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Veröffentlicht am 10.11.2021

Schwarzes Herz - Ein (Hör)Buch, das erschüttert und tief trifft, mit einer Triggerwarnung

Schwarzes Herz
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Die Autorin Jasmina Kuhnke erzählt in ihrem Buch "Schwarzes Herz" eine fiktive Geschichte aus der Ich-Perspektive einer schwarzen Frau in Deutschland. Sie liest die erschütternde Geschichte in einem ziemlich ...

Die Autorin Jasmina Kuhnke erzählt in ihrem Buch "Schwarzes Herz" eine fiktive Geschichte aus der Ich-Perspektive einer schwarzen Frau in Deutschland. Sie liest die erschütternde Geschichte in einem ziemlich neutralen Ton. Sie erklärt, dass die Geschichte für alle Frauen ist, die ein "Schwarzes Herz" haben, also die bereits negative Erfahrungen in ihrem Leben, egal auf welche Weise, machen mussten.

Am Anfang zählt sie auf welche negativen Auslöser mit diesem Buch verbunden sind. Es geht u.a. um extreme Diskriminierung, Sexismus, Gewalt und Drogensucht. Bereits diese Aufzählung lässt den Inhalt, der kommt, erahnen. Sie verwendet auch einige vulgäre Ausdrücke. Aber auch Ausdrücke, die vor einigen Jahren noch ohne viel nachzudenken gesagt wurden wie das N-Wort oder "Schwarzer Mann" (wie das Spiel).

Zu Beginn ihrer Geschichte wird die Protagonistin von ihrem Freund/ Mann beim Sex gedemütigt. Es wird bereits deutlich, dass er sie ausnutzt und benutzt. Er hat im gesamten Buch keinen Namen. Man erfährt lediglich wie sich die Beiden kennen gelernt haben.

Ihr Vater war dunkelhäutig und ihre Mutter aus Osteuropa.

Sie wächst zunächst alleine mit ihrer Mutter auf, weil ihr Vater, so denkt sie, abgehauen sei. Später stellt sich heraus, dass ihr Vater kurz nach ihrer Geburt gestorben ist und da man seine Familie nicht ausfindig machen konnte, wurde sie und ihre Mutter darüber nicht informiert.

Dieser erste Schicksalsschlag hat sie bereits geprägt und ist nur der Anfang von vielen extrem negativen Erfahrungen, die sie mit anderen Menschen machen musste. In ihrer Kindheit war sie zunächst das einzige schwarze Mädchen in der Klasse. Ihre Mitschüler ließen sie bereits im Kindesalter spüren, dass sie anders ist als die anderen. Sie wurde gemobbt und ausgegrenzt. Auch die vielen Schulwechsel brachten ihr, bis auf die eine Schule, in der viele Migranten-Kinder waren, keine wirklichen Freunde und Freude am Lernen. Lediglich beim Sport, beim Laufen, fühlte sie sich frei und akzeptiert. Sie trainierte sehr hart und wurde aber auch dort rassistisch beschimpft. Es hieß, dass "Solche wie sie" nun mal schnell laufen könnten. Jedoch zwang sie ihre Krankheit letztendlich mit dem Laufen aufzuhören. Dadurch fiel sie in ein Loch.

Ihre Mutter verliebte sich neu und anfangs war ihr Stiefvater lieb und nett zu ihr. Er brachte ihr viel bei und war sehr stolz auf sie. Aber nach und nach zeigte er sein wahres Gesicht und wurde immer beleidigender und aggressiv ihr gegenüber. Ihre Mutter konnte und, meiner Meinung nach, wollte sie sein Verhalten ihrer Tochter gegenüber nicht wahrnehmen. So musste sie sich alleine durchschlagen. Auch von Seiten der Familie ihrer Mutter war Gewalt gegenüber Frauen als "normal" angesehen. Zumindest in den früheren Generationen. Lediglich von ihrer Oma bekam sie Unterstützung.

Ihre Kindheit war sehr schlimm und niemand half ihr in einer Familie und Gesellschaft, die ausschließlich aus hellhäutigen Menschen bestand, ihre Wurzeln und auch den extremen Rassismus, der ihr von allen Seiten entgegen schlug, zu verstehen und zu entkommen.

Am Schlimmsten waren für mich die Erzählungen über ihren gewalttätigen und frauenverachtenden Freund. Er misshandelte sie, missbrauchte sie, erniedrigte sie und betrog sie. Er war ihr gegenüber aggressiv und würgte sie, als die Kinder im Nebenraum waren. Auch hier half ihr niemand aus der Hölle zu entkommen. Sie vertraute sich aber auch niemandem an und machte alles mit sich selbst aus. Sie war schwer traumatisiert und wurde von ihm mehrmals schwanger.

