Der Buchhändlerliebling aus England – endlich auf Deutsch
Uwe-Michael Gutzschhahn (Übersetzer), Nate Ng (Illustrator)
Der schönste Weltuntergang, seit die Erde existiert
Die siebzehnjährige Aisha hat ihre Schwester June seit zwei Jahren nicht mehr gesehen. Und nun, da die Welt in neun Monaten untergeht – ein Meteorit fliegt geradewegs auf die Erde zu –, beschließen sie und ihre Mutter, dass es an der Zeit sei, sie aufzuspüren und die Wunden, die sie sich zugefügt haben, zu heilen. Zusammen mit Aishas Freund Walter und dessen Eltern (und Flohsack, dem streunenden Kater) machen sie einen Roadtrip vom Norden in den Süden Malaysias in einem wild dekorierten Wohnmobil – um mit der Vergangenheit abzuschließen, die Gegenwart zu bewältigen und trotz allem auf die Zukunft zu hoffen.
Ich habe das Buch als eine ruhige und gefühlvolle Geschichte erlebt. Aisha erfährt, dass ein Meteorit die Erde zerstören wird. Statt Spannung gibt es viel über Familie, Beziehungen und verlorene ...
Meine Meinung
Ich habe das Buch als eine ruhige und gefühlvolle Geschichte erlebt. Aisha erfährt, dass ein Meteorit die Erde zerstören wird. Statt Spannung gibt es viel über Familie, Beziehungen und verlorene Nähe zu lesen. Sie reist mit ihrer Mutter durch Malaysia, um ihre entfremdete Schwester zu finden und alte Wunden zu heilen.
Der Titel hat mich zunächst verwirrt, weil es kaum Katzen gibt. Doch er passt gut, weil die Begegnungen im Buch Spuren hinterlassen, auch wenn sie leise sind. Die Kapitel sind kurz und oft wechseln die Zeiten, aber das hat für mich gut funktioniert. Es geht weniger um Handlung als um Gefühle.
Besonders berührt hat mich die Beziehung zwischen Aisha und ihrer Mutter. Die unausgesprochenen Konflikte wirken echt und die wenigen Momente von Nähe sind intensiv. Das Ende ist offen, aber das hat für mich gut zur Geschichte gepasst.
Ich gebe dem Buch vier von fünf Sternen. Es ist kein actionreicher Roman, sondern eine stille Geschichte über Familie, Verlust und Nähe. Wer sich darauf einlässt, wird eine Geschichte finden, die nachklingt.
Die Covergestaltung finde ich super!
Über Nate Ng
Nate Ng lebt in Kuching, Malaysia, und arbeitet freiberuflich als Illustratorin. Bei ihren Zeichnungen für ›Katzen, die wir auf unserem Weg trafen‹ hat sie sich von Dato' Mohammad Nor bin Mohammad Khalid, besser bekannt als Lat, inspirieren lassen, weil er die malaysische Landschaft in einem ausgeprägt nostalgischen Stil darstellt. Nate Ngs Hobbys sind Frisieren, Hunde trainieren und Horrorserien schauen, und sie würde gern mal eine Horrorgeschichte über Hundetraining und Friseure illustrieren.
"Katzen, die wir auf unserem Weg trafen" ist ein etwas irreführender Titel, denn es handelt sich vielmehr um den Roadtrip einer Familie, die zwar eine Katze mitnimmt, aber nicht einer einzigen Katze unterwegs ...
"Katzen, die wir auf unserem Weg trafen" ist ein etwas irreführender Titel, denn es handelt sich vielmehr um den Roadtrip einer Familie, die zwar eine Katze mitnimmt, aber nicht einer einzigen Katze unterwegs begegnet.
Abgesehen davon ist auch der Roadtrip selbst eher sekundär.
Es geht um Aisha, die 17jährige Protagonistin, deren Schwester June als damals 18jährige das Elternhaus verlassen wollte bzw. musste. Nun rast ein Meteorit auf die Erde zu und wird diese in einem Jahr zerstören. Aisha, ihre Mutter, ihr Freund Walter und deren Eltern beschließen, June zu suchen und begeben sich auf besagten Roadtrip durch Malaysia.
Ich hatte eigentlich mit einem dystopischen Jugendroman gerechnet.
