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Veröffentlicht am 02.08.2020

Gustav Mahlers letzte Reise

Der letzte Satz
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"Der letzte Satz" ist mein erstes Buch von Robert Seethaler, der mich von der ersten bis zur letzten Seite mit seiner Sprache verzaubert hat.

Der schwer kranke Komponist und Dirigent Gustav ...

"Der letzte Satz" ist mein erstes Buch von Robert Seethaler, der mich von der ersten bis zur letzten Seite mit seiner Sprache verzaubert hat.

Der schwer kranke Komponist und Dirigent Gustav Mahler befindet sich auf seiner letzten Schiffsreise von Amerika nach Europa. Auf Deck umgeben von der Weite des Ozeans, Wind und Wellen blickt er auf Stationen seines Lebens zurück. Man durchlebt mit ihm wichtige Momente und Erinnerungen an gute wie auch schlechte Zeiten: das erste Zusammentreffen mit seiner späteren Frau, den Tod einer Tochter, seine Zeit als Dirigent und Inspirationen für seine Werke.

Der Roman hat eine schöne melancholische Grundstimmung.
Ein wunderbares Buch zum Abtauchen und Genießen.

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Veröffentlicht am 19.07.2020

Tödliches Behüten

Der Behüter: Thriller
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Laura Kern hat dieses Mal eine harte Nuss zu knacken, nachdem mehrere Leichen junger Frauen aufgetaucht sind, die eine Gemeinsamkeit haben: häusliche Gewalt. Handelt es sich wieder um einen Serienmörder?
Auch ...

Laura Kern hat dieses Mal eine harte Nuss zu knacken, nachdem mehrere Leichen junger Frauen aufgetaucht sind, die eine Gemeinsamkeit haben: häusliche Gewalt. Handelt es sich wieder um einen Serienmörder?
Auch der mittlerweile 5. Fall mit Laura Kern hat mich wieder gleich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und es war sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Aber dieses "Problem" habe ich bei allen Thrillern von Catherine Shepherd. Der Spannungsbogen hat sich von Kapitel zu Kapitel noch erhöht, und es war wieder hochinteressant, die Spurensuche zu begleiten und die einzelnen und mitunter mühsam zusammengesuchten Puzzleteilchen zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenzufügen. Und wie so oft hatte ich erst im letzten Drittel eine vage Vermutung, wer der Täter sein könnte.
Sehr gut gefallen hat mir auch, dass sich Laura als Privatperson endlich ein wenig aus ihrem Schneckenhaus herauswagt und sich Taylor gegenüber öffnet. Das gibt mir die leise Hoffnung auf weitere Fälle.
Von mir gibt es wieder eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 13.07.2020

für Liebhaber*innen von Klatsch und Tratsch

Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mit
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Die Protagonistin Vivian Dalton ist ein "Fräulein vom Amt", denn sie stellt in ihrem beschaulichen Städtchen die Telefonverbindungen her. Aber nicht nur das, denn um sich die öde Wartezeit auf das nächste ...

Die Protagonistin Vivian Dalton ist ein "Fräulein vom Amt", denn sie stellt in ihrem beschaulichen Städtchen die Telefonverbindungen her. Aber nicht nur das, denn um sich die öde Wartezeit auf das nächste Gespräch zu vertreiben lauscht sie auch ganz gerne mal in die Gespräche der anderen Leute hinein. Ihre auf diesem Weg erhaltenen Informationen verkauft sie nur allzu gern als Menschenkenntnis. VORSICHT SPOILER

