant'Abbondio“ legt Mascha Vassena den vierten Band um Moira Rusconi vor - und der hat es in sich. Schon die Ausgangssituation hat mich sofort gepackt: Bei der Weinlese im idyllischen ...

Mit „Der Schädel von Sant'Abbondio“ legt Mascha Vassena den vierten Band um Moira Rusconi vor - und der hat es in sich. Schon die Ausgangssituation hat mich sofort gepackt: Bei der Weinlese im idyllischen Montagnola wird unterhalb der Kirche ein menschlicher Schädel gefunden - und plötzlich wird aus dem Erntedankfest eine Reise in die Schatten der Vergangenheit. Dass der Fall so persönlich wird, hat mich emotional besonders berührt: Der Tote war ein Jugendfreund von Moiras Vater Ambrogio - und der gerät schnell unter Verdacht.

Die Autorin versteht es hervorragend, die wunderschöne Tessiner Landschaft mit einem mysteriösen Kriminalfall zu verweben. Ich hatte die Gassen, die Weinberge und die Atmosphäre förmlich vor Augen - das Lokalkolorit ist wieder einmal wunderbar eingefangen. Gleichzeitig ist die Geschichte voller Spannung, Wendungen und emotionaler Tiefe. Die Handlung springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her, das Puzzle setzt sich Stück für Stück zusammen. Und doch wusste ich bis zum Schluss nicht, wer wirklich hinter allem steckt.

Auch Moiras Privatleben spielt wieder eine große Rolle - genau das gefällt mir an der Serie so gut. Die Kombination aus ruhigem, fast gemütlichem Erzählstil und spannungsgeladenen Ermittlungen macht diesen Cosy Crime so besonders. Für mich war es wie ein Wiedersehen mit alten Freunden, ohne dass man die Vorgängerbände gelesen haben muss.

Ein Krimi ohne Blutvergießen, aber mit viel Gefühl, Atmosphäre und einer spannenden Suche nach der Wahrheit. Absolute Leseempfehlung - nicht nur für Tessin-Fans!

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Zwischen Mitmachspaß und Tierheimgrauen

Tufos Abenteuer: Ausbruch aus Schloss Scheuselig
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Als ich Tufos Abenteuer: Ausbruch aus Schloss Scheuselig aufgeschlagen habe, war ich sofort angetan vom Design: große Schrift, viel Abstand, Illustrationen – alles spricht dafür, dass es sich um ein Kinderbuch ...

Als ich Tufos Abenteuer: Ausbruch aus Schloss Scheuselig aufgeschlagen habe, war ich sofort angetan vom Design: große Schrift, viel Abstand, Illustrationen – alles spricht dafür, dass es sich um ein Kinderbuch handelt. Auch die interaktive Idee, durch eigene Entscheidungen den Verlauf der Geschichte zu beeinflussen, erinnert mich an Mitmachbücher aus meiner Kindheit, die ich sehr geliebt habe.

Doch der Inhalt hat mich überrascht – und leider nicht im positiven Sinn. Die Geschichte ist durchzogen von sehr düsteren, beklemmenden Szenen, die in meinen Augen für Kinder viel zu heftig sind. Die Schilderungen des Tierheims („Canile“) wirken brutal, teilweise erschreckend realistisch, und lassen kaum Hoffnung oder Leichtigkeit zu – etwas, das ich in einem Buch für Kinder unbedingt erwarten würde.

Das führt für mich zu einem Problem: Die Aufmachung und das Konzept sprechen klar Kinder an, der Inhalt jedoch ist dafür zu hart. Entweder müsste man die Geschichte in ihrer Intensität abschwächen, um sie kindgerechter zu machen, oder aber man müsste das gesamte Design anpassen und deutlich machen, dass sich das Buch eher an Jugendliche oder Erwachsene richtet.

Insgesamt finde ich die Idee hinter dem Buch schön, besonders die Möglichkeit, den Handlungsverlauf mitzugestalten. Auch Tufo als Charakter ist sympathisch und lebendig dargestellt. Trotzdem hat mich der Kontrast zwischen Gestaltung und Inhalt gestört. Deshalb vergebe ich gut gemeinte 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Eine faszinierende Reise nach Nepal

Kumari
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„Kumari“ von Philip Krömer ist ein sprachgewaltiger Roman, der auf eindrückliche Weise Mythos und historische Realität miteinander verwebt. Erzählt wird die Geschichte eines Mädchens, das als Kindgöttin ...

„Kumari“ von Philip Krömer ist ein sprachgewaltiger Roman, der auf eindrückliche Weise Mythos und historische Realität miteinander verwebt. Erzählt wird die Geschichte eines Mädchens, das als Kindgöttin isoliert in einem Tempel lebt, während sich außerhalb seiner Mauern politische Unruhen und Umbrüche anbahnen.

Besonders beeindruckend fand ich, wie authentisch die Atmosphäre Nepals eingefangen wird: Die kulturellen Traditionen, die religiösen Bräuche und die Spannungen zwischen Altem und Neuem sind kraftvoll und bildhaft beschrieben. Die Perspektive der Kumari eröffnet einen faszinierenden, zugleich aber auch bedrückenden Blick auf eine Welt, die von Ritualen, Erwartungen und politischem Umbruch geprägt ist.

Stellenweise fiel es mir schwer, alles sofort zu verstehen, da ich mich zuvor noch nie intensiver mit Nepal beschäftigt hatte. Doch gerade diese Fremdheit machte das Buch für mich auch besonders spannend – es bot mir Einblicke in eine völlig neue, unbekannte Welt, die mich nachhaltig beeindruckt hat.

Der Schreibstil ist fordernd, manchmal fast poetisch, und verlangt Aufmerksamkeit und Offenheit. Die Erzählweise ist dabei nicht immer leicht zugänglich, aber genau diese Komplexität macht den Roman besonders und hebt ihn von leichterer Lektüre ab.

Einziger Kritikpunkt: Die emotionale Distanz zu den Figuren erschwert stellenweise das Mitfühlen. Doch vielleicht passt gerade diese Distanz zur Erzählung selbst – denn auch die Kumari ist in ihrer Welt gefangen, abgeschnitten von echten Beziehungen.

Fazit: „Kumari“ ist kein einfaches Buch, sondern eines, das nachwirkt. Wer bereit ist, sich auf eine dichte, eindrucksvolle Erzählung einzulassen und in die fremde Welt Nepals einzutauchen, wird mit einem intensiven, lohnenden Leseerlebnis belohnt.

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