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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2026

Spannend

Die Insel meiner Schwester
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Das Buch wurde mir von einer Freundin empfohlen und schon das atmosphärische Cover hat mich sofort angesprochen. Der Klappentext versprach eine intensive Geschichte ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Das Buch wurde mir von einer Freundin empfohlen und schon das atmosphärische Cover hat mich sofort angesprochen. Der Klappentext versprach eine intensive Geschichte über eine besondere Geschwisterbeziehung, genau mein Ding. Zwei Halbschwestern, die sich erst als Teenager kennenlernen und trotzdem ein enges Band entwickeln, das klang emotional und spannend zugleich.

🧠 Meine Meinung:

Ich war sofort in der Geschichte. Die Erzählweise aus Mirjams Sicht schafft Nähe, und ich konnte ihre Verletzlichkeit nach ihrer Trennung sehr gut nachempfinden. Besonders interessant fand ich aber die Entwicklung der Schwesternbeziehung. Plötzlich ist da einfach eine Halbschwester. 14 Jahre lang unbekannt. Das Kennenlernen empfand ich vorsichtig und gleichzeitig schön. Die folgende Beziehung eher intensiv, manchmal brüchig und dennoch als eine tiefe Verbundenheit. Dann Funkstille, aber was ist passiert?
Der Spannungsaufbau ist stark. Schon im Prolog wird auf ein mögliches Worst-Case-Szenario hingedeutet, das sich dann langsam, aber wirkungsvoll zuspitzt. Das Inselsetting verstärkt die dichte, teils beklemmende Atmosphäre enorm. Man möchte unbedingt wissen "WAS" und vor allem "WEM" im Prolog etwas passiert ist. Ca 70 Seiten vor Ende beginnt der Showdown, der mich nochmal richtig gepackt hat.
Das Ende, nach dem Showdown ist zwar konsequent und verständlich, hat mich aber im Nachklang ganz leicht unzufrieden zurückgelassen,  wenn auch nur minimal.

✅️ Fazit:

Ein atmosphärisches, psychologisch spannendes Familiendrama über Loyalität, Abhängigkeit und die besondere Kraft einer Schwesternbeziehung. Intensiv, zunehmend packend und definitiv lesenswert.


🔎 Worum geht’s?

Mirjam kehrt nach einem Jahr Funkstille auf die abgelegene Insel Tallholmen zurück, wo sie mit ihrer Halbschwester Nia prägende Sommer verbracht hat. Die Einladung zu Nias 40. Geburtstag wirkt wie ein letzter Versuch, ihre Beziehung zu retten.
Doch alte Konflikte, toxische Beziehungen und dunkle Erinnerungen drängen an die Oberfläche. Während ein Sturm aufzieht, spitzt sich die Lage immer weiter zu und die Frage steht im Raum, was damals geschah und was nun passieren wird.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Mochte ich nicht

Die Besucher
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Die Grundidee hat mich sofort angesprochen. Wer hat nicht schon einmal darüber nachgedacht, an der Tür seines früheren Zuhauses zu klingeln? Auch ich spiele oft mit ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Die Grundidee hat mich sofort angesprochen. Wer hat nicht schon einmal darüber nachgedacht, an der Tür seines früheren Zuhauses zu klingeln? Auch ich spiele oft mit diesem Gedanken, besonders bei dem Haus, in dem ich großgeworden bin.
Als ich hörte, dass genau daraus eine düstere Geschichte entsteht, in der Besucher auftauchen und nicht mehr gehen, war ich neugierig. Ich erwartete eine dichte, beklemmende Atmosphäre und ein psychologisches Kammerspiel, das sich langsam zuspitzt.