In diesem Zusammenhang ist es für mich nicht nachvollziehbar, wieso sie nicht bereits bei der 1. Schwangerschaft ausgezogen ist und ihn spätestens zu diesem Zeitpunkt angezeigt hat.

Die Autorin springt zwischen der Gegenwart als Frau und der Vergangenheit als Kind hin und her. Die Kapitel gehen in dem Hörbuch ineinander über und es bestehen leider keine Sprechpausen zwischen den einzelnen Episoden in ihrem Leben. Dies macht das Zuhören ab und zu schwierig.

Das (Hör)Buch lässt einen nicht mehr los und ist nicht zur Unterhaltung gedacht.

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  • Erzählstil
  • Sprecherin
  • Cover
Veröffentlicht am 09.03.2021

Faszinierende Liebesgeschichte mit traumatischen Erlebnissen

Only One Letter
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Only one letter von Anne Goldberg ist Band 2 der modernen contemporary romance Reihe. Modern contemporary romance Bücher thematisieren romantische Geschichten, die nicht ins Klischee passen und beinhalten ...

Only one letter von Anne Goldberg ist Band 2 der modernen contemporary romance Reihe. Modern contemporary romance Bücher thematisieren romantische Geschichten, die nicht ins Klischee passen und beinhalten zb auch traumatische Erlebnisse. Hier geht es um die Liebesgeschichte zwischen Liz aus London und Nate aus Arkansas. Dieser ist für ein Auslandssemester in der Londoner WG von Liz bester Freundin eingezogen. Die Geschichte beginnt mit einem Brief in eine Art Tagebuch von Liz. Die Kapitel tragen entweder die Überschriften "Gegenwart" oder "Nates Logbuch". In den Brief erklärt Liz, dass die Beiden gerade im Flugzeug sitzen und auf dem Heimweg sind. Direkt am Anfang wird aufgeklärt, dass sie ein Paar sind. Das ist ziemlich ungewöhnlich für ein Liebesroman bzw. für eine Liebesgeschichte. Danach wird erzählt wie Liz Nate bei ihrer besten Freundin Amber bei einer Feier in der WG kennenlernt. Am Anfang wird auf ein traumatisches Erlebnis hingedeutet, dass Liz überlebt aber noch nicht überwunden hat, da sie dieses erst vor ein paar Wochen erlebt hat. Sie hat nach der Party einen Albtraum und erlebt dieses Ereignis erneut in ihren Gedanken. Nate hilft ihr in dieser Nacht mit seiner ruhigen Art und kann sie so wieder beruhigen. Da er noch nicht lange in London ist, hat er keine Ahnung was ihr zugestossen sein könnte. Sie lernen sich besser kennen und Liz öffnet sich ihm immer mehr. In einem ruhigen Moment erzählt sie ihm was los ist und was sie erlebt hat. Da ich den ersten Band nicht kenne, es aber immer wieder Andeutungen in diese Richtung gemacht werden, gehe ich davon aus, dass sich ihr Trauma dort abgespielt hat.
Nate unterstützt sie in seiner ruhigen und tollen Art mit ihrem Trauma umzugehen und hilft ihr sehr verständnisvoll und geduldig mit ihrer Angst vor einer Fahrt mit einer vollen Ubahn. Sie beschreibt in ihrem Tagebuch, dass sie auch Narben an Nates Arm wahrgenommen hat. Er hat ihr, bevor sie nach Arkansas zur Hochzeit seiner Schwester geflogen sind, von seinem eigenen Kindheitstrauma erzählt. Liz hat sich damals keine genauen Gedanken gemacht wie es ihm damit gehen müsste. Sie war zu sehr mit ihrem eigenem Trauma beschäftigt. In den USA wird das ganze Ausmaß des jahrelange Leidens Nates sichtbar. Seine Eltern versuchen alles zu vertuschen und können sein Trauma nicht nachvollziehen. Es gibt einige Passagen in dem Buch in dem Nate erzählt, dass es bei seiner Familie Pancakes gibt, wenn es Probleme oder Diskussionen in der Familie gibt und manchmal würden sie nur essen und nicht reden. Diese Aussagen sagen viel über seine von außen ach so perfekte Familie aus. Das wird immer mehr im Laufe des Buches klar.

