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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2026

Blicke hinter die Kulissen

Was dein Leben leichter macht
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Auch wenn psychische Probleme heutzutage offener kommuniziert werden und der Gang zum Psychotherapeuten immer normaler wird, bestehen doch nach wie vor Berührungsängste, Unsicherheiten und Fragen zum Thema. ...

Auch wenn psychische Probleme heutzutage offener kommuniziert werden und der Gang zum Psychotherapeuten immer normaler wird, bestehen doch nach wie vor Berührungsängste, Unsicherheiten und Fragen zum Thema. Die inzwischen sehr umfangreiche Literatur mit ihren diversen Tipps, Anleitungen und Herangehensweisen hilft da oftmals nicht wirklich weiter.

Sina Haghiri beschreitet mit seinem Buch "Was dein Leben leichter macht - Die 20 wichtigsten Erkenntnisse der Psychologie, um dich und andere besser zu verstehen" einen anderen Weg. Wie er es selbst in seinem Vorwort schreibt, soll es nicht um eine Sammlung von Tipps gehen, sondern er möchte bei den Lesenden ein tieferes Verständnis für die Funktionsweise unserer Psyche erreichen.

Und genau das ist Haghiri in meinen Augen gelungen. Anhand von vielen Beispielen aus seiner Praxis, aber auch eigenen Erfahrungen, sowie spannenden Ausflügen in die Geschichte der Psychologie/Psychotherapie mit Einblick in diverse Studien und Methoden spannt sich ein Bogen über alle Bereiche des Lebens.
Thematisch aufgeteilt ist das Buch in vier Hauptkategorien - Alltag, Psyche, Gesellschaft, Gesundheit - denen jeweils fünf Unterthemen zugeordnet sind. Jedes Kapitel ist in sich abgeschlossen, so dass man ganz nach eigenem Bedürfnis die Reihenfolge wählen kann.
Der Autor versteht es durch seinen Schreibstil auch schwierige Zusammenhänge verständlich zu vermitteln, stimme aber seiner Empfehlung durchaus zu nach jedem Kapitel eine Pause einzulegen um das Gelesene zu reflektieren.

Für mich persönlich hatte die Lektüre viele Aha-Momente und ich werde es sicherlich noch häufiger in die Hand nehmen.
Von mir eine klare Leseempfehlung mit der Hoffnung verbunden, dass dieses Buch eine breite Leserschaft findet um mehr Verständnis für unsere Mitmenschen zu erreichen.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Schottische Leichen im Keller

Mord & Breakfast
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Melody Moss, Journalistin in London, verliert unverhofft ihren Job. Doch das Schicksal meint es gut mit ihr, denn am selben Tag erreicht sie ein Anruf aus Schottland mit der frohen Botschaft,  dass sie ...

Melody Moss, Journalistin in London, verliert unverhofft ihren Job. Doch das Schicksal meint es gut mit ihr, denn am selben Tag erreicht sie ein Anruf aus Schottland mit der frohen Botschaft,  dass sie Alleinerbin des B&B-Hotels ihrer kürzlich verstorbenen Tante Mabel ist.
Im idyllischen Seagull Bay angekommen, stellt Melody sehr schnell fest, dass ihre Tante bei den Einwohnern nicht besonders beliebt war und in ihr keimt der Verdacht, dass der Tod ihrer Tante wohl kein Unfall war. Mit ihrer journalistischen Spürnase macht sich Melody auf die Suche nach der Wahrheit und bald hat sie eine ganze Reihe von Verdächtigen, die guten Grund hatten, ihre Tante zum Schweigen zu bringen.

