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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.07.2021

Große Liebe!

What if we Trust
1

Der abschließende Band der What if-Trilogie erzählt die Geschichte von Hope und Scott. In den ersten zwei Teilen fand ich Hope zwar süß, konnte mir aber keinen wirklichen Eindruck von ihr machen. Deshalb ...

Der abschließende Band der What if-Trilogie erzählt die Geschichte von Hope und Scott. In den ersten zwei Teilen fand ich Hope zwar süß, konnte mir aber keinen wirklichen Eindruck von ihr machen. Deshalb hat mich das Buch umso mehr bewegt. Die Geschichte ist wunderschön und ich bin unglaublich verliebt.

Ich konnte mich viel zu sehr mit Hope identifizieren... Das Schreiben, die Pflanzen, der Verlust einer besten Freundin und das Gefühl, immer zu viel zu sein und zu wollen. Diese Worte zu lesen, hat mich sehr bewegt und Hope ist eine der wenigen Protagonistinnen, mit denen ich nicht nur mitfühle, sondern in denen ich mich selbst gefunden habe.
Auch Scott fand ich toll. Wie immer sind die Charaktere von Sarah detailliert, authentisch und unglaublich echt. Das hat mir bisher an jedem ihrer Bücher sehr gut gefallen.

Und auch die Handlung ist wieder super gut gelungen! Der Spannungsbogen ist klasse und definitiv mal was anderes, denn hier wurde nicht dieses typische Schema angewendet. Mehr kann ich dazu aber leider nicht sagen, ohne zu spoilern. Es war einfach alles anders als erwartet und dadurch wurde es nie langweilig.
Der Schreibstil war auch wieder phänomenal. Ich konnte das Buch gar nicht weglegen, so sehr wurde ich in die Geschichte gesogen, habe mitgefühlt, mitgeweint, mitgefiebert. Es war einfach unglaublich.

Es war auch sehr angenehm, dass das Ende nicht so abrupt kam, sondern eher ausgeschlichen wurde. Sarah meinte ja, sie hätte sich da am Wunsch der Leser*innen orientiert und das finde ich super. Mir hat es so sehr gut gefallen, besonders weil es auch der Reihenabschluss ist und man sich so noch ein bisschen sanfter verabschieden konnte als einfach rausgeschmissen zu werden.

Insgesamt definitiv mein liebster Teil der Reihe, auch wenn die beiden anderen ebenfalls richtig toll waren. Aber Hope und Scott haben mich einfach so sehr berührt. Die Themen, um die es in dem Buch ging, haben zumindest für mich eine nochmal stärkere Bedeutung als die der anderen beiden Teile und sie wurden unglaublich gut umgesetzt. Ganz große Liebe!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.07.2021

Endlich mal Drag!

In all seinen Farben
0

Eine kurze Inhaltsvorstellung zu diesem Buch zu schreiben, fällt mir unheimlich schwer, da der Klappentext fast schon zu viel verrät, aber es natürlich auch wichtig ist zu wissen, dass es in dem Buch um ...

Eine kurze Inhaltsvorstellung zu diesem Buch zu schreiben, fällt mir unheimlich schwer, da der Klappentext fast schon zu viel verrät, aber es natürlich auch wichtig ist zu wissen, dass es in dem Buch um Drag geht.
Also, es geht um Robin, der schwul ist und nach seinem Schulabschluss Musicaldarsteller werden möchte. Da er in dem Theater Club schon der Star ist, gehen alle fest davon aus, dass er an der Londoner Schauspielschule angenommen wird. Als dies jedoch nicht passiert, bricht für Robin eine Welt zusammen und plötzlich weiß er nicht mehr, wie es nach der Schule für ihn weiter gehen soll...

Lesen wollte ich das Buch wegen des wunderschönen Covers und weil es queer ist! Eine männlich gelesene Person mit Make-Up habe ich vorher noch nie auf einem deutschen Jugendbuch Cover gesehen und war sofort begeistert!
Und auch der Inhalt ist einfach toll!