🧠 Meine Meinung:

Der Einstieg war stark, doch diese Spannung konnte für mich nicht gehalten werden. Statt einer intensiven Atmosphäre erlebte ich viele Längen. Zwar gab es einzelne Szenen, die neugierig machten, insgesamt jedoch verlor mich die Geschichte zunehmend.
Ich ertappte mich häufig dabei, zwar zu lesen, aber nichts wirklich aufzunehmen. Meine Gedanken drifteten ab. Ein klares Zeichen, dass mich die Handlung nicht erreicht hat. Die ständige Unsicherheit darüber, was real ist und was nicht, erzeugte bei mir keine Beklemmung, sondern Distanz. Alles fühlte sich seltsam nebelhaft an.
Die Besucher blieben blass, Eve als Erzählerin ebenso. Ihre Unzuverlässigkeit schuf für mich keine zusätzliche Spannung, sondern eher Verwirrung. Der imaginäre Begleiter und die stark ins Übersinnliche gehenden Elemente waren mir persönlich zu viel. Ich hatte auf eine realistischere, greifbare Entwicklung gehofft. Auch das ambivalent gewählte Ende ließ mich eher ratlos zurück als nachdenklich und zufriedenstellend.
Ich muss mir eingestehen, diese Art von Geschichte ist einfach nichts für mich. Je weiter ich las, desto mehr entfernte ich mich innerlich vom Geschehen und war am Ende ehrlich erleichtert, fertig zu sein.

✅️ Fazit:

Eine vielversprechende Ausgangsidee, die mich atmosphärisch nicht erreichen konnte. Zu wenig greifbar, zu verwirrend und für meinen Geschmack zu stark im Übersinnlichen verankert. Für mich leider kein gelungenes Leseerlebnis.

🔎 Worum geht’s?

Eve und ihre Partnerin Charlie kaufen ein abgelegenes Haus in Oregon, um es zu renovieren und weiterzuverkaufen. Eines Abends klingelt eine Familie. Der Mann behauptet, früher hier gewohnt zu haben, und möchte seiner Frau und den Kindern das Haus zeigen.
Zögernd lässt Eve die Fremden hinein. Kurz darauf verschwindet eines der Kinder, Details im Haus scheinen sich zu verändern, und die Gäste machen keine Anstalten zu gehen. Für Eve beginnt eine verstörende Nacht, in der Wahrnehmung und Wirklichkeit zunehmend verschwimmen.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Großartig!

Das Camp
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Der erste Teil "Der Trailer" war für mich ein absolutes Jahreshighlight, ein Buch, das ich am liebsten jedem unter die Nase gehalten hätte. Da war die Erwartung an ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Der erste Teil "Der Trailer" war für mich ein absolutes Jahreshighlight, ein Buch, das ich am liebsten jedem unter die Nase gehalten hätte. Da war die Erwartung an den zweiten Band natürlich hoch. Ich hatte ein kleines, nervöses „Hoffentlich wird es genauso gut!“-Gefühl im Bauch und war gespannt, ob ich schnell wieder in die Geschichte finde und ob er das Level halten kann.

🧠 Meine Meinung:

Was soll ich sagen? Linus Geschke hat mich sofort beruhigt. Schon nach den ersten Seiten war ich wieder mittendrin. Alle wichtigen Dinge werden clever zusammengefasst, ohne dass es sich wie eine Wiederholung anfühlt. Die Sorge, dass ich die Charaktere oder die Handlung vergessen habe, war völlig unbegründet.
Ich bin immer noch begeistert. Die Charaktere sind unperfekt, eigensinnig und haben alle Ecken und Kanten, genau das macht sie weiterhin so faszinierend und nahbar. Ich habe mitgerätselt, mitgefiebert, war manchmal fassungslos und manchmal einfach nur sprachlos vor Freude über Geschkes cleveren Aufbau.
Die Mischung aus Spannung, makaberen Szenen und emotionalen Momenten erzeugt eine Sogwirkung, die einen richtig hineinzieht. Es gibt Szenen, die mich tief berührt haben, und andere, die mich gleichzeitig schmunzeln ließen. Selbst die kleine musikalische Note in der Story hat bei mir für ein „Ah ja, genau mein Geschmack!“ gesorgt. Immer noch trällert in meinem Kopf der Ohrwurm "Wild Boys"
Einen winzigen Kritikpunkt habe ich. Eine Szene hätte ICH gerne noch länger nachwirken lassen. Da hätte ich gerne mehr Zeit gehabt, die Reaktionen der Figuren zu beobachten. Aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau, denn die Handlung funktioniert auch so perfekt.
Besonders berührt hat mich auch die Danksagung, in der Geschke auf den Fall Frauke Liebs hinweist.
Um die anfängliche Frage zu beantworten, ob er das Level halten konnte, kann ich nur antworten mit: Zu 💯 !!!. Ich glaube sogar, dass mir der zweite Band sogar noch besser gefallen hat.

