Augenöffner
EXITIch bin in sehr religiösem Umfeld aufgewachsen, habe aber als recht junger Mensch schon begonnen, zu hinterfragen und mir meine eigenen Gedanken zu machen. Anfang der 90er wurde das Buch von Tilman Moser ...
Ich bin in sehr religiösem Umfeld aufgewachsen, habe aber als recht junger Mensch schon begonnen, zu hinterfragen und mir meine eigenen Gedanken zu machen. Anfang der 90er wurde das Buch von Tilman Moser „Gottesvergiftung“ dabei sehr bedeutend für mich.
Per Zufall bin ich auf einer Buchmesse nun auf vorliegendes Buch gestoßen. 21 Beiträge ganz unterschiedlicher Autorinnen und Autoren, die verschiedene Aspekte des Themas durchleuchten.
Sie zeigen das ausufernde Drama der Verflechtung zwischen Staat und Kirche in Deutschland auf.
Es gibt so einiges, was man als selbstverständlich hingenommen hat, so z.B. dass man als Arbeitnehmer bei der Caritas oder beim diakonischen Werk eben einer Kirche zugehörig sein muss. Doch ist das auch rechtens? Oder, dass man auf bei der Einkommenssteuererklärung seine Konfession angeben muss.
Manche Beiträge richten auch nochmals den Blick auf die christliche Religion selbst. In welchem Aberglauben sind wir eigentlich erzogen worden? Besonders die katholische Kirche rückt dabei in den Fokus, aber auch die Protestanten haben offensichtlich nur gegen die schlimmsten Auswüchse protestiert. Der Kern der Sache wird in Frage gestellt.
Besonders der Beitrag von Klaus Ungerer „Die frohe Botschaft“ und der einleitende Artikel vom Herausgeber „Glaube.Macht.Gott“ sind besonders lobend zu erwähnen.
Für mich ein absolut bereicherndes Buch, ein tiefgehender und facettenreicher Einblick, bei dem es mich auch nicht sehr gestört hat, dass es inhaltlich manche Wiederholung gibt.
Fazit: Bin dankbar für dieses Buch.