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JonasRoka

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2025

Augenöffner

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Ich bin in sehr religiösem Umfeld aufgewachsen, habe aber als recht junger Mensch schon begonnen, zu hinterfragen und mir meine eigenen Gedanken zu machen. Anfang der 90er wurde das Buch von Tilman Moser ...

Ich bin in sehr religiösem Umfeld aufgewachsen, habe aber als recht junger Mensch schon begonnen, zu hinterfragen und mir meine eigenen Gedanken zu machen. Anfang der 90er wurde das Buch von Tilman Moser „Gottesvergiftung“ dabei sehr bedeutend für mich.

Per Zufall bin ich auf einer Buchmesse nun auf vorliegendes Buch gestoßen. 21 Beiträge ganz unterschiedlicher Autorinnen und Autoren, die verschiedene Aspekte des Themas durchleuchten.
Sie zeigen das ausufernde Drama der Verflechtung zwischen Staat und Kirche in Deutschland auf.

Es gibt so einiges, was man als selbstverständlich hingenommen hat, so z.B. dass man als Arbeitnehmer bei der Caritas oder beim diakonischen Werk eben einer Kirche zugehörig sein muss. Doch ist das auch rechtens? Oder, dass man auf bei der Einkommenssteuererklärung seine Konfession angeben muss.

Manche Beiträge richten auch nochmals den Blick auf die christliche Religion selbst. In welchem Aberglauben sind wir eigentlich erzogen worden? Besonders die katholische Kirche rückt dabei in den Fokus, aber auch die Protestanten haben offensichtlich nur gegen die schlimmsten Auswüchse protestiert. Der Kern der Sache wird in Frage gestellt.

Besonders der Beitrag von Klaus Ungerer „Die frohe Botschaft“ und der einleitende Artikel vom Herausgeber „Glaube.Macht.Gott“ sind besonders lobend zu erwähnen.

Für mich ein absolut bereicherndes Buch, ein tiefgehender und facettenreicher Einblick, bei dem es mich auch nicht sehr gestört hat, dass es inhaltlich manche Wiederholung gibt.


Fazit: Bin dankbar für dieses Buch.

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Zwei Auserwählte in einer Familie

Kinder des Schicksals
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Der eine wird erbittert gejagt, auf den Schultern des anderen liegt die Hoffnung der Welt und beides sind noch Kinder.
Das Buch hat es mir aber nicht leicht gemacht, einen Einstieg zu finden. Den langen ...

Der eine wird erbittert gejagt, auf den Schultern des anderen liegt die Hoffnung der Welt und beides sind noch Kinder.
Das Buch hat es mir aber nicht leicht gemacht, einen Einstieg zu finden. Den langen Prolog und das erste Kapitel „Was hinter uns liegt“ konnte ich nicht einordnen. Erst ab Seite 38 knüpft für mich dann die Handlung am 1. Teil „Das Vermächtnis der Götter“ an, es geht weiter mit Marek und Adan und ihrer Familie. Im Laufe der Handlung bekommen sie sogar noch Zuwachs von ihrer neuen „Schwester“. Und auch das Schicksal von Jarell und seinen Eltern bleibt aufs engste mit ihnen verbunden.

Im ersten Teil taucht Mira auf, sie ist mit dem fahrenden bzw. fliegenden Volk unterwegs und bald wird klar, dass in ihr unglaubliche magische Fähigkeiten verborgen liegen. Diese Passage hat mir am besten gefallen: „Das fremde Mädchen“ und auch das nächste mit ihr „Entscheidungen“. Sehr gut hat mir auch der Rückblick auf die Geschichte von Honatius Silberwiesel gefallen, dadurch wird seine tragende Bedeutung klarer.

Mit dem Überraschungsangriff und der Zerstörung des Zufluchtsortes der Familie Tok beginnt eine sehr lange Passage, der Flucht, des Gemetzels, der nur teilweise gelungenen Abwehr und immer wieder neuer aussichtsloser Situationen. Die Vorzeichen beginnen ca. ab Seite 200 und reichen dann bis fast zum Ende. Erinnerte mich tatsächlich stark an den 3. Film von „Herr der Ringe“, da war ja auch fast nur Schlacht. Lange Zeit sieht es so aus, als ob die Helden-Gruppe – wie in amerikanischen Filmen – unzerstörbar sei. Das bleibt aber nicht so bis zum Ende. Trotzdem hat mir dieser Hauptteil nicht so gelegen.

Wenig überraschend war für mich, wer sich als Verräter herausstellt. Dass die bösen Widersacher immer die gleiche Platte abspielen, von Vorsehung und so. Nun ja.

Der lockere und gut zu lesende Schreibstil des Autors hat mir auch dieses Mal wieder gut gefallen.

Fazit: Nicht ganz so herausragend wie der 1. Teil, aber durchaus unterhaltsam, gebe knapp den 4. Stern.

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Beeinflusst populäre Musik den Zeitverlauf?

Yesterday
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Für mich sind Romane, die Zeitreisen in jeglicher Form behandeln, per se lesenswert. Darin mit selbst-konstruierten Maschinen zu reisen ist absolut Old School. Stellt sich also die Frage, wie gelingt ...


Für mich sind Romane, die Zeitreisen in jeglicher Form behandeln, per se lesenswert. Darin mit selbst-konstruierten Maschinen zu reisen ist absolut Old School. Stellt sich also die Frage, wie gelingt der moderne Sprung? In diesem Roman hat die Protagonistin eine Gabe geerbt und gelangt durch ein Tor in ihrem Garten in die Vergangenheit. Das möchte ich einmal so stehenlassen. Sie erhält bei ihrem ersten Sprung einen Auftrag von der Zwillingsschwester ihrer kürzlich verstorbenen Großmutter, die in einer parallelen Zeitlinie lebt.