✅️ Fazit:

„Das Camp“ ist ein Thriller, der alles hat. Spannung, Atmosphäre, Humor, einzigartige Charaktere, emotionale Tiefe und eine clevere Konstruktion. Linus Geschke hält das hohe Niveau des ersten Bandes mühelos und lässt mich nur noch ungeduldiger auf den finalen Band warten, der bereits Anfang Juli erscheint. Für alle, die psychologisch kluge, packende Thriller lieben, ist dieses Buch ein absolutes Muss. Wer einmal darin eingetaucht ist, kommt nicht mehr so schnell heraus. Absolute Leseempfehlung und wieder ein

Lieblingsbuch

Jahreshighlight

🔎 Worum geht’s?

Camp Donkerbloem, tief in den Ardennen gelegen, war immer ein Ort mit einer düsteren, grausamen Vergangenheit. Unter der neuen Leitung von Wout Meertens und seinem Verwalter Tayfun scheint zunächst Ruhe einzukehren. Doch so friedlich, wie es klingt, ist es nicht. Hunderte Kilometer entfernt treibt ein verstörender Killer sein Unwesen. Als die Hamburger Kommissarin Frieda Stahnke plötzlich ins Visier des Unbekannten gerät, sucht sie Schutz an einem Ort, an dem niemand Gefahr vermutet - Camp Donkerbloem. Tayfun steht ihr bei, ohne zu ahnen, dass mit Frieda das Böse selbst ins Camp zurückkehrt.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Hat mir Spaß gemacht

Und dazwischen wir
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

„Und dazwischen wir“ von Lene Jansen ist mir immer wieder auf Instagram begegnet und zwar bei Leserinnen mit einem ähnlichen Geschmack wie ich. Die Begeisterung war ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

„Und dazwischen wir“ von Lene Jansen ist mir immer wieder auf Instagram begegnet und zwar bei Leserinnen mit einem ähnlichen Geschmack wie ich. Die Begeisterung war so übereinstimmend, dass das Buch schnell auf meiner Wunschliste landete. Zu Weihnachten hat Katrin @lineslieblingsbuecher mir diesen Wunsch dann erfüllt und ich war sofort neugierig.

🔎 Worum geht’s?

Lena, 40, verheiratet und Mutter, geht zu ihrem 20-jährigen Klassentreffen, eigentlich nur für ein bisschen Abwechslung vom Alltag. Dort trifft sie Phil, den ehemaligen Schönling der Klasse. Früher hätten die beiden wohl kaum zueinandergefunden, doch eine lange Nacht und ein gemeinsamer Sonnenaufgang auf dem Schuldach ändern alles.
Spontan fahren sie zusammen nach Amsterdam, eine Auszeit vom Alltag, von Verpflichtungen, von Erwartungen. Doch schnell stellt sich die Frage: Ist das nur ein Kurztrip oder der Anfang von etwas Größerem?

🧠 Meine Meinung:

Der Prolog hat mich direkt gepackt, Sonntag, 8:45 Uhr, Lena sitzt verkatert im Bad von Phil. Und ich dachte nur, okay, was ist hier passiert?
Ich mochte die Geschichte wirklich sehr. Der Einstieg ist schnell, Lena und Phil waren mir sofort sympathisch, und ihr Kennenlernen fühlte sich intensiv und echt an.
Das Rad wird hier zwar nicht neu erfunden, aber genau das war für mich okay. Die Story wirkt realistisch, ohne unnötiges Drama, und genau deshalb so nahbar.
Beim Lesen musste ich oft an meine eigene Klassentreffen denken, an alte Zeiten, an Menschen von früher, an dieses besondere Gefühl von Nostalgie. Auch der Amsterdam-Trip hat schöne Erinnerungen geweckt.
Lena ist keine perfekte Heldin, sondern eine Frau mit Sehnsüchten, Zweifeln und Mutmomenten. Phil hingegen hat einfach nur Schiss und all das zusammen hat mir besonders gefallen.