Allerdings erfährt sie beim Lauschen auch, dass ihr Mann schon verheiratet sein soll. Dieses Gerücht kann sie auf gar keinen Fall zulassen, ist ihr doch nichts wichtiger, als nach außen hin den schönen Schein der glücklichen Familie zu wahren.
Der Roman spielt in den 50-er Jahren in einem eher ländlichen Gebiet, in dem jeder jeden kennt und man so ziemlich alles übereinander weiß oder zu wissen glaubt. Tratsch und Klatsch sind an der Tagesordnung, genauso wie Neid, Missgunst und diverse Eifersüchteleien.
Vivian engagiert einen Privatdetektiv, um Licht in das dunkle Vorleben ihres Ehemannes zu bringen, der dabei noch einige andere Überraschungen zutage bringt.
Mit Vivian als Person habe ich mich von Anfang an eher schwer getan. Dieses ständige "sich-an-anderen-messen" hatte schon etwas Zwanghaftes. Dazu kamen dann noch die ständigen Zeitsprünge zwischen Kindheit, Jugendzeit und Gegenwart von Vivian und ihren Schwestern Vera und Violet. Die ganzen geschilderten Ereignisse waren mir insgesamt zu überladen mit Problemen und viel zu langatmig und ausufernd. Manchmal war ich kurz davor, die Absätze nur noch querzulesen.
Ich habe mich wohl zu sehr vom Cover leiten lassen, denn danach habe ich einen lebhaften,unterhaltsamen Roman erwartet. Schade, denn aus dem Stoff hätte man mehr machen können.

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Veröffentlicht am 05.07.2020

gelungener Reihenauftakt

Fräulein Gold: Schatten und Licht
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Fräulein Gold trägt ihren Namen ganz zu Recht, denn eins hat sie sicherlich: ein Herz aus Gold. Hulda Gold ist eine für ihre Zeit fortschrittliche junge Frau, die sich nicht von einem Mann finanziell ...

Fräulein Gold trägt ihren Namen ganz zu Recht, denn eins hat sie sicherlich: ein Herz aus Gold. Hulda Gold ist eine für ihre Zeit fortschrittliche junge Frau, die sich nicht von einem Mann finanziell abhängig machen möchte. Lieber schlägt sie sich oft mehr schlecht als recht als Hebamme durch, denn in ihrem Viertel ist die Armut allgegenwärtig. Aber sie liebt ihren Beruf und hilft, wo sie nur kann.
Bereits vom Beginn der Geschichte an wird man in die goldenen 20er Jahre Berlins hineingezogen, die aber auch durchaus ihre Schattenseiten hatten. Hulda Gold ist eine sehr sympathische Protagonistin mit dem Herz am rechten Fleck, die ihre Augen vor Problemen nicht verschließt und immer ein offenes Ohr für Andere hat. Andererseits hat sie ihre Neugierde nur schwer im Griff und kann oftmals auch ihr recht loses Mundwerk schlecht bändigen. Dadurch bringt sie sich immer wieder in mitunter brisante Situationen, wie auch hier, als sie Zweifel an einem Unfalltod hat und auf eigene Faust Ermittlungen anstellt. Aber gerade diese Mischung hat für mich den Reiz von Hulda Gold ausgemacht und es hat mir viel Freude bereitet, sie nicht nur auf Spurensuche in ihrem Berlin zu begleiten.

Für mich ein gelungener Auftakt einer Reihe, die ich weiter verfolgen werde.

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Veröffentlicht am 15.06.2020

Lebendig und mitreißend

City of Girls
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New York, die Stadt, die niemals schläft.. Mit diesem Kulturschock wird die 19-jährige Vivian förmlich überrumpelt, als ihre überforderten Eltern sie der Tante übergeben. Diese leitet ein zweitklassiges ...

New York, die Stadt, die niemals schläft.. Mit diesem Kulturschock wird die 19-jährige Vivian förmlich überrumpelt, als ihre überforderten Eltern sie der Tante übergeben. Diese leitet ein zweitklassiges kleines Theater und Vivian wird sehr schnell Teil dieser sehr speziellen "Familie". 'Dort entdeckt sie auch ihr Talent, aus Lumpen ansehnliche Kostüme zu zaubern, denn Geld ist immer knapp. Aber am liebsten stürzt sich mitten hinein ins nächtliche Getümmel, um Spaß zu haben mit ständig wechselnden Begleitern. Allerdings muss sie sehr schnell schmerzlich erfahren, dass auch das von ihr so geliebte New Yorker Nachtleben seine Tücken hat.

Die über 90-jährige Vivian erzählt ihre Lebensgeschichte voller Höhen und Tiefen, und ich habe mich in die 40-er Jahre zurückkatapultiert gefühlt. Die Schilderungen sind so lebendig und mitreißend, dass ich das Buch nur schwer wieder aus der Hand legen konnte. Mich hat diese Geschichte fasziniert und sie wird eines meiner Lesehighlights 2020.

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