Die Geschichte ist aber sehr speziell mit Rückblenden, Gedanken und Gegenwartsfragmenten. Jedes Kapitel enthält eine niedliche Katzenzeichnung. Der Schreibstil der Autorin ist schon besonders für ein Jugendbuch, der für junge Leser eventuell überfordernd sein könnte. Ich fand es aber schön zu lesen und bin der Meinung, dass Literatur durchaus herausfordern darf und anders sein kann, gerade für eine Zielgruppe, die sonst mit Spice, Romantasy und Young Adult zugekleistert wird.
Daher finde ich das Buch empfehlenswert. Die Vorstellung, dass das Leben auf dieser Erde endlich ist und dadurch etwas in Bewegung setzt, hat mir auch sehr gefallen.
Wenn man sich bewusst ist, dass hier kein klassischer Roman auf einen wartet und man sich auf die Geschichte einlassen kann, ist der Roman erfrischend anders.
Bei "Katzen, die wir auf unserem Weg trafen" von Nadia Mikail soll es sich lt. Klappentext um einen Roadtrip durch Malaysia handeln, mit dem Zweck die ...
Der Roman hat mich etwas ratlos zurückgelassen.
Bei "Katzen, die wir auf unserem Weg trafen" von Nadia Mikail soll es sich lt. Klappentext um einen Roadtrip durch Malaysia handeln, mit dem Zweck die verschollene Tochter/Schwester zu finden. Ausgelöst durch die nahende Apokalypse - ein Meteorit wird in einigen Monaten die Erde zerstören - machen sich Aisha und ihre Mutter gemeinsam mit Aishas Freund und dessen Eltern auf die Suche, begleitet von Flohsack, einem Straßenkater, der ihnen kurz vorher zugelaufen ist.
Der Roadtrip ist aber tatsächlich nur ein kleiner Teil der Geschichte, zumindest der physische, Flohsack die einzige Katze die vorkommt und auch keine wirkliche Rolle spielt.
Letztendlich geht es in der Geschichte um Verluste, die nicht verarbeitet wurden, um unterdrückte Gefühle und zwischenmenschliche Sprachlosigkeit. Dadurch entstanden Wunden, die nie richtig verheilt sind.
Die Geschichte mäandert permanent von der Gegenwart in die Vergangenheit und in eine imaginäre Zukunft. Vor allem Aishas Gedanken und Gefühle wiederholen sich häufig, die Geschichte plätschert ohne jeglichen Spannungsbogen dahin, das Ende bleibt offen.
Das dies ein Jugendroman ab 12 Jahren sein soll kann ich nicht nachvollziehen, dafür ist meiner Meinung nach das Thema zu schwermütig und komplex.
Highlight des Buches waren für mich die hübschen Zeichnungen von Nate Ng.
Bei diesem Buch habe ich einen Roadtrip und ziemlich viele Katzen erwartet.
Stattdessen geht es eigentlich nur um die Charaktere und deren Entwicklung beziehungsweise deren Befindlichkeiten.
Die ...
Bei diesem Buch habe ich einen Roadtrip und ziemlich viele Katzen erwartet.
Stattdessen geht es eigentlich nur um die Charaktere und deren Entwicklung beziehungsweise deren Befindlichkeiten.
Die Aussöhnung im Angesicht der drohenden Apokalypse ist durchaus ein ansprechendes Thema, aber die Umsetzung in diesem Buch hat mir leider nicht gefallen.
Auch von dem Setting, der Reise durch Malaysia bin ich etwas enttäuscht, von einem Rosdtrip erwarte ich, das er mir Landschaft, Leute und Kultur näher bringt.
Gerade weil das Buch als Jugendbuch gedacht ist, finde ich die Umsetzung und den nicht passenden Klappentext ungünstig. So war mein Kind im angedachten Alter auch schnell gelangweilt und hat das Buch rasch wieder zur Seite gelegt.
Eigentlich hatte ich es für meine katzenliebende, nicht gerne lesende Freundin gedacht, aber dieses Buch wird bei ihr auch nicht die Lust zum Lesen wecken.
Gestaltung:
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Das Titelbild ist mit sehr bunten Farben versehen. Es erinnert mich ein wenig an Bollywood. Insgesamt erweckt es einen fröhlichen Eindruck.
Inhalt:
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Ein ...
Gestaltung:
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Das Titelbild ist mit sehr bunten Farben versehen. Es erinnert mich ein wenig an Bollywood. Insgesamt erweckt es einen fröhlichen Eindruck.
