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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.12.2025

Wenn Sprache zum Spiel wird

In Barbaras Rhabarberbar wird niemals der Rhabarber rar
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Als ich "In Barbaras Rhabarberbar wird niemals der Rhabarber rar" in die Hand genommen habe, war ich sofort neugierig, denn schon der Titel verspricht Sprachwitz und gute Laune. Und genau das hält dieses ...

Als ich "In Barbaras Rhabarberbar wird niemals der Rhabarber rar" in die Hand genommen habe, war ich sofort neugierig, denn schon der Titel verspricht Sprachwitz und gute Laune. Und genau das hält dieses Buch auch! Bodo Wartke greift bekannte Zungenbrecher auf und spinnt sie zu humorvollen, gereimten kleinen Geschichten weiter, die nicht nur zum Lesen, sondern vor allem zum Lautlesen und Mitsprechen einladen.

Mich hat besonders begeistert, wie spielerisch hier mit Sprache umgegangen wird, denn aus scheinbar einfachen Wortspielereien entstehen absurde, fantasievolle Szenen, bei denen man automatisch schmunzeln muss und sich gerne selbst an der korrekten Aussprache versucht. Die Texte haben einen starken Rhythmus und einen hohen Wiedererkennungswert, wodurch sie sowohl Kindern als auch Erwachsenen Freude bereiten. Unterstützt wird das Ganze durch farbenfrohe, lebendige Illustrationen, die den Humor der Texte aufgreifen und die kleinen Geschichten visuell ergänzen, ohne sie zu überladen.

Besonders schön finde ich, dass dieses Buch Sprache nicht erklärt, sondern erlebbar macht: Man spielt mit Wörtern, stolpert über Laute, lacht über Versprecher und merkt dabei kaum, wie sehr Sprachgefühl und Artikulation geschult werden. Für mich ist dieses Buch eine wunderbare Einladung, Sprache als etwas Lebendiges und Kreatives zu entdecken, und ein Titel, der sich hervorragend für gemeinsames Lesen, Vorlesen oder auch für den Einsatz in Schule und Unterricht eignet.

Veröffentlicht am 27.12.2025

Zwischen Schatten, Magie und Blutmotten

Blackspell
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Als ich "Blackspell - Das Geheimnis der Blutmotten" in die Hand genommen habe, war ich sofort von der düsteren, geheimnisvollen Atmosphäre angesprochen, die bereits Cover und Titel versprechen und genau ...

Als ich "Blackspell - Das Geheimnis der Blutmotten" in die Hand genommen habe, war ich sofort von der düsteren, geheimnisvollen Atmosphäre angesprochen, die bereits Cover und Titel versprechen und genau dieses Versprechen wird im Laufe der Geschichte eingelöst.

Schon die ersten Kapitel ziehen einen in eine Welt voller Schatten, ungelöster Rätsel und dunkler Magie hinein und lassen kaum Raum, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Die Geschichte um Eden Blackspell, die nach dem Tod ihres Vaters an einen Ort zurückkehrt, der voller Geheimnisse steckt, entwickelt schnell eine beklemmende und zugleich faszinierende Sogwirkung. Besonders die unheimlichen Ereignisse rund um die Blutmotten und das Verschwinden eines Mädchens sorgen für eine konstante Spannung, die sich durch das gesamte Buch zieht.

Mir hat gefallen, wie die Autorin die Atmosphäre Stück für Stück aufbaut und den Leser gemeinsam mit der Protagonistin rätseln lässt, wem man trauen kann und was hinter den dunklen Vorgängen wirklich steckt. Die Wyndhouse Academy wirkt mit ihren alten Mauern, Regeln und Geheimnissen wie ein eigener Charakter und verleiht der Geschichte einen starken Dark-Academia-Vibe.

Eden selbst habe ich als glaubwürdige und nahbare Figur empfunden, da sie zweifelt, unsicher ist und sich ihre Rolle in dieser neuen, gefährlichen Welt erst erarbeiten muss. An einigen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tiefe bei einzelnen Nebenfiguren gewünscht, da manche Charaktere sehr spannend eingeführt werden, aber dann vergleichsweise wenig Raum zur Entwicklung bekommen. Auch das Erzähltempo schwankt gelegentlich, was den Lesefluss jedoch nur kurzzeitig bremst.

Insgesamt überwiegt für mich klar die Faszination für die düstere Welt, die geheimnisvolle Handlung und die vielen offenen Fragen. Blackspell ist für mich ein atmosphärischer, spannender Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht und besonders Leserinnen und Leser begeistern dürfte, die dunkle Fantasy, Internatsgeschichten und geheimnisvolle Magie lieben.

