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Veröffentlicht am 27.01.2026

Genremix

Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)
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Nhika ist die letzte Überlebende ihres Volkes, die über eine besondere Gabe verfügten, nämlich alleine durch die Berührung Haut an Haut zu heilen aber auch zu töten. Sie lebt in Theumas, einem Stadtstaat ...

Nhika ist die letzte Überlebende ihres Volkes, die über eine besondere Gabe verfügten, nämlich alleine durch die Berührung Haut an Haut zu heilen aber auch zu töten. Sie lebt in Theumas, einem Stadtstaat im asiatischen Stil und hält sich als Quacksalberin über Wasser, denn dass sie eine sog. Heartsooth ist darf niemand erfahren, das könnte nicht nur ihre Freiheit sondern sogar ihr Leben kosten. Bei einem Hausbesuch lässt sie jedoch alle Vorsicht fahren und heilt die schwerkranke Frau ihres Kunden, zum Dank verrät dieser sie an die Schlächter und wird von diesen gefangen genommen. Bei einer Auktion wird sie meistbietend versteigert an die Tochter einer der reichsten und einflussreichsten Familien von Theumas. Deren Vater wurde kürzlich ermordet und der einzige Zeuge liegt im Koma und nun soll Nhika ihn mit Hilfe ihrer Gabe zurück ins Leben holen.

"Verlorenes Herz - The Last Bloodcarver Band 1" ist auf den ersten Blick eine wilde Mischung verschiedener Genres. Natürlich zum einen Fantasy mit interessanten Steampunk Elementen, aber irgendwie auch Medizin-/Wissenschaftsthriller, Krimi und, last but not least, etwas Romantik, die allerdings keine große Rolle spielt und auch etwas holprig daher kommt. Insgesamt fügt sich das Ganze aber zu einem recht harmonischen Plot zusammen, auch wenn es für mich doch an der einen oder anderen Stelle ein bißchen hakt.
Nhika ist eine vielschichtige Persönlichkeit, rauhe Schale weicher Kern, die sich im Laufe der Geschichte entwickeln darf und mit ihren Stärken und Schwächen für Spannung sorgt.

Ich fand die Idee der Geschichte interessant, von ein paar Längen abgesehen auch spannend zu lesen. Tja, und der Cliffhanger am Ende verlangt natürlich nach Band 2.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Erschreckend real und aktuell

Minnesota
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"Minnesota" von Jo Nesbø ist ein fiktiver Kriminalroman, der zum Zeitpunkt der deutschen Veröffentlichung aber unverhofft mitten ins Herz der amerikanischen Realität trifft.

Schauplatz der Handlung ist ...

"Minnesota" von Jo Nesbø ist ein fiktiver Kriminalroman, der zum Zeitpunkt der deutschen Veröffentlichung aber unverhofft mitten ins Herz der amerikanischen Realität trifft.

Schauplatz der Handlung ist Minneapolis, beginnend im September 2022 mit der Einreise des Norwegers Holger Rudi, der hier für ein Buch, eine True-Crime-Story, recherchieren will. Es geht um eine Mordserie im Oktober 2016, einen Rachefeldzug gegen Männer aus dem Drogenmilieu und aus dem Umfeld der Waffenlobby. Der eiskalte Mörder spielt Katz und Maus mit den Ermittlungsbehörden und schickt diese immer wieder auf falsche Spuren und lässt sie damit ein ums andere Mal ins Leere laufen.
Einzig Detective Bob Oz von der Mordkommission kommt dem Killer sukzessive näher, trotz oder gerade wegen seiner privaten Probleme, die ihm sogar die Suspendierung einbringen.

