Hat mich nicht wirklich schlecht unterhalten
HoneymoonIn meiner Version des Buches gibt es außer dem Klappentext ganz vorn noch eine ausführliche Inhaltsangabe, die übelst spoilert. Ich finde schon den Klappentext nicht gut, der enthüllt, dass das FBI hinter ...
In meiner Version des Buches gibt es außer dem Klappentext ganz vorn noch eine ausführliche Inhaltsangabe, die übelst spoilert. Ich finde schon den Klappentext nicht gut, der enthüllt, dass das FBI hinter Nora her ist. Im Buch dauert es ja eine Weile, bis dies herauskommt, und so nimmt bereits der Klappentext dem Leser Spannung durch die Gelegenheit zum Mitdenken.
Dann fand ich James Patterson als Autor etwas enttäuschend dafür, dass er so einen großen Ruf hat. Auf Seite 15 schreibt er: "Es war nicht zu übersehen, dass er erregt war. Wie eine überdimensionale menschliche Sonnenuhr lag er da auf der Bettdecke." - bei aller Kreativität, welche in dieses Bild geflossen ist, fand ich es der Szene unangemessen, welche eigentlich sexy angelegt war und dann im Klamauk endete. Ich hoffe James Patterson hat nicht zu lange nach diesem Vergleich gesucht. Noch öfter ging für mein Empfinden der Versuch, den Text sprachlich interessanter zu machen, daneben und er wurde stattdessen vielleicht umständlich, wie an der Stelle, an der es heisst: "Im ersten Jahr ihrer Besuche in der Klinik hatte sie immer den Knopf für den ersten Stock gedrückt" - es ging darum, dass der Patient, der besucht wird, im Laufe der Zeit verlegt wurde. Daneben bediente sich der Autor dann trotzdem öfters platter Redewendungen wie der Kinnlade, welche herunterfällt. Nach meiner Beobachtung handelt es sich dabei um die beliebteste Redewendung amerikanischer Autoren. Auch die Augenfarben entsprechen den Gepflogenheiten: grün für die weibliche Hauptfigur, blau für den männlichen Part.
Das Setting, in dem die Story überwiegend stattfindet, fand ich öde. Möglicherweise weil das Buch, das ich davor gelesen hatte, dasselbe Setting hatte: Beschrieben wird langweiliger Luxus. Manchmal ist ein interessantes Detail über die Stadt dabei.
Die Aufteilung und das Timing der Geschichte fand ich gut. Die Kapitel hatten eine angenehme Länge und ich fragte mich nie, wann es denn endlich aufhört. Man kann immer einen guten Punkt für eine Lesepause finden und für mich ergaben sich keine unschönen Längen. Im Gegenteil, war der Text interessant und abwechslungsreich durch die verschiedenen Perspektiven und Handlungsstränge. Allerdings war mir der Handlungsstrang mit dem "Tourist" zu viel. Den habe ich nicht richtig verstanden und ich fand die Identität des Tourist zudem übertrieben mysteriös. Teils fühlte ich mich billig auf die falsche Spur geführt durch ein paar durchschaubare Manöver. Es gab auch Momente, die ich als Effekthascherei empfand.
Dann habe ich auch ein paar Dinge gefunden, die ich für nicht richtig durchdacht hielt. Und Noras Entwicklung war für mich unrealistisch. Das Ende fand ich in seinen verschiedenen Aspekten richtig schlecht.
Bis dahin hatte ich allerdings ziemlich viel an einem Stück gelesen. Zusammengefasst möchte ich das Buch mit 3 Sternen bewerten.