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Veröffentlicht am 31.07.2018

Packender Psychothriller

Das Gesicht meines Mörders
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Sie muss sich erinnern, um zu überleben...

Sie muss sich erinnern, um zu überleben…

Das Gesicht meines Mörders ist ein spannender Psychothriller, der von der ersten Seite an, fesselt.

In der Ich-Perspektive ...

Sie muss sich erinnern, um zu überleben...

Sie muss sich erinnern, um zu überleben…

Das Gesicht meines Mörders ist ein spannender Psychothriller, der von der ersten Seite an, fesselt.

In der Ich-Perspektive erzählt, erfährt man nur das, was Clara Winter selbst weiß. Nämlich erstmal gar nichts. Sie wird im Krankenhaus wach, weiß nicht, wer sie ist und plötzlich steht ihr angeblicher Ehemann vor ihr, den sie niemals zuvor gesehen hat. Angeblich wurde sie, bei einem Einbruch, überfallen und lag im Koma und hat ihre Erinnerung dabei verloren.

Nach ihrem Krankenhausaufenthalt soll sie sich psychiatrische Hilfe suchen, um ihr Gedächtnis wieder zu erlangen. Nach Hause können sie jedoch nicht, denn das Haus wurde beim Überfall auch angezündet und ist nicht bewohnbar. So geht sie ,mit einem ihr fremden Mann, zu ihrem Wochenendhaus, abgeschieden auf einer kleinen Insel, eines Berliner Gewässers. Kein Handyempfang, nur mit dem Boot erreichbar und keine Erinnerung…Der Ehemann der ihr Beruhigungstabletten gibt und Situationen, die für Clara wieder und wieder tödlich für sie enden könnten. Jemand trachtet immer noch nach ihrem Leben…Wer meint es gut und wer ist böse? Schafft sie es, sich rechtzeitig zu erinnern, damit sie überlebt?

Das Buch hat mich an eine Geschichte erinnert, die in den 90igern sehr beliebt war und darum hatte ich mal wieder richtig Lust, auf so eine Art von Roman.

Diese Geschichte hat mich dermaßen gefesselt, weil sie toll geschrieben war. Man hat sozusagen mit der Protagonistin Clara mitgefiebert und gemeinsam versucht, das Geschehene zu rekonstruieren.

Beim Lesen hatte ich deswegen oft so ein beklemmendes Gefühl, weil ich es so schrecklich finde, nicht zu wissen wer man ist und nicht weiß, wem man vertrauen kann. Der Autorin ist es gut gelungen hinter jeder Person das Böse zu vermuten.

Das Ende hat mich dann nochmal überrascht, was ich super fand, da ich es toll finde, wenn man die ganze Zeit miträtselt, eine Vermutung hat und am Ende doch alles anders ist.

Ein, für mich, gelungener und absolut lesenswerter Psychothriller.

Veröffentlicht am 31.07.2018

Eine bewegende Geschichte

Bob, der Streuner
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Eine bewegende Geschichte...

Für alle Katzenliebhaber ein Muss…

James war ein Niemand, wie er sich selbst beschrieb. Ein arbeitsloser, obdachloser Junkie, den niemand respektierte aufgrund seiner Situation.

Erst, ...

Eine bewegende Geschichte...

Für alle Katzenliebhaber ein Muss…

James war ein Niemand, wie er sich selbst beschrieb. Ein arbeitsloser, obdachloser Junkie, den niemand respektierte aufgrund seiner Situation.

Erst, als eines Tages, Bob, ein verwahrloster Kater, in sein Leben tritt, bekommt er nach und nach seine Identität zurück und wird als Mann mit Herz gesehen.

Doch bis dahin, ist es ein langer und steiniger Weg.

In Bob, der Streuner, begleitet der Leser, die beiden auf ihrem Weg.

Dieses Buch ist eine Neuauflage, in leicht abgewandelter Form,  zum erscheinenden Film, der am 12. Januar 2017 in die Kinos kommt.

Ich hatte mir vorab schon den Trailer angeschaut und habe daher im Buch ein paar Szenen vermisst, zumal man davon ausgeht, dass das Buch ausführlicher ist, was ich ein wenig Schade fand.

Dennoch ist Bob, eine Geschichte, die berührt. Sie zeigt uns, dass Jeder eine zweite Chance im Leben verdient.

Besonders beeindruckt hat mich, dass Bob eigentlich nicht viel macht, sein einfaches Dasein, lässt Herzen erweichen und macht das Leben für James wieder lebenswert. Für ihn, ist er endlich bereit, sich endgültig zu ändern.

…Aber auch  ich als Nichtkatzenbesitzer fand die Geschichte schön und berührend.

Veröffentlicht am 31.07.2018

Sowas hab ich noch nie gelesen, lustig und top!

