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JuliaRiccarda

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2025

albtraumhafte Ferien

Tell Me Lies
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Cover und Titel:
Das Cover ist recht düster und zeigt das Ferienhaus, in dem die Protagonisten Urlaub machen. Insofern passt es sowohl zum Genre als auch zur Story. Allerdings wäre es mir jetzt nicht besonders ...

Cover und Titel:
Das Cover ist recht düster und zeigt das Ferienhaus, in dem die Protagonisten Urlaub machen. Insofern passt es sowohl zum Genre als auch zur Story. Allerdings wäre es mir jetzt nicht besonders ins Auge gestochen, hätte ich das Buch im Laden entdeckt. Was mir gut gefällt, ist die Schrift des Titels. Sie weiß-grau, glitzert und ist aufgeraut. Das wirkt edel.
Der Titel „Tell Me Lies“ passt zwar zum Buch, würde aber auch zu vielen anderen passen. Ich hätte eher „Owl Cottage“ oder etwas anderes mit Eulen gewählt.
Inhalt:
Hannah und Sam machen gemeinsam mit ihrer achtjährigen Tochter Urlaub in Cornwall in dem wunderschönen Owl Cottage um ihre Ehe zu retten. Doch schon bald findet Hannah tote Eulenküken im Haus und andere merkwürdige Dinge geschehen. Kann sie Sam wirklich trauen? Und sich selbst?
Meine Meinung:
Die allermeisten Kapitel der Geschichte sind in der Ich-Form aus Hannahs Perspektive geschrieben. Soweit, so gut. Allerdings redet sie von ihrem Ehemann nicht in der dritten Person, sondern spricht ihn direkt an. Es heißt also nicht „Sam tat das und das“, sondern „Du tatest das und das“. Wohlgemerkt findet man diese Formulierungen nicht nur in der wörtlichen Rede, wo man sie ja erwarten würde, sondern im ganzen Buch. Das fand ich doch sehr gewöhnungsbedürftig und ehrlichgesagt habe ich mich bis zum Schluss nicht wirklich daran gewöhnt. Zwischendurch gibt es auch einzelne Kapitel aus der Sicht anderer Personen wie beispielsweise von Sam.
Was mir besonders gut gefallen hat, waren die eingeschobenen Kapitel aus der Vergangenheit. Zum Teil beziehen sich diese auf Hannahs Kindheit und Jugend, wo der Leser erfährt, dass sie etwas Schreckliches erlebt hat als sie klein war, sich aber nicht richtig daran erinnern kann und bis heute damit zu kämpfen hat. Zum anderen Teil beziehen diese Kapitel sich auf die jüngere Vergangenheit und die Story, was zu den Eheproblemen von Hannah und Sam führte. Allerdings erfährt man alles immer nur stückchenweise und hat genug Raum um selbst zu spekulieren.
Und was ist eigentlich im Owl Cottage los? Wer oder was steckt hinter all den seltsamen Vorfällen? Eigentlich war ich mir ja sicher die Lösung zu kennen, nur um dann doch wieder zu zweifeln, genau wie Hannah auch. Es ist wirklich grandios wie die Autorin es hier schafft Hannahs Unsicherheit auf den Leser zu übertragen.
Was die Spannung angeht bin ich etwas zwiegespalten. Grundsätzlich ist das Buch auf jeden Fall spannend, keine Frage. Dafür sorgen kurze Kapitel, Rätselraten und überraschende Wendungen. Allerdings waren mir manche Passage zu lang. Man dreht sich mit Hannah und ihren Gedanken im Kreis, was natürlich einerseits ihre Zweifel gut veranschaulicht, andererseits aber auch leicht langweilig wird. Für den Part von Hannahs Kindheit und das dort Erlebte hätte ich mehr erwartet und war von der Lösung fast ein wenig enttäuscht.
Das Setting im Owl Cottage, das wie der Name schon sagt komplett im Eulenstil eingerichtet ist, hat mir gut gefallen. Eine schöne Idee ein Ferienhaus zu einem bestimmten Thema einzurichten.
Fazit: Den Thriller empfehle ich auf jeden Fall weiter. Und die Autorin werde ich im Blick behalten.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

500 Seiten und keine zu viel!

Zornige Brandung
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Cover: Das wunderschöne Cover mit der stürmischen Küste hat mich als Meer-Fan sofort angesprochen. Es macht Lust auf einen Nordseekrimi und passt durch den dunklen Himmel gut zum Titel „Zornige Brandung“.