Die Handlung war absolut miteißend! Ich habe die Leseabschnitte jeweils an einem Stück gelesen, da ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte. Stellenweise war es etwas arg dramatisch, aber es geht in dem Buch um Drag Queens, da ist Drama an der Tagesordnung. Von daher habe ich mich daran nicht wirklich gestört und unglaubwürdig war es auch nicht, da man die Charaktere alle vorher entsprechend kennenlernt und die Handlungen auf jeden Fall ihrem Charakter entsprechen.
Es wurde realistisch auf die Sorgen und Probleme von (unter anderem queeren) Teenagern eingegangen, die ich total nachvollziehen konnte. Sehr gut gefallen hat mir dabei, dass das Buch aus Robins Sicht geschrieben wurde und die Leser*innen somit nur erfahren haben, was auch er wusste. Das ist natürlich in mehreren Büchern der Fall, aber hier hat es seine Entwicklung sehr gut verdeutlicht.

Apropos Entwicklung: Die Charaktere. Auch hier möchte ich nur kurz etwas zu den Personen sagen, da alles andere ein Spoiler wäre.
Robin ist eine kleine Drama Queen, aber auch sehr ambitioniert und er lebt für seinen Traum, was ich sehr cool fand. Alle Charaktere wirken sehr authentisch und vielfältig. Zwar hatten die meisten Charaktere ein "Hauptmerkmal", das in der Handlung relevant war, wie Greg als Quoten-Hetero, Natalie als aufgedrehte Freundin und Connor als... naja. Aber dadurch haben sie keinesfalls weniger dreidimensional gewirkt.

Anfangs war der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig, da es sehr nach queeren, etwas überdrehten (Ja, ich schaue dich an, Nat..) Teenagern klingt, aber da habe ich mich schnell eingefunden und im weiteren Verlauf das "Fachjargon" auch ziemlich genossen, da ich das so in deutschen Büchern bislang nicht gelesen habe. Das war auf jeden Fall eine erfrischende Mischung. Schade fand ich hingegen, dass so viel übersetzt wurde. Es gibt einfach Sprüche oder Bezeichnungen, die in der englischsprachigen Dragszene entstanden sind und in die deutsche Szene übernommen wurden, da liest es sich sehr unangenehm, wenn diese versucht werden zu übersetzen. Auch wenn ich natürlich die gewisse Notwendigkeit sehe.

Insgesamt ein großartiges Buch, das sich mit wichtigen und tollen Themen auseinandersetzt und dass ich quasi inhaliert habe. Für ein Lieblingsbuch hat mir die Tiefe gefehlt und es hätte länger sein können, aber ich werde es bestimmt noch einmal lesen.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Gefühl
Veröffentlicht am 05.05.2021

Süßes Buch über die kleinen Freuden

Lächeln gefunden
2

Bär ist aus dem Winterschlaf erwacht und freut sich über den Frühling und das Wiedersehen mit seinen Freunden. Als er sich im See betrachtet, sieht er ein breites Lächeln auf seinem Gesicht. Huch, wem ...

Bär ist aus dem Winterschlaf erwacht und freut sich über den Frühling und das Wiedersehen mit seinen Freunden. Als er sich im See betrachtet, sieht er ein breites Lächeln auf seinem Gesicht. Huch, wem gehört das denn? Fleißig macht er sich daran, den Besitzer des Lächelns zu finden. Nach und nach trifft er auf seine Freunde, die hoffen, das Lächeln würde ihnen gehören, doch keinem scheint es recht zu passen. Sie alle finden jedoch weitere Lächeln in dem See. Wo kommen die bloß alle her?

Das Buch ist von innen sowie von außen sehr schön! Das Cover verbreitet sonnige, warme Gefühle, die Zeichnung ist kindgerecht ansprechend gestaltet. Und auch die Zeichnungen im Buch sind allesamt sehr einladend, es gibt viel zu entdecken und der Wald mit den warmen Sonnenstrahlen erwacht zum Leben.

Doch nicht nur die Illustration kann überzeugen, auch inhaltlich ist die Geschichte sehr gelungen. Das Buch zeigt, wie durch sensible Rücksichtnahme und Empathie gegenüber anderen Freude geschenkt werden kann. Es werden verschiedene alltägliche Situationen beschrieben, die durch Bärs verständnisvolle und aufmerksame Art bereichert werden. So wird ein Streit beigelegt oder der schnelllebige Alltag durch Achtsamkeit der Natur gegenüber entschleunigt.

Am Ende wird recht offensichtlich die "Moral der Geschichte" erklärt, sodass die kleinen Zuhörer*innen nicht nur ein schönes Leseerlebnis haben, sondern auch einen Mehrwert aus der Geschichte mitnehmen.