Inhalt:
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Ein Meteorit ist auf dem Weg zur Erde, um sie zu zerstören. In neun Monaten soll es so weit sein. Die siebzehnjährige Aisha und ihre alleinerziehende Mutter nehmen dies zum Anlass, um sich im Wohnmobil auf die Suche nach Aishas älterer Schwester June zu machen. Sie zog ein paar Jahre nach dem Tod des Vaters aus und hat sich seitdem nicht mehr gemeldet. Begleitet werden die beiden von Aishas Freund Walter und dessen Eltern, die den Trip nutzen wollen, um wichtige Lebenssituationen zu besuchen. Außerdem an Bord: Ein zugelaufener Kater, den Aisha auf den Namen "Flohsack" tauft. Werden sie June noch rechtzeitig finden und wie wird die Begegnung werden?
Mein Eindruck:
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"Die Zeit verging und die Dinge änderten sich. Es gab immer noch Gründe, vorsichtig zu sein. Die Menschen waren immer noch wütend und voller Schmerz. Doch der größte Teil der Bevölkerung wagte sich hinaus. Sie fingen an, Vorräte anzulegen, Lebensmittel anzubauen und zusammenzuarbeiten, um Dinge zu tauschen. Gemeinschaften entstanden, in denen Menschen zusammenarbeiteten, um in der ihnen noch verbleibenden Zeit zu überleben. Es beruhigte sich, weil die Menschen begriffen, was wichtig war: Gesundheit, kein Hunger und die Rückkehr zur Familie. Die Leute arbeiteten auf freiwilliger Basis in diesen Jobs, um ihren Teil beizutragen. Leute sorgten dafür, dass es genügend Leitungen gab, damit Menschen ihre weit entfernt lebenden Familien anrufen konnten. Leute sorgten dafür, dass genug Medizin, Essen und Möglichkeiten existierten, Angehörige zu besuchen. Auch wenn es weiter gelegentlich Schmerz und Gewalt gab, hielt die Gemeinschaft doch so gut wie möglich zusammen, um sich gegenseitig zu schützen und zu verteidigen. Alle wussten, dass die Welt bald untergehen würde. Diese Tatsache hätte alle zur Verzweiflung treiben können, und tatsächlich waren einige in Hoffnungslosigkeit versunken, und ihr Wille weiterzumachen erlosch wie eine Kerze in einer unbarmherzigen Windbö. Aber viele taten weiter, was sie konnten, solange sie noch da waren, solange das Leben noch währte. Sie wussten, was wichtig war. Sie wussten, dass sie dies einer für den anderen taten." (E-Book, S. 20f)
Was mir gefiel, war der ruhige Ton dieser Erzählung. Die Charaktere und ihre Gefühle werden einfühlsam beschrieben und die Grundidee fand ich faszinierend.
Leider war die Umsetzung insgesamt nicht mein Geschmack. Die aktuelle Situation wird in vielen Rückblenden mit Zeitsprüngen erzählt. Obwohl diese durch Überschriften gekennzeichnet werden, so fehlte mir zum einen der rote Faden, zum anderen musste man sich stark beim Lesen konzentrieren, um weiter folgen zu können.
Aisha und ihre Familie mussten durch den frühen Tod des Vaters, aber auch den Tod weiterer Angehöriger viel Trauer ertragen, viele Gefühle haben sie voreinander nicht ausgesprochen. Dies hat die Beziehungen der Schwestern, aber auch die zur Mutter sehr belastet. Aisha trägt viel Unausgesprochenes mit sich herum, was sich im Laufe der Reise erst Bahn bricht.
Die Entwicklung von Aisha empfand ich als positiv, aber die Dialoge der Protagonisten irritierten mich häufig, was zum einen an der anderen Kultur lag, aber auch an den vielen malaysischen Ausdrücken, die meist ohne Erklärung eingestreut waren. Hier wäre ein Glossar oder jeweils eine Fußnote hilfreich gewesen. Zudem passiert nicht wirklich viel, es geht nur um Erinnerungen und die emotionale Ebene der Personen.
Der Titel ist sehr irritierend, denn es gibt nur eine Katze, die immer wieder ihren kleinen Auftritt hat, aber nicht mehrere und auch die Rolle der Katze war m. E. nicht notwendig. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen. Wenn ich als Erwachsene schon wenig mit dem Buch anfangen konnte, dann frage ich mich, ob die Zielgruppe ab 12 Jahren dieses Werk versteht. Mir ist unverständlich, warum hierfür ein Kinderliteraturpreis vergeben wurde.
Fazit:
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Intension und Grundidee sind gut, der Titel jedoch irreführend und die Umsetzung konnte mich leider nicht überzeugen.