✅️ Fazit:

Ein ehrlicher, lebensnaher Roman über zweite Chancen, alte Gefühle und die Frage, ob es im Leben nicht doch noch mehr geben kann.
Unaufgeregt, emotional und perfekt zum Wegträumen, mit einem Hauch Fernweh und ganz viel Herz.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Spannung steigt von Seite zu Seite

Die Frauen von Ballymore
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Ich bin in einer Lesegruppe und wenn dort immer wieder gesagt wird:
„Du musst dieses Buch lesen. Das ist wie ein Netflix-Film, total süchtig machend“,
dann brauche ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Ich bin in einer Lesegruppe und wenn dort immer wieder gesagt wird:
„Du musst dieses Buch lesen. Das ist wie ein Netflix-Film, total süchtig machend“,
dann brauche ich ehrlich gesagt keine zweite Einladung.
Also, Buch geschnappt, Erwartungen hochgeschraubt und ja, jetzt kann auch ich endlich mitreden. Spoiler: Ich bereue nichts. 🥰

🔎 Worum geht’s?

Zwei Frauen, eine tragische Verstrickung und ein dunkles Geheimnis.
Im Mittelpunkt steht eine große, aber schwierige Liebe, die in den 1960er-Jahren von Irland nach London führt, hinein in eine Welt aus Musik, Ruhm, Ehrgeiz und Intrigen. Erfolg und Anerkennung liegen greifbar nah, doch Neid, Verrat und der falsche Zeitpunkt sorgen dafür, dass sich das Drama unaufhaltsam zuspitzt.

🧠 Meine Meinung:

Mich hatte das Buch ehrlich gesagt schneller, als ich gedacht hätte. Schon der Prolog, eine Frau im Gefängnis, kurz vor der Entlassung, wirft Fragen auf und setzt sofort diesen unterschwelligen Sog frei.  Was ist passiert?
Der Einstieg in Sorchas Jugend in Ballymore, ihre erste große Liebe zu dem Musiker Con Daly und die zunehmenden Spannungen im Dorf haben mich dann komplett abgeholt. Gerade weil vieles leise beginnt, aber emotional immer dichter wird. Ein Drama, das anrollt und unaufhaltsam erscheint. Die Kurve des Spannungsbogens steigt enorm. Verrat, Missgunst und Entscheidungen, die alles verändern. Ab diesem Punkt war klar, das wird nicht gut ausgehen.
Die musikalische Grundstory trifft meinen Nerv total, weil ich Musik liebe. Der Weg vom Strandmusiker zum gefeierten Star, die Träume, der Aufstieg, aber auch der Preis dafür, fühlten sich intensiv und glaubwürdig an. Dazu kommen Figuren, die nicht einfach nur gut oder böse sind, sondern Ecken, Kanten und Entwicklung haben. Manche schließt man ins Herz, (ja Helen, du bist gemeint) andere würde man am liebsten einmal kräftig schütteln.
Besonders gelungen finde ich, wie sich die Geschichte immer weiter steigert. Dieses Buch hat einen enormen Sog und man merkt, mit wie viel Gefühl Lucinda Rileys Sohn das Buch überarbeitet hat. Respektvoll, passend und mit viel Herz.

✅️ Fazit:

Die Frauen von Ballymore ist emotional, dramatisch und extrem fesselnd. Eine Geschichte über Liebe, Musik und die fatalen Folgen von Verrat und falschem Timing.
Der Netflix-Vergleich? Ziemlich treffend. Einmal angefangen, will man wissen, wie alles endet.

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