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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2025

Zu viele Mißverständnisse/unnötiges Drama

Sommer auf Schottisch
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Zuerst dachte ich, dass ich die Energie von Ellie mag und zudem die Sprache des Romans, welche klar ist und locker, wenn auch mit etwas zu vielen Adjektiven geschmückt. Dann fiel mir zunächst bei Ellie, ...

Zuerst dachte ich, dass ich die Energie von Ellie mag und zudem die Sprache des Romans, welche klar ist und locker, wenn auch mit etwas zu vielen Adjektiven geschmückt. Dann fiel mir zunächst bei Ellie, später auch bei Kenneth, auf, dass die Figuren mir zu rasch die Affekte wechseln - gerade eben noch Angst gehabt, dass frau einen möglichen Serienmörder auf einer einsamen Landstraße um Hilfe gebeten hat, im nächsten Moment ist Ellie von seinem Aussehen mehr als angetan und zwischendurch wird sie immer mal wieder ärgerlich. Das alles innerhalb einer Viertelstunde. Dann mochte ich es außerdem nicht, dass die beiden gegenseitig eine derartige Ausstrahlung auf einander ausüben, dass sie immerzu an Bestäubung denken müssen. Von der Buchbeschreibung her klang die Geschichte nicht dermaßen spicy und ich fand das Element störend in den Szenen, in denen es eigentlich um etwas anderes ging. Als die Erotik dann passierte, wurde übers Geschäft geredet. Diese kleinen Brüche in der Handlung fand ich keineswegs spannend, eher absurd. Besonders anstrengend fand ich die Missverständnisse zwischen den beiden hinsichtlich ihres Engagements für die Beziehung, die entstehen, weil beide törichterweise dem anderen sagen, was sie glauben, dass er hören wolle. Dass es sich irgendwo reibt, ist von Anfang an Bestandteil der Geschichte und wird bis zum Ende durchgezogen. Wie gesagt, für mich war das nicht aufregend, sondern eher wie Fingernägel auf Tafellack. Ansonsten ging es mir allerdings zu glatt, wie ich es auch zu glatt und unrealistisch fand, dass sich die Liebe im Superlativ erfüllt: der beste Kuss, der beste Sex - darunter machen es Ellie und Kenneth nicht. Andererseits wären Probleme mit Ellies beruflichen Plänen neben der Spannung auf der Beziehungsebene vermutlich zu viel gewesen. Etwas schade fand ich, dass die Kulinarik nur oberflächlich behandelt wurde in diesem Buch, in dem es um eine Köchin geht. Trotz aller Kritik liest sich der Roman zügig weg, er hat einige rührende Momente und ich gebe ihm 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Ein Ideal-Beispiel für Cosy Crime, sehr abwechslungsreich und überraschend

Konstantins Dilemma
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Inhalt: Konstantin Schwarz (Konni) ist Anfang 30 und Bestatter in dem von ihm geführten Münchner Familienunternehmen. Er tut sich ein bißchen schwer mit anderen Menschen und damit, auf sich aufzupassen. ...

Inhalt: Konstantin Schwarz (Konni) ist Anfang 30 und Bestatter in dem von ihm geführten Münchner Familienunternehmen. Er tut sich ein bißchen schwer mit anderen Menschen und damit, auf sich aufzupassen. Zum Glück ist er aber von lieben Menschen umgeben. Einer davon ist der Tatortreiniger Leichen-Franz. Als der Konni am Telefon sagt, er würde in der Scheiße sitzen, und das Gespräch dann abreißt, springt Konni ins Auto, um seinen Freund beizustehen. Daraus entwickelt sich eine Ermittlung über die Familie des zwar jüngst, jedoch betagt und betucht verstorbenen Arthur Grabowski, neben der auch die normale Arbeit und die Belastungen durch Alltag, Liebschaften und neue Familienmitglieder abgewickelt werden müssen.