Bereits das wunderschön gestaltete Cover stimmt auf den Schauplatz der Handlung ein und die bildhafte Beschreibung von Seagull Bay versetzt mit Leichtigkeit in die Szenerie, so dass man fast die salzige Meeresluft zu schnuppern scheint.
Die Hauptprotagonistin Melody Moss war mir auf Anhieb sympathisch, mit der genau richtigen Mischung aus Bodenständigkeit, gesundem Menschenverstand, Neugier, Intelligenz und Abenteuerlust. Auch die anderen Charaktere, mit ihren teils schrulligen Angewohnheiten waren gut ge- aber nie überzeichnet. Highlight für mich war Cheddar, die niedliche Bulldogge.
Zug um Zug werden die Abgründe einiger Dorfbewohner aufgedeckt und die Spannung durch diverse Wendungen aufrechterhalten. Auch die Romantik findet ihren Platz, wobei sie jedoch angenehm im Hintergrund bleibt.

"Mord & Breakfast" von Anne Gordon ist ein kurzweiliger Wohlfühlkrimi der mir großen Lesespaß bereitet hat. Ich freue mich schon auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Intelligenter Krimi mit realem Bezug

Schattenmädchen
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"Schattenmädchen" von Frida Skybäck ist der dritte Band um das Ermittlerduo Fredrika Storm und Henry Calment.

Diesmal führt uns die Autorin in die Welt der Universität Lund und in die Techbranche.
Nach ...

"Schattenmädchen" von Frida Skybäck ist der dritte Band um das Ermittlerduo Fredrika Storm und Henry Calment.

Diesmal führt uns die Autorin in die Welt der Universität Lund und in die Techbranche.
Nach einer Party bei einem angesagten Technologieunternehmen verschwindet die Studentin Isabelle Karlsson spurlos. Schnell schießt sich besonders Fredrika auf den CEO Martin Zenberg als Schuldigen ein. Im Zuge der Ermittlungen stößt sie auf einen sieben Jahre zurückliegenden Fall um eine ermordete Studentin der gewisse Parallelen aufweist. Wurde damals möglicherweise der Falsche verurteilt? Und was hat es mit dieser ominösen Studentenverbindung auf sich?

Frida Skybäck gelingt es auch diesmal mit ihrem flüssigen Schreibstil und den kurzen Kapiteln rasch einen Spannungsbogen aufzubauen und, im Gegensatz zu Band 2, auch weitestgehend aufrecht zu erhalten. Atmosphärisch dicht beschreibt sie den Mißbrauch von Macht sexueller, aber auch materieller Natur innerhalb der elitären Kreise Schwedens, ohne auch nur einen Tropfen Blut zu vergießen. Der Plot ist gut aufgebaut und führt immer wieder auf falsche Spuren, sowohl die Ermittler als auch die Lesenden. Das Ende überrascht, bleibt aber ein bisschen nebulös.

Insgesamt hat mir "Schattenmädchen" sehr gut gefallen, für mich bis jetzt der beste Band.
Abzüge gibt es lediglich für die für meinen Geschmack etwas zu ausführliche Beschreibung der privaten Befindlichkeiten der beiden Hauptprotagonisten, die sich besonders im letzten Teil über mehrere Kapitel hinzogen und die Geschichte ausgebremst haben. Besonders die Sache mit dem Wolf war in meinen Augen komplett überflüssig.

Trotzdem klare Leseempfehlung und 4,5 von 5 Sternen.


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Veröffentlicht am 27.01.2026

Genremix

Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)
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Nhika ist die letzte Überlebende ihres Volkes, die über eine besondere Gabe verfügten, nämlich alleine durch die Berührung Haut an Haut zu heilen aber auch zu töten. Sie lebt in Theumas, einem Stadtstaat ...

Nhika ist die letzte Überlebende ihres Volkes, die über eine besondere Gabe verfügten, nämlich alleine durch die Berührung Haut an Haut zu heilen aber auch zu töten. Sie lebt in Theumas, einem Stadtstaat im asiatischen Stil und hält sich als Quacksalberin über Wasser, denn dass sie eine sog. Heartsooth ist darf niemand erfahren, das könnte nicht nur ihre Freiheit sondern sogar ihr Leben kosten. Bei einem Hausbesuch lässt sie jedoch alle Vorsicht fahren und heilt die schwerkranke Frau ihres Kunden, zum Dank verrät dieser sie an die Schlächter und wird von diesen gefangen genommen. Bei einer Auktion wird sie meistbietend versteigert an die Tochter einer der reichsten und einflussreichsten Familien von Theumas. Deren Vater wurde kürzlich ermordet und der einzige Zeuge liegt im Koma und nun soll Nhika ihn mit Hilfe ihrer Gabe zurück ins Leben holen.