Inhalt:
Der ...

Cover: Das wunderschöne Cover mit der stürmischen Küste hat mich als Meer-Fan sofort angesprochen. Es macht Lust auf einen Nordseekrimi und passt durch den dunklen Himmel gut zum Titel „Zornige Brandung“.

Inhalt:
Der Thriller ist der elfte Band aus der Reihe der Nordsee-Krimis um John Benthien. Er kann zwar gut ohne Vorkenntnisse gelesen werden, der Leser sei jedoch gewarnt, dass darin in Bezug auf einen älteren Band gespoilert wird. Deshalb würde ich empfehlen diesen zuerst zu lesen. In „Zornige Brandung“ hat Kommissar John Benthien seinen alten Job verloren, den neuen gekündigt und steht derzeit ohne Anstellung da. Er verbringt die Ferien mit seiner Patchworkfamilie auf Sylt und stolpert schon bald über die Leiche seines neuen Nachbarn. Dabei handelt es sich um einen bekannten Filmregisseur, der zu Dreharbeiten auf Sylt weilte. Natürlich ermittelt John mit seinen ehemaligen Kollegen eifrig mit, denn schließlich will er seinen alten Job wieder haben. Zeitgleich beschäftigt sich seine ehemalige Kollegin und Ex-Freundin Lilly mit einem sogenannten Cold Case, dem Fall um einen toten Jungen, dessen Identität bisher nicht festgestellt werden konnte. Mit Hilfe neuester Technologien soll dies nun hoffentlich gelingen.

Meine Meinung:
Das Buch hat 500 Seiten, aber keine einzige ist zu viel, nie wird es langweilig. Allerdings muss man meiner Meinung nach schon ein bisschen konzentriert lesen. Denn wird eine Frage beantwortet, tauchen drei neue auf. Aber so etwas liebe ich. Und das hält schließlich auch die Spannung hoch. Es gibt viele Handlungsstränge, bei denen man anfangs nicht weiß, wie und ob sie zusammenpassen. Aber letztlich hat alles eine Verbindung.
Ich kannte bereits den einen oder anderen Band aus der Reihe. Nun hat es mich gepackt und ich muss unbedingt nach und nach alle Bände lesen. Und das sind zum Glück viele! An die verschiedenen Personen aus Johns Patchworkfamilie habe ich mich nicht mehr so genau erinnert, hatte sie aber schnell wieder auf dem Schirm. Die ungewöhnliche Familienkonstellation finde ich sehr erfrischend. Vor allem über Johns kauzigen Vater Ben musste ich oft schmunzeln. Der Charakter seiner erwachsenen Tochter Celine gefällt mir zwar auch gut, war mir manchmal aber ein klein wenig zu altklug. Außerdem gehören zur Familie noch die beiden Kommissare Lilly und Juri, bei denen es sich um Johns Ex und ihren neuen Partner handelt. Somit hat der Leser das Privatleben von John und Co praktischerweise inklusive, was mir gut gefällt.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen und immer mit einer Prise Humor versehen.
Sowohl das Setting Sylt als auch das der Dreharbeiten mit exzentrischen Schauspielern haben mir gut gefallen.

Fazit: Absolut lesenswert. Alles drin: Spannung, Humor, Gefühle. Was will man mehr?

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Äußerst rätselhaft von der ersten bis zur letzten Seite

Das Geheimnis der toten Mädchen: Thriller
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Cover:
Über das Cover habe ich mich dieses Mal sehr gefreut. Denn im Hintergrund sieht man einen Teil der Zonser Stadtmauer und die Mühle.

