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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.07.2025

Leichter Zwischengang

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe
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Sophie Wilde, Tochter eines ehemals berühmten französischen Sternekochs, verdient sich ihre Brötchen als Restaurantkritikerin in London. Und das sehr erfolgreich, bis sie durch ihre vernichtende Rezension ...

Sophie Wilde, Tochter eines ehemals berühmten französischen Sternekochs, verdient sich ihre Brötchen als Restaurantkritikerin in London. Und das sehr erfolgreich, bis sie durch ihre vernichtende Rezension des neueröffneten Restaurants von Supermodel Annabelle Scott einen riesigen Shitstorm auslöst. Um ihren Job nicht zu verlieren, lässt sich Sophie auf einen Deal mit ihrem Chef ein, eine heruntergekommene Spelunke, das Smuggler's Inn, in einem verschlafenen Küstenstädtchen in Cornwall innerhalb eines Jahres in ein Spitzenrestaurant zu verwandeln. Zusammen mit ihrer pubertierenden Tochter und ihrer extravaganten Mutter inklusive Rassekater macht sich Sophie auf den Weg, nicht ahnend welche Schwierigkeiten sich ihr in den Weg stellen werden.

Insgesamt ist der Roman leichte Wohlfühlkost für entspannte Leseabende, dafür sorgt schon der angenehm flüssige Schreibstil der Autorin. Die Charaktere sind sympathisch, manche ein wenig schrullig und speziell, allen voran Sophies Mutter Tanya, aber besonderen Tiefgang sollte man da nicht erwarten. Der romantische Schauplatz tut sein übriges und lässt einen wegträumen.
Ein roter Faden ist durchaus vorhanden, für  mich persönlich waren es aber unterm Strich ein paar Protagonisten und Nebenschauplätze zuviel. Mir hätte es besser gefallen, wenn der Focus der Geschichte deutlicher auf  der Entwicklung des Pubs und der Liebesgeschichte zwischen Sophie und Lennox gelegen hätte. Aber vielleicht ist das dem Fakt geschuldet, dass es sich um den Auftakt einer mehrteiligen Reihe handelt und schon einige Hauptprotagonisten der Folgebände eingeführt werden sollten.

Noch ein Wort zum Cover: Das ist zwar an sich sehr hübsch, passt aber leider überhaupt nicht zum Setting der Geschichte.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Cold Case mit Höhen und Tiefen

Eisenblume
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Eisenblume ist der zweite Band der schwedischen Krimireihe um Fredrika Storm und Henry Calment.

Schon im Vorwort der Autorin Frida Skybäck erfährt man den realen Hintergrund des Schauplatzes. Das 1879 ...

Eisenblume ist der zweite Band der schwedischen Krimireihe um Fredrika Storm und Henry Calment.

Schon im Vorwort der Autorin Frida Skybäck erfährt man den realen Hintergrund des Schauplatzes. Das 1879 eröffnete Lunder Hospital, später Sankt-Lars-Krankenhaus, war eine große psychiatrische Klinik mit bis zu 1600 Patienten, die oft furchtbare Behandlungsmethoden über sich ergehen lassen mussten.

Die Geschichte beginnt fulminant, als zwei Jugendliche eine Leiche in einem der verlassenen Gebäude der Psychiatrie entdecken. Schnell ist dem Ermittlerteam um Fredrika und Henry klar, dass es hier eine Verbindung zu den beiden 1987 spurlos verschwundenen Patienten gibt. Sie rollen den Cold Case wieder auf und begeben sich auf die Suche nach Zeugen, ehemaligen Mitarbeitern und Patienten. Das dies nach über 30 Jahren ein schwieriges Unterfangen ist wird schnell klar, darüber hinaus werden die Ermittlungen von verschiedenen Seiten noch zusätzlich erschwert und der öffentliche Druck wächst.

Leider verliert die Geschichte nach dem spannenden Beginn zunehmend an Fahrt, die vielen fruchtlosen Zeugenbefragungen oder die nicht zu Potte kommende Gerichtsmedizinerin machen den Mittelteil des Krimis langatmig. Für meinen Geschmack nehmen auch die privaten Befindlichkeiten der beiden Hauptprotagonisten zu viel Raum ein und besonders bei Fredrika versteht man möglicherweise einiges nicht, wenn man den ersten Band nicht gelesen hat. Da hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte der Klinik eine größere Rolle spielt. Zum Ende hin wird es dann aber doch wieder spannend und die Lösung des Falles mit einigen unerwarteten Wendungen überrascht.