"Verlorenes Herz - The Last Bloodcarver Band 1" ist auf den ersten Blick eine wilde Mischung verschiedener Genres. Natürlich zum einen Fantasy mit interessanten Steampunk Elementen, aber irgendwie auch Medizin-/Wissenschaftsthriller, Krimi und, last but not least, etwas Romantik, die allerdings keine große Rolle spielt und auch etwas holprig daher kommt. Insgesamt fügt sich das Ganze aber zu einem recht harmonischen Plot zusammen, auch wenn es für mich doch an der einen oder anderen Stelle ein bißchen hakt.
Nhika ist eine vielschichtige Persönlichkeit, rauhe Schale weicher Kern, die sich im Laufe der Geschichte entwickeln darf und mit ihren Stärken und Schwächen für Spannung sorgt.

Ich fand die Idee der Geschichte interessant, von ein paar Längen abgesehen auch spannend zu lesen. Tja, und der Cliffhanger am Ende verlangt natürlich nach Band 2.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Erschreckend real und aktuell

Minnesota
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"Minnesota" von Jo Nesbø ist ein fiktiver Kriminalroman, der zum Zeitpunkt der deutschen Veröffentlichung aber unverhofft mitten ins Herz der amerikanischen Realität trifft.

Schauplatz der Handlung ist ...

"Minnesota" von Jo Nesbø ist ein fiktiver Kriminalroman, der zum Zeitpunkt der deutschen Veröffentlichung aber unverhofft mitten ins Herz der amerikanischen Realität trifft.

Schauplatz der Handlung ist Minneapolis, beginnend im September 2022 mit der Einreise des Norwegers Holger Rudi, der hier für ein Buch, eine True-Crime-Story, recherchieren will. Es geht um eine Mordserie im Oktober 2016, einen Rachefeldzug gegen Männer aus dem Drogenmilieu und aus dem Umfeld der Waffenlobby. Der eiskalte Mörder spielt Katz und Maus mit den Ermittlungsbehörden und schickt diese immer wieder auf falsche Spuren und lässt sie damit ein ums andere Mal ins Leere laufen.
Einzig Detective Bob Oz von der Mordkommission kommt dem Killer sukzessive näher, trotz oder gerade wegen seiner privaten Probleme, die ihm sogar die Suspendierung einbringen.

Ich habe lange gebraucht, um in dieses Buch hineinzufinden. Als Fan der Serie um Harry Hole, bei der alle Bücher von der ersten Seite an fesselnd und spannend sind, beginnt "Minnesota" sehr träge, mit sehr vielen, teilweise ausufernden, Beschreibungen über die Stadt Minneapolis, über deren äußere wie innere Veränderung, die sozialen Brennpunkte, über den Einfluss der Waffenlobby auf die amerikanische Gesellschaft usw. Parallel werden auch die Hauptakteure, allen voran Bob Oz sehr ausführlich, mit allen ihren menschlichen Abgründen, vorgestellt, was zur Folge hatte, dass mir Bob Oz erstmal extrem unsympathisch war. Auch die weitschweifigen Ausführungen zur Taxidermie haben wenig Spannung aufkommen lassen.
Da überrascht es nicht, dass der erste wirkliche Mord erst zur Mitte des Buches stattfindet. Ab da entwickelt die Geschichte einen zunehmenden Sog, eine Spannung der man sich kaum noch entziehen kann.

Letztendlich präsentiert uns Jo Nesbø hier keinen einfachen Kriminalroman, eher ein Sittengemälde unserer heutigen Zeit, in der Gewalt und Leid an der Tagesordnung sind. Er zeigt aber auch auf, dass Menschen, hier Bob Oz, an solchen Erfahrungen wachsen können.
Daher unterm Strich von mir eine Leseempfehlung für alle die Krimis mit Substanz suchen.

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