Inhalt:
Das Geheimins der toten Mädchen ist der fünfzehnte ...

Cover:
Über das Cover habe ich mich dieses Mal sehr gefreut. Denn im Hintergrund sieht man einen Teil der Zonser Stadtmauer und die Mühle.

Inhalt:
Das Geheimins der toten Mädchen ist der fünfzehnte Band aus der Zons-Reihe von Catherine Shepherd. In dieser Serie ist es immer so, dass es einen Handlungsstrang in der Gegenwart und einen von vor 500 Jahren gibt. Beide Stories sind immer durch irgendetwas miteinander verbunden.
In der Gegenwart wird eine Studentin im Zonser Stadtarchiv ermordet aufgefunden. Welchem Geheimnis war sie auf der Spur? Bei einem weiteren Opfer werden ein Buch und eine Drohung gefunden. Allerdings ist das Buch leer. Kommissar Oliver Bergmann ermittelt. Und auch seine Freundin, die Journalistin Emily steckt die Nase tiefer in den Fall als ihr gut tut.
In der Vergangenheit findet der Stadtsoldat Bastian Mühlenberg eine tote Frau. Er bringt sie zur Obduktion zu dem Zonser Arzt. Allerdings wird die Leiche in der Nacht gestohlen. Bald schon verschwinden mehr junge Frauen.

Meine Meinung:
Das Buch kann gut ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden. Da ich allerdings schon viele Bücher aus der Reihe gelesen habe, kenne ich die Charaktere schon und freue mich jedes Mal auf das „Wiedersehen“. Am Rande wird immer mal wieder eine über die Jahrhunderte bestehende „Liebe“ zwischen Bastian und Emilys Freundin Anna erwähnt. Dies gefällt mir sehr gut und schlägt einen zusätzlichen Bogen zwischen den Zeiten.
Im Prolog erfährt man schon, dass eine junge Frau irgendetwas Geheimnisvolles herausgefunden hat und sich jetzt verfolgt fühlt. Somit ist man direkt in der Geschichte drin und wird durch Fragen zum Weiterlesen angehalten: Ist die Frau das zukünftige Opfer? Was hat sie herausgefunden? Außerdem liebe ich es jedes Mal in bei den Zons-Thrillern darüber zu rätseln, was den Fall aus der Gegenwart mit dem aus der Vergangenheit verbindet. Dieses Mal bin ich bis zum Schluss nicht wirklich dahinter gekommen. So wird die Spannung bis zum Ende hochgehalten. Dabei ist die Verbindung sehr schlüssig und prima gelungen. Auch das Motiv, vor allem aus der Vergangenheit, ist logisch, aber ungewöhnlich. Hier bekommt der Leser zusätzlich immer wieder Szenen aus der Sicht des Täters präsentiert, hat aber keine Ahnung, wer das sein könnte. Allgemein ist vieles in dem Thriller sehr rätselhaft und zwar in beiden Zeiten. Der Leser hat tausend Fragen und will schnell weiterlesen um diese geklärt zu bekommen. Wie ich es nicht anders von der Autorin kenne, gibt es zahlreiche Verdächtige. Doch wer war es wirklich?
Was ich an den Thrillern dieser Reihe auch sehr gern mag ist die Tatsache, dass Zons eine „echte“ Stadt ist. Durch die detailierten Ortsbeschreibungen habe ich inzwischen das Gefühl mich dort schon gut auszukennen. Und ich bin schon so neugierig auf das mittelalterliche Städtchen, dass ich unbedingt mal hin will.
Fazit: Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Spannender Thriller in zwei Zeitebenen mit interessanten Charakteren und tollem Setting nahe des Polarkreises

Der Polarkreis
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Nach der Lektüre des aktuellen Thrillers der schwedischen Autorin Liza Marklund verstehe ich es weniger denn je, warum ich irgendwann damit aufgehört habe, ihre Bücher zu lesen. Denn früher tat ich das ...

