Die Qualität des Textes ist für mich nicht eindeutig bestimmbar
Eine Lüge, die Liebe, meine Familie und ich 1Leider bezieht sich die Inhaltsangabe des Verlags auf den gesamten Roman und nicht auf seinen ersten Teil, der lange abbricht, bevor Ninas Familie insgesamt aufgetaucht ist. Im ersten Teil kommt Nina irgendwann ...
Leider bezieht sich die Inhaltsangabe des Verlags auf den gesamten Roman und nicht auf seinen ersten Teil, der lange abbricht, bevor Ninas Familie insgesamt aufgetaucht ist. Im ersten Teil kommt Nina irgendwann nachmittags an in Kanada, trifft ihren Ex, ihre Cousine und ihren Vater, und die Story hört auf, als sie am nächsten Tag in einem Café ihren Onkel trifft. Mehr als die halbe Familie fehlt dann noch. Was hat sie also innerhalb der vielen Seiten getan? Sie hat sich vor allem an frühere Aufenthalte am Blueberry-See erinnert, sich aber auch Gedanken über ihre aktuelle Situation gemacht, die beruflich und beziehungstechnisch Wünsche offen lässt. Eigentlich mag ich, wenn Zeitebenen mit einander verflochten werden. Allerdings finde ich ungeschickt, wenn man eine davon im Präsenz erzählen möchte. Dadurch dehnen sich Augenblicke unschön, wenn Nina von der Gegenwart abschweift. Das Buch zu lesen fiel mir schwer. Da gibt es für mich einen Widerspruch, den ich nicht begreife. Einerseits hatte die Autorin kreative Ideen für die Handlung und die sprachliche Umsetzung. Andererseits steht daneben so vieles, was ein Klischee oder eine Floskel ist. Das fängt an bei Nina, für die die Autorin meint, mit Naturkrause, Speckrolle und dickem Hintern wäre alles gesagt; damit könne man sich als Frau nur hässlich fühlen. Es geht weiter bei Matt, der so gebaut ist, dass Nina in eine Schwärmerei verfällt, die mir pubertär-übertrieben bis schmierig vorkam. Nina wurde mir unsympathisch. Ich habe das Schwierige an ihrer Lage nicht verstanden, welche mir dramatisiert erschien. Zusammengenommen bewerte ich dieses Buch mit 3 Sternen, werde die Reihe jedoch nicht weiter verfolgen.