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Veröffentlicht am 27.11.2021

(hoffentlich k)eine Zukunftsvision?

Every (deutsche Ausgabe)
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Inhalt:
Eine Fusion mit dem erfolgreichsten Onlineversandhaus brachte das reichste und gefährlichste – und seltsamerweise auch beliebteste – Monopol aller Zeiten hervor: Every.
Delaney Wells ist „die ...

Inhalt:
Eine Fusion mit dem erfolgreichsten Onlineversandhaus brachte das reichste und gefährlichste – und seltsamerweise auch beliebteste – Monopol aller Zeiten hervor: Every.
Delaney Wells ist „die Neue“ bei Every und nicht gerade das, was man erwarten würde in einem Tech-Unternehmen. Als ehemalige Försterin und unerschütterliche Technikskeptikerin bahnt sie sich heimlich ihren Weg, mit nur einem Ziel vor Augen: die Firma von innen heraus zu zerschlagen. Zusammen mit ihrem Kollegen, dem nicht gerade ehrgeizigen Wes Kavakian, sucht sie nach den Schwachstellen von Every und hofft, die Menschheit von der allumfassenden Überwachung und der emojigesteuerten Infantilisierung zu befreien. Aber will die Menschheit überhaupt, wofür Delaney kämpft? Will die Menschheit wirklich frei sein?

Meine Meinung:
Der Schreibstill von Eggers ist meiner Meinung nach etwas gewöhnungsbedürftig. Ich habe eine gewisse Zeit gebraucht um mich daran zu gewöhnen. Nach dem das aber einmal passiert ist, hatte ich keine Probleme mehr.

Das Buch hat mich die ganze Zeit über sehr zum nachdenken gebracht.
Es schreit einem förmlich entgegen auf was wir uns wahrscheinlich unaufhaltsam zubewegen. Es zeigt krass und absichtlich überspitzt die Widersprüche unserer Gesellschaft auf.
Ein Beispiel gefällig? Unsere Kinder sollen nicht so viel Zeit am Bildschirm verbringen, darüber sind sich erst mal alle einig. Aber anderseits wird alles digitalisiert. Es wird davon ausgegangen, dass jeden Kind Zugang zu einem Computer hat und somit alle seine Hausaufgaben digital herunterladen kann. Und das ist nicht das einzige was Eggers aufgreift und uns überspitzt vor Augen hält. Aber ich möchte nicht zu viel vorwegnehmen.
Um es kurz zu machen, es sind sehr viele Beispiele genannt die alle wahr sind oder zeitnah war werden könnten. Ich hatte beim lesen schon manchmal ein schlechtes Gewissen, weil ich all diese Dinge bereits vorher wusste und ich finde auch nicht alles gut, aber so richtig ändern kann oder will ich es nicht also geht es erst mal so weiter. Das ist bequem und tut keinem weh.

Die Figuren sind nicht sehr deutlich gezeichnet. Gerade die Protagonistin Delaney bleibt die ganze Zeit über sehr oberflächlich. Im Nachhinein betrachtet finde ich allerdings das das gut so ist. Es macht das Ende wenigstens etwas leichter.
Gut gefallen hat mir, dass wir auf alte bekannte vom Circle treffen, diese aber nicht so in den Vordergrund gehoben werden als das man von einer klassischen Fortsetzung sprechen kann.
Ich denke man könnte Every auch durchaus lesen ohne den ersten Teil zu kennen. Aber zum allgemeinen Verständnis und auch zeitlich gesehen macht es natürlich Sinn erst Circle zu lesen und dann Every.

Die Ideen und Apps die in dem Buch beschrieben werden sind auf den ersten Blick meistens unnütz und total übertrieben. Aber wenn man länger darüber nachdenkt, dann kann ich mir sehr gut vorstellen das die Apps gut ankämen, wenn es sie den tatsächlich gäbe. Ich sag nur Smartspeaker...
Sehr geschockt hat mich auch die Sache mit den Büchern und Filmen! Ja schreiben wir alles so um das es jedem gefällt! Das es dann schlicht langweilig ist scheint egal zu sein. Wahrscheinlich liest dann eh keiner mehr… und wer hat schon Zeit dafür? Wenn alle ständig mit ihrer Aussprache und Sport beschäftigt sind. Und nicht zu vergessen damit das sie mindestens 200 Nachrichten am Tag verschicken.

