Achterbahnfahrt mit einer Band
Dass es uns überhaupt gegeben hatMarco Wanda beschreibt den Werdegang der gleichnamigen Band bis in die Gegenwart. Ich kannte weder ihn noch die Band. Habe mir viele Clips von Liedern angehört, die allesamt an mir vorbeigegangen sind. ...
Marco Wanda beschreibt den Werdegang der gleichnamigen Band bis in die Gegenwart. Ich kannte weder ihn noch die Band. Habe mir viele Clips von Liedern angehört, die allesamt an mir vorbeigegangen sind. So las ich also gänzlich ‚unbefleckt‘.
Anfangs wird es dem Leser alles anderes als leicht gemacht. Der Einstieg und die folgenden ca. 90 bist 100 Seiten sind sehr mühsam. Der Autor bombardiert uns mit Namen und reiht tagebuchartig Ereignisse an, die zumindest einen Vorgeschmack darauf geben, was neben der Musik noch im Zentrum seines Lebens steht und das ist nicht ruhmvoll. Erst als sich der Erfolg langsam einstellt und die Band einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht, gestaltet sich die Lektüre flüssiger. Zufall oder Absicht?
Nur mit Widerwillen habe ich weitergelesen. Und tatsächlich, ist es eines der wenigen Bücher, die eine Kehrtwende hinbekommen. Die Erzählungen werden flüssiger, die Schilderungen sind schonungslos, aber ehrlich. Natürlich bekommt man einen Einblick, dass das Musikgeschäft alles andere als ein Zuckerschlecken ist. Ich fragte mich: Lohnt der Einsatz für diesen fragwürdigen Ruhm?
Im letzten Drittel schlägt das Leben mit Leid und Trauer zu. Unabhängig vom Bekanntheitsgrad muss wohl jeder Mensch sich früher oder später mit diesen Themen auseinandersetzen. Für den Leser bedeutete das ein Wechselbad der Gefühle und Konfrontation mit der Endlichkeit.
Ich stellte mir beim Lesen häufiger die Frage, ob jemand, der gute Songtexte schreibt, auch zum Autoren geboren ist? Eine Antwort kann ich nicht abschließend geben. Jedenfalls ist es dem Autor weitestgehend gelungen, einen Einblick in seine Gedankenwelt zu geben, ihn als Person greifbarer zu machen. Auf jedem Fall ist ihm gelungen, einen Blick hinter die Kulissen zu geben, was es auch bedeuten kann, jeden Tag in einer anderen Stadt auf der Bühne zu stehen.
Trotz intensiver Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des Internets bin ich kein Fan der Gruppe geworden. Hätte ich ihre Musik vor 35 Jahren gehört, wäre es vielleicht anders gekommen.
Sicherlich lesen und bewerten eingefleischte Fans nochmals ganz anders.
Fazit: Für das erste Drittel es Buches würde ich nur einen Stern vergeben, für das letzte 4. Eine abschließende Wertung ist für mich nicht einfach.