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JonasRoka

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.09.2025

Achterbahnfahrt mit einer Band

Dass es uns überhaupt gegeben hat
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Marco Wanda beschreibt den Werdegang der gleichnamigen Band bis in die Gegenwart. Ich kannte weder ihn noch die Band. Habe mir viele Clips von Liedern angehört, die allesamt an mir vorbeigegangen sind. ...

Marco Wanda beschreibt den Werdegang der gleichnamigen Band bis in die Gegenwart. Ich kannte weder ihn noch die Band. Habe mir viele Clips von Liedern angehört, die allesamt an mir vorbeigegangen sind. So las ich also gänzlich ‚unbefleckt‘.

Anfangs wird es dem Leser alles anderes als leicht gemacht. Der Einstieg und die folgenden ca. 90 bist 100 Seiten sind sehr mühsam. Der Autor bombardiert uns mit Namen und reiht tagebuchartig Ereignisse an, die zumindest einen Vorgeschmack darauf geben, was neben der Musik noch im Zentrum seines Lebens steht und das ist nicht ruhmvoll. Erst als sich der Erfolg langsam einstellt und die Band einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht, gestaltet sich die Lektüre flüssiger. Zufall oder Absicht?

Nur mit Widerwillen habe ich weitergelesen. Und tatsächlich, ist es eines der wenigen Bücher, die eine Kehrtwende hinbekommen. Die Erzählungen werden flüssiger, die Schilderungen sind schonungslos, aber ehrlich. Natürlich bekommt man einen Einblick, dass das Musikgeschäft alles andere als ein Zuckerschlecken ist. Ich fragte mich: Lohnt der Einsatz für diesen fragwürdigen Ruhm?

Im letzten Drittel schlägt das Leben mit Leid und Trauer zu. Unabhängig vom Bekanntheitsgrad muss wohl jeder Mensch sich früher oder später mit diesen Themen auseinandersetzen. Für den Leser bedeutete das ein Wechselbad der Gefühle und Konfrontation mit der Endlichkeit.

Ich stellte mir beim Lesen häufiger die Frage, ob jemand, der gute Songtexte schreibt, auch zum Autoren geboren ist? Eine Antwort kann ich nicht abschließend geben. Jedenfalls ist es dem Autor weitestgehend gelungen, einen Einblick in seine Gedankenwelt zu geben, ihn als Person greifbarer zu machen. Auf jedem Fall ist ihm gelungen, einen Blick hinter die Kulissen zu geben, was es auch bedeuten kann, jeden Tag in einer anderen Stadt auf der Bühne zu stehen.

Trotz intensiver Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des Internets bin ich kein Fan der Gruppe geworden. Hätte ich ihre Musik vor 35 Jahren gehört, wäre es vielleicht anders gekommen.
Sicherlich lesen und bewerten eingefleischte Fans nochmals ganz anders.

Fazit: Für das erste Drittel es Buches würde ich nur einen Stern vergeben, für das letzte 4. Eine abschließende Wertung ist für mich nicht einfach.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Augen so kalt wie Eis

Die Eisfrau
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(Hörbuchfassung)

Man merkt der Geschichte schon deutlich an, dass sie in ihrer Zeit verhaftet ist. Das Rollenverständnis zwischen den Geschlechtern war zum Beispiel noch ein ganz anderes.
Und trotzdem ...

(Hörbuchfassung)

Man merkt der Geschichte schon deutlich an, dass sie in ihrer Zeit verhaftet ist. Das Rollenverständnis zwischen den Geschlechtern war zum Beispiel noch ein ganz anderes.
Und trotzdem fesselte mich das Abenteuer in der Arktis, mit dem mystischen Beginn mit dem Luftschiff, bis zum Schluss.
Solche Abenteuerromane sind heutzutage selten geworden. So bietet die Erzählung einerseits einen historischen Rückblick, andererseits aber auch etwas Zeitloses. Für mich war vor allem die Weiterentwicklung der Figuren interessant.

Der Autor ist bereits 1944 verstorben, er wurde von den Nazi durch das Fallbeil getötet. Vorliegender Roman gehört zu seinen ersten Werken und ist 1933 erstmals erschienen. Rudolph galt als „Groschenroman-Schreiber“. Er veröffentlichte um die 50 Bücher. Das vorliegende würde ich als „ernsthafte“ Literatur bezeichnen. Es ist auch in der Gegenwart noch gut lesbar und mitreißend.

Wolfgang Berger liest routiniert und gut und verschaffte mir ca. 5,5 Stunden interessantes Hörvergnügen.

Fazit: lohnenswert

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Du wirst erst Frieden finden, wenn du dich deiner Vergangenheit stellst!

ANTONIO - Dritter Teil
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Das könnte für mich die Überschrift für den dritten und letzten Teil der Serie sein. Nachdem ich vor kurzem den 2. Band gelesen hatte, wollte ich nicht lange warten, um zu erfahren, wie die Dreiecksgeschichte ...