Die beiden Traumata von Liz und Nate haben mich richtig schockiert. Am Anfang des Buches denkt man, dass Nate Liz mit seiner verständnisvollen Art "rettet", aber mehr und mehr kommt es auch zu einer "Rettung" von Nate durch Liz. Beide helfen sich in dieser schweren Zeit. Viele Aussagen von Nate haben mich echt dahin schmelzen lassen. Ab und zu war ich aber auch kurz davor zu verzweiflen, wenn beide mit ihren schrecklichen Erlebnissen zu kämpfen hatten und sich nicht öffnen konnten. Vor allem Nate war sehr verschlossen. Ihm fehlte meiner Meinung nach psychologische Hilfe und auch die Hilfe seiner Familie, die so wichtig wäre!

Kein "normales" Liebesbuch, das man einfach so durchlesen kann. Only one letter hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Es ist manchmal nicht so wie es scheint und viele Menschen haben in ihrem Leben viele schreckliche und traumatische Dinge erlebt. Daher ist es wichtig sich Hilfe zu suchen. Egal in welcher Form! Das ist für mich die Grundaussage in diesem faszinierenden Buch!

Jedoch fehlt die Triggerwarnung!

Meiner Meinung nach muss man Band 1 nicht gelesen haben. Aber für die detaillierte Vorgeschichte wäre es denke ich ganz hilfreich.
Ich habe bisher noch kein Buch aus dieser neuen Literaturkategorie gelesen. Was sich nun ändern wird! Auch bin ich auf Band 1 gespannt sowie auf die Fortsetzung!

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  • Chaaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 26.02.2021

Verwechslungskrimi in einem sizilianischen Küstendorf

Das Karussell der Verwechslungen
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Das Hörbuch zum Krimi von Andrea Camilleri „Karussell der Verwechslungen: Commissario Montalbano lässt sich nicht beirren“ gelesen von Bodo Wolf ist das 23. Buch um den Commissario Montalbano. Der Commissario ...

Das Hörbuch zum Krimi von Andrea Camilleri „Karussell der Verwechslungen: Commissario Montalbano lässt sich nicht beirren“ gelesen von Bodo Wolf ist das 23. Buch um den Commissario Montalbano. Der Commissario ermittelt in dem Küstenörtchen Vigàta in Sizilien. Zu Beginn des Romans beginnt sich das Karussell der Verwechslungen bereits langsam zu drehen. Der Commissario verwechselt eine unschuldige Fliege mit einer nervtötenden Fliege und auch bei einer Prügelei, die er auflösen möchte, gibt es einen Überraschungsmoment. Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch und endet mit einem Mörder, der fast klimpflich davon gekommen wäre. Mehrere Frauen wurden auf die gleiche Weise entführt. Die Taten unterschieden sich lediglich über die Gewaltintensität, die von Tat zu Tat zugenommen hat. Auch wurde das Geschäft eines Mannes angezündet und dieser ist verschwunden. Es wird gerätselt, ob die Mafia dahinter steckt und wie die Fälle zusammen hängen.

Bodo Wolf versteht es mit seiner Stimme jede erzählte Szene seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Es gibt lustige Szenen im Kommisariat mit einem Kollegen vom Commissario, der sich beim Sprechen verhaspelt oder der spannende Höhepunkt am Ende wird rasant erzählt und man fühlt sich wie in einem Krimifilm inklusiver spannungsgeladener Musik.

Schwierig waren für mich die ganzen italienischen Namen, vor allem von Ortsansässigen, die auf dem Kommisariat aufgetaucht sind. Auch weil ein Kollege von Commissario Montalbano die Namen verwechselt hat oder nicht richtig verstanden hat. In einem Buch kann man immer schön zurück blättern. In einem Hörbuch finde ich es eher schwierig da immer zu folgen.

Das Cover zeigt eine idyllische Strandpromenade und erinnert mich an einen Strand in Italien. Habe mir beim Hören vorgestellt, wie es wäre an diesem Strand zu liegen und das Hörbuch zu hören!

Das Hörbuch fand ich echt gut umgesetzt und auch die Geschichte um den Commissario hat mich sehr angesprochen. Bisher habe ich leider noch kein anderes Buch von Andrea Camilleri gelesen oder gehört. Das wird sich nun aber ändern! Habe mir bereits weitere Hörbücher von ihm ausgesucht :)

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  • Spannung
  • Cover
Veröffentlicht am 12.12.2020

Der grausame Alltag in Mexiko und seine Folgen

Der erste Tote
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In dem vom Autoren als Thriller in Form einer Cronica ("verzerrte Art, die Wahrheit zu sagen") oder in dem umgekehrt bezeichneten Buch: "Der erste Tote" von Tim Macgabhann geht es um ein Paar, das sich ...