Die Kunst, Elch-Urin frisch zu halten
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Es gibt guten Sex, schlechten Sex und gar kein Sex...

Falls ihr Lust auf Kopfkino habt,  seid ihr bei diesem Buch genau richtig.

Ich war mal wieder auf der Suche nach einem lustigen Buch und bin auf ...

Es gibt guten Sex, schlechten Sex und gar kein Sex...

Falls ihr Lust auf Kopfkino habt,  seid ihr bei diesem Buch genau richtig.

Ich war mal wieder auf der Suche nach einem lustigen Buch und bin auf Rochus Hahn „Die Kunst, Elch-Urin frisch zu halten“ gestoßen. Rochus Hahn bekannt für seinen Film „Das Wunder von Bern“ Sketchup, Tatort und „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“.  Dies ist sein erster Roman und allein der Titel klang ja schon mal komisch. Der Klappentext bestätigte mich, dies könnte eine lustige Geschichte werden.

Doch, was dann kam, war total überraschend für mich…

Es geht um Tim und Bullwinkel. Beide so um die 25, aber noch keiner von ihnen hatte jemals Sex.

Notgeil, wie Beide hier  in der Geschichte beschrieben werden, sind sie auf der Suche nach ihrem ersten Mal.

Eines Tages landen sie auf einer Fete, wo sie zwei Stewardessen treffen, die immer auf der Suche nach einem Drogenkick sind. Tim und Bullwinkel, große Klappe nichts dahinter, reißen ihren Mund mal wieder zu sehr auf und versprechen den beiden Frauen, den ultimativen Phantomflash zu kennen und zu besorgen, um die Zwei danach abschleppen zu können. Sie vereinbaren ein Treffen in 14 Tagen – die sogenannte Flashnight. 

Was haben Tim und Bullwinkel da nur wieder getan? Woher sollen sie nun diese ultimative Droge bekommen, wo Beide doch auch in solchen Dingen, wenig Erfahrung haben.

Gut, dass es das Internet gibt. Angeblich soll es in Finnland Elche geben, die giftige Pilze fressen und in deren Urin, diese Wunderdroge dann stecken soll, die den Menschen einen kaum vergleichbaren Kick verschaffen.

Also, machen die Zwei sich auf, nach Finnland, um Elch-Urin zu zapfen…

Begleitet die Beiden auf ihrem Abenteuer und erlebt eine, zum Fremdschämen, superlustige, sarkastische, überraschende, kuriose Geschichte. Eine Geschichte, die ich in der Form noch nie gelesen habe.

Ich gebe zu, an manchen Stellen war ich fassungslos. Es fühlte sich an wie ein Unfall, wo man nicht hinsehen sollte und es dennoch tut. Man liest weiter und weiter, weil man nur noch wissen möchte, schaffen sie es pünktlich zu ihrer Flashnight und dem damit verbundenen ersten Mal.

Der Schreibstil von Rochus Hahn gefiel mir sehr gut. Ich fand ihn nicht nur leicht  und flüssig zu lesen, sondern dabei auch klug. Seine Vergleiche zu Filmen und Personen des öffentlichen Lebens, rundeten das Ganze ab und machten es so lustig, dass ich an den Stellen laut auflachen musste.

Ich möchte natürlich auch vorwarnen, dass man dieses Buch vielleicht nicht ganz so ernst nehmen sollte, dann zumindest, habe man wirklich seinen Spaß damit. Ich jedenfalls hatte ihn und von daher war es wirklich eine positive Überraschung für mich.

Veröffentlicht am 31.07.2018

Für mich nicht nachvollziehbar und etwas langweilig

Einfach. Wir zwei.
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Liebe ist eben doch nicht immer einfach!

Liebe ist einfach: Wir Zwei bis ans Ende der Welt… (Einleitung des Klappentextes)

In Tamara Webbers drittem Buch der Einfach-Trilogie, geht es dieses Mal um Pearl ...

Liebe ist eben doch nicht immer einfach!

Liebe ist einfach: Wir Zwei bis ans Ende der Welt… (Einleitung des Klappentextes)

In Tamara Webbers drittem Buch der Einfach-Trilogie, geht es dieses Mal um Pearl & Boyce, die sich schon von Kindheitstagen an, kennen.

Sie leben in dem gleichen kleinen Küstenörtchen, als Boyce sie eines Tages, als er 7 und Pearl 5 war, sie, vorm Ertrinken, rettete. Seit dem ist es um die Beiden geschehen. Allerdings wissen das Beide nicht voneinander. Nur durch bestimmte Reaktionen erahnen sie eine gewisse Sympathie.

So verstreichen  Jahre, ohne dass sie sich groß näher kommen. Mal ein Kuss und dann auch mal eine Nacht, aber keine Beziehung.