Insgesamt ist das Buch ein Wohlfühlbuch, das schön aufzeigt, wie man auch mit kleinen Dinge im Alltag ein Lächeln schenken kann. Zum Vorlesen ist das Buch wunderbar geeignet und auch als Vorlesende hat uns das Buch ein Lädcheln ins Gesicht gezaubert. Ganz große Empfehlung!

Auch die Bärenmaske ist auf Begeisterung gestoßen, wurde direkt ausgeschnitten und getragen.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
Veröffentlicht am 22.04.2021

Ein perfekter Auftakt der Love is Love Reihe

Und ich leuchte mit den Wolken
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Lilou hat ihr Abitur bestanden und ist jetzt auf dem Weg nach Paris, um sich selbst zu finden und mehr über ihre Mutter zu erfahren, die sie vor Jahren verlassen hat. Auf der Zugfahrt trifft sie auf Mignon, ...

Lilou hat ihr Abitur bestanden und ist jetzt auf dem Weg nach Paris, um sich selbst zu finden und mehr über ihre Mutter zu erfahren, die sie vor Jahren verlassen hat. Auf der Zugfahrt trifft sie auf Mignon, die eine selbstsichere, aber auch melancholische Ausstrahlung hat und Lilou magisch anzuziehen scheint. Doch Lilou hat sich fest vorgenommen, dieses Jahr in Paris nicht durch Beziehungen überschatten zu lassen. Als Lilou Mignon auf einer Party ungeahnt wiedertrifft, gerät dieser Entschluss jedoch ins Wanken. Zu oft muss Lilou an das schöne Mädchen mit der rauchigen Stimme denken...

Dieses Buch... oh mein Gott, dieses Buch! Ich habe es schon vor mehreren Tagen beendet, konnte bis jetzt aber nichts dazu schreiben, weil mein Kopf keine Worte formulieren konnte, die dem Buch auch nur ansatzweise gerecht werden... Es ist einfach absolut perfekt! Unglaublich perfekt!

Sophies Schreibstil ist absolut anbetungswürdig, poetisch, mitreißend, verzaubernd und nicht von dieser Welt. Jeder Satz ist ein kleines Meisterwerk für sich und ich habe mich selten so sehr in einer Geschichte verloren. Ich habe Lilous Lebensfreunde gespürt, Mignons rauchige Stimme gehört, mit Ocean in der Küche getanzt und mit Bennoit auf der Wiese gesessen und die Sonne genossen. Ich war voll und ganz da, besonders mit der Playlist, die ich rauf und runter gehört habe...

Und dann die Handlung an sich... Es ist eine so bodenständige, gefühlvolle, ruhige und doch aufregende Geschichte. Alles fühlt sich richtig, im richten Tempo, in der richtigen Art und Weise an. Es passt alles zusammen.

Die Treffen im Kleiderraum haben mich an The Bold Type erinnert und ich habe es geliebt!
BEJOM ist einfach die perfekte Freundesgruppe und ich bin schon etwas neidisch!
Die Liebesgeschichte zwischen Lilou und Mignon ist süß und herzzerreißend, romantisch und aufregend, sie ist alles, was man sich von einem New Adult Roman wünschen kann. Und da es eine Own-Voice Geschichte ist, konnte Sophie alles rund um das Thema Pansexualität und queere Liebe sehr einfühlsam und realistisch darstellen.

Es waren aber auch die kleinen Details, die die Geschichte so lebhaft und eindrucksstark haben werden lassen. Zum Beispiel die alte Frau, die jeden Tag Notre Dame zeichnet oder die Landschafts- und Charakterbeschreibungen.

Die Charaktere sind wunderbar authentisch, tiefgehend, detailliert und liebenswert. Sie sind ganz klar umrissen, haben alle ihre Eigenarten und etwas Spezielles, das sie zu denen macht, die sie sind. Sie waren so greifbar und nah, das war sehr faszinierend.

Wobei wir bei der Peron wären, die mein Herz immer noch schneller schlagen lässt. Mignon ❤ Ich habe mich unwiderruflich verliebt. Sie ist wunderschön, kreativ, perfekt unperfekt und alles, was ich mir gewünscht habe 🙊 Alle anderen book boy- und girlfriends sehen neben ihr blass aus 😅

Fazit: LEST DIESES BUCH! Bitte! Ich hatte unglaublich hohe Erwartungen und Sophie Bichon hat es geschafft, sie alle über den Haufen zu werfen und mich sprachlos zurückzulassen. "Und ich leuchte mit den Wolken" ist definitiv eines meiner Lieblingsbücher geworden. Danke dafür!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2021

Ungenutztes Potenzial mit süßer Sidestory

The Story of a Love Song
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Nach einem tragischen Ereignis in ihrer Vergangenheit lebt die junge Autorin Luca mit einer Angststörung, die ihr ganzes Leben beeinflusst. Normal einkaufen oder volle Straßen sind ein unüberwindbares ...