In dem vom Autoren als Thriller in Form einer Cronica ("verzerrte Art, die Wahrheit zu sagen") oder in dem umgekehrt bezeichneten Buch: "Der erste Tote" von Tim Macgabhann geht es um ein Paar, das sich nach dem Fund einer Leiche auf der Flucht vor dem mexikanischen Kartell in Lebensgefahr befindet. Andrew ist Journalist aus Irland und Carlos ein Fotograf. Nach ihren Recherchen zu einem Artikel über Ölverschmutzung finden sie die Leiche des Umweltaktivisten Julian Gallardo in Poza Rica, der vor seinem Tot bestialisch gefoltert wurde. Nachdem beide von der Guarda Civil bei dem Leichenfund entdeckt wurden, die Polizei die Leiche mitgenommen haben und beide noch klimpflich davon gekommen sind, macht sich Carlos auf, um mehr über die Motive der Guardia Civil zu erfahren. Carlos ignoriert Andrew's Kontaktversuche und als Andrew eine Warnung von ihm erhält, eilt dieser zum Haus seines Freundes. Jedoch ist es zu spät. Carlos wurde grausam und bestialisch gefoltert und ermordet.
Am Tatort wird Andrew von einem "Polizisten" aus dem mehreren hundert Kilometer entfernten Veracruz bedroht. Die Kriminaltechnikerin, die vor Ort ist, erklärt Andrew, dass der "Polizist" den Tatort manipuliert hat und dass die verwendete Hohlspitzgeschosse von der Polizei genutzt werden.
Nach und nach deckt Andrew imme mehr Machenschaften der Kartelle auf und kommt diesen gefährlich nahe.

Direkt am Anfang des Buches mit einem sehr grausamen Mord an dem Umweltaktivisten Julian Gallardo konfrontiert zu werden, war schon ziemlich heftig. Es wird zwischendurch beschrieben wie sich Andrew und Carlos kennengelernt haben. Durch die Rückblicke lernt man Andrew besser kennen. Seine Drogenvergangenheit bzw. aktueller Drogenkonsum wird auch thematisiert.
Das Buch lässt sich ganz gut lesen. Ich mag den Schreibstil. Dadurch kann ich mir die beschriebene Umgebung besser vorstellen und das schwierige Leben in Mexiko.
Auf der einen Seite sind die Mexikaner sehr gläubig und es stehen an fast jeder Straßenecke bzw in jedem Haushalt Statuen von Jesus und Maria, auf der anderen Seite kommt es täglich zu Entführungen und Morden. Getötete Menschen werden in Massengräbern verscharrt und zum Teil unkenntlich gemacht. Die Angehörigen haben selten Gewissheit was mit ihren Liebsten geschehen ist. Auch spielt die
Luftverschmutzung in Mexiko eine große Rolle. Die ganze Armut und die Verzweiflung der Mexikaner kann man regelrecht mithilfe der Ausführungen des Autors spüren.

Ich finde die Thematik mit den Kartellen und den ganzen Machenschaften hin bis zu den grausamen Morden echt erschreckend. Es schockiert mich, dass es solche Vorgehensweisen auch bei der Polizei gibt. Ich gehe davon aus, da der Autor in Mexico lebt und wir auch in den Nachrichten über viele grausame Verbrechen aus Mexiko informiert werden, dass dieses Vorgehen an den Tagesordnung ist.

Manche Passagen haben mich ziemlich verwirrt. Ich habe nicht alle Handlungsstränge verstanden. Der Autor überspringt einige Stellen. In dem einen Moment sitzen Andrew und Maya noch in einem Restaurant, dann kommt ein Bekannter von Maya und plötzlich sind sie in seinem Laden. So zumindest mein Eindruck.
Das ist für mich ziemlich undurchsichtig.

Ich fand es schön, dass Andrew seine Gedanken mit Carlos geteilt hat und sich vorgestellt hat wie er in der aktuellen Situation reagieren würde. So blieb die Figur Carlos immer präsent.

Das Buch hat kein wirklich offenes Ende und ist in sich geschlossen. Manche Fragen bleiben zwar unbeantwortet, aber die Haupthandlung (u. a. Wer hat Carlos ermordet und welche Machenschaften spielen in Mexiko eine Rolle) wurde abgeschlossen. Am Ende beschreibt der Autor die Hintergrundgeschichte zu dem Buch. Er wohnt selbst in Mexico City und kommt wie Andrew aus Irland. Dadurch werden viele Gedankenstränge des Autors für mich besser verständlich.

