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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2022

Psychodrama a la Highsmith

Der fürsorgliche Mr Cave
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Das Buch beginnt ziemlich heftig (zumindest wenn man - wie ich - direkt vor der Lektüre den Klappentext nicht nochmal liest). Und aus dieser sehr drückenden Stimmung kommt man auch irgendwie nicht mehr ...

Das Buch beginnt ziemlich heftig (zumindest wenn man - wie ich - direkt vor der Lektüre den Klappentext nicht nochmal liest). Und aus dieser sehr drückenden Stimmung kommt man auch irgendwie nicht mehr raus. Man spürt regelrecht die schwarzen Wolken, die langsam am Horizont aufziehen. Und als erfahrener Leser ahnt man auch, dass da noch was 'Großes' kommen wird, kommen muss! Ich hätte nur mit etwas ganz anderem gerechnet.

Am Ende fragt man sich dann, an welchem Punkt man noch anders hätte abbiegen können. Denn ich hab als Mutter durchaus Verständnis für den Erzähler Terrence. Ich glaube ihm, dass er tatsächlich nur das Beste will. Und vor allem will er das nachholen, was er bei den anderen wichtigen Menschen in seinem Leben bisher immer verabsäumt hat. "Terrence, tu doch was!"
Da ich aber auch mal ein Teenager-Mädchen war, kann ich natürlich auch Bryony verstehen.

Ganz besonders zum Ende hin erinnerte mich der Roman an die Werke von Patricia Highsmith, oder auch an alte Bücher von Ruth Rendell, die ähnliche Themen verarbeiteten.

Das Hörbuch ist zwar gekürzt gegenüber dem Buch, allerdings fehlte mir hier nichts im Verlauf der Geschichte und der Sprecher bringt die Eindringlichkeit von Terrence Cave und seinem Denken & Handeln sehr gut rüber.

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Veröffentlicht am 13.03.2022

The nicest guy in Rock

Der Storyteller
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Bei meinem unweigerlichen Googeln während des Lesens dieses Buches, stieß ich auf die Schlagzeile "Dave Grohl, the nicest guy in rock". Das hätte ich vorher schon unbesehen geglaubt, nach diesem Buch aber ...

Bei meinem unweigerlichen Googeln während des Lesens dieses Buches, stieß ich auf die Schlagzeile "Dave Grohl, the nicest guy in rock". Das hätte ich vorher schon unbesehen geglaubt, nach diesem Buch aber umso mehr. Er wirkt absolut bodenständig, vergisst nie seine Liebsten und hat das Herz wirklich am richtigen Fleck. Besonders herzlich zu lesen fand ich die Kapitel, wo Dave Grohl selbst zum Fanboy wird und seine (Rock)-Helden trifft. Dass er mit Paul McCartney so eine enge Freundschaft pflegt war mir gänzlich unbekannt, aber es ist toll zu sehen wie sich solche Superstars unterschiedlicher Generationen untereinander anfreunden und zusammen abhängen.

Von seiner Zeit mit Nirvana erzählt Dave Grohl leider sehr sehr wenig, gerade da hatte ich mir deutlich mehr erwartet. Irgendwie wirkten die Bandmitglieder auch viel mehr wie Arbeitskollegen als Freunde, vor allem auch im Vergleich zu seinen Erzählungen von seiner Band "Scream" zuvor und den "Foo Fighters" im Anschluss. Doch dann erwähnt Grohl am Ende noch einmal, dass nicht ein Tag vergeht, an dem er nicht an Kurt Cobain denkt - also waren sie wohl doch ziemlich dicke, und ich habe das falsch eingeschätzt.

Eigentlich wollte ich in dieser Rezension unbedingt erwähnen, dass das hier keine umfassende Biografie von Dave Grohl ist, sondern er hier vielmehr einzelnen Anekdoten aus seinem gesamten Leben (und zwar tatsächlich von der Kindheit bis ca. zum Zeitpunkt, an dem er das Buch begann) mit uns teilt. Dann aber schaute ich noch einmal genauer auf den Titel und die Kurzbeschreibung. "Storyteller". Grohl will uns also gar nicht sein komplettes Leben zu Füßen legen, sondern uns mit Geschichten - die eben aus seinem persönlichen Erfahrungsschatz stammen - ein bisschen unterhalten. Wie bei einigen anderen Künstlern war das sein Corona-Lockdown-Projekt, und es ist ihm sehr gelungen. Denn auch wenn es nicht umfassend ist, so ist es doch durchgehend interessant und gab mir einen sehr guten Einblick darauf, was für ein Mensch hinter dem Titel "the guy from Nirvana" steckt. Und die vielen enthaltenen Fotos sind auch ein echtes Highlight!

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Veröffentlicht am 01.03.2022

"Coming of age" der Allegra Bird

Sommersprossen – Nur zusammen ergeben wir Sinn
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Zunächst nahm ich an, dieses Buch wird ähnlich sein wie "The five people you meet in heaven" von Mitch Albom. Dann lernten wir aber zunächst mal nur Allegra kennen, eine doch recht ungewöhnliche Person. ...


Zunächst nahm ich an, dieses Buch wird ähnlich sein wie "The five people you meet in heaven" von Mitch Albom. Dann lernten wir aber zunächst mal nur Allegra kennen, eine doch recht ungewöhnliche Person. Und erst so nach und nach erfuhr man dann auch, dass sie eine Art Mission hat. Und irgendwann kam dann auch noch das mit den 5 Leuten ins Spiel.

Für mich war das aber gar nicht Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, sondern maximal eine Art Katalysator für alles was passierte. Davon gab es zunächst einmal nicht wirklich viel, im letzten Drittel des Buches dafür dann aber doch so einiges. Das Ende ist bis kurz vor Schluss überhaupt nicht vorher zu sehen, dann aber umso schöner (ja, auch ein bisschen kitschig, aber vor allem schön).

"Sommersprossen" würde ich dem Genre "Coming-of-age" zuordnen, auch wenn die Hauptperson bereits Mitte 20 ist. Denn Allegra durchläuft einen wahren Prozess des Erwachsenwerdens. In einigen Situationen ist sie bereits enorm selbstbewusst, in anderen hingegen ist sie wieder der Teenager, der sich des nachts Sternbilder in seine Sommersprossenarme ritzte. Doch in beiden Versionen bleibt sie sich treu, und es war eine Freude sie durch dieses Buch zu begleiten.

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Veröffentlicht am 22.02.2022

Wohin im Alter

Heimvorteil
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Jutta ist seit 10 Jahren Witwe und seit kurzem auch in Rente. Eigentlich könnte das Leben jetzt mal so richtig losgehen, doch nach Meinung ihrer Kinder sollte sie sich nun mal Gedanken um einen Platz im ...

Jutta ist seit 10 Jahren Witwe und seit kurzem auch in Rente. Eigentlich könnte das Leben jetzt mal so richtig losgehen, doch nach Meinung ihrer Kinder sollte sie sich nun mal Gedanken um einen Platz im Altersheim machen. Wo sie doch in letzter Zeit auch immer vergesslicher zu werden scheint. Jutta ist zwar empört, beschließt aber, die Möglichkeiten mal in Augenschein zu nehmen. Lieber jetzt noch selbst entscheiden statt später auf das Wohlwollen der Kinder angewiesen zu sein.

Und so startet eine recht unterhaltsame Tour, bei der Jutta die diversen Unterkünfte begutachtet. Susanne Fröhlich übertreibt sicherlich hier und da in ihrer Figurenzeichnung (z.B. in WG), und manche Freundschaften werden auch sehr rasch sehr eng (wer fährt schon mit seiner Schwimmlehrerin mal spontan auf einen Road Trip?), aber insgesamt hat sie einen wirklich unterhaltsamen Roman geschrieben über ein Thema, dass viele irgendwann mal betreffen wird. Wohin im Alter? Mir persönlich gefällt ja eine WG wie bei den Golden Girls am besten!

Von Susanne Fröhlich habe ich zuvor schon die gesamte Reihe um Andrea Schnidt verschlungen. Auch in diesem Buch bleibt sie sich ihrem generellen Stil und Ton treu.
Diesmal allerdings griff ich zum Hörbuch. Da es von ihr selbst gelesen wurde, dachte ich mir "Toll, der Autor kann so etwas ja immer am besten rüberbringen." Das war hier dann aber doch nicht der Fall, da Susanne Fröhlich eine eigentümlich Intonation hatte. Die ist zwar nicht total monoton, aber eben auch nicht immer passend zu dem jeweiligen Dialog (oder oft auch Monolog), den sie da vorliest. Es klingt sehr oft eigenwillig abgehakt. Das hat mich anfangs sehr gestört, später nur noch ein bisschen. Doch beim nächsten Mal werde ich lieber gleich wieder zur Printausgabe greifen.

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Veröffentlicht am 04.02.2022

Ganz schön rasant

Flüsterwald - Durch das Portal der Zeit: Ausgezeichnet mit dem LovelyBooks-Leserpreis 2021: Kategorie Kinderbuch (Flüsterwald, Staffel I, Bd. 3)
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Im 3. Abenteuer von Lukas, Ella und ihren Flüsterwald-Freunden geht es wahrlich rasant zu, und das eigentlich durchgehend auf den doch immerhin 256 Seiten. Ich persönlich hätte so ein paar Momente zum ...

Im 3. Abenteuer von Lukas, Ella und ihren Flüsterwald-Freunden geht es wahrlich rasant zu, und das eigentlich durchgehend auf den doch immerhin 256 Seiten. Ich persönlich hätte so ein paar Momente zum Durchschnaufen auch mal gut gefunden, aber das war wahrscheinlich allein schon aus dramaturgischen Gründen nicht möglich. Die Freunde waren der schwarzen Magie immer nur knapp einen Schritt voraus. Für ein bißchen Humor ist ja dennnoch ab und an Zeit. Man muss nur eben auch die ganze Zeit aufmerksam lesen, um all die ganze Action auch mitzubekommen und parallel zum Lesen vor dem inneren Auge entstehen zu lassen, was manchen jüngeren LeserInnen vielleicht etwas schwieriger fallen könnte.

Gegen Ende hin gibt es dann nochmal eine große Überraschung und einen Cliffhanger, der definitiv Lust macht, auch den 4. - und finalen - Teil dieser Abenteuerbuchreihe zu lesen.

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