Inzwischen studiert Pearl Medizin, in einer anderen Stadt, hat einen Freund und Boyce führt die Werkstatt, die einst sein Vater führte, der aber nun verstorben ist.

Da Pearl nicht mehr Medizin studieren möchte, sondern lieber Meeresbiologie, träumt sie von ihrer alten Heimat, dem kleinen Ort am Meer. So trennt sie sich von ihrem Freund und das ist quasi der Beginn der Geschichte…Pearl kommt zurück, an dem Ort, wo sie aufgewachsen ist, wo Boyce sie einst rettete und immer noch lebt.

Die Geschichte wird immer im Wechsel, aus Pearls und Boyce Sichtweise, geschildert. So bekommt man als Leser einen guten Einblick in beider Gefühlswelten.

Der Schreibstil ist modern und leicht zu lesen, dennoch muss ich sagen, dass mir diese Geschichte nicht sonderlich zusagte.

Mich störte es, dass Beide schon irgendwie die ganze Zeit ein Gespür dafür hatten, dass sie einander sehr mögen, aber all die Jahre keiner so richtig den Mut hatte, es offen zu sagen. So liest man sich von Kapitel zu Kapitel.

Und wenn die zwei sich mal näher kamen, hatte ich das Gefühl, das Einzige, was die Zwei wirklich verbindet, ist ihr guter Sex.

Für mich hätte die Geschichte mehr Drama haben können. Eigentlich gab es das, aber es kam für mich nicht gut rüber und richtig nachvollziehen konnte ich die Charaktere auch nicht und so konnte mich diese Geschichte leider nicht berühren. Mir fehlte das Mitfiebern, ob die Zwei am Ende…

…„Einfach, Wir Zwei“ sein können.

Liebe ist nämlich doch nicht immer einfach!

Veröffentlicht am 31.07.2018

Eine schöne Geschichte über zwei Zeitebenen, mit ein paar Längen

Im ersten Licht des Morgens
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...über die Liebe, Rettung und Verantwortung

Gerade habe ich das Buch beendet und ein wenig hallen die Worte der Autorin noch nach.

Virginia Bailys Geschichte spielt in Zeiten des Faschismus, als eine ...

...über die Liebe, Rettung und Verantwortung

Gerade habe ich das Buch beendet und ein wenig hallen die Worte der Autorin noch nach.

Virginia Bailys Geschichte spielt in Zeiten des Faschismus, als eine junge Frau einen kleinen jüdischen Jungen rettet.

So beginnt die Geschichte, die über zwei Zeitebenen spielt.

Rom, 1943... an einem Morgen trifft Chiara, im besetzen Rom, zufällig auf den kleinen Danielle. Ohne groß zu überlegen, nimmt sie ihn mit und rettet ihm damit sein Leben…

…unwissentlich, dass sie das vielleicht doch gar nicht tut und sogar ihres selbst damit zerstört.

Wales, 1973... die 16 jährige Marie erfährt durch Zufall, dass Danielle ihr Vater ist und macht sich auf nach Rom, um ihre Wurzeln kennenzulernen.

Beide Zeitstränge wechseln in den Kapiteln ab. Der Schreibstil ist flüssig und leicht, dennoch hatte ich manchmal ein wenig Probleme mit der ersten Zeitebene.

Das lag daran, dass Danielle zwar die ganze Zeit präsent war, für mich dennoch nicht erreichbar, weil man nichts von ihm groß erfahren hat. Man wusste nicht, wie er fühlt, wie es ihm ging und wie er litt. All das kann man sich zwar vorstellen, wie es einem Jungen nach einem derartigen Trauma geht, dennoch hat es mich nicht ganz erreichen können.

Die Autorin selbst sagt dazu, in einem Gespräch, wie dieses Buch entstanden ist, dass es so gewollt sei, dass Danielle unergründlich sei, da ihm alles, was ihm vertraut war, ja auch schließlich genommen wurde.

Zitat Virginia Baily, Buch, Seite 430 – Erklärung zur Geschichte:

"An einer Stelle schaut Chiara ihn an und denkt, dass sie nie wissen wird, was in ihm vorgeht, und bis zu einem gewissen Grad geht es mir genauso."

…und mir ging es auch so, was ich sehr Schade fand. Dadurch fehlte mir persönlich das Empathie-und Sympathiegefühl, obwohl mir durchaus bewusst ist, dass diesem Kind wirklich Schlimmes widerfahren ist.

Das Ende war dann nochmal aufwühlend und ein wenig überraschend, lediglich der Mittelteil war mir etwas zu langatmig, bei so einer schönen Idee zu einer Geschichte.

Dennoch, wer Geschichten über mehreren Zeitebenen und Italien mag, sollte sich diese Geschichte nicht entgehen lassen.