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Veröffentlicht am 04.10.2023

Ein romantischer Roman mit Humor und Herzenswärme

Sommerglanz am Liliensee
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Elisabeth Büchles dritter Roman, der in den 60er Jahren am Liliensee spielt, dreht sich diesmal hauptsächlich um Ellen Stein, die Tocher der Hotelbesitzer am See. Man trifft aber in diesem Band auch „alte ...

Elisabeth Büchles dritter Roman, der in den 60er Jahren am Liliensee spielt, dreht sich diesmal hauptsächlich um Ellen Stein, die Tocher der Hotelbesitzer am See. Man trifft aber in diesem Band auch „alte Bekannte“ aus den ersten beiden Liliensee-Romanen wieder, denn die Steins sind mit der Familie Vogel verwandt. Wer die anderen beiden Bücher gelesen hat, kennt auch Ellen bereits, denn die junge Frau mit ihrem einzigartigen Talent in der Holzbearbeitung wurde da bereits vorgestellt.
Harry Sonntag ist der neue Pfarrer von Vierbrücken, und anfangs sieht es so aus, als würde er gar nicht in diese Gemeinde passen. Er hat eine strenge Erziehung genossen und ist es von Jugend an gewohnt, sich immer korrekt gekleidet in der Öffentlichkeit zu zeigen. Seine erste Predigt wirkt intellektuell abgehoben und auf einige Gottesdienstbesucher wie das reinste Schlafmittel.
Aber da der neue Pfarrer attraktiv ist und gerne mal mit Gary Grant verglichen wird, tummelt sich der jüngere weibliche Teil der Gemeinde in den vorderen Kirchenbänken. Von den Müttern der jungen Frauen werden zahlreiche Einladungen zum Essen oder Sonntagskaffee ausgesprochen. Harry ist sich seiner Wirkung gar nicht bewusst, und er betrachtet die Gemeinde Vierbrücken auch eher als Sprungbrett, aber dann lernt er Ellen kennen, und in Gesprächen mit ihr muss er seine vorgefasste Meinung in einigen Teilen revidieren. Nach und nach lernt er seine Gemeinde besser kennen und verstehen und fügt sich in die Gewohnheiten ein und zeigt sich in Notfällen stets hilfsbereit. Immer öfter ertappt er sich dabei, dass seine Gedanken zu Ellen abschweifen, denn die junge Frau hat einige Restaurationsarbeiten in der Dorfkirche übernommen, und er ist nicht nur von ihren Fähigkeiten fasziniert...
Wenn es romantisch wird, fehlen dem normalerweise so redegewandten Pfarrer Harry Sonntag die Worte. Und wieder einmal hat Johann Vogel, der alte Förster und Ellens Großvater, seinen großen Einsatz, wenn es darum geht, der Liebe auf die Sprünge zu helfen. Dabei ist er anfangs so gar nicht überzeugt von der Verbindung, die sich hier anbahnt. Aber Gottes Wille und die Liebe gehen eigene Wege.
Dies ist ein richtig schöner und kurzweiliger Roman voller Humor und Herzenswärme. Zwar ist es von Vorteil, wenn man die Liliensee-Romane in chronologischer Reihenfolge liest, aber es ist nicht zwingend notwendig, denn jeder Roman kann auch für sich gelesen werden.
Das Leben am Liliensee ist sehr authentisch geschildert, und die lebendigen Landschaftsbeschreibungen tun ein Übriges, um den Roman zu einem schönen und auch vergnüglichen Leseerlebnis zu machen.

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Veröffentlicht am 29.09.2023

Spannend, bewegend und humorvoll, da ist alles drin

Raukland Trilogie
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Dies ist der erste Band einer historischen Fantasy-Saga um den Königssohn Ronan von Raukland. Durch einen unschönen Zwischenfall hat sich Ronan die geballte Wut seines Vaters zugezogen und wird hart bestraft. ...

Dies ist der erste Band einer historischen Fantasy-Saga um den Königssohn Ronan von Raukland. Durch einen unschönen Zwischenfall hat sich Ronan die geballte Wut seines Vaters zugezogen und wird hart bestraft. Er wird auf die Insel Lannoch verbannt und muss sich dort verschiedenen Aufgaben stellen, um die Insel zu erobern. Er ist ein junger Held, wie man ihn sich vorstellt: attraktiv, wendig, stark und kampferprobt. Auf der Insel hat er einen schweren Stand, denn die Bewohner stehen ihm feindselig gegenüber, und ausgerechnet hier muss er einen Freund finden. Der einzige junge Mann, der dafür in Frage kommt, weil er Ronan zu Dank verpflichtet ist, scheint Liam zu sein. Der hat jedoch in Ronans Augen einen großen Makel, denn er ist der Antiheld schlechthin. Liam ist ein Angsthase und sehr zögerlich in allem was er tut. Ronan ist schier am Verzweifeln, wenn er Liam im Schwertkampf unterrichten soll.