Ich habe lange gebraucht, um in dieses Buch hineinzufinden. Als Fan der Serie um Harry Hole, bei der alle Bücher von der ersten Seite an fesselnd und spannend sind, beginnt "Minnesota" sehr träge, mit sehr vielen, teilweise ausufernden, Beschreibungen über die Stadt Minneapolis, über deren äußere wie innere Veränderung, die sozialen Brennpunkte, über den Einfluss der Waffenlobby auf die amerikanische Gesellschaft usw. Parallel werden auch die Hauptakteure, allen voran Bob Oz sehr ausführlich, mit allen ihren menschlichen Abgründen, vorgestellt, was zur Folge hatte, dass mir Bob Oz erstmal extrem unsympathisch war. Auch die weitschweifigen Ausführungen zur Taxidermie haben wenig Spannung aufkommen lassen.
Da überrascht es nicht, dass der erste wirkliche Mord erst zur Mitte des Buches stattfindet. Ab da entwickelt die Geschichte einen zunehmenden Sog, eine Spannung der man sich kaum noch entziehen kann.

Letztendlich präsentiert uns Jo Nesbø hier keinen einfachen Kriminalroman, eher ein Sittengemälde unserer heutigen Zeit, in der Gewalt und Leid an der Tagesordnung sind. Er zeigt aber auch auf, dass Menschen, hier Bob Oz, an solchen Erfahrungen wachsen können.
Daher unterm Strich von mir eine Leseempfehlung für alle die Krimis mit Substanz suchen.

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Veröffentlicht am 19.11.2025

Eine besondere Magie

The Second Death of Locke
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"The Second Death of Locke" von V. L. Bovalino ist der erste Teil einer Fantasytrilogie, wobei erfreulicherweise das Buch in sich abgeschlossen ist und für sich gelesen werden kann.

Schon von der ersten ...

"The Second Death of Locke" von V. L. Bovalino ist der erste Teil einer Fantasytrilogie, wobei erfreulicherweise das Buch in sich abgeschlossen ist und für sich gelesen werden kann.

Schon von der ersten Seite an wird man mitten in die Geschehnisse rund um die kriegerischen Handlungen zwischen den einzelnen Königreichen der Insel Idistra hineingeworfen. Mit all dem damit verbundenen Blut, Schmutz, der Verzweiflung, dem Schmerz und der Sinnlosigkeit vieler Todesopfer. Das Zentrum bilden die beiden Hauptprotagonisten Grey Flynn und Kiernan Seward, die eine besondere Form der Magie verbindet, eine Magie, die sich aus der untergegangenen Insel Locke speist und zunehmend schwindet. Damit diese Magie wirken kann, ist immer eine sogenannte "Quelle", welche die magische Kraft in sich trägt und ein "Magier", der diese Kraft empfängt und die Magie ausführt, nötig.

Ich empfand das Worldbuilding mit seinem mittelalterlichen Gefüge von Rittern, Rüstungen und Schwertkämpfen in Verbindung mit dieser besonderen Idee der Magie als sehr gelungen. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen und hält den Spannungsbogen hoch. Die Charaktere sind vielschichtig ausgearbeitet und besonders die Figur der Grey Flynn, die trotz ihrer Kampfkraft und magischen Stärke, und dem Wissen um ihre Herkunft, von Ängsten und Selbstzweifeln getrieben ist, sticht positiv hervor. Auch die Liebesgeschichte der beiden Hauptprotagonisten bleibt in einem angenehmen Rahmen und ergänzt die Geschichte perfekt.

Insgesamt für mich ein gelungener High-Fantasy-Roman, der sich eindrucksvoll von der aktuellen Massenware dieses Genres absetzt.
Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte um Idistra und Locke weitergeht und was sich die Autorin da noch spannendes einfallen lässt.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Gelebter Tierschutz

Streuner - von der Straße direkt ins Herz
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Vanessa Magalhaes ist Hundemama und Tierschützerin mit Herzblut und Leidenschaft. Dies spiegelt sich auf jeder einzelnen Seite ihres Buches "Streuner von der Straße direkt ins Herz" und der Untertitel ...

Vanessa Magalhaes ist Hundemama und Tierschützerin mit Herzblut und Leidenschaft. Dies spiegelt sich auf jeder einzelnen Seite ihres Buches "Streuner von der Straße direkt ins Herz" und der Untertitel "Vom Tierschutz und dem Glück, Straßenhunde zu retten" bringt den Inhalt des Buches in einem Satz auf den Punkt.