Klasse sind natürlich auch die ganzen Anspielungen. Also gerade der Dschungel bekommt ja so richtig sein Fett weg.
Allein der Klappentext bzw. der Text auf dem Cover und die Anhänge im Buch sind zum schreien komisch. Oder beängstigen da bin ich mir nicht sicher.

Alle bei Every sind ökologisch eingestellt, größtenteils vegan, nachhaltig und minimalistisch. Alle wollen die Erde retten. Das dabei die Privatsphäre der Menschen stirbt und auch sehr viele Menschen die anders denken ist egal. Sie wollen den Wandel. Sie sind die nächste Evolution der Menschheit. Und sie sind gläsern komplett überwacht und bewertet. Warum auch nicht? Sie sind ja gute Menschen und gute Menschen haben ja keine Geheimnisse.

Das Buch ist an manchen Stellen (in der Mitte) etwas zu langatmig. Es passiert immer etwas aber manchmal auch so Sachen die die Story null vorantreiben. Wahrscheinlich hätte man locker 100 Seiten weglassen können. Viellicht aber auch nicht, weil es jeden Ereignis braucht um zu zeigen wie krank und abhängig die Menschen (die Everyons) schon geworden sind.
Und es gibt kein Entkommen. Entweder du machst mit und veränderst dich mit oder du begehst Selbstmord. Das sind die zwei Optionen die es gibt und ich finde das kommt hervorragend raus.

Mein Fazit:
Mich hat der Roman jedenfalls sehr zum nachdenken gebracht. Ich hoffe sehr das unsere Zukunft nicht so aussieht wie in dem Buch aber in mancher Hinsicht fällt es mir auch schwer daran zu glauben das es nicht so werden wird.
Das Buch hat sicherlich ein paar Schwachstellen. Gut finde ich nach wie vor das alles überspitzt dargestellt wird. Andernfalls würde einem beim lesen wahrscheinlich Himmelangst werden.

Und ein letztes noch: Meiner Meinung nach gehört dieses Buch nicht in die Kategorie Thriller. Für mich gehört es zur Rubrik zeitgenössischer Roman.

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Veröffentlicht am 25.04.2021

Ein Buch über eine beeindruckende Frau von der wir alle noch was lernen können.

Die Rebellion der Alfonsina Strada
1

Klappentext:
Schon als kleines Mädchen hat Alfonsina Strada einen großen Traum: Fahrrad zu fahren und das möglichst schnell. 1891 als eines von vielen Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen im norditalienischen ...

Klappentext:


Schon als kleines Mädchen hat Alfonsina Strada einen großen Traum: Fahrrad zu fahren und das möglichst schnell. 1891 als eines von vielen Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen im norditalienischen Dörfchen Fossamarcia geboren, saust sie auf dem alten Drahtesel ihres Vaters heimlich durch die Nacht. Trotz Verbots meldet sie sich zu Rennen an, gewinnt und will noch mehr: am großen Giro d’Italia teilnehmen, für den jedoch nur Männer zugelassen sind. Mit Mut, Fantasie und dem unerschütterlichen Glauben an sich selbst bereitet sie sich auf den Coup ihres Lebens vor ...

Meinung:


Alfonsina ist eine ganz ganz mutige Frau die maximalen Respekt verdient. Ich denke es ist gut, dass es dieses Buch gibt denn so lernen sie mehr Menschen kennen und keiner wird sie so schnell vergessen. Das hoffe ich jedenfalls. Für mich ist jedenfalls zum Vorbild geworden.