Doch mit der Zeit wird Ronan klar, dass er nicht alles durch Kampf, Mut, Kraft und Geschicklichkeit erreichen kann, und es gibt durchaus auch Fähigkeiten, die Liam beherrscht, so dass Ronan auch etwas von seinem Freund lernen kann. Wie die Geschichte sich entwickelt und ob die zwei ungleichen Freunde die Herausforderungen bestehen, die sich ihnen in den Weg stellen, das ist in diesem Roman sehr spannend und kurzweilig erzählt. Aber auch ein leiser Humor schwingt immer in der Geschichte mit. Nach und nach gewinnt Ronan das Vertrauen der Inselbevölkerung, und auch Eila, die Prinzessin von Lannoch schenkt ihm Beachtung, denn hinter der steinharten Kriegerfassade unseres jungen Helden verbirgt sich ein weicher Kern und ein gutes Herz.

Man erlebt beim Lesen eine Achterbahn der Gefühle. Zu Beginn der Geschichte empfindet man starkes Mitleid mit Ronan. Später, auf der Insel Lannoch, gibt es zwar auch noch kritische, gefährliche Situationen, aber zwischendurch musste ich öfter schmunzeln, beispielsweise wenn Ronan erkennt, dass sich nicht all seine Probleme mit dem Schwert lösen lassen.

Die Charaktere sind wunderbar plastisch gezeichnet, und im Lauf der Geschichte fühlt man sich richtiggehend heimisch auf der kleinen Insel. Sowohl Ronan als auch Liam sind vielschichtige, tolle Charaktere und immer wieder für eine Überraschung gut. Die Handlung mutet stellenweise märchenhaft an und hat interessante Wendungen zu bieten, und man möchte am liebsten immer so weiterlesen. Das ist ein Fantasyroman, der mir richtig gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 25.09.2023

Fesselnder Roman über Hintergründe und Darsteller eines großartigen Films

Gone with the Wind – Eine Liebe in Hollywood und der größte Film aller Zeiten
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Den Roman „Vom Winde verweht“ habe ich gelesen, da war ich sechzehn und habe ihn regelrecht verschlungen. Einige Jahre später konnte ich mir damals auch den Film ansehen und war sehr beeindruckt. Die Geschichte ...

Den Roman „Vom Winde verweht“ habe ich gelesen, da war ich sechzehn und habe ihn regelrecht verschlungen. Einige Jahre später konnte ich mir damals auch den Film ansehen und war sehr beeindruckt. Die Geschichte kann man durchaus als Klassiker bezeichnen. Über die Schauspieler wusste ich bis vor kurzem wenig, über die Entstehungsgeschichte des Films gar nichts. Das hat sich mit dem Buch von Charlotte Leonard geändert, denn sie hat die Hintergründe beleuchtet und die Geschichte des Films in ihren neuen Roman gepackt, und ich muss sagen es ist ihr wunderbar gelungen. So erfährt man sehr viel über Vivien Leigh, die Darstellerin der Scarlett O‘Hara, die als Engländerin hier eine Südstaatenschönheit verkörpert. Für die Schauspielerin hat sich mit dieser Rolle ein Traum erfüllt, der sich während der Dreharbeiten aber stellenweise als Albtraum entpuppte, denn der Produzent David O. Selznick ist launisch und oft unzufrieden, die Regisseure wechseln, und das Drehbuch wird ständig umgeschrieben. Trost und Halt findet Vivien während dieser schwierigen Zeit bei ihrem Geliebten Laurence Olivier. Mit Clarc Gable, der den Rett Butler und damit die männliche Hauptrolle spielt, steht Vivien teilweise auf Kriegsfuß, hält ihm jedoch zugute, dass er sich für die farbigen Schauspieler am Set einsetzt, die im Film Sklaven darstellen und dann, wegen der strengen Rassentrennung in den Südstaaten, an der Premiere in Atlanta nicht teilnehmen dürfen. Charlotte Leonard hat hier wirklich tolle Recherchearbeit geleistet, sie beschreibt die verschiedenen Charaktere sehr lebendig und schildert die Situationen, sowohl privat als auch am Set, farbig und detailliert. Die zwischenmenschlichen Probleme während der gesamten Dreharbeiten kommen hier gut heraus, und man kann sich sowohl in die Akteure als auch in den Produzenten gut einfühlen, denn für jeden Beteiligten hing eine Menge vom Erfolg dieses Films ab. Faszinierend fand ich auch diverse Schilderungen zu den einzelnen Drehs, zum Beispiel Scarletts Flucht aus dem brennenden Atlanta und wie solch dramatische Szenen bildgewaltig umgesetzt wurden. Während ich dieses Buch las, habe ich große Lust bekommen, den Roman einmal wieder zu lesen und auch den Film erneut anzusehen. Charlotte Leonards Roman hebt sich durch seine Thematik ab und war für mich eine tolle Abwechslung, kurzweilig erzählt und sehr informativ. Man fühlt sich direkt in die damalige Zeit versetzt, und alles ist so gut geschildert, dass man das Gefühl hat, man wäre selbst dabei gewesen.