Nach der Lektüre des aktuellen Thrillers der schwedischen Autorin Liza Marklund verstehe ich es weniger denn je, warum ich irgendwann damit aufgehört habe, ihre Bücher zu lesen. Denn früher tat ich das sehr gerne und werde damit jetzt ganz sicher weitermachen. Denn das Buch ist einfach nur super! Es ist das erste einer Triologie, was ich zu zunächst nicht wusste. Umso mehr habe ich mich dann darüber gefreut, als ich es erfuhr. Die beiden Folgebände, die allerdings erst 2026 und 2027 in deutscher Sprache erscheinen sollen, werden definitiv den Weg in mein Bücherregal finden. Schade, dass es bis dahin noch so lang ist.
In einer nordschwedischen Kleinstadt wird bei einer Brückensanierung die einbetonierte Leiche einer kopflosen Frau gefunden. Schnell wird eine Verbindung zu Sofia Hellsten, der Tochter des ehemaligen Kommunalrats gezogen. Denn Sofia verschwand vierzig Jahre zuvor spurlos. Und damals war die besagte Brücke gerade im Bau.
Sofia und vier weitere Mädchen gehörten damals dem Buchklub „Polarkreis“ an, in dem sie sich über gemeinsam gelesene Bücher austauschten. Jeder Teil des Buches wird aus der Perspektive eines anderen Buchklubmitglieds erzählt, wobei ein Handlungsstrang immer in der Jetzt-Zeit spielt und ein zweiter in dem Jahr, als Sofia verschwand. So bekommt der Leser einen guten Einblick in die einzelnen Charaktere. Dabei finde ich es sehr interessant, welche Unterschiede die Mädchen schon damals in sozialer Schicht, Beziehung innerhalb ihrer Herkunftsfamilien und Charakter aufweisen. Die Autorin beschreibt hier die Zeit des Erwachsenwerdens der Mädchen mit all ihren Geheimnissen, von denen sie auch nach vierzig Jahren noch große Angst haben, dass sie heraus kommen. Und jeder scheint irgendetwas zu verbergen zu haben. Als Leser möchte man diese Geheimnisse natürlich unbedingt aufdecken. Dies und der Wunsch zu erfahren, wie sich die Mädchen in den fast vierzig Jahren entwickelt haben, wäre für mich Grund genug gewesen schnell weiterzulesen: Inwiefern hat sich der Charakter verändert? Welchen Beruf haben sie ergriffen? Wie sieht es familiär aus? Haben sie die Ziele und Wünsche erreicht, die sie sich als junge Mädchen gesteckt haben? Die Charaktere sind einfach wahnsinnig interessant und vielschichtig angelegt. Manche Persönlichkeitsentwicklungen fielen wie zu erwarten aus, aber es gab auch so manche Überraschung. Ebenso habe ich mich immer gefreut Nebenpersonen von „damals“ in der „Jetzt-Zeit“ wiederzutreffen, typisch Kleinstadt halt 😊.
Dennoch spielt selbstverständlich der Mord und die Frage nach dem damaligen Täter eine zentrale Rolle. Als Leser kann man sich auf überraschende Wendungen und viel Spannung, die durch beiden Zeitebenen verstärkt wird, freuen. Ich mag es sowieso immer sehr gerne, wenn Thriller eine Verbindung zu Geschehnissen in der Vergangenheit haben. Kein Wunder also, dass mir dieses Buch besonders gut gefallen hat. Den Erzählstil fand ich auch sehr angenehm zu lesen.
Das Setting in Nordschweden hat mir richtig gut gefallen. Der Roman handelt nicht einfach nur dort, sondern lässt den Leser in das Leben einer kleinen Gemeinde nahe am Polarkreis eintauchen. Im Gegensatz zu den meisten schwedischen Büchern, die ich bisher kenne, handeln zumindest Teile im Winter. Der Leser darf also mit den Protagonisten mitbibbern und sich mit ihnen freuen, wenn es im Sommer neun grandiose Grad plus gibt!!! Außerdem werden typische Probleme wie Depressionen etc., die es mit sich bringt, wenn es fast den ganzen Tag dunkel ist, ganz selbstverständlich in den Alltag eingebaut. Auch die Themen Arbeitslosigkeit in einer Kleinstadt, die damit verbundene Armut und Perspektivlosigkeit werden gut aufgezeigt.
Mein Fazit: Eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Was ist böse?