Nach einem tragischen Ereignis in ihrer Vergangenheit lebt die junge Autorin Luca mit einer Angststörung, die ihr ganzes Leben beeinflusst. Normal einkaufen oder volle Straßen sind ein unüberwindbares Hindernis und auch die Brieffreundschaft zu ihrem Jugendschwarm Griffin hat sie vor Jahren abrupt beendet - bis Luca ein neuer Brief von ihm erreicht. Schnell finden die beiden wieder zueinander, doch haben ihre Gefühle eine Chance? Schließlich ist Griffin mittlerweile ein weltberühmter Rockstar...

Fangen wir mit dem Positiven an: Ich liebe Luca! Sie ist eine wundervolle Protagonistin, die so viel mehr ist als ihre psychische Krankheit und dennoch wird auf genau diese Krankheit sehr einfühlsam, aber auch detailliert und realistisch eingegangen. Ich konnte ihre Handlungen zu jedem Zeitpunkt nachvollziehen und hätte sie sehr gerne zur Freundin!
Neben Luca spielt ihr mittlerweile pensionierter Therapeut, der "Doc", eine wichtige Rolle und die Beziehung zwischen den beiden ist absolut hinreißend. Immer wieder hilft der Doc Luca bei alltäglichen, aber auch größeren Hürden und es ist sehr angenehm, dass Luca als Protagonistin mit Mitte 20 mal keine beste Freundin in ihrem Alter hat, sondern einen knuffigen, etwas schrägen alten Mann.

Auch der Schreibstil ist sehr schön, lässt sich flüssig lesen und hat mich ein ums andere Mal sehr lachen lassen. Es fällt in keiner Weise auf, dass es sich hier um zwei Autorinnen handelt. Das Cover ist wie gewöhnlich für den LYX Verlag ein Traum und es zeigt bereits die Rockstar-Thematik auf, auch wenn diese im Buch eine kleinere Rolle spielt, als man denken könnte.

Nun zum Negativen: Ich konnte Griffin leider überhaupt nicht leiden. Er hat Luca zwar auf Händen getragen und versucht, ihr das Leben so leicht wie möglich zu machen, aber dabei hat er meiner Meinung nach Lucas Grenzen sehr ausgereizt und sich öfters etwas übergriffig verhalten. Er meinte es immer nur gut, aber ich finde, hier wurde perfekt aufgezeigt, dass man sich ohne Angststörung nur schwer in diese Krankheit einfühlen kann. Außerdem hat er mir viel zu viel an Sex gedacht. Klar ist Sex in NA Romanen an der Tagesordnung, aber hier hat es etwas die Romantik getrübt. Ich bin mit Griffin also leider nicht warm geworden und da er einer der wenigen Charaktere im Buch war, hat es der Geschichte leider einen starken Dämpfer verpasst.

Schade fand ich auch, dass das Rockstar-Leben von Griffin viel zu kurz gekommen ist. Dafür, dass das Cover und der Klappentext auf dieses Thema ausgerichtet waren, hätte ich da etwas mehr erwartet.
Auch der Tod von Lucas Vater, die Bezihung zwischen Griffin und seinem Vater und Lucas Arbeit als Autorin wurden so gut wie gar nicht thematisiert, was ich sehr schade fand. Das hätte der Geschichte bestimmt noch etwas mehr Tiefe verliehen. Es hätte mir nichts ausgemacht, wenn das Buch dadurch etwas länger geworden wäre.

Das Ende hingegen kam mir zu abrupt und ich hätte gerne noch etwas mehr über die so knapp beschriebenen Ereignisse erfahren.

Insgesamt fand ich das Buch ganz nett, es war sehr schön, dass eine psychische Krankheit mal konsequent realistisch dargestellt wurde. Aber leider konnte mich die Beziehung zwischen Griffin und Luca nicht sehr berühren, sie war mir größtenteils egal. Dafür war die platonische Beziehung zwischen Luca und dem Doc umso schöner und bewegender und dafür hat es sich schon gelohnt, das Buch zu lesen.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl