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Karolina_Hruskova

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.01.2025

Eine sehr blutige Geschichte

The Serpent and the Wings of Night (Crowns of Nyaxia 1)
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Da »The Serpent and the Wings of Night« quasi die Fantasy-Sensation des Jahres 2024 war, wurde ich neugierig. Ich lese wenig bis kaum Fantasy und wusste auch nicht recht, was mich erwarten würde.

So ging ...

Da »The Serpent and the Wings of Night« quasi die Fantasy-Sensation des Jahres 2024 war, wurde ich neugierig. Ich lese wenig bis kaum Fantasy und wusste auch nicht recht, was mich erwarten würde.

So ging ich frei von Erwartungen und Hoffnungen an die Geschichte von Oraya und Raihn und deren Kampf ums Überleben im Kejari, einem berühmten Turnier der Vampire. Ich bin sehr gut durch die Handlung gekommen, obwohl mir oftmals die Beschreibungen zu mystisch waren, zu verwaschen. Immer habe ich eine kleine Distanziertheit zwischen der Welt, den Figuren und der Handlung wahrgenommen.

Der Verlauf des Turniers hat mich an vielen Stellen angenehm überrascht und war definitiv sehr blutig. Ehrlich, das Wort „Blut“ taucht ungefähr auf jeder Seite auf. Selbst in einer Vampirwelt war mir der Fokus auf Blut etwas zu viel. Auch Orayas Misstrauen Raihn gegenüber hat mich lange genervt. Ich habe versucht, mich in sie und ihren Hintergrund hineinzudenken, aber es war einfach nicht möglich. Ihre andauernde feindliche Gesinnung hat sie recht schwierig wirken lassen. Dennoch mochte ich, wie sie als Mensch zwischen Vampiren dargestellt wurde. Raihn war bis zuletzt in meinen Augen einer von den Guten, letztendlich bin ich mir dessen aber nicht ganz sicher.

Leider ist zum Ende hin nämlich zu viel in kurzer Zeit passiert, sodass ich irgendwann den Überblick verloren habe. Nichtsdestotrotz habe ich »The Serpent and the Wings of Night« wirklich genossen und freue mich schon sehr auf Band zwei der Reihe.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Leider enttäuschend mit leeren Handlungen

Golden Bay − How it feels
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Ich bin ehrlich enttäuscht von »Golden Bay. How it feels«. Das Einzige, was mich davon abhält zu schreiben, dass ich mich durch den Roman kämpfen musste, ist der angenehm fließende Schreibstil von Bianca ...

Ich bin ehrlich enttäuscht von »Golden Bay. How it feels«. Das Einzige, was mich davon abhält zu schreiben, dass ich mich durch den Roman kämpfen musste, ist der angenehm fließende Schreibstil von Bianca Iosivoni. Die Geschichte von Ember und Holden war sehr leicht und flüssig zu lesen, auch die Beschreibungen von Golden Bay wurden so detailliert und bildlich in die Geschichte integriert, dass ich mich mühelos auf die Umgebung einlassen konnte.

Die Handlung könnte man wahrscheinlich auf ein paar wenige Sätze reduzieren – und das ist mein großer Kritikpunkt. Ember renoviert ihr Elternhaus und deutet eine Tragödie an, die dort Jahre zuvor geschah. Holden kehrt nach seinem Verschwinden zurück. Im ganzen weiteren Verlauf fragt Ember ihn nach seinem Verschwinden, er antwortet nicht, sie wird sauer. Sie erklärt, wie sehr sie ihn hasst und er sie verletzt hat. Sie fragt erneut, er antwortet nicht, sie wird wieder sauer. Es folgen wieder ellenlangen Monologe über ihren Hass und ihre Verletztheit. Repeat multiple times. Ende. Es war zäh, langatmig und leider absolut nichtssagend. Möglicherweise hätten mich kleine Andeutungen bei Laune gehalten, aber Holden war wie eine unüberwindbare Mauer und Ember hat irgendwann angefangen, mich mit ihrem Verhalten zu nerven.

Das finde ich wirklich alles schade; ich habe mir gewünscht, dass mir der Roman gefällt. Leider hat er mich nicht einmal soweit überzeugt, dass ich die Reihe fortführen möchte.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Unkonventioneller und herzlicher Coming-of-Age-Roman

Die Sache mit Rachel
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Es fällt mir wirklich schwer, die genauen Punkte zu benennen, weshalb ich den Roman einfach großartig fand. Wahrscheinlich war es das Gesamtpaket.

Die Geschichte war fantastisch. Rachel erzählt rückblickend ...

Es fällt mir wirklich schwer, die genauen Punkte zu benennen, weshalb ich den Roman einfach großartig fand. Wahrscheinlich war es das Gesamtpaket.

Die Geschichte war fantastisch. Rachel erzählt rückblickend von ihrer Zeit als Studentin in Cork. Damals lernte sie James kennen und zog kurzerhand mit ihm in ein heruntergekommenes Haus, schwärmte für einen Dozenten und versuchte sich mit Aushilfsjobs über Wasser zu halten. Die Freundschaft zwischen Rachel und James wirkte sehr vertraut, loyal und unkonventionell, wobei Rachel James auf ein Podest stellte, zu dem man als Leser:in kaum Zugang erlangte. Auch die Schwärmereien für ihren Dozenten blieben nicht fruchtlos; jedoch nicht auf eine Art, wie sie Rachel sich erhofft hatte.

Rachel teilt mit den Leser:innen viele ihrer Gedanken aus ihrer Studienzeit, was sehr intim und ehrlich wirkt, und reflektiert vieles. Auch ihre Sorgen, geschuldet der Rezession um 2010 in Irland, werden von ihr nicht beschönigt. Sorgen, die zunehmen, als sie ihren Job verliert, schwanger wird und sich im katholischen Irland mit dem Thema Abtreibung beschäftigen muss. Eins fand ich währenddessen besonders schön: Egal, ob kleine oder große Krisen, die Freundschaft mit James überstand im Laufe der Zeit alles.

Ich kann »Die Sache mit Rachel« sehr empfehlen. Viele lebensnahe Themen werden miteinander kombiniert und oft mit einem Augenzwinkern und einer Prise Fröhlichkeit verwoben. Man begleitet in diesem Coming-of-Age-Roman Rachel bei der Suche nach ihrem Platz im Leben und erfährt nebenbei vieles über die Hintergründe, die Irland 2010 sehr bewegt haben.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Zerstörerische Besessenheit

Idol in Flammen
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Rin Usami hat sehr schnell ein beklemmendes Gefühl in mir geweckt. Sie beschreibt wie die Besessenheit der Schülerin Akari für ihr Idol zunimmt und ungesunde, gar selbstzerstörerische Züge annimmt.

Ihr ...

Rin Usami hat sehr schnell ein beklemmendes Gefühl in mir geweckt. Sie beschreibt wie die Besessenheit der Schülerin Akari für ihr Idol zunimmt und ungesunde, gar selbstzerstörerische Züge annimmt.

Ihr ganzes Leben richtet Akari nach ihrem Idol Masaki aus. Sie plant ihre Arbeitszeiten nach seinen TV-Auftritten, vergisst Schularbeiten wegen seiner Konzerte, bricht die Schule letztendlich ab und ist kaum noch für Außenreize empfänglich. Jede Gesichtsregung, jedes Wort Masakis analysiert sie auf ihrem Blog und ist getrieben von dem Gedanken, ihn kennen und entschlüsseln zu müssen. Ich wollte mehr von Akaris Alltag kennenlernen, ihr Denken verstehen. Rin Usami bietet tiefe Einblicke in die Psyche einer jungen Frau verbunden mit der Sucht nach einem Menschen, der über das Selbst gestellt wird. Fast schon aufopferungsvoll wendet Akari alles, was sie hat – vor allem finanziell – für Masaki auf, bis es fast schon kein Zurück mehr gibt. Bereitwillig wird sie von der Fankultur verschlungen, bis nichts mehr von ihr übrig bleibt.

Erst dann begreift sie, muss sie begreifen, dass Masaki nur ein Mensch ist. Was bleibt nach dieser Erkenntnis zurück? Als Akaris Lebensmittelpunkt plötzlich wegfällt, steht sie einer tiefen, schwarzen Leere gegenüber. Etwa auch einer unüberwindbaren?

»Idol in Flammen« steht für einen kurzen, aber äußerst intensiven Einblick in die (japanische) Idol- und Fankultur. Junge Frauen werden finanziell und emotional ausgebeutet und beim Zusammensturz des Konstrukts sich selbst überlassen. Rin Usami hat darüber einen beeindruckenden Roman geschrieben, der noch lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Berührend, emotional und warmherzig: Die Verarbeitung von Trauer

Marianengraben
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Seit Paulas jüngerer Bruder Tim im Meer ertrunken ist, trauert sie. Viel mehr als das, ihr Therapeut diagnostiziert ihre Trauer als pathologisch. Ihr Lebenswillen ist verschwunden und sie stürzt in eine ...

Seit Paulas jüngerer Bruder Tim im Meer ertrunken ist, trauert sie. Viel mehr als das, ihr Therapeut diagnostiziert ihre Trauer als pathologisch. Ihr Lebenswillen ist verschwunden und sie stürzt in eine tiefe Depression. Zu dieser Zeit lernt sie Helmut kennen – auf die wohl skurrilste Weise, die man sich nicht einmal vorstellen kann. Gemeinsam sind sie schon bald auf einem Roadtrip in Richtung Helmuts alter Heimat unterwegs. Paula lernt durch Helmuts eigene Schicksalsschläge ihre Gedanken in eine neue Richtung zu lenken und mit einer neuen Sichtweise auf ihre Trauer zu blicken.

Wundervoll traurig, aber nicht überdramatisiert, erzählt Jasmin Schreiber eine Geschichte über Trauer, die so tief wie der Marianengraben ist. Die Metapher fand ich einmalig und trefflich. Nach und nach taucht man mit Paula wieder aus dem Marianengraben auf und nähert sich mit Helmuts Hilfe der Wasseroberfläche. Eine herzergreifende, warme, an vielen Ecken auch skurrile Geschichte über Heilung und Verständnis, Freundschaft und Unterstützung. Ich habe viel gelacht, aber wurde auch sehr emotional.

»Marianengraben« ist viel mehr als nur ein Roadtrip zweier Fremder (der glücklicherweise ohne die gängigen Klischees auskommt!) oder die bloße Überwindung von Trauer. Definitiv ein Roman, den man gelesen haben muss!

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