Bewertung: Ich finde, dieser Roman ist ein perfekter Vertreter des Genre Cosy Crime. Zumindest, wie ich es mir vorstelle. Erzählt in der Ich-Perspektive, begleitet der Leser Konni und erfährt, was für ihn das Wichtigste am Tag war; ungefähr so, als würde man sein Tagebuch lesen. Geschickt hat die Autorin Coco Eberhardt dabei die verschiedenen Aspekte verwoben. Für mich ergaben sich keine Längen und ich hatte immer das Gefühl, dass ich an der richtigen Stelle der Story bin. Alles wird mit einer gewissen Distanz, jedoch nicht unempathisch erzählt. Daher reiben dem Leser weder der kriminalistische Teil noch Konnis Herzensangelegenheiten die Nerven auf. Es passiert viel und die Story hat wirklich Elemente, die sich auch in einem Thriller finden könnten; es gibt viele Überraschungen. Aber die Emotionen ergeben sich eher aus Zwischentönen. Man spürt an mancher Stelle, dass für Konni das Leben schwieriger ist als für andere. Aber man sieht auch, dass sich Freunde und Familie rührend um ihn kümmern, obwohl er das nicht immer zu schätzen weiss. Und dann gibt es ja noch den Geist der Tante Fanny, der mit einem kernigen, bayrischen Spruch in so manchen Moment grätscht und ihm oft eine Wendung gibt. Mir hat auch die Idee gefallen, die Ermittlung auf mehrere Personen zu verteilen. Von den Nebenfiguren mochte ich besonders den Dr. Hackspiel, der irgendwie schräg, aber ein richtiger Macher ist und immer überfallsartig auftaucht. Der Roman ist der zweite Teil einer Reihe. Die Teile können jedoch sehr gut unabhängig von einander gelesen werden. Ich fühlte mich von dieser Geschichte sehr gut unterhalten und gebe ihr 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Es passiert viel, Handlung verworren, Ende schwach, Inspector unsympathisch

Verschlüsselte Wahrheit - Inspector Rebus 5
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Mir fiel es schwer, in die Geschichte hineinzukommen. Sie hat eigentlich keinen wirklichen Start. Es passieren verschiedene, scheinbar unverbundene Dinge. Am Ende, das ich schwach fand, wird alles zu einem ...

Mir fiel es schwer, in die Geschichte hineinzukommen. Sie hat eigentlich keinen wirklichen Start. Es passieren verschiedene, scheinbar unverbundene Dinge. Am Ende, das ich schwach fand, wird alles zu einem Ganzen zusammengesetzt. Aber ich fühlte mich beim Lesen nicht zum Rätseln über die Zusammenhänge herausgefordert. Vielmehr gerieten mir bei der Vielzahl der Ereignisse und Gedanken des Inspectors Figuren und Handlungsaspekte in Vergessenheit. Rebus bekommt z. B. eine Information per Anruf, und ich weiß nicht mehr, was für eine Frage er gestellt hatte. Eine Figur tritt auf, ich erkenne lediglich den Namen und lasse mir auch das egal sein, weil ich nicht dauernd zurückblättern möchte. Ich fand die Handlung zu verworren; die Darstellung zu detailliert und abschweifend. Beispielsweise bringt eine Kollegin Rebus auf den neuesten Stand, und er überlegt sich währenddessen, dass er mittags nicht satt geworden ist, aber wegen seines Hüftumfangs lieber nichts mehr essen sollte. Der Inspector war mir auch aufgrund anderer Dinge unsympathisch. Trotzdem fand ich den Roman nicht uninteressant - es passiert ja durchaus viel, so dass die Geschichte zumindest abwechslungsreich ist. Und man kann dazu Edinburgh etwas kennenlernen, weil sehr oft von Sehenswürdigkeiten die Rede ist. Bei Lokalitäten wie Bars mag sich einiges geändert haben, falls es sich sowieso nicht um fiktive Orte handelt, denn das Buch wurde Mitte der 90er Jahre veröffentlicht. Ich bewerte es mit 3 Sternen.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Roman balanciert gekonnt zwischen feel-good- (z. B. der Liebesgeschichte) und tragischen Elementen

Zwei Herzen auf Skye
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Lieben Dank für die Leseempfehlung! Gleich am Cover erkennt man die Autorin hinter dem Pseudonym: Coco Eberhardt, auch wenn Scherenschnitte seit einiger Zeit allgemein ein beliebtes Element auf Buchcovern ...