Unterm Strich ist Eisenblume ein solider Krimi, zwar mit ein paar Schwächen, die aber wegen des guten Schreibstils der Autorin zu verschmerzen sind. Sollte es einen dritte Band geben, wovon ich ausgehe, werde ich diesen gerne lesen.

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Pageturner mit Schwächen

A Fate Forged in Fire – Aus Flammen geboren
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Aemyra wächst gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder bei Adoptiveltern, einem Schmied und einer Heilerin, im Verborgenen auf. Denn Aemyra ist seit langer Zeit die erste weibliche Nachfahrin einer jahrhundertealten ...

Aemyra wächst gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder bei Adoptiveltern, einem Schmied und einer Heilerin, im Verborgenen auf. Denn Aemyra ist seit langer Zeit die erste weibliche Nachfahrin einer jahrhundertealten Dynastie von Königinnen, die mit mächtiger Magie über Tir Teine, einem ehemals matriarchalischen Reich,  herrschten. Inzwischen wird das Reich von den männlichen Nachkommen einer Seitenlinie ihres Clans regiert, der immer mehr dem Einfluß einer neuen Religion verfällt, die die alte Magie, die alten Göttinnen und generell alles machtvoll Weibliche bekämpft und zu eliminieren versucht.
Doch nach dem Tod des Königs misslingt die Thronbesteigung Aemyras bei dem Versuch, sich mit dem Drachen des verstorbenen Königs zu verbinden und damit ihre Macht zu festigen und zu stärken und Aemyra muss fliehen. Im Exil erfährt sie, dass ihre Adoptivfamilie bei der Flucht gefangen genommen und ermordet wurde. Als sie für diese Gräueltat Rache nehmen will, gerät sie in einen Hinterhalt, wird verschleppt und zur Ehe mit Prinz Fiorean, dem jüngeren Bruder ihres Konkurrenten um den Thron, gezwungen. Ein Kampf um die Zukunft des Reiches beginnt.

Eigentlich hat die Geschichte alle Zutaten für ein spannendes Storytelling.
Ein vielschichtiges Worldbuilding, starke Charaktere, Drachen und andere Fabelwesen, Magie, eine Enemy-to-Lovers-Geschichte und einen guten Erzählstil. Über weite Teile ist das Buch auch wirklich richtig spannend, aber leider gibt es ein paar Punkte, die zumindest bei mir den Lesegenuss gedämpft haben.

Das beginnt schon bei der Hauptprotagonistin Aemyra, die doch immer wieder sehr naiv und leicht beeinflussbar in jede Falle tappt und kein Fettnäpfchen ausläßt. Man sollte meinen, dass jemand der sein Leben lang auf eine Führungsrolle vorbereitet wurde, diese dann auch entsprechend klug, selbstbewusst und charakterlich gefestigt ausfüllen kann. Leider nicht so bei Aemyra, die immer wieder sehr überfordert wirkt und von den diversen männlichen Charakteren wie ein Spielball in die jeweilig gewünschte Richtung gelenkt wird.
Womit ich beim nächsten Kritikpunkt bin, nämlich die fehlenden starken weiblichen Protagonisten, die ich in einer Geschichte über die Rückeroberung des Matriarchats erwartet habe und die der Geschichte eine andere Kraft hätten geben können.
Tja und dann die Liebesgeschichte zwischen Aemyra und Fiorean, das ging mir viel zu schnell und problemlos von gerade noch Todfeind zu dem Mann dem ich Leib, Leben, Sieg, Krone und die Errettung meines Volkes in die Hände lege.
Aber letztendlich führt genau das zu dem wirklich heftigen Cliffhanger, mit dem das Buch endet.

Trotz allem freue ich mich auf den zweiten Teil der Diologie, da ist ja noch alles möglich.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Gelungener Start

Das Teufelshorn
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"Das Teufelshorn" ist der erste Band einer Krimireihe der britischen Autorin Anna Nicholas, der nun auch in deutscher Übersetzung erschienen ist.

Schauplatz der Handlung ist die Urlaubsinsel Mallorca, ...

"Das Teufelshorn" ist der erste Band einer Krimireihe der britischen Autorin Anna Nicholas, der nun auch in deutscher Übersetzung erschienen ist.