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Veröffentlicht am 15.09.2023

Fesselnder dritter Teil der großen Mallorca-Saga

Zeiten des Umbruchs
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Dies ist der dritte Teil der Mallorca-Saga um die Familie Delgado, und ich empfehle, unbedingt die anderen beiden Bände vorher zu lesen, denn es gibt auch noch einen vierten Band, und die Zusammenhänge ...

Dies ist der dritte Teil der Mallorca-Saga um die Familie Delgado, und ich empfehle, unbedingt die anderen beiden Bände vorher zu lesen, denn es gibt auch noch einen vierten Band, und die Zusammenhänge werden am besten deutlich, wenn man alle vier Bände in der chronologischen Reihenfolge liest.

Die Handlung in diesem Band beginnt 1945 und geht bis in die 50er Jahre hinein. Die Kinder der Delgado-Geschwister Antonia, Carla und Leo sind inzwischen erwachsen, gründen selbst Familie und gehen eigene Wege. So zieht es Antonias Kinder Isabel und David nach Kalifornien, während Valentina mit ihrem Mann in Chicago lebt, und Rodrigo hat sich der Rennfahrerei verschrieben. Einige harte Schicksalsschläge führen letztendlich dazu, dass Antonia in ihre Heimat zurückkehrt, denn sie hat den Wunsch, ihre Geschwister Carla und Leo, die nach wie vor auf Mallorca leben, wieder zu sehen und Frieden zu schließen. Zwischen Carla und Leo besteht ein jahrelanger Zwist. Beide sind inzwischen wieder in den Weinbau eingestiegen, aber Leo macht seiner Schwester das Leben schwer. Seine Frau Alba fühlt sich nicht mehr glücklich in ihrer Ehe, denn Leo war nicht ehrlich zu ihr und ist letztendlich nur mit seinem Weinfeld verheiratet. Auch hier auf Mallorca, das landschaftlich so wunderschön beschrieben wird, dass man direkt Fernweh bekommt, bleiben die Schicksalsschläge nicht aus, und es ist spannend, zu verfolgen, ob die Geschwister irgendwann wieder zusammenfinden und Frieden schließen werden. Es geschieht ungeheuer viel in diesem Buch, und man eilt direkt ein wenig atemlos durch die Seiten. Dieser Effekt wird durch den Schreibstil mit kurzen, prägnanten Sätzen zum Teil noch verstärkt.

Die Geschichte der Familie hat mich auch im dritten Teil wieder sehr gefesselt, wobei mir zum Teil die Emotionen etwas gefehlt haben. Manchmal gingen mir die Protagonisten nach einem einschneidenden Erlebnis fast zu schnell wieder zur Tagesordnung über. Allerdings gibt es auch größere Zeitsprünge in der Geschichte, manche eben gerade nach einer tragischen Episode, so dass ich ab und zu erst einmal meine Gedanken neu ordnen musste, um wieder in die Handlung hinein zu kommen.

Kurzweil und Spannung gibt es reichlich im Buch, und auch an Intrigen und Geheimnissen hat die Geschichte einiges zu bieten. Nun bin ich sehr gespannt, wie es im vierten und letzten Band weitergeht.

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Veröffentlicht am 14.09.2023

Über die gesunde Haferküche

Das große Haferkorn-Kochbuch
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Dass Hafer gesund ist, weiß ich schon lange und baue dieses Getreide schon seit vielen Jahren bevorzugt in meine Ernährung ein. Meist habe ich es in Form von Haferflocken, Haferkleie und auch Hafermilch ...

Dass Hafer gesund ist, weiß ich schon lange und baue dieses Getreide schon seit vielen Jahren bevorzugt in meine Ernährung ein. Meist habe ich es in Form von Haferflocken, Haferkleie und auch Hