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Veröffentlicht am 19.12.2025

Abgebrochen nach 100 Seiten

Maggie
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Der Klappentext klang vielversprechend. Eine Geschichte, die Humor und Traurigkeit verbindet, eine ungewöhnliche Prämisse und ein Titel, der neugierig macht. Ich hatte ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Der Klappentext klang vielversprechend. Eine Geschichte, die Humor und Traurigkeit verbindet, eine ungewöhnliche Prämisse und ein Titel, der neugierig macht. Ich hatte auf eine kluge, emotionale Mischung gehofft, auf ein Buch, das trotz schwerer Themen Leichtigkeit zulässt und dabei berührt.

🔎 Worum geht’s?

Eine Frau lebt mit ihrem Mann Sam und ihren zwei Kindern in Brooklyn. Eines Abends gesteht Sam ihr in einem Restaurant, dass er eine Affäre mit einer Frau namens Maggie hat. Kurz darauf wird bei der Noch-Ehefrau Brustkrebs diagnostiziert. Während sie sich mit der Trennung, der Krankheit und Erinnerungen an ihre Vergangenheit auseinandersetzt, beginnt sie, mit ihrem Tumor zu sprechen und nennt ihn ebenfalls Maggie. So verknüpfen sich Liebeskummer, Krankheit und Selbstreflexion zu einer sehr persönlichen Erzählung.

🧠 Meine Meinung:

So gut die Grundidee klingt, so wenig hat sie mich leider erreicht. Die Erzählform in der Ich-Perspektive wirkte auf mich  distanziert und monoton. Trotz der ernsten Themen blieb ich emotional außen vor. Selbst beim Vorblättern hatte ich das Gefühl, dass sich auch viele Seiten später kaum etwas verändert oder entwickelt.
Nach etwa 100 Seiten fehlte mir schlicht der Anreiz weiterzulesen und habe es deswegen abgebrochen. Kurz noch das Ende gelesen, aber auch das konnte meine Meinung nicht mehr ändern. Insgesamt empfand ich die Geschichte als erstaunlich emotionslos, was gerade bei einem Stoff über Trennung, Krankheit und Identität für mich besonders enttäuschend war.
Ironischerweise war der Titel für mich das Originellste und Humorvollste an dem ganzen Buch.

✅️ Fazit:

Maggie oder ein Mann und eine Frau kommen in eine Bar hatte für mich großes Potenzial, das jedoch nicht ausgeschöpft wurde. Die Idee ist interessant und sicher spricht die ruhige, reflektierende Erzählweise andere Leser:innen an. Mich persönlich hat das Buch jedoch nicht abgeholt, weshalb ich es nach rund 100 Seiten abgebrochen habe. Wer leise Literatur mag, könnte hier dennoch etwas finden, für mich blieb es leider blass.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Erste Hälfte top, nach hinten raus deutlich schwächer

Lost Girls − Breathing for the First Time
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Auf Lost Girls bin ich nicht aus eigenem Antrieb gestoßen, sondern durch eine Freundin. Eigentlich passt das Genre weder zu ihr noch zu mir und genau das machte mich ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Auf Lost Girls bin ich nicht aus eigenem Antrieb gestoßen, sondern durch eine Freundin. Eigentlich passt das Genre weder zu ihr noch zu mir und genau das machte mich neugierig. Sie hatte sich das Buch nach vielen begeisterten Stimmen gekauft und mich mit ihrer Begeisterung regelrecht angesteckt.
Der Klappentext tat sein Übriges. Er erinnerte mich sofort an "Der Feind in meinem Bett". Schon der Einstieg versprach etwas Düsteres, Beklemmendes, etwas, das unter die Haut geht.

🔎 Worum geht’s?

Darcy ist 21 Jahre alt und lebt scheinbar den Traum. Ein luxuriöses Strandhaus, ein erfolgreicher Footballstar als Ehemann, ein Leben, das von außen perfekt wirkt. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich ein Albtraum aus Kontrolle, Manipulation und Gewalt.
Während Darcy heimlich an ihrer Flucht arbeitet, begegnet sie Ellis, jemandem, der schneller als alle anderen erkennt, wie zerbrechlich ihre Situation wirklich ist. Doch ihr Ehemann Jason ist nicht bereit, die Kontrolle einfach aufzugeben. Und Darcy unterschätzt, wie gefährlich der Versuch nach Freiheit sein kann.

🧠 Meine Meinung:

Der Anfang des Buches ist erschütternd stark, bedrückend und intensiv. Besonders die Szenen rund um den Hund haben mich schockiert zurückgelassen. Ich habe mit Darcy mitgefiebert, mitgelitten, mitgehofft.
Obwohl das Buch offiziell dem Young-/New-Adult-Genre zugeordnet wird, einem Genre, das sonst nicht mehr meines ist,  fühlte es sich für mich zunächst ganz anders an. Eher wie ein Thriller, extrem spannungsgeladen. Die Themen Manipulation, emotionale Abhängigkeit sowie seelische und körperliche Gewalt wurden bis zur Hälfte sehr überzeugend umgesetzt. Bis dahin hatte ich das Gefühl ein Jahreshighlight in den Händen zu halten.
Leider kippte meine Begeisterung ab etwa der Mitte. Plötzlich wurde aus der intensiven, realistischen Geschichte ein deutlich klassischeres Young Adult. Zu viele Zufälle, zu viele Menschen, die auf einmal uneingeschränkt hilfsbereit sind. Darcy, die so viel durchgemacht hat, wirkte auf mich stellenweise zu gutgläubig, zu vertrauensvoll, ein Umbruch, der für mich nicht ganz nachvollziehbar war.
Das hohe Tempo und die emotionale Wucht der ersten Hälfte gingen verloren, und damit auch das Gefühl, etwas Besonderes zu lesen.
Zwischendurch habe ich versucht, auf das Hörbuch auszuweichen um schneller voranzukommen. Dieser Versuch scheiterte jedoch schnell. Die Stimme von Darcy, mit ihrem ständigen Räuspern (auch wenn es inhaltlich begründet ist), war für mich kaum ertragbar. Beim Lesen konnte ich mir meine eigene Version der Figur bewahren und das funktionierte deutlich besser.
Das Ende ließ mich leider nicht zufrieden zurück. Umso stärker hingegen war für mich die Danksagung. Sie macht noch einmal unmissverständlich klar, wie real, wie wichtig und wie notwendig dieses Thema ist. Die äußere Gestaltung des Buches vermittelt das allerdings kaum,  vermutlich ein bewusster Marketingentscheid, um ein möglichst großes Publikum anzusprechen.

✅️ Fazit:

Lost Girls beginnt erschreckend stark und mutig, mit einer Intensität, die lange nachwirkt. Wäre dieses Niveau konsequent weitergegangen, hätte es für mich ein echtes Highlight werden können.
Ab der Mitte verliert die Geschichte jedoch an Glaubwürdigkeit und Spannung, was meinen Gesamteindruck deutlich geschmälert hat. Trotz meiner Kritik bleibt es ein Buch mit einem wichtigen Thema, das Aufmerksamkeit verdient, auch wenn es mich am Ende emotional nicht ganz dort abgeholt hat, wo ich es mir erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Sehr atmosphärisch und clever konstruiert

Das Internat
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Schon "Das Wochenende" von Hannah Richell hat mich begeistert, deshalb war völlig klar, dass ich auch "Das Internat" lesen musste. Das Setting allein hat mich sofort ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Schon "Das Wochenende" von Hannah Richell hat mich begeistert, deshalb war völlig klar, dass ich auch "Das Internat" lesen musste. Das Setting allein hat mich sofort geködert. Genau die Art Atmosphäre, die ich liebe und die so viel Potenzial für Spannung birgt. Meine Neugier war groß, aber würde mich die Autorin erneut so fesseln können?

🔎 Worum geht’s?

Nach einer ausgelassenen Halloween-Nacht wird im Wald nahe des Internats eine Schülerin tot aufgefunden. Inszeniert, mit Maske und rätselhaften Worten auf der Haut. Detective Ben Chase übernimmt den Fall und merkt schnell, dass er gefährlich nahe an sein eigenes Leben rückt. Seine Tochter besucht die Schule, seine Ex-Frau arbeitet dort als Schulpsychologin. Während er versucht, die Wahrheit hinter der Nacht im Wald aufzudecken, wachsen Druck, Misstrauen und Bedrohung und auch der Kreis der Verdächtigen wird eher größer als kleiner.

🧠 Meine Meinung:

Ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen. Hannah Richells Schreibstil ist atmosphärisch dicht, manchmal detailverliebt, manchmal so subtil, dass ich mich fragte, ob nicht doch ein wichtiges Detail zwischen den Zeilen steckt. Genau dadurch wurde ich immer weiter in die Geschichte hineingezogen.
Die Autorin hat es geschafft, mich komplett im Dunkeln tappen zu lassen. Ich hatte unzählige Theorien, wechselte meine Verdächtigen im gefühlt jeden Kapitel und kehrte dennoch immer wieder zu meinem ersten Bauchgefühl zurück, nur um erneut ausgetrickst zu werden. Dieses permanente Schwanken zwischen „Ich hab’s!“ und „Oder doch nicht?“ war großartig und hat meinen Lesespaß enorm gesteigert.
Besonders beeindruckt hat mich, wie klug die Fäden am Ende zusammenlaufen. Trotz aller Wendungen bleibt die Story nachvollziehbar und schlüssig. Der Showdown ist spannend, temporeich und kaum hat man Luft geholt, kommt schon der nächste Schlag.
Für mich ist das Buch noch stärker als "Das Wochenende". Atmosphärisch dichter, spannender, raffinierter. Ich liebe es, wenn ein Thriller mich so sehr an meinen eigenen Instinkten zweifeln lässt  und genau das ist hier passiert.

✅️ Fazit:

Ein clever konstruierter, unglaublich atmosphärischer Thriller, der mich permanent auf die falsche Fährte gelockt und dennoch vollkommen überzeugt hat. Spannend, düster, packend und für mich ein echtes Highlight der Autorin.

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Highlight

Finster
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🅆🄴🅁🄱🅄🄽🄶 📝 Rezension
📚 Buchgeschenk
Thriller finster ivarleonmenger dtv
#80iger


❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Mir wurde so leidenschaftlich von diesem Thriller vorgeschwärmt, inklusive eines ...

🅆🄴🅁🄱🅄🄽🄶 📝 Rezension
📚 Buchgeschenk

Thriller

finster

ivarleonmenger

dtv
#80iger


❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Mir wurde so leidenschaftlich von diesem Thriller vorgeschwärmt, inklusive eines Plot-Twists, der einen angeblich sprachlos zurücklässt, dass es sofort auf meiner Wunschliste landete. Zum Glück wurde dieser Wunsch erfüllt, denn „Finster“ war genau das, was ich mir erhofft hatte,  düster, mitreißend und voll von 80er-Nostalgie.

🔎 Worum geht’s?

Sommer 1986, Katzenbrunn im Odenwald: Kinder verschwinden immer wieder, seit Jahren schon. Die Psychiatrie gleich nebenan wirkt wie eine Bedrohung des Dorfes, als wüsste sie mehr, als sie preisgibt.
Als erneut ein Junge wie vom Erdboden verschluckt wird, kehrt Hans J. Stahl, Kriminalkommissar im Ruhestand, zurück in den Ort, in dem er einst erfolglos ermittelte. Er folgt alten Spuren, trifft auf alte Bekannte und neue Geheimnisse. Und während die Dorfbewohner sich gegenseitig misstrauisch beäugen, verschwindet erneut ein Kind. Die Zeit rennt und der Greifer könnte überall lauern.

🧠 Meine Meinung:

Dieses Buch war für mich eine atmosphärische Zeitreise. Der Duft von My Melodie und Impulse, Samantha Fox, die im Radio ihr "Touch me" trällert und gleichzeitig diese bedrückende Schattenseite der 80er. Tschernobyl, Angst, ein Dorf, in dem etwas ganz und gar nicht stimmt. Ich hatte durchgehend Dark-Vibes, Gänsehaut und dieses Kribbeln, wenn die eigene Fantasie beginnt, überall "Monster" zu sehen.
Die Figuren sind voller Ecken und Macken und genau das ist großartig. Jeder hat ein Geheimnis, jeder wirkt verdächtig. Sogar Schäferhund Hasso passt perfekt in diese Kulisse, die vor unheimlicher Dorftristesse und unterschwelliger Gefahr strotzt. Ich habe dermaßen mitgerätselt, wer der Greifer sein könnte, dass mein Gedankenkarussell pausenlos rotierte. Langeweile? Null.
Und dann die Auflösung! Dieser Moment, in dem die Wahrheit explodiert und man mit offenem Mund Seite um Seite doppelt liest, weil man es einfach nicht fassen kann. Einer der besten Plot-Twists, die ich je gelesen habe und genau der Grund, warum ich zu „Finster“ gegriffen habe. Nein, ich bin natürlich nicht darauf gekommen. Ich war viel zu tief eingetaucht in diese düstere Welt und wollte einfach nur den Täter entlarven. Suchtpotenzial? Definitiv!

✅️ Fazit:

Düster wie ein tiefschwarzer Tannenwald, spannend wie ein Wettlauf gegen die Zeit und atmosphärisch so intensiv, dass ich die 80er fast riechen konnte: „Finster“ ist ein Thriller, der mich kalt erwischt und vollkommen begeistert hat.
Für mich ein Highlight und die Vorfreude auf Teil 2 ist jetzt schon riesig!
(Finster 2 erscheint im Sommer 2026)

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Schön zum Durchatmen, mit ein paar Schwächen

Drei Tage im Schnee
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Wenn die Adventszeit beginnt, wünsche ich mir Geschichten, die mich umarmen, die mich innehalten lassen, die mich runterholen. Drei Tage im Schnee versprach genau das. ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Wenn die Adventszeit beginnt, wünsche ich mir Geschichten, die mich umarmen, die mich innehalten lassen, die mich runterholen. Drei Tage im Schnee versprach genau das. Wärme, ein Hauch Winterzauber und ein tiefer Blick in das, was wirklich zählt. Deshalb wanderte es auf meine Wunschliste und wurde glücklicherweise erfüllt.

🔎 Worum geht’s?

Hannah lebt in einem Karussell aus Verpflichtungen, das sich schneller und schneller dreht. Termine, Erwartungen, ständiges Funktionieren, Zeit für sich selbst bleibt kaum.
Um Luft zu holen, bucht sie ein paar Tage in einem verschneiten Häuschen am See.
Dort begegnet sie Sophie, einem kleinen Mädchen im roten Schneeanzug. Gemeinsam stapfen sie durch den Schnee, bauen Iglus, lachen, hören in sich hinein. Sophie hilft Hannah, das zu erinnern, was sie verloren glaubte. Kindheitsträume, Talente, Sehnsüchte und die eigene Stimme.

🧠 Meine Meinung:

Ich konnte mich in Hannah sofort wiederfinden. Ihr inneres Ausgebranntsein, die Angst, sich selbst irgendwo im Alltag verschluckt zu haben, all das kam mir erschreckend bekannt vor. Die ruhige, winterliche Atmosphäre, die leise Melancholie und die vielen kleinen Denkanstöße haben mich gerade in dieser Jahreszeit tief berührt.
Besonders die Metapher des Glases hat sich in mir festgesetzt:
Erst die großen Steine, die wichtigen Dinge ins Leben lassen. Der Rest findet schon seinen Platz in den Zwischenräumen.
Ein Gedanke, der so simpel klingt, aber im Alltag so leicht untergeht.
Sophie war für mich das Herz der Geschichte. Ihre kindliche Lebensfreude, dieses reine Staunen über die kleinen Dinge. Sie war wie ein kleiner Lichtfunke, der die Dunkelheit in Hannahs Gedanken erhellt. In meiner Vorstellung war sie ein Engel, unabhängig davon, ob sie nun real war oder als Symbol fungierte.
Doch so sehr mich der Anfang verzaubert hat, so sehr musste ich feststellen, dass dieser Zauber im Verlauf langsam verblasste. Viele Gedanken wiederholten sich, die innere Erkenntnisreise kreiste letzten Endes immer wieder um dasselbe. Was mich zu Beginn tief bewegt hat, fühlte sich später etwas stagnierend an. Fast so, als bliebe die Geschichte stehen, während ich als Leserin längst weitergehen wollte.
Das tat mir besonders leid, weil der Grundgedanke so schön und wichtig ist. Die Geschichte verliert nicht an Wert, aber meine emotionale Verbindung wurde gegen Ende leiser. Nicht zerstört, nur gedimmt.

✅️ Fazit:

Eine stille, berührende Wintererzählung, die uns daran erinnert, auf unsere innere Stimme zu vertrauen und das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Der Anfang voller Wärme und Erkenntnis, das Ende etwas zu wiederholend, aber insgesamt schön zum Durchatmen.

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