Schauplatz der Handlung ist die Urlaubsinsel Mallorca, die wir hier jedoch von einer beschaulicheren Seite kennenlernen, nämlich einem verschlafenen kleinen Dorf im noch nicht so stark von Touristen überrannten Hinterland.
Hier lebt die Hauptprotagonistin Isabel Flores Montserrat und betreibt gemeinsam mit ihrer Mutter eine florierende Vermittlungsagentur für Ferienhäuser.
Als in der Nähe am hellichten Tag ein kleines Mädchen entführt wird, bittet der zuständige Polizeichef seine ehemalige Kollegin Isabel um Unterstützung, da diese in ihrer Zeit als Kommissarin sehr erfolgreich diverse Entführungsfälle aufgeklärt hatte. Zeitgleich passiert in Isabels Nachbarschaft ein bizarrer Mord an einem etwas undurchsichtigen Dorfbewohner, der ins Drogenmilieu von Mallorca führt.

Die Figur der Isabel empfand ich auf Anhieb als sehr sympathisch, klug, unaufgeregt und trotz allem mit der einen oder anderen kleinen Macke, ohne jedoch dieses Flair von Depression, Gebrochenheit oder Überdrüssigkeit vieler Ermittler.
Unterstützt wird sie u. a. von Pep, dem Bruder ihrer besten Freundin und Mitarbeiter in der Agentur, dem etwas das Klischee des Latin Lover anhängt und Furó, einem frechen Frettchen.
Vielleicht hätte es etwas weniger Superwoman sein können, etwas weniger untrüglicher Instinkt, etwas weniger allwissend mit Informanten gefühlt in der ganzen Welt. Daneben bleiben die anderen Protagonisten doch etwas blass.

Der Schreibstil ist angenehm, man erfährt viel über Land und Leute und fühlt sich schnell inmitten des Geschehens. Der Spannungsbogen ist moderat, bereitet aber keine schlaflosen Nächte. Alles in allem eine angenehme Sommerlektüre von der ich gerne noch die eine oder andere Fortsetzung lesen möchte.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Wilder Balkan

Wilde Berge des Balkan
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Die Bergfreundinnen waren mir bereits aus diversen Fernsehproduktionen bekannt, vor allem ihre Bikepacking-Tour von München nach Paris fand ich sehr interessant.

Nun also ein Buch, in dem sich die drei ...

Die Bergfreundinnen waren mir bereits aus diversen Fernsehproduktionen bekannt, vor allem ihre Bikepacking-Tour von München nach Paris fand ich sehr interessant.

Nun also ein Buch, in dem sich die drei Podcasterinnen, in etwas veränderter Besetzung, auf eine Mehrtageswanderung auf den "High Scardus Trail" begeben, der durch die Berge des Kosovo, Nordmazedoniens und Albaniens führt.

Das Buch unterteilt sich in insgesamt 12 Kapitel, in denen die Bergfreundinnen nacheinander ihre Erlebnisse und Erfahrungen aus ihrer ganz eigenen Sicht schildern. Dazwischen findet man drei Interviews mit Frauen, die beruflich mit dem Trail verbunden sind und die sehr ehrlich darüber sprechen, wie herausfordernd das Leben in diesen Regionen immer noch ist, besonders für Frauen.
Abgerundet wird das Buch mit sehr schönen Fotos der Wanderung in der Buchmitte und am Ende findet man eine Reihe von Informationen, falls man sich nun selbst auf den Weg machen möchte.

Der Schreibstil ist angenehm und sehr persönlich gefärbt, da die drei Erzählerinnen mit ihren Gedanken, Gefühlen und auch physischen wie psychischen Problemen sehr offen umgehen. Ob dies in dieser Ausführlichkeit in einem Reisebericht sein muss ist Geschmackssache. Ich hätte mir da mehr Schwerpunkte in Richtung Flora und Fauna gewünscht, immerhin wurden einige Nationalparks durchwandert. Aber außer der ziemlich überzogenen Fixierung auf die dort lebenden Bären gab es dazu leider keine Informationen. Die zwischenmenschlichen Begegnungen werden da schon wesentlich besser in den Focus gerückt und lassen ein wenig erahnen, wie ursprünglich die Menschen dort, besonders auf dem Land, noch leben. Mit all den damit verbundenen Vor- und Nachteilen.

Insgesamt ist das Buch eine nette, gut lesbare Lektüre, ohne große Höhen und Tiefen, die aber bergbegeisterten Menschen den Balkan zum Erwandern durchaus schmackhaft machen kann.

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