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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2026

Gold und Spice

One Date to Gold
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One Date to Gold von Ivy Leagh hat mich positiv überrascht, vor allem weil mich das Thema Olympia normalerweise gar nicht so sehr interessiert. Hier hat es aber richtig gut funktioniert: die winterliche ...

One Date to Gold von Ivy Leagh hat mich positiv überrascht, vor allem weil mich das Thema Olympia normalerweise gar nicht so sehr interessiert. Hier hat es aber richtig gut funktioniert: die winterliche Atmosphäre, das olympische Dorf, der Druck der Wettkämpfe und das Gefühl, dass jede Entscheidung über Sieg oder Niederlage entscheiden kann, haben mich schnell in die Geschichte hineingezogen.

Im Mittelpunkt steht Amie, die sich endlich ihren Traum vom olympischen Gold erfüllen will. Als ihre größte Konkurrentin ausfällt, steht sie plötzlich im Rampenlicht – und genau damit hat sie große Probleme. Hilfe bekommt sie ausgerechnet vom grumpy Eishockeykapitän des US-Teams, der dringend sein Image aufpolieren muss. Der Deal: Fake-Dating gegen Ruhe vor der Presse. Natürlich klappt das mit der emotionalen Distanz nicht lange, vor allem nicht, wenn man sich ständig über den Weg läuft, aneinandergerät und ein Chalet (mit nur einem Bett, natürlich) teilt.

Das Fake-Dating-Trope, die Gegensätze zwischen den Figuren und das sportliche Setting haben mir wirklich gut gefallen. Die Dynamik zwischen Amie und dem Eishockeyspieler ist unterhaltsam, ihre Wortgefechte machen Spaß, und die olympische Kulisse bringt frischen Wind in die Romance.

Was mir allerdings weniger gefallen hat, waren die vielen spicy Szenen – davon gab es für meinen Geschmack einfach zu viele, und sie haben die eigentliche Geschichte manchmal etwas ausgebremst. Das ist natürlich Geschmackssache, aber ich hätte mir mehr Fokus auf den Sport und die persönliche Entwicklung der Figuren gewünscht.

Trotzdem ist One Date to Gold ein unterhaltsamer, winterlicher Romance-Roman mit einem schönen Setting und einer süßen Fake-Dating-Story. Für mich gute 4 Sterne – mit etwas weniger Spice wäre es sogar noch besser gewesen.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Unterhaltung statt Authentizität

The Heat is on – Something‘s Cooking Between Us
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The Heat is on. Something is cooking between us von Felicia Kingsley ist genau das, was es verspricht: eine leichte, romantische und sehr unterhaltsame Story, die sich perfekt für entspannte Lesestunden ...

The Heat is on. Something is cooking between us von Felicia Kingsley ist genau das, was es verspricht: eine leichte, romantische und sehr unterhaltsame Story, die sich perfekt für entspannte Lesestunden eignet. Ich hatte viel Spaß mit dem Buch, auch wenn ich zwischendurch öfter schmunzeln musste, weil die Handlung nicht immer besonders realitätsnah ist.

Die Grundidee ist herrlich absurd und charmant zugleich: Ein FBI-Agent, der undercover als Koch in einem italienischen Familienrestaurant arbeitet, um eine mögliche Mafia-Verbindung aufzudecken. Dwight ist überzeugt, dass er diesen Auftrag problemlos meistert – bis er auf Julia trifft, die schlagfertige Tochter des Restaurantbesitzers, die ihm das Leben ganz schön schwer macht. Zwischen Wortgefechten, Küchenchaos und knisternder Spannung entwickelt sich eine Romance, die von Anfang an Spaß macht.

Als jemand, der selbst sehr kochbegeistert ist, war für mich allerdings klar: Dieser „Koch“ wäre sofort aufgeflogen. Einige Details rund ums Kochen wirken eher wie Kulisse als wie echte Küche – aber das habe ich schnell akzeptiert, denn das Buch will gar kein realistischer Thriller sein, sondern eine romantische Komödie mit Tempo und Humor. Und das gelingt Felicia Kingsley wirklich gut.

Die Dialoge sind witzig, die Chemie zwischen den Figuren stimmt, und die Geschichte liest sich einfach locker weg. Auch wenn man nicht alles ernst nehmen sollte, sorgt das Buch für gute Laune und genau die richtige Portion Drama, Romance und Humor.

Für mich sind es solide 4 Sterne: nicht perfekt, aber absolut unterhaltsam – und genau richtig, wenn man Lust auf eine leichte, heiße Love Story mit einem Augenzwinkern hat.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

mehr Interesse an Lieferanten

Liefern
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Lieferanten sind überall – und doch nimmt man sie kaum wahr. Genau das ändert Tomer Gardi mit seinem Roman Liefern. Das Buch hat mich wirklich beeindruckt, weil es einer Gruppe von Menschen eine Stimme ...

Lieferanten sind überall – und doch nimmt man sie kaum wahr. Genau das ändert Tomer Gardi mit seinem Roman Liefern. Das Buch hat mich wirklich beeindruckt, weil es einer Gruppe von Menschen eine Stimme gibt, mit der man sich sonst viel zu selten beschäftigt.

Schon das Cover ist ein echter Hingucker: der knallblaue Hintergrund, darauf der Lieferant in einem orangen Pfeil, der an Google Maps erinnert. Dieses Motiv passt perfekt zum Inhalt, denn genauso wie die Lieferanten ständig unterwegs sind, kommt man auch beim Lesen viel herum – geografisch wie emotional. Man reist durch verschiedene Städte und Kontinente und taucht immer tiefer in die Leben der Protagonist*innen ein.