Auch wenn ich die Idee von spanischen Wörtern gut finde und dadurch das Buch authentischer wird, stört es mich, dass die Wörter nicht erklärt werden. Eine Fußnote wäre schon nett gewesen für Nicht-Spanisch-Verstehende 😉

Abschließend muss ich sagen, dass ich das Buch ein zweites Mal gelesen habe, damit ich nicht mehr so viele Fragezeichen hatte (die zT jedoch noch da sind). Da eine Trilogie geplant ist, gehe ich davon aus, dass sich die Fragen beim Lesen der nächsten Büchern, von alleine lösen lassen. Jedoch bin ich mir noch unschlüssig, ob ich die nächsten Bände lesen werde.

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Veröffentlicht am 24.10.2020

Unterhaltsamer Krimi in vermeintlicher Dorfidylle

Hummelstich - Folge 01
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Bei dem Hörbuch "Hummelstich-Ein Mord kommt selten allein" von Katharina Schendel, gelesen von Gabriele Blum handelt es sich um Band 1 der Reihe "Bea von Maarstein ermittelt". Im kleinen beschaulichen ...

Bei dem Hörbuch "Hummelstich-Ein Mord kommt selten allein" von Katharina Schendel, gelesen von Gabriele Blum handelt es sich um Band 1 der Reihe "Bea von Maarstein ermittelt". Im kleinen beschaulichen Dorf Hummelstich, das irgendwo in Deutschland liegt und wo Mensch und Tier friedlich zusammen leben, soll die Beerdigung von Henrietta von Eichhorn stattfinden. Im Dorf laufen die Vorbereitungen für ein
sogenanntes Mops-Rennen auf Hochtouren.
Die Hummelstichler sind gerade in ihren Arbeiten für das Rennen vertieft,das eine Art Seifenkistenrennen aus unterschiedlichsten und selbstgebastelten Fahrzeugen ist, als sie unerwarteten Besuch bekommen. Plötzlich fährt ein buntbemalter Bus mit Überlänge in das Dorf und parkt vor dem Friedhof. Es handelt sich um Scarabea von Maarstein, auch Bea genannt, und ihren sprechenden Papageien Dr. Jekyll, die ihre fahrbare Bibliothek mitgebracht hat. Sie geht zur Trauergemeinde und dreht die Musik auf und lässt das Lied "Highway to hell" erklingen, während sie Sekt auf der Beerdigung ihrer besten Freundin Henrietta austeilt. Die Dorfgemeinde ist in ihrer Ruhe erschüttert. Als Bea im Haus von Henrietta verdächtige Verpackungen entdeckt und auch wertvolle Gegenstände vermeintlich nicht mehr auffindbar sind, kommt in ihr der Gedanke, auf dass ihre Freundin womöglich ermordet worden ist. Gemeinsam mit dem Dorfpolizisten Sven Grüneis, der Teilzeit arbeitet, da in Hummelstich nie ein Verbrechen passiert und der Vollblutbauer mit einem eigenen Bauernhof ist, gehen sie dem Mordfall nach und entdecken auch 2 weitere Morde. Nach und nach kommen sie den Geheimnissen der ach so sauberen Dorfbewohnern auf die Schliche. Jeder der Bewohner hat mehr oder weniger Skandalöses zu verbergen. Sei es eine Affäre oder sogar Erpressung. Jetzt ist die Frage: Welcher der Dorfbewohner hat die drei Morde begangen? Oder war es jemand von außerhalb?

Innerhalb des Buches werden die einzelnen Charaktere des Dorfes dargestellt. Von den beiden Wirtsleuten bis zu dem Apothekerehepaar oder Friseur und dem Pfarrer sowie den beiden Bestatterfamilien lernt man jeden Bewohner und auch seine Geheimnisse gut kennen. Da ich auch aus einem kleinen Dorf mit 2000 Einwohnern stamme, konnte ich mich direkt mit der vermeintlichen Dorfidylle identifizieren. Auch gibt es da das ein oder andere Geheimnis,das mehr oder weniger allen bekannt ist.
Die einzelnen Kapitel sind durchnummeriert und jede Zahl wurde im Kapitel aufgegriffen, wie zum Beispiel "Zwei schräge Vögel" oder "Ein Buch mit sieben Siegeln". Finde ich eine gute und lustige Idee. Die Überschriften sind passend zu den einzelnen Kapiteln. Die Stimme von Gabriele Blum ist sehr angenehm und hat immer eine ironisch lustige Tonlage. Das gefällt mir sehr gut! Ich habe ihr sehr gerne zugehört und konnte gut im Zug auf dem Weg zur Arbeit abschalten. Ein empfehlenswertes Hörbuch/Buch, das Lust auf die anderen Bänder macht.

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