Lieben Dank für die Leseempfehlung! Gleich am Cover erkennt man die Autorin hinter dem Pseudonym: Coco Eberhardt, auch wenn Scherenschnitte seit einiger Zeit allgemein ein beliebtes Element auf Buchcovern sind. Zudem ist der Stil, durch die Geschichte zu führen, derselbe, was ich sehr schätze. Wieder einmal hatte ich jederzeit das Gefühl, im richtigen Moment innerhalb der Handlung zu sein und nirgendwo anders hinzuwollen. Es gibt keine Längen, keine Cliffhanger. Stattdessen entwickelt sich eine interessante Geschichte, in der man Menschen und die Insel Skye kennenlernt. Zwar war mir die Hauptfigur Elli leicht unsympathisch - trotzdem ich ihr Gereiztheit oder ähnliches zugestehe in dieser stressigen Situation, war sie mir etwas zu negativ, indem sie von den Menschen eher Schlechtes erwartet. Von Anfang an gibt es jedoch Figuren, die ein Gegengewicht dazu bilden. So bleibt die Stimmung trotz der Schwere manchen Themen bei aller Besinnlichkeit im gewissen Maße locker und der Roman balanciert gekonnt zwischen feel-good- (z. B. der Liebesgeschichte) und tragischen Elementen (z. B. Trauerverarbeitung). Auch Nebensächlichkeiten wie Sehenswürdigkeiten werden geschickt in die Handlung eingeflochten. Das Element Colin McLaughlin war mir zu mysteriös - das Ende habe ich in der Form zwar nicht kommen sehen, das Thema war mir allerdings insgesamt zuviel. Es hat mich jedoch gefreut, dass es ein Happy End gibt. Übrigens ist es trotz des warmen Covers ein Weihnachtsroman und darum gut im Advent zu lesen. Ich fand den Roman unterhaltsam und gebe ihm 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

3 Personen finden ihr Glück - zügig und ohne viel Drama erzählt

Sekt & Lederhose
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Inhalt: Es geht um eine Frau um die 30 (Bettina), die nach dem Tod des Ehemannes ihr Leben in Berlin abbricht und spontan nach München umzieht. Wie sich ihr Leben, aber auch das ihres Bruders (Markus) ...

Inhalt: Es geht um eine Frau um die 30 (Bettina), die nach dem Tod des Ehemannes ihr Leben in Berlin abbricht und spontan nach München umzieht. Wie sich ihr Leben, aber auch das ihres Bruders (Markus) und das eines Bekannten (John) innerhalb der nächsten anderthalb Jahre entwickelt, ist Gegenstand dieses Romans.

Bewertung: Es fiel mir leicht, an der Geschichte dranzubleiben. Die Autorin führt den Leser sehr gut hindurch. Die Handlung schreitet zügig voran. Jede Entwicklung wirkt plausibel und realistisch. Es gibt immer wieder Überraschungen, die jedoch wenig Drama erzeugen. Markus und John vermeiden es, über Probleme zu reden, und ihr Umfeld lässt sie meist damit davonkommen. Dialoge sind eher kurz. So sieht man als Leser meistens mit angenehmer Distanz zu, was passiert; das Innenleben der Figuren, bis auf die Protagonistin Bettina, bleibt weitgehend verschlossen. So 1-2 Dinge erfährt man am Schluß leider nicht. In dem Moment erscheint das jedoch unwesentlich und mich hat das Happy End gefreut. Sprachlich fielen mir keine Eigenheiten im Sinne eines unverwechselbaren Stils auf. Es gab andererseits jedoch kaum Negatives; gelegentlich fand ich die Wortwahl nicht ideal und es gab einige kleine Fehler. Von mir bekommt der Roman 4 Sterne, auch wenn mir die Figuren Vinzent und Konstantin aus Coco Eberhardts Krimis besser gefallen.

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