Der Roman verknüpft mehrere Geschichten zu einem großen, weltumspannenden Mosaik. Da ist Filmon, der aus Eritrea nach Tel Aviv geflohen ist und als Lieferant unter falschem Namen arbeitet, immer in der Angst, entdeckt zu werden. Sein Ziel ist es, genug Geld zu verdienen, um seine Familie nach Berlin zu holen. Parallel dazu begleiten wir seine Frau und Tochter beim Deutschlernen, eine Lehrerin, die nach Delhi reist, eine Liebesgeschichte, die Kontinente verbindet, und einen Erzähler, der von Istanbul bis Buenos Aires unterwegs ist. All diese Episoden greifen ineinander und zeigen, wie eng unsere Welt eigentlich verbunden ist – auch wenn sie sich für viele Menschen so zerbrechlich anfühlt.

Liefern erzählt von Ausbeutung, Rassismus und Unsicherheit, aber auch von Liebe, Hoffnung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Der Roman ist politisch, international und gleichzeitig erstaunlich leichtfüßig geschrieben. Manche Passagen fordern Aufmerksamkeit, aber gerade das macht das Lesen interessant.

Für mich ist Liefern ein sehr lesenswerter, kluger Roman, der den Blick auf den Alltag – und auf die Menschen, die ihn am Laufen halten – nachhaltig verändert. Ein starkes Buch, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Poznanski-Liebe

Das Signal
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Ich liebe die Bücher von Ursula Poznanski – und Das Signal habe ich wirklich sehnsüchtig erwartet. Und was soll ich sagen: Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern übertroffen! Von der ersten ...

Ich liebe die Bücher von Ursula Poznanski – und Das Signal habe ich wirklich sehnsüchtig erwartet. Und was soll ich sagen: Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern übertroffen! Von der ersten Seite an war ich gefesselt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Im Mittelpunkt steht Viola, die nach einem schweren Unfall ihr Bein verloren hat und in ihrem eigenen Haus gefangen ist. Das abgelegene alte Gebäude wird plötzlich zum Käfig, ihr Alltag zur Abfolge von Hindernissen, Misstrauen und beunruhigenden Beobachtungen. Die Idee, mit GPS-Trackern Dinge (und später Menschen) zu verfolgen, ist genial und zugleich extrem unheimlich – vor allem, weil man als Leser*in genauso wenig weiß wie Viola, wem man noch trauen kann. Dieses digitale Katz-und-Maus-Spiel zwischen Wahrheit und Wahnsinn ist unglaublich raffiniert aufgebaut. Auch die Bezeichnungen der Tracker fand ich kreativ.

Besonders spannend fand ich das große Rätsel um den eingestürzten Weinkeller. Ich habe mir während des Lesens unzählige Theorien zusammengereimt – aber auf diese Auflösung wäre ich niemals gekommen! Genau das liebe ich an Poznanski: Sie legt Spuren, führt einen in die Irre und zieht einem am Ende doch den Boden unter den Füßen weg. Ich war bis zur letzten Seite angespannt und musste einfach weiterlesen, koste es den Schlaf, was es wolle.

Das Signal ist ein moderner Psychothriller mit starker Atmosphäre, einer lebensechten, verletzlichen, aber klugen Hauptfigur und einer Handlung, die sich langsam, aber gnadenlos zuspitzt. Für mich ist dieses Buch ein echtes Highlight und ein weiteres Beispiel dafür, warum Ursula Poznanski zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 27.01.2026

6 besondere Tage

Tage des Lichts
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Tage des Lichts erzählt von sechs entscheidenden Tagen im Leben einer Frau und davon, wie sehr Zufall, Sehnsucht und gesellschaftliche Erwartungen ein Leben formen können. Die Idee hinter dem Roman hat ...

Tage des Lichts erzählt von sechs entscheidenden Tagen im Leben einer Frau und davon, wie sehr Zufall, Sehnsucht und gesellschaftliche Erwartungen ein Leben formen können. Die Idee hinter dem Roman hat mir gut gefallen, die Umsetzung konnte mich jedoch nicht ganz überzeugen.

Im Mittelpunkt steht Ivy, eine junge Frau im England des Jahres 1938, die an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht und von einem außergewöhnlichen Leben träumt. Sie möchte Tänzerin, Künstlerin oder vielleicht etwas ganz anderes werden – Hauptsache, ihr Leben wird so besonders wie das ihrer Familie. Doch ein tragisches Ereignis an einem Ostersonntag bringt alles durcheinander und lenkt ihr Leben in ganz andere, überraschend gewöhnliche Bahnen: Ehe, Kinder, Anpassung. Erst viele Jahre später, als Ivy Frances wieder begegnet – der Frau, die sie an jenem Ostersonntag kennengelernt hat –, wird ihr bewusst, wie leer sie sich fühlt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine verbotene, leidenschaftliche Liebe, die keinen Platz in der damaligen Zeit hat.

Thematisch fand ich den Roman sehr stark: Es geht um verpasste Möglichkeiten, unterdrückte Wünsche, Schuld und die Frage, wie viel Kontrolle wir über unser eigenes Leben wirklich haben. Leider bin ich emotional nicht richtig in die Geschichte hineingekommen. Die Figuren blieben für mich etwas distanziert, sodass ich ihre Entscheidungen und inneren Konflikte eher verstand als fühlte. Dadurch fehlte mir die emotionale Bindung, die mich wirklich hätte fesseln können.

Tage des Lichts ist ruhig, nachdenklich und sprachlich fein, aber für mich blieb der Roman trotz der guten Idee und der wichtigen Themen etwas zu kühl. Drei solide Sterne für ein Buch, das viel wollte, mich aber nicht ganz erreicht hat.

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