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Veröffentlicht am 08.12.2025

Glück als Gefahr. Eine unbequeme Idee, die nachwirkt

All Better Now
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Dieses Buch spricht junge Leser an, bleibt aber nicht an der Oberfläche und ist somit für jeden etwas. Die Idee trifft (m)einen Nerv! Ein Virus breitet sich aus. Wer überlebt, verliert Angst, Wut, Stress ...

Dieses Buch spricht junge Leser an, bleibt aber nicht an der Oberfläche und ist somit für jeden etwas. Die Idee trifft (m)einen Nerv! Ein Virus breitet sich aus. Wer überlebt, verliert Angst, Wut, Stress und Depression. Zurück bleibt Zufriedenheit. Der Preis ist hoch. Einer von 25 stirbt.

Eine Frage hat mich durch das ganze Buch begleitet. Würde ich mich anstecken lassen?

Die Geschichte folgt drei Jugendlichen aus sehr unterschiedlichen Welten. Mariel lebt auf der Straße, Ron ist der Sohn eines Superreichen, Morgan erbt Macht und Geld von einer fanatischen Gegnerin des Virus. Alle drei treffen Entscheidungen, die man verstehen kann und die man trotzdem ablehnt. Genau das macht das Buch stark.

Es gibt keine einfache Seite, für die man eindeutig sein möchte. Beide Lager handeln aus Motiven, die nachvollziehbar sind, und richten dabei Schaden an. Das fühlt sich erschreckend real an.

Die gesellschaftlichen Folgen stehen klar im Fokus: Wirtschaft, Medien, Macht und Angst greifen ineinander. Wer von Unzufriedenheit lebt, kämpft gegen Heilung. Das ist hart, aber schlüssig.

Die Figuren sind nicht immer sympathisch. Sie sind oft egoistisch, machen Fehler. Gerade deshalb wirken sie sehr menschlich. Besonders Morgan hat mich beschäftigt. Ihr Weg zeigt, wie schnell Haltung kippen kann, sobald Einfluss ins Spiel kommt.

Das Buch ist lang, der Mittelteil zieht sich spürbar. Manche Passagen hätten straffer sein dürfen. Dafür sitzt das Ende umso stärker, endet (sehr) offen.

Was bleibt, sind viele Fragen. Wie viel Freiheit steckt in echtem Glück? Wie viel Kontrolle verträgt eine Gesellschaft? Und wer entscheidet, was heil ist?

Ich habe das Buch gern gelesen. Es hat mich geärgert, nachdenklich gemacht und begleitet. Genau das erwarte ich von guter dystopischer YA.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Fünf Sterne für einen Sog aus Mord, Macht und Menschlichkeit

The Tainted Cup
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Dieses Buch hat mich sofort gepackt und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen. Ich habe es regelrecht verschlungen und wollte direkt wieder von vorn beginnen. So selten geht mir ein Roman noch lange ...

Dieses Buch hat mich sofort gepackt und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen. Ich habe es regelrecht verschlungen und wollte direkt wieder von vorn beginnen. So selten geht mir ein Roman noch lange nach dem Zuklappen nicht aus dem Kopf.

Im Kern ist es ein Mordfall in einer fremden Welt, doch daraus wächst noch so viel mehr! Eine Geschichte über ein Reich, das auf Kontrolle, Anpassung und Ausbeutung baut. Über Körper, die verändert werden, um zu funktionieren. Über Menschen, die ihren Platz in einem System finden müssen, das für sie eigentlich nie vorgesehen war. Besonders die Perspektive der neurodivergenten Figuren hat mich tief berührt. Anerkennung ist hier kein Geschenk, sondern harte Arbeit.

Die Dynamik zwischen dem Ermittlerin und ihrem Assistent trägt den Roman durch und durch. Scharf, schräg, stellenweise komisch, dann wieder still und schwer. Ich habe beide Figuren sofort in mein Herz geschlossen. Die Ermittlungen sind clever gebaut, mit echten Spuren, falschen Fährten und einem Ende, das alles neu einordnet.

Die Welt ist düster und lebendig zugleich. Mauerringe, Monster, Pflanzen als Technik, Körper als Werkzeuge. Nichts wirkt beliebig, alles greift ineinander. Die Bedrohung ist ständig spürbar, der politische Druck ebenso. sehr Vieles fühlt sich erschreckend nah an.

Besonders stark fand ich den Blick auf Macht und Klasse. Wer geschützt lebt und wer geopfert wird, ist klar verteilt. Und genau dagegen richtet sich der leise, aber beständige Widerstand dieser Geschichte.

Für mich ist das eine seltene Mischung aus Fantasy, Krimi und Gesellschaftsroman. Spannend, emotional, klug gebaut. Ich habe jede Seite genossen. Klare fünf Sterne, eigentlich sogar mehr, wenn möglich. Ich zähle die Tage bis zur Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Ich bin völlig fertig und will jetzt sofort Band zwei!

Blackspell
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Ich bin sprachlos. Dieses Buch hat mich komplett überrollt. Ich bin mit der Erwartung an eine typische Young-Adult-Story gestartet und habe doch etwas ganz anderes bekommen. Düster. Spannend. Unberechenbar!