Da dieses Buch auf einer realen Person beruht und das sich die meisten Dinge die beschreiben sind wirklich so oder zumindest so ähnlich zugetragen haben fand ich das Buch umso beeindruckender.
Ich habe nach der Lektüre nach Alfonsina Strada gegoogelt und ich denke es wird vielen Lesern so gehen. Man kann es sich fast nicht vorstellen, dass sie so ein hartes Leben hatte und trotzdem nicht aufgegeben hat. Aber es gab sie! Und sie hat wirklich so hart gekämpft! Ich finde wenn man sich das beim lesen bewusst macht beeindruckt einen das Buch noch um einiges mehr.

Was mir nicht ganz so gut gefallen hat oder besser gesagt woran ich mich erst gewöhnen musste war, dass Alfonsina in den Kapiteln immer unterschiedlich alt ist und es dann auch noch eine Rückblende gibt in der sie jünger ist. Ich habe immer ein Stück gebraucht um mich da rein zudenken, auch wenn es schon mal geholfen hat, dass die Jahreszahlen über den Kapiteln stehen.

Alfonsina ist immer benachteiligt wurden nur weil sie eine Frau ist. Mir war bewusst das Frauen früher nichts wert waren und das sie nur „den Manne gehorchen“ sollten aber das dieses früher noch gar nicht so lange her ist, ist mir jetzt erst wieder richtig bewusst geworden. Ich habe mich da auch mit meiner Kollegin drüber unterhalten und die meinte auch das es wirklich erschreckend ist das wir Frauen erst seit gerade mal knapp 100 wählen dürfen, um nur mal ein Beispiel zu nennen.

Die Stimmung des Buches ist die meiste Zeit eher bedrückend. Was an den ganzen Schicksalsschlägen liegt die Alfonsina wegstecken muss. Trotzdem ist das Buch unglaublich spannend und mitreisend. Vielleicht ist berückend das falsche Wort wahrscheinlich passt beeindruckend besser aber auf eine traurige Art beeindruckend.

Ich konnte beim lesen schmunzel und lachen, hab aber auch die ein oder andere Träne vergossen. Vor allem das Ende hat mich sehr nachdenklich und traurig zurückgelassen.

Und die Moral von der Geschichte: man muss nicht von vielen Menschen akzeptiert oder gewertschätzt werden, sondern nur von wenigen, wenn es dir Richtigen sind.

Fazit:


In einem Wort: Wow!
Ich bin immer noch ziemlich geflasht von dem Buch. Es hat mich schwer beeindruckt und einfach nicht mehr losgelassen. Ich hab das Buch nahezu verschlungen und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Der Inhalt war nicht immer schön aber einfach unglaublich beeindruckend.

Zitate:


Ihr seid doch die Bekloppten!“ platzte Alfonsina heraus. „Weil ihr euch nicht mal vorstellen könnt, wie schön es ist, etwas nur aus Freude zu tun statt aus Zwang.“

Wer einmal für einen Moment wahrhaft glücklich gewesen war und sich daran erinnerte, konnte diesen Augenblick wieder durchleben, was auch immer geschah.

Das Radio spielte weiter, ich stelle es lauter. Die dunkle, schmelzende Stimme von Fred Buscaglione säuselt ein Lied, das eigens für sie uns mich geschrieben worden zu sein schien: „Sieh nur der Mond, sieh nur das Meer, schon heute Nacht fehlst du mir sehr.“ Ihre Gedanken kannten kein Ende. Sie konnte jetzt weiterfahren, wenn sie wollte, oder noch hierbleiben und das zauberhafte Panorama genießen. Schlafen, an einem Grashalm kauen. Oder einen Walzer singen und die Geister zum Tanzen auffordern. Alles, wonach es sie verlangte. Ich bin grenzenlos, dachte sie.

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Veröffentlicht am 21.12.2020

Macht neugierig auf den nächsten Teil.

Reckless 4. Auf silberner Fährte
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Inhalt:
Das vierte Abenteuer hinter den Spiegeln führt Jacob und Fuchs in den fernen Osten. Jacob sucht gemeinsam mit seinem Bruder Will nach einem Spiegel, von dem Sechzehn, das Mädchen aus Glas und Silber, ...