Veröffentlicht am 27.12.2025

Weltraumwissen für Kinder: informativ, aber nicht immer motivierend

Wem gehört eigentlich der Weltraum?
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Meine Tochter interessiert sich sehr für den Weltraum, weshalb wir schon einige Lexika zu diesem Thema haben. Das Buch „Wem gehört eigentlich der Weltraum?“ von Anne Scheller und Julia Christians ist vor ...

Meine Tochter interessiert sich sehr für den Weltraum, weshalb wir schon einige Lexika zu diesem Thema haben. Das Buch „Wem gehört eigentlich der Weltraum?“ von Anne Scheller und Julia Christians ist vor einiger Zeit bei uns eingezogen und hat uns schon nach wenigen Seiten sehr überzeugt!

Das Lexikon zeichnet sich durch ein eher dezentes Hardcover aus, auf welchem – wie soll es auch anders sein – Elemente des Weltraums abgebildet sind. Neben dem Mond, einer Rakete sowie unserer Erde findet man aber auch im Comicstil gestaltete Kinder sowie das Versprechen, das Buch erkläre große Themen ganz einfach.

Für eben diese großen Themen stehen 61 Seiten auf dickem Papier zur Verfügung, in denen Themen wie die Entstehung der Erde, erste Weltraummissionen oder Müll im Weltraum behandelt werden. Wusstet ihr zum Beispiel, das aktuell geforscht wird, wie man große Schrottteile aus dem Weltraum mit Sonden einsammeln kann? Die einzelnen Themen werden in eher kurzen Texten auf je einer Doppelseite dargeboten. Mir gefällt hier, dass auf kurze Sätze und einen kindgerechten Sprachgebrauch geachtet wurde, weshalb meine Siebenjährige alle Informationen gut verstehen und aufnehmen konnte.

Alle Seiten besitzen neben den Textanteilen große Bildanteile, die das Wissen visualisieren und sehr greifbar machen. Besonders positiv hervorheben möchte ich an dieser Stelle die Seite über die Entstehung der Erde, in der mit einem Diagramm gearbeitet wird, das die Entstehung in Uhrzeiten eines Tages präsentiert. So werden sehr abstrakte Inhalte kindgerecht aufgearbeitet. An einigen Stellen, beispielsweise auf der Doppelseite zu den Lichtern und der Lichtverschmutzung hätte ich mir als erwachsene Leserin mehr Textinhalt gewünscht.

Da bei dem Titel eine sehr spannende, durchaus kindgerechte Frage genutzt wurde, habe ich ehrlicherweise erwartet, dass auch die Überschriften der einzelnen Themen des Lexikons mit Fragen beginnen. Dies hätte die Lesemotivation meiner Meinung nach sehr gesteigert. Stattdessen wird leider auf schlichte, sehr nüchterne Überschriften wie „Viel Licht heißt wenig Sterne“ oder „Satelliten sind überall“ gesetzt.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass meine Tochter viel Wissen aus diesem Lexikon ziehen konnte. Nichtsdestotrotz zeichnet sich das Buch durch einige Schwächen aus, zu welchen die fehlenden motivierenden Überschriften oder zu große Bildanteile gehören.

Veröffentlicht am 27.12.2025

Buch, das Kinder ernst nimmt

Nein ist Nein! Das gilt für Groß und Klein
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Als Mama von zwei Kindern begegnet mir das Thema Grenzen jeden einzelnen Tag - beim Spielen, Kuscheln, Streiten, Wachsen. Das Buch "Nein ist Nein! Das gilt für Groß und Klein" hat mich genau dort abgeholt, ...

Als Mama von zwei Kindern begegnet mir das Thema Grenzen jeden einzelnen Tag - beim Spielen, Kuscheln, Streiten, Wachsen. Das Buch "Nein ist Nein! Das gilt für Groß und Klein" hat mich genau dort abgeholt, wo Worte im Alltag manchmal fehlen. Dieses Buch schafft etwas sehr Besonderes: Es nimmt Kinder ernst, stärkt ihr Bauchgefühl und vermittelt auf ruhige, klare Weise, dass ihre Gefühle wichtig sind und ihr Nein immer zählt. Ohne zu dramatisieren oder Angst zu machen, zeigt es Situationen, die Kindern vertraut sind, und macht ihnen Mut, auf sich selbst zu hören und sich zu äußern, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt.