Das könnte für mich die Überschrift für den dritten und letzten Teil der Serie sein. Nachdem ich vor kurzem den 2. Band gelesen hatte, wollte ich nicht lange warten, um zu erfahren, wie die Dreiecksgeschichte um Antonio, Michele und Johannes endet. Außerdem, wie es mit Francesca und Giuseppe weitergeht. Sich dem Vergangenen zu stellen ist nicht einfach. Dem anderen zu verzeihen auch nicht. Am schwierigsten ist vielleicht aber, sich selbst zu verzeihen.

Der Autor hält auch im letzten Band den flüssig zu lesenden und dialogreichen Schreibstil aufrecht. Ihm gelingt es, den Figuren Leben einzuhauchen.

Teilweise wird die Geschichte fast zu einem Thriller. Trotzdem stehen die Beziehungsverwirrungen weiterhin im Zentrum. Alles wird aufgeklärt, vor allem, wer der Tote ist, der in Band 1 schon erwähnt wurde. Bis dahin werden aber noch einige Schleifen gedreht, die zu ein paar kleinen Längen zwischendrin führen. Der Schluss wirkte auf mich ein wenig zu konstruiert, aber ansonsten wieder eine schöne Lektüre, die mich gut zu unterhalten wusste.

Fazit: Die Gegenwart wird von der Vergangenheit eingeholt und die Erzählstränge finden zueinander und ihren Abschluss.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Die Geschichte von Antonio geht weiter

Antonio - Zweiter Teil
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Mir hat der 1. Teil sehr gut gefallen und ich war neugierig, wie sich der Handlungsverlauf weiterspinnt. Ich wurde nicht enttäuscht. Antonio wird zwar ins Internat abgeschoben, aber dort ergeben sich ...


Mir hat der 1. Teil sehr gut gefallen und ich war neugierig, wie sich der Handlungsverlauf weiterspinnt. Ich wurde nicht enttäuscht. Antonio wird zwar ins Internat abgeschoben, aber dort ergeben sich neue Möglichkeiten für ihn, und er findet den Freund fürs Leben: Stefan. Hinzu bekommt er neuen Familienanschluss, da sein Vater sich weiterhin nicht mit Ruhm bekleckert, auch nicht bezüglich Francesca.
Er ahnt jedoch nicht, dass Michele weiterhin ein schützende Hand über ihn hält, denn im Internat treibt ‚Landsmann‘ sein Unwesen. Johannes hingegen begegnet er leibhaftig, aber annähernd geklärt erscheint die Art ihrer Beziehung bei Weitem nicht…

Teil 1 spielte hauptsächlich auf 2 Erzähl- und Zeitebenen (London und Schweiz), jetzt kommt eine 3. hinzu: NewYork, wo Michelle sich ein neues Leben aufgebaut hat. Teil 2 knüpft nahtlos an den Vorläufer an; und ich finde, sprachlich ist er noch ein Stück weiter entwickelt. Der Spannungsbogen ist ziemlich gut und noch immer ist nicht klar, wo die Reise letztendlich hinführt.

Manko: Der Druck war z.T. (immer die linken Seiten) etwas fehlerhaft, aber nicht so, dass das mein Lesevergnügen ernsthaft einschränkt hätte.

Fazit: Lohnende Fortsetzung, habe bereits Band 3 bestellt

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Besondere, übernatürliche Fähigkeiten sollten nicht in die falschen Hände geraten

Das Tor
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Ich hatte zunächst die Fortsetzung „Yesterday“ gelesen. Die machte mich neugierig auf Band 1.
Hier ist Elisabeth (die Großmutter von Hannah) die Hauptfigur und Karin, ihre Zwillingsschwester, die in einer ...

Ich hatte zunächst die Fortsetzung „Yesterday“ gelesen. Die machte mich neugierig auf Band 1.
Hier ist Elisabeth (die Großmutter von Hannah) die Hauptfigur und Karin, ihre Zwillingsschwester, die in einer anderen Zeitlinie lebt. Titelgebend ist das Portal, das die Zeitsprünge ermöglicht.

Interessant war für mich auch, nochmals etwas mehr über die Ereignisse bei der Geburt von Elisabeth mitten im Bombenhagel auf Essen im Jahr 1943 zu erfahren und welche Beeinflussung das „grüne Band“ dabei hatte.

Neben diesen phantastischen Elementen folgt der Roman den Vorgaben eines Thrillers, mit sehr spannenden Höhepunkten. Gerade die Szenen in der Grube und auf dem Flughafen werden so eindrucksvoll geschildert, dass mir „das Blut in den Adern gefror“.

Gerade zum Ende hin gab es nochmals ein äußerst spannende Wendung, die ich so nicht erwartet habe, die sich aber – im Rahmen der Gesamtgeschichte – schlüssig einfügte.

Auch dieses Mal hat mir der Schreibstil des Autors wieder sehr gut gefallen.

Fazit: Eines dieser Bücher, die man intuitiv aus dem großen Stapel zieht, da man nicht mehr erwarten kann, wo die Lesereise einen hin entführen wird.

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