Inhalt:
Das vierte Abenteuer hinter den Spiegeln führt Jacob und Fuchs in den fernen Osten. Jacob sucht gemeinsam mit seinem Bruder Will nach einem Spiegel, von dem Sechzehn, das Mädchen aus Glas und Silber, erzählt hat.Will sinnt nach Rache, Jacob sucht nach Sicherheit für sich und Fuchs, denn der Handel, den er einst mit Spieler geschlossen hat, ist noch nicht vergessen. Aber ein Toter hat andere Pläne, und der Spiegel, nach dem sie suchen, gebiert eine furchtbare Jägerin.

Cover:
Das Cover sieht sehr hochwertig aus. Sehr positiv überrascht war ich, als ich den Schutzumschlag abgemacht habe und das Cover darunter genau so gut aussah. Das ist wirklich selten und gefällt mir wirklich sehr gut.
Toll ist auch die Karte mit der das Buch beginnt. Und das jedem Kapitel ein Bild voraus gestellt ist finde ich auch sehr schön. Das stimmt einen gut auf das kommende Kapitel ein und die Bilder passen auch wirklich gut zu den Kapiteln, was man merkt wenn man nach dem Lesen einfach mal zum Beginn des Kapitels zurückblättert.

Meinung:
Die meisten Figuren sind einem ja schon aus den vorherigen Bänden bekannt und ans Herz gewaschen. Ich konnte mich auch sehr gut und schnell wieder in die einzelnen Charaktere einfühlen. Es tauchen aber auch ein paar neue Charaktere auf.
Da möchte ich besonders Hideo erwähnen. Er ist eine wirklich interessante Figur von der wir, wie ich annehme im folgenden Band (oder folgenden Bänden?) noch so einiges erwarten können. Mit seinen Tattoos die ihm in jeder bedrohlichen Lage helfen ist er der ideale Beschützer.
Wen ich auch erwähnen möchte ist Kamiens Sohn. Er ist kein Mensch aber auch kein Goyle. Er kommt am ehesten nach der Fee die ihm das Leben geschenkt hat. Er kann Dinge sehen die anderen verborgen bleiben und er scheint wahnsinnig schnell groß zu werden. Ich denke auch er wird in den nächsten Bänden eine große Rolle spielen.
Ich könnte mir sogar vorstellen, dass mit seiner Hilfe und der des goldenen Garns natürlich, die Feen zurückkommen und so die Elrelfen besiegt werden. Aber wie gesagt das ist nur meine Vermutung. Ich weiß auch nicht wie viele Bände noch geplant sind, obwohl ich denke, dass man die Spiegelsaga endlos ausdehnen könnte.

Das vierte Buch steigt jedenfalls genau da ein wo das dritte aufgehört hat. Da das Lesen von Band 3 bei mir schon ca. drei Jahre her war, fiel es mir etwas schwer wieder in die Story reinzukommen. Ich hab mir daher nochmal die Zusammenfassungen der letzten drei Bücher durchgelesen, damit ging es dann besser. Das wurde ich auch jedem empfehlen bei dem das lesen der letzten Bücher schon länger her ist.

Der Schreibstil ist natürlich wie immer große Klasse. Auch mal wieder in die Welt hinter den Spiegel einzutauchen hat mir große Freude gemacht.

Ist schon cool das Cornelia Funke ganz viele Anspielungen auf ihre eigenen Bücher in der Geschichte versteckt hier mal zwei Beispiele die mir gut gefallen haben: „Jacob hatte ihm oft von den Männern erzählt, die den winzigen Elfen den Honig stahlen, um damit die Flammen zu zähmen. Feuertänzer.... (Seite 111) Anspielung auf Tintenherz und „In dem er nach einem Karussell gesucht hatte, das Kinder zu erwachsen macht und Erwachsene zu Kindern.“ (Seite 388) Anspielung auf Herr der Diebe.

Die Geschichte geht zunächst in kleinen Schritten voran. Der Anfang des Buches hat sich meiner Meinung nach doch arg gezogen.