Die Autorin kommt schon sehr früh mit dem Leid der Straßenhunde während den häufigen Besuchen bei ihrer Großmutter in Portugal in Berührung. Ebenso wie ihr späterer Lebenspartner Rafael, dessen Großeltern ebenfalls in Portugal leben.
Noch vor ihrem Abitur adoptieren die beiden gemeinsam ihren ersten Hund "Mojo" der schon als Welpe erfahren musste, wie unverantwortlich und empathielos Menschen sein können. Diese Erfahrung war für beide der Startschuss auf ihrem Weg in den aktiven Tierschutz.

Vanessa Magalhaes beschreibt in ihrem Buch auf unglaublich liebevolle Weise, mit viel Respekt und Empathie, was es bedeutet, einem Hund aus dem Tierschutz ein neues Zuhause zu geben. Sie sensibilisiert die Leser:innen für die besonderen Umstände, unter denen die Hunde, nicht nur aber besonders die aus Süd-Ost-Europa, gelebt und gelitten haben und das oftmals der Weg in ein gemeinsames Leben mit vielen Stolpersteinen gepflastert ist und Zeit und Geduld braucht.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, einen Hund aus dem Tierschutz zu adoptieren, bekommt hier viele Informationen, z. B. wie man einen seriösen Verein erkennt und wie ein solcher arbeitet, wie wichtig Pflegestellen sind, auch die Vor- und Nachteile von Social Media werden umfassend beleuchtet, bis hin zu Checklisten wenn dann tatsächlich ein Hund einzieht. Und auch wem das nicht möglich ist, bekommt wertvolle Tipps, wie man sich auch anderweitig im Tierschutz engagieren kann.

Eingebettet sind diese ganzen Informationen in wunderbare Geschichten von erfolgreichen Adoptionen, Einblicke in das Leben der Autorin und ihrem Rudel und der Geschichte von Teresa und ihrer Pfötchenfarm in Portugal.

"Streuner von der Straße direkt ins Herz" ist ein rundum gelungenes Buch, das Pflichtlektüre für jeden sein sollte, der sich mit dem Gedanken trägt sich ein Haustier zuzulegen.

Von mir fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

"Roadtrip" der Gefühle

Katzen, die wir auf unserem Weg trafen
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Der Roman hat mich etwas ratlos zurückgelassen.

Bei "Katzen, die wir auf unserem Weg trafen" von Nadia Mikail soll es sich lt. Klappentext um einen Roadtrip durch Malaysia handeln, mit dem Zweck die ...

Der Roman hat mich etwas ratlos zurückgelassen.

Bei "Katzen, die wir auf unserem Weg trafen" von Nadia Mikail soll es sich lt. Klappentext um einen Roadtrip durch Malaysia handeln, mit dem Zweck die verschollene Tochter/Schwester zu finden. Ausgelöst durch die nahende Apokalypse - ein Meteorit wird in einigen Monaten die Erde zerstören - machen sich Aisha und ihre Mutter gemeinsam mit Aishas Freund und dessen Eltern auf die Suche, begleitet von Flohsack, einem Straßenkater, der ihnen kurz vorher zugelaufen ist.

Der Roadtrip ist aber tatsächlich nur ein kleiner Teil der Geschichte, zumindest der physische, Flohsack die einzige Katze die vorkommt und auch keine wirkliche Rolle spielt.

Letztendlich geht es in der Geschichte um Verluste, die nicht verarbeitet wurden, um unterdrückte Gefühle und zwischenmenschliche Sprachlosigkeit. Dadurch entstanden Wunden, die nie richtig verheilt sind.

Die Geschichte mäandert permanent von der Gegenwart in die Vergangenheit und in eine imaginäre Zukunft. Vor allem Aishas Gedanken und Gefühle wiederholen sich häufig, die Geschichte plätschert ohne jeglichen Spannungsbogen dahin, das Ende bleibt offen.

Das dies ein Jugendroman ab 12 Jahren sein soll kann ich nicht nachvollziehen, dafür ist meiner Meinung nach das Thema zu schwermütig und komplex.

Highlight des Buches waren für mich die hübschen Zeichnungen von Nate Ng.

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