All das Böse, das wir tun
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Vor dreißig Jahren verhaftet die Polizistin Itala Caruso einen vermeintlichen Serienmörder, der dann im Gefängnis stirbt.
Nun wird Amala, die Nichte der Anwältin Francesca Cavalcante, die den damals unschuldig ...

Vor dreißig Jahren verhaftet die Polizistin Itala Caruso einen vermeintlichen Serienmörder, der dann im Gefängnis stirbt.
Nun wird Amala, die Nichte der Anwältin Francesca Cavalcante, die den damals unschuldig Verhafteten erfolglos verteidigte, entführt. Gibt es einen Zusammenhang? Unerwartet taucht der mysteriöse Gerry auf und hilft Francesca bei der Suche nach ihrer Nichte. Doch was sind seine Motive?
Ich habe eine Ausgabe im wunderschönen Farbschnitt ergattert. Das Cover ist schlicht schwarz mit roter Schrift und kleinen lila Vögeln: Wirkt bedrohlich und einfach schön!
Der doch etwas sperrige Titel „All das Böse, das wir tun“ ist Programm. Fast jeder in dem Thriller hat etwas Böses getan, der eine mehr, der andere weiniger. Zentrale Themen sind mafiöse Strukturen, Korruption und Schlimmeres. Aber niemand wird moralisch verurteilt. So bleibt es dem Leser selbst überlassen, wen er als böse oder nicht böse einstuft.
Die Geschichte, die in und um das Örtchen Cremona nahe Mailand spielt, wird in zwei Zeitschienen erzählt, was ich ja sowieso immer sehr gerne mag: Zum einen ist da die Story von vor dreißig Jahren und zum anderen die der Gegenwart. Die jetzige Geschichte wird zum großen Teil aus Francescas Sicht erzählt. Es gibt aber auch immer wieder einzelne Kapitel aus Amalas Sicht, in denen der Leser erfährt, was die Schülerin in ihrer Gefangenschaft erlebt.
Die Hauptfiguren zeichnen sich alle durch besondere Tiefe aus und sind auch sehr verschieden. Francesca, die ich am meisten mochte und mit der ich mich auch gut identifizieren konnte, beispielsweise ist die erfahrene Anwältin aus reichem Haus. Sie will einfach nur ihre Nichte finden. Verständlich und menschlich.
Itala ist irgendwie das krasse Gegenteil. Sie ist jung, korrupt und kommt eher aus der Unterschicht. Aber auch sie hat ihre Geschichte, die sie zu dem gemacht hat, was sie ist. Und im Gegensatz zu manch anderem Kollegen hat sie ein Gewissen. Den Unterschied zwischen den beiden Frauen macht der Autor sogar noch durch die Sprache deutlich, die er in den jeweiligen Handlungseben wählt. Einerseits störte mich die manchmal doch recht derbe Ausdrucksweise in den Itala- Kapiteln etwas. Andererseits ist es ein geniales Stilmittel.
Und dann gibt es da noch Gerry. Es macht großen Spaß nach und nach herauszufinden, was ihn antreibt und woher er so plötzlich kommt. Zudem sei gesagt: Er ist ein wahnsinnig spannender, interessanter Charakter. Und ja, ich mochte ihn.
Besonders mochte ich es, die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart herzustellen. Wenn dann Personen von „Damals“ im „Heute“ wieder auftauchten, freute mich das immer. Es war einfach interessant, zu sehen, wie sie sich in den dreißig Jahren weiterentwickelt haben.
Einzige Minuspunkte von meiner Seite sind die Geschichte um die Hornissen, die ich manchmal doch etwas eklig fand, und das „agentenhafte“ Vorgehen von Gerry. Er wird so ein bisschen wie Superman dargestellt, was ich dann doch recht unrealistisch fand.

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