Die ...

Ich bin sprachlos. Dieses Buch hat mich komplett überrollt. Ich bin mit der Erwartung an eine typische Young-Adult-Story gestartet und habe doch etwas ganz anderes bekommen. Düster. Spannend. Unberechenbar!

Die Geschichte aus Edens Sicht hat mich direkt gepackt. Die angenehm kurzen Kapitel haben dafür gesorgt, dass ich ständig weiterlesen musste. Die Wyndhouse Academy fühlt sich beim Lesen real an. Kalt. Geheimnisvoll. Bedrohlich. Ich hatte alles ständig vor Augen. Die Zeichnungen im Buch verstärken diese Stimmung enorm und passen perfekt zur Handlung.

Eden als Hauptfigur hat mich überzeugt. Sie wird mit Wahrheiten konfrontiert, die alles verändern. Sie fällt nicht auseinander. Sie kämpft, stellt Fragen, gibt nicht auf. Genau das hat mich emotional gebunden. Ich habe mit ihr gestockt, gezweifelt und gehofft.

Die Handlung lebt von Misstrauen, alten Familiengeheimnissen und einem Mordfall, der von Anfang an Fragen aufwirft. Jeder neue Hinweis bringt neue Zweifel. Ich wusste lange nicht, wem ich trauen soll. Die Wendungen haben mich mehrfach kalt erwischt. Das Ende hat mir kurz den Boden unter den Füßen weggezogen.

Dieser Cliffhanger ist fies, aber genau richtig gesetzt. Ich brauche Band zwei. Und zwar dringend.

Für mich ist Blackspell ein echtes Highlight. Düsteres Academy-Setting, starke Figur, durchgehend Spannung, kein Leerlauf. Dieses Buch hat mich komplett abgeholt und nicht mehr losgelassen.

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Veröffentlicht am 02.12.2025

Fesselnd vom ersten Satz bis zum letzten Moment

Love, Mom
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Dieses Buch hat mich sofort so gepackt und nicht mehr losgelassen, dass ich es an einem Tag durchgelesen habe. Iliana Xander erzählt eine spannende Familiengeschichte, die mit jeder Seite mehr an Tempo ...

Dieses Buch hat mich sofort so gepackt und nicht mehr losgelassen, dass ich es an einem Tag durchgelesen habe. Iliana Xander erzählt eine spannende Familiengeschichte, die mit jeder Seite mehr an Tempo gewinnt. Die Mischung aus Rätseln, Gefahr und starken Figuren funktioniert wirklich hervorragend. Ich mochte besonders, wie Mackenzie ihren eigenen Weg geht und Schritt für Schritt erkennt, was wirklich passiert ist. Diese Entwicklung wirkt greifbar und nah, nachvollziehbar.

Die vielen Wendungen haben mich oft überrascht. Eine Enthüllung in der Mitte hat mich komplett erwischt und ich musste kurz pausieren, um wieder klarzukommen. Ich muss ein wirklich dummes Gesicht gemacht haben. Das passiert mir selten. Die kurzen Kapitel treiben die Handlung voran und erzeugen echtes Suchtpotenzial. Ich hatte das Gefühl, einen Film zu sehen, bei dem jede Szene zählt.

Die Verbindung aus Spannung, Emotion und einem kleinen Hauch Romantik hat für mich perfekt funktioniert. Nichts läuft ins Leere. Am Ende fügt sich alles sauber zusammen, was ich sehr schätze. Ich lege das Buch jedem ans Herz, der Lust auf eine packende Geschichte hat, die bis zur letzten Seite trägt.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Bewegende Geschichte einer jungen Frau am Rand der Kontrolle

Medea
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Ich habe das Buch genossen, weil Medea hier nicht nur eine Figur aus alten Erzählungen ist. Sie wirkt wie ein Mädchen, das sich nach Halt sehnt und immer wieder an Menschen gerät, die sie ausnutzen.

Der ...

Ich habe das Buch genossen, weil Medea hier nicht nur eine Figur aus alten Erzählungen ist. Sie wirkt wie ein Mädchen, das sich nach Halt sehnt und immer wieder an Menschen gerät, die sie ausnutzen.

Der starke Einstieg in die Geschichte auf Colchis zeigt, wie sie aufwächst, wie sie ihre Kräfte spürt und wie sie sich an Jason klammert, obwohl er ihr nicht guttut. Leider verliert die Geschichte kurz an Spannung. Medeas Grübeln wiederholt sich, doch später gewinnt das Buch wieder Fahrt. Am Ende blieb ich hin und hergerissen, weil ich sowohl Mitleid als auch Ärger mit ihr empfand. Genau das hat mich überzeugt.

Für mich ein eindrucksvolles Porträt einer jungen Frau, die ihren Platz sucht und daran oft scheitert.

Insgesamt ein intensives Buch über eine junge Frau, die nach Nähe sucht, sich aber immer wieder in gefährliche Situationen treibt. Die Geschichte hält viel Drama bereit und lädt dazu ein, über Verantwortung, Einfluss und Selbstbild nachzudenken. Für mich ein starkes, wenn auch nicht perfektes Leseerlebnis.

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