Hannah, ein 16jähriger Teeny, muss zurück ins Jahr 1966, um dort einen Anschlag auf die Beatles zu verhindern. Doch sie strandet bereits zwei Monate vor dem entscheidenden Datum in dem für sie fremden Jahrzehnt und muss sich erst einmal in den Alltag dort einfädeln. Das macht den Hauptteil der Handlung aus. Ihre Begegnung mit der ein paar Jahre älteren Gisela, in der sie eine Seelenverwandte findet und sich auch körperlich angezogen fühlt, ist ihr größter Glücksgriff. Muffige Familienfeiern, alte Rollenbilder, eingeschränkter Aktionsradius von Frauen und ein ganz anderer Musikgeschmack, daran muss sich Hannah erst einmal gewöhnen.

Ich habe mit großem Vergnügen als auch noch in den 60ern Geborener, aber diese Zeit nicht mehr bewusst Miterlebender, die Ausführungen gelesen und bekam ein konkretes Bild dieser Epoche. Vieles erinnerte mich an die 70er, die ich dann schon mit wachen Augen mitbekommen habe. Gerade die verwandtschaftlichen Zusammenkünfte aus dieser Zeit schweben mir noch lebhaft im Gehirn herum.

Dass die Zeitlinien durch Reisen in die Vergangenheit ganz schön durcheinandergeraten können, ist spätestens seit „Zurück in die Zukunft“ - Teil 2 allgemein bekannt. Hier vermischt der Autor ein wenig, da er auch von Parallelwelten spricht. Bei denen verhält es sich anders.

Der Schreibstil hat mir sehr gefallen, aber vor allem hat mich beeindruckt, wie perfekt es dem Autor gelingt, eine Jugendliche dermaßen authentisch zu beschreiben. Rundum ist das Werk gut zu lesen und fesselnd.

Fazit: Ein Roman, der mich positiv zu überraschen wusste. Sicherlich nicht mein letztes Buch von diesem Autor.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Ein Blick von außen nach innen und wieder zurück

Meine deutsche Geschichte
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Der Autor ist Ende der 90er als Kind mit seinen Eltern aus der Ukraine nach Deutschland eingewandert. Er berichtet von seinen persönlichen Erfahrungen in dem zunächst so fremden Land. Seine Integration ...

Der Autor ist Ende der 90er als Kind mit seinen Eltern aus der Ukraine nach Deutschland eingewandert. Er berichtet von seinen persönlichen Erfahrungen in dem zunächst so fremden Land. Seine Integration gelingt, er „macht seinen Weg“, wie man so schön sagt, er studiert und arbeitet nun als politischer Berater im Deutschen Parlament.

Im Buch schreibt er über seine Sichtweise der Dinge mit Schwerpunkt Ukraine und Judentum. Er positioniert sich, ohne übergriffig oder missionarisch zu wirken. Dabei führt der die Leserschaft gut durch sein Werk, indem er in einleitenden Sätzen klar formuliert, was zu erwarten ist und was eher nicht. Mitunter sind die verschiedenen Themen nur angerissen, doch bezüglich des Umfangs des vorliegenden Buches wäre es auch gar nicht möglich, tiefgehend in die Materie einzusteigen. So ist es auch ein Überblick über die aktuell relevanten Themen aus Sicht des Autors.

Fazit: Gut zu lesen, interessant und überraschend unterhaltsam

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Die verschiedenen filmischen Darstellungen eines der bedeutendsten Komponisten

Bach bewegt
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Gerade höre ich jeden Mittwoch in der Kuppelkirche in Darmstadt ‚Bach zum Mittag‘.
Der Organist spielt ca. eine halbe Stunde aus dem schier unerschöpflichen Vorrat zu Ehren des 275. Todestages von Bach ...

Gerade höre ich jeden Mittwoch in der Kuppelkirche in Darmstadt ‚Bach zum Mittag‘.
Der Organist spielt ca. eine halbe Stunde aus dem schier unerschöpflichen Vorrat zu Ehren des 275. Todestages von Bach und zum 150. Geburtstag des großen Bachinterpreten Albert Schweitzer. So ist vielleicht auch das Erscheinen dieses Buches im Jahr 2025 kein Zufall.

Ich war überrascht, wie wenig über Bachs persönliches Leben bekannt ist und nicht einmal ganz gesichert ist, wie er überhaupt ausgesehen hat. Wenn nun ein Regisseur oder eine Regisseurin einen Film über ihn drehen möchte, können sie nur auf Eckdaten zurückgreifen. Das sehr unterschiedliche Werke dadurch entstanden sind, war mir klar. Das Buch bietet einen Überblick. Wo noch möglich, hat der Autor mit Schauspielern und weiteren Beteiligten persönlich gesprochen und lässt ihre Erinnerungen auch in das Buch einfließen.
Außerdem wirft er einen Blick auf eine Auswahl an Filmen, in denen einzelne Werke von Bach eine zentrale Rolle spielen. Nicht fehlen darf aber auch ein Besuch bei Bachs Nachfolger als Kantor in Arnstadt und beim Thomaskantor in Leipzig: Andreas Reize.

Es gibt sehr viele Querverweise und Hintergrundinformationen. Das Buch ist gut zu lesen und wird durch einige schw/w Fotos von Filmszenen oder von der getroffenen Personen aufgelockert. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bisher keinen einzigen der besprochenen Film gesehen habe. Ich kenne nur den Film „Bach in Brazil“ aus dem Jahr 2016, in dem es aber nicht um das Leben des großen Meisters geht.

Fazit: Das Buch hat mich animiert, tiefer in die Materie einzusteigen, einige der vorgeschlagenen Clips anzuschauen und nach Personen zu googeln.

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