Was mich besonders berührt hat, ist die Haltung des Buches. Es spricht nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe. Es erklärt nicht lange, sondern benennt klar und liebevoll, dass jedes Kind über seinen eigenen Körper bestimmen darf, egal ob es um Nähe, Berührungen oder Erwartungen von anderen geht. Gerade diese Selbstverständlichkeit macht die Botschaft so stark. Die Illustrationen unterstreichen das auf wunderbare Weise: warm, freundlich und voller kleiner Details, die zum Verweilen, Nachdenken und gemeinsamen Gespräch einladen. Immer wieder ergaben sich beim Lesen Momente, in denen wir innehielten, über Situationen sprachen oder meine Kinder ganz selbstverständlich eigene Erfahrungen einbrachten.

Ein weiteres Highlight ist der integrierte Kinderschutz-Rap, der das Thema auf eine spielerische, moderne Art vertieft. Musik, Bewegung und Wiederholung machen die Botschaft greifbar und bleiben im Kopf, dabei aber nicht als Mahnung, sondern als Stärkung. Genau das empfinde ich als großen Mehrwert dieses Buches: Es gibt Kindern Sicherheit, ohne sie zu verunsichern, und eröffnet Eltern eine wertvolle Möglichkeit, über ein sensibles Thema ins Gespräch zu kommen.

Für mich ist Nein ist Nein! weit mehr als ein Bilderbuch. Es ist ein Mutmacher, ein Türöffner für wichtige Gespräche und ein kleines, aber kraftvolles Werkzeug, um Kinder in ihrem Selbstvertrauen zu stärken. Es ist ein Buch, das man nicht nur einmal liest, sondern immer wieder zur Hand nimmt und eines, das in keinem Familienregal fehlen sollte, in dem Kinder lernen dürfen, dass ihre Stimme zählt.

Veröffentlicht am 25.12.2025

Alles über Meerjungfrauen

101 Meerjungfrauen und alles, was du über sie wissen musst!
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Da meine Große ein riesiger Fan von magischen Wesen, darunter natürlich auch Meerjungfrauen ist, konnten wir vor einigen Tagen in der Buchhandlung einfach nicht  an „101 Meerjungfrauen“ von Alexandra Helm ...

Da meine Große ein riesiger Fan von magischen Wesen, darunter natürlich auch Meerjungfrauen ist, konnten wir vor einigen Tagen in der Buchhandlung einfach nicht  an „101 Meerjungfrauen“ von Alexandra Helm und Ruby van der Bogen vorbeigehen. Schon die leuchtenden Farben des Covers, kombiniert mit der niedlichen Zeichnung der Meerjungfrau schrie uns förmlich zu: „Nimm mich mit! Euer Bücherregal braucht mich!“. Was soll ich sagen? Wir wurden schwach.
 
Das Buch liest sich wie ein Lexikon, welches Wissenswertes über Meerjungfrauen vermittelt. Wusstet ihr beispielsweise, dass bei Meerjungfrauen die Männer die Babys bekommen oder, dass Algen-Tee eine hervorragende Medizin gegen Husten und Schnupfen ist? In kurzen Texten mit einfacher Satzstruktur und kindgerechter, sachlicher Wortwahl werden den kleinen Meerjungfrauenfans zahlreiche Fakten fantasievoll dargeboten: Vom Aussehen einer Meerjungfrau über Meerjungfrauenkrankheiten bis hin zur Haarpflege erfährt man in diesem Buch wirklich alles. Der Clou? Alle Texte wirken so nüchtern wie in einem richtigen Lexikon, weshalb man selbst als Erwachsener das Gefühl bekommt, hier hat jemand detaillierte Meerjungfrauenstudien geführt. Dank der Kürze der Texte konnte mir meine große Tochter (Erstklässlerin mit sehr gutem Leseniveau) alle Texte selbstständig vorlesen, weshalb ich das Buch durchaus auch für Leseanfänger empfehlen kann.  
 
Untermauert wird das Sachwissen durch liebevoll gestaltete, farbenfrohe Illustrationen, die den Text visualisieren, aber auch zahlreiche Sprechmöglichkeiten bieten. Selbst unsere Kleinste liebt es, im Buch herumzustöbern und sich Erklärungen für die verschiedenen Bilder auszudenken. Sehr gelegen kommt an dieser Stelle natürlich der Wimmelbuchcharakter der Bilder: Jedes Mal, wenn man das Buch in die Hand nimmt, entdeckt man etwas Neues, weshalb einem ganz sicher nicht langweilig wird.
 
Kurzum sind wir begeistert von diesem Buch, dass die Fantasie meiner Tochter ein Stück weit realer macht. Über welches Fabelwesen würdet ihr gerne mal ein Sachtext lesen?

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