Dafür das das Japan Thema auf dem Cover und auch in dem Klappentext so angepriesen wird, kam es mir dann doch etwas zu kurz. Ich glaube am Ende waren unsere Helden vielleicht zwei Wochen in „Japan“? Danach ging es gleich wieder nach „Europa“. Allerdings wurde es meiner Meinung nach auch erst ab diesem Zeitpunkt wieder spannend (nach ca. einem drittel des Buches). Die Gefangenschaften von Jacob war sehr gut beschrieben und seine Flucht mit dem Goyl zusammen war mit das Spannendste.

Zum Ende hin war es dann wieder so spannend, dass man am liebsten sofort mit dem nächsten Buch weiter lesen möchte. Ich war auch sehr froh das sich Fuchs und Jacob wieder gefunden haben und das beide wohl auf sind. Es ist einfach harmonischer, wenn die beiden ein Team sind.

Ich bin mir sicher, dass es mindestens einen weiteren Band geben wird. Immerhin endet das Buch damit das Jacob eine neue Aufgabe erhält um etwas oder besser gesagt jemanden zu finden. Jacob soll im Auftrag von Kamien Apollo und die die Wachs zum Atmen bringen kann finden. Es hängt bestimmt wieder alles mit den Feen zusammen. Obwohl ich glaube das Apollo auch ein Erlelf ist. Außerdem lernen wir im nächsten Buch bestimmt Jacobs und Fuchs Tochter kennen.

Hoffentlich müssen wir auf den neuen Band nicht wieder so lange warten wir auf den jetzigen.

Fazit:
Eigentlich sind am Ende des Buches wieder viel mehr Fragen offen als zu Beginn.

Wer kann Wachs zum atmen bringen? Wie wird Will aus dem Spiegel entkommen? Soll das einfach das Ende von Sechzehn gewesen sein? Einfach so? Werden sich Spielers Golems gegen ihn auflehne? Was wird aus den Feen? Warum ist ein kleines Mädchen für Spieler so gefährlich? Werden sich Jacob und Will noch einmal näher kommen?
Fragen über Fragen... Da können wir wirklich nur hoffen, dass sich Cornelia Funke nicht zu viel Zeit mit dem neuen Band lässt.

Alles in allem hat mir das Buch aber recht gut gefallen. Es macht auf alle Fälle sehr neugierig auf kommendes.

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Veröffentlicht am 07.11.2020

Follett schafft es auch in diesem Buch wieder das Leben zu dieser Zeit anschaulich an den Leser weiterzugeben

Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit
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Meinen ersten Follett habe ich vor Jahren geschenkt bekommen, das waren die Säulen der Erde, es lag lange im Regal bis ich mich wagte es zu lesen, dann habe ich es verschlungen. Es war der Beginn von vielen ...

Meinen ersten Follett habe ich vor Jahren geschenkt bekommen, das waren die Säulen der Erde, es lag lange im Regal bis ich mich wagte es zu lesen, dann habe ich es verschlungen. Es war der Beginn von vielen Follett Büchern. Jetzt die Vorgeschichte, ich war skeptisch, man liest ja viel von solchen Werken die eher schlecht sind. Aber Follett schafft es uns wieder zu fesseln, von Anfang bis Ende, Geschichtsthemen durch einzelne Figuren zu uns zu bringen. Jede einzelne Figur kurz aber prägnant beschrieben, es wird von Anfang an klar wer Gut und Böse ist.
Was ich an Follett liebe sind seine Zitate die wir in der jetzigen Zeit brauchen
„Der Unwissende hält Ausländer für dumm-ohne zu begreifen, das er in einem anderen Land ganz genauso dumm erscheinen würde“

„Für einen Hund war es immer besser, irgendwohin zu gehen, als zurückgelassen zu werden. Edgar fragte sich, ob das auch seine Denkweise sei, und war sich der Antwort nicht sicher.“

Er greift wiederrum das entscheide Thema des Mittelalters und darüber hinaus auf, die Macht der Reichen und Angesehen, über Generationen vererbte Rechte und natürlich die Macht der Kirche, die Menschen klein zu halten. Das harte Leben gezeichnet durch brutale Kämpfe, Vergewaltigungen, Betrug, Intrigen, den Umgang mit Untertanen und Sklaven. Wir erleben die Geschichte von drei wirklich korrupten Brüdern Wynstan, Wigelm und Wilwulf, im Gegensatz dazu natürlich das Gute, Aldred, Den, Ragna, Edgar, die den Mächtigen und Dummen den Kampf ansagen.


