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Karolina_Hruskova

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.08.2025

Authentische Protagonisten und tolle Geschichte

The Charlie Method
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»The Charlie Method« war einfach rundum schön zu lesen. Knapp kein Highlight für mich, weil vieles vorhersehbar war, aber ich mochte die Handlung und Charaktere sehr.

Charlotte / Charlie war gut getroffen. ...

»The Charlie Method« war einfach rundum schön zu lesen. Knapp kein Highlight für mich, weil vieles vorhersehbar war, aber ich mochte die Handlung und Charaktere sehr.

Charlotte / Charlie war gut getroffen. Sie versteckt ihr wahres Ich vor der Welt und hat Angst davor ihre Bedürfnisse und Interessen zu zeigen. Angst davor zuzugeben, dass sie als Adoptivkind ihre Wurzeln sucht. Angst vor der Reaktion anderer. Angst vor Ablehnung. Gleichzeitig (oder vielleicht auch deshalb) war es schön zu sehen, wie sie in Becks und Wills Nähe loslassen und einfach pur sie selbst sein konnte.

Beck und Will waren wundervoll. Ihr Umgang miteinander war brüderlich und innig vertraut, der Umgang mit Charlotte Zucker pur. Sehr viel Fürsorge, sehr viel aufeinander acht geben, sehr viel Feinfühligkeit. Dass beide Hockeyspieler waren, war eher nur eine Randgeschichte. In der Beziehung mit Charlotte ist mir vor allem die Harmonie und der gegenseitige Respekt besonders in Erinnerung geblieben.

Und dann gibt's ja auch noch den Next-Level-Spice... Der ganz eindeutig nicht zu kurz kam. Aber dabei habe ich es nie als übertrieben, kitschig oder zum Augenrollen empfunden. Eher war es für mich sehr natürlich in die Geschichte eingebunden.

Gegen Ende hin waren dann ein paar Kapitel dabei, die mir alles zu sehr und unnötig in die Länge gezogen haben, und gleichzeitig wurden ein paar Punkte unkommentiert nicht mehr weiterverfolgt (Stichwort D.!). Letztendlich hat sich aber alles flüssig lesen lassen, Emotionen wurden glaubhaft vermittelt und hey, dass polyamore Beziehungen endlich Einzug in New Adult gefunden haben, ist auch positiv hervorzuheben. Lesen lohnt sich!

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Zwischen schmerzhaft und selbstbestimmt

Hero
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Es ist schon lange her, dass ich so viel Mehrwert für mich aus einem Roman ziehen konnte. Ich markiere grundsätzlich nie Zitate etc. in Büchern - würde ich es aber machen, wäre »Hero« kunterbunt geworden. ...

Es ist schon lange her, dass ich so viel Mehrwert für mich aus einem Roman ziehen konnte. Ich markiere grundsätzlich nie Zitate etc. in Büchern - würde ich es aber machen, wäre »Hero« kunterbunt geworden.

But first things first, ich habe mir mit der Geschichte und dem Erzählstil wahnsinnig schwer getan. Ich habe gelesen, aber nicht verstanden. Heros Gedanken und Erzählungen waren sehr fragmentarisch, durcheinander, wirr - und da konnte ich mich bis zum Schluss einfach nicht einfinden. Ich wäre gerne mit ihr auf einer Wellenlänge gewesen, habe mir aber schon früh eingestehen müssen, dass es nichts wird.

Und trotzdem habe ich Seite um Seite gebannt gelesen. Katie Buckley hat meine eigenen Beobachtungen und mein eigenes Empfinden so oft in einfache, aber in zu 100 % passende Worte verpackt, sodass ich mich wirklich gesehen gefühlt habe. Das war für mich eine krasse Erfahrung.

»Hero« war sehr poetisch, stellenweise schmerzhaft, aber auch hoffnungsvoll und selbstbestimmt. Toxische Beziehungen wurden durchbrochen und das weibliche Rollenbild in einer männergemachten Gesellschaft wurde genaustens seziert - und diese Gedanken habe ich aufgesaugt wie ein Schwamm.

Mir hat »Hero« gut getan, obwohl ich noch immer nicht weiß, was Hero in den sieben Tagen, in die der Roman aufgeteilt ist, wirklich gemacht hat oder an welchen Stellen nur eine Erinnerung mit dem Leser geteilt wurde. Aber eins weiß ich dennoch: »Hero« hinterfragt, analysiert und gibt Antworten. Und ich will es unbedingt noch einmal lesen.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Entzug und Traumata statt echter Hoffnung

Strandgut
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»Strandgut« sollte eine Geschichte über Hoffnung sein, wurde aber schnell zu einer Mischung aus Trauer und Traumata, die nur von Buckys kaltem Entzug von Schmerzmitteln getragen wurde.

Leider konnte ich ...

»Strandgut« sollte eine Geschichte über Hoffnung sein, wurde aber schnell zu einer Mischung aus Trauer und Traumata, die nur von Buckys kaltem Entzug von Schmerzmitteln getragen wurde.

Leider konnte ich für mich keinen Mehrwert finden. Die Geschichte kam nie wirklich auf den Punkt, verharrte eigentlich schon kurz nach dem Start auf einem Plateau. Anders als bei »Offene See« konnte mich auch nicht mal Benjamin Myers' Schreibstil überzeugen. Die Poesie, der Zauber, den er mit Worten schafft, hat gefehlt; stattdessen wurde das triste und trostlose Leben Buckys und Dinahs beschrieben. Die Eintönigkeit hat stellenweise Längen geschaffen, sanfte Melancholie war allgegenwärtig. Für mich das "Schlimmste": Der Roman war voll mit Musik, jedoch waren es nur leere Worte. Ich habe die Lebendigkeit vermisst, dieses gewisse Gefühl.

Seit dem Tod seiner Frau stolpert Bucky mehr oder weniger durch das Leben, ist dabei sich aufzugeben und landet auf eine Einladung hin im englischen Scarborough bei einem Soul-Musikfestival - und ist dort aufgrund seiner Vergangenheit ein gefeierter Musikstar.

Der eigentliche Star des Romans war für mich jedoch Dinah. Mit ihr steht und fällt alles und trotzdem ist sie nur eine Randerscheinung, deren Leistungen keine Beachtung fanden. Dinah hätte strahlen können, stattdessen begleitet man als Leser:in nur Bucky während seines Entzuges und liest von seinen Zweifeln und Gebrechen.

So traurig ich darüber bin, aber »Strandgut« konnte mich nicht überzeugen. Mir hat es durchweg an Handlung, Sprache und Atmosphäre gefehlt. Ich finde das wirklich bedauerlich, denn das Potenzial war eindeutig da.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Falsche Erwartungen und zu blass

Great Big Beautiful Life
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An »Great Big Beautiful Life« bin ich mit völlig falschen Erwartungen herangegangen und wurde dementsprechend leider hier und da auch enttäuscht. Das soll aber nicht bedeuten, dass der Roman schlecht war! ...

An »Great Big Beautiful Life« bin ich mit völlig falschen Erwartungen herangegangen und wurde dementsprechend leider hier und da auch enttäuscht. Das soll aber nicht bedeuten, dass der Roman schlecht war! Von Emily Henry habe ich nur eine leichte, sommerliche RomCom erwartet und keinen Roman, der sich primär mit einer verwirrenden und tragischen Familiengeschichte befasst. Die Romantik und der Witz sind dabei auf der Strecke geblieben...

Alice mochte ich irgendwie, aber irgendwie auch nicht. Als "Optimistin" war sie mir stellenweise zu naiv, zu aufgesetzt, als würde ihr die Herzlichkeit fehlen. Gleichzeitig mochte ich aber auch die Art, wie leicht sie Zugang zu Fremden gefunden und eine angenehme Atmosphäre geschaffen hat. Hayden war... Nun ja, für mich eigentlich nicht präsent. Man hat kaum etwas von ihm erfahren. Er war ein bisschen grumpy, dann wieder nicht, dann wieder doch. Völlig blass, unscheinbar und leider keine Figur, die mir sonderlich aufgefallen ist.

Die Romanze zwischen den beiden schien mir leider auch komplett emotionslos. Wie gesagt, ein Funken Humor, ein Witz haben mir durchgängig gefehlt. Vieles war nicht nachvollziehbar.

Was mir jedoch gefallen hat, war die Integration von Margarets Lebensgeschichte in die eigentliche Handlung. Geschrieben war alles definitiv sehr anschaulich - vielleicht ein bisschen zu sehr, da ich manchmal bei den vielen Details auf zu engem Raum durcheinander geriet. Die Rückblicke in die Vergangenheit haben den alten Glamour durchscheinen lassen und die karge Handlung etwas aufpoliert. Das Ende, als Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen, war spannend und hat mir endlich viele Fragen beantwortet.

Für Fans von Emily Henry ist »Great Big Beautiful Life« sicher eine tolle Abwechslung. Abgesehen davon bin ich mir nicht sicher, ob der Roman wirklich eine Bereicherung ist, die noch lange im Gedächtnis bleibt.

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Veröffentlicht am 21.05.2025

Krönender Abschluss der Reihe mit kleinen Mängeln

Kings of Cypress Pointe - Hidden Truth
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Ich verstehe absolut nicht, warum die Reihe nicht viel mehr Aufmerksamkeit bekommt! Von Anfang an hat sie mich gefesselt und deshalb war ich mehr als hyped, als endlich der finale Teil erschien.

Und ganz ...

Ich verstehe absolut nicht, warum die Reihe nicht viel mehr Aufmerksamkeit bekommt! Von Anfang an hat sie mich gefesselt und deshalb war ich mehr als hyped, als endlich der finale Teil erschien.

Und ganz ehrlich: Ich habe etwas zu viel erwartet. Extrem vieles hat mir daran zwar gefallen, aber leider haben mich auch wichtige Punkte enttäuscht.

Die Storyline und Figuren mochte ich sehr. Blue und West sind für mich ein unschlagbares Team, denn sie streiten nicht unnötig, kommunizieren offen und ehrlich auf gleicher Augenhöhe und verhalten sich sehr erwachsen. Ihr Umgang miteinander war wirklich schön zu lesen und war einer der Gründe, weshalb v.a. »Hidden Truth« besonders aus der Reihe hervorsticht. Auch die Nebencharaktere haben die Handlung gut ergänzt, wenn auch hier und da etwas vorhersehbar. Auch die Sprache war flüssig zu lesen. Rundum hat mir das sehr gut gefallen.

Leider war es aber auch so, dass die Handlung wahrscheinlich glaubhafter mit erwachsenen Protagonisten gewesen wäre. Ich meine - Jugendliche, die ein Verbrechen in diesem Ausmaß aufklären? Damit konnte ich mich nicht wirklich anfreunden. Auch die Auflösung, das große Finale, war mir zu flach. Lange wurde darauf hingearbeitet, aber dann wurde alles plötzlich abgekürzt.

Abgesehen davon habe ich die Reihe sehr geliebt. »Hidden Truth« ist der krönende Abschluss mit kleinen Mängeln, über die ich aber bereitwillig hinwegsehen kann. Immerhin hat mich sonst alles immens angesprochen: starke Charaktere, fesselnde Handlung, packender Schreibstil. Daher freue ich mich unheimlich darüber, dass die Reihe noch durch zwei Spin-Offs ergänzt wird!

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