Die 1024 Seiten waren spannend zu lesen, manchmal etwas flach und am Ende etwas dick aufgetragen. Das Gute gewinnt das Böse verliert und das alles mit der Entwicklung von Dreng's Ferry zu Kingsbrigde.

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Veröffentlicht am 01.11.2020

irreführender Klappentext

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„Du suchst nach Wahrheiten, was prinzipiell ja nicht schlecht ist. Nur glaube ich, dass du sie vor allem offline finden wirst und nicht zwischen Nullen und Einsen.“ (Seite 217)

Inhalt:
Was würdest du ...

„Du suchst nach Wahrheiten, was prinzipiell ja nicht schlecht ist. Nur glaube ich, dass du sie vor allem offline finden wirst und nicht zwischen Nullen und Einsen.“ (Seite 217)

Inhalt:
Was würdest du tun, wenn es eine App gäbe, die deine Zukunft vorausberechnen kann? Du fütterst sie mit deinen Daten, gewährst Zugang zu deinen Sozial-Media-Kanälen – und erfährst, wie dein Leben verlaufen wird. Jonas weigert sich, das Ergebnis zu akzeptieren. Er ist gerade mit der Schule fertig und kann es kaum erwarten, sein eigenes Leben zu beginnen. Als das Programm ihm vorhersagt, dass
er dieselben Fehler wie sein verhasster Vater machen wird, beschließt er, das Schicksal zu durchkreuzen: Sei unberechenbar! Mit der wildfremden Sun trampt er nach Norden und sucht das Abenteuer. Von dem kämpferischen Mädchen lernt er, das Leben selber in die Hand zu nehmen. Aber Sun verfolgt einen eigenen Plan.

Meinung:
Denn Schreibstil fand ich etwas gewöhnungsbedürftig, da der Erzähler zwischendrin immer mal ganz schöne Sprünge macht. Das Bucht ist ja nicht sehr dick und relativ groß geschrieben, daher eignet es sich auch für „Wenigleser“ bzw. Leseanfänger.
Die Geschichte nimmt schnell Fahrt auf. Das gefiel mir gut an dem Buch, da es keine ewig lange Landschafts- oder Personenbeschreibung gab.
Die Story ist objektiv betratet nicht sehr umfangreich. Wenn an es reell betrachtet gibt es drei Handlungsorte, daher finde ich lässt sich das Buch auch gut in drei Teile gliedern.

Teil eins fand ich noch relativ spannend aber leider auch sehr weit hergeholt. Wir lernen die Figuren und ihr Umfeld kennen.
Dann geht es zu einer mega abgedrehten, und sagen wir es wie es ist, zu einer sehr unglaubwürdigen Party. Es wird ordentlich die Sau raus gelassen und auch der Drogen- und Alkoholkonsum kommt nicht zu kurz. Das ist eh ein Kritikpunkt den ich an dem Buch habe. Es wird so gut wie ständig gesoffen und alle finden das normal, weil es ja junge Leute sind die sich austesten müssen... Auch die ganze Sache das sich alle die ganze Zeit über bewerten fand ich sehr anstrengend. Auch wenn mir klar ist das es mit Absicht überspitzt dargestellt ist um dem Leser die Augen zu öffnen. Trotzdem war es mir eine Spur zu viel von allem.

Der zweite Teil des Buches ist komplett anders als der erste Teil. Es geht um Natur und um die einfachen Dinge im Leben. Die Berghütte finde ich dafür einen gut gewählten Schauplatz. Auch das es dort oben kein Internet und kein Handynetz gibt fand ich gut gelöst so mussten sich die Figuren mit sich selbst beschäftigen, statt nur mit der virtuellen Welt. In diesem Zusammenhang viel auch das Zitat das mir an dem Buch am besten gefallen hat: „Du suchst nach Wahrheiten, was prinzipiell ja nicht schlecht ist. Nur glaube ich, dass du sie vor allem offline finden wirst und nicht zwischen Nullen und Einsen.“ (Seite 217)

Der dritte Teil spielt dann wieder in der „realen Welt“ nämlich in Köln.
Am Ende überschlagen sich die Ereignisse grade zu. Man erfährt Suns Geheimnis und das hat es echt in sich. Es gibt schnelle Wechsel zwischen den einzelnen Szenen und ein sehr überraschendes Ende. Ob das Ende jetzt gut war oder nicht darüber kann man sicherlich streiten. Mir persönlich war es zu abrupt und auch ein Stück weit zu erzwungen. Es hat mich leider nicht wirklich überzeugt. Wahrscheinlich weil es auch hier wieder eine Stur zu viel des Guten war.

Figuren:
So richtig sympathisch war mir leider keine der Figuren.

Jonas ist die angebliche Hauptfigur des Buches. (Ich schreibe absichtlich angebliche, weil es meiner Meinung nach nicht stimmt.) Ich würde eher sagen Jonas ist zwar der Erzähler der Geschichte aber die richtige Hauptfigur ist Sun.
Jonas ist sehr naiv und macht einfach immer das Gegenteil von dem, was er denkt das alle von ihm erwarten. Er tut das wohl, weil er die Maschine austricksen will. Jonas betrachtet die Maschine als Gegner und will alles tun um in ihren Augen wie ein anderer Mensch dazustehen.
Er weiß auch nicht was er eigentlich will und versucht sich auf seiner Reise die Frage nach dem Sinn des Lebens zu beantworten und herauszufinden was er mir seinem Leben anstellen soll. Klar ist für ihn nur das er nicht die Fehler seiner Eltern wiederholen will. Ob er damit glücklich wird oder nicht steht für ihn erst mal an zweiter Stelle, Hauptsache anders, anders als es alle erwarten und besonders anders als es die Maschine erwartet.

Sun ist die einzige Figur die mir halbwegs sympathisch war. Sie ist immerhin echt und nicht so drüber wie die anderen beiden Mädels und unser Möchtegern „ich bin anders als alle denken“ Jonas.
Man merkt Sun auch an, dass ihr die Hütte und ihre Familie sehr am Herzen liegen. Man merkt aber auch schnell, dass Sun ein gewaltiges Problem hat und das macht sie zu einer interessanten Figur.
Ich fand es schon heftig was Sun alles so durchgemacht hat, bin mir aber noch nicht sicher ob das ihr Verhalten rechtfertigt. Jedenfalls ist sie mehr als sie zu sein scheint. Sehr viel mehr wie wir am Ende erfahren werden.

Fazit:
Leider fehlt dem Buch die Tiefe. Was wirklich schade ist, weil die Idee mit der Maschine die dein Leben errechnen kann wirklich interessant klang. Da wird aber leider viel zu wenig drauf eingegangen. Die eigentliche Hauptstory der Buches (zumindest laut Klappentext) rückt schon nach kürzester Zeit in den Hintergrund und bleibt dort bis zum Ende des Buches. Wirklich schade. Daher ist auch der Klappentext für mich eher irreführend. Und vielleicht bin ich deshalb so enttäuscht von dem Buch.
Allerdings muss ich zugeben, dass mich das Ende wirklich überrascht hat. Ich hätte wirklich nicht gedacht das mich das Buch auf den letzten Seiten nochmal so flacht.

Alles in allem war das Buch aber leider nicht so mein Fall. Daher auch nur eine Bewertung von 2,5 Sternen. Es hat sich zwischenzeitlich schon sehr gezogen und es waren mir zu viele Dinge an den Haaren herbei gezogen die einfach unrealistisch sind. Und dann der ganz große Kritikpunkt die Sache mit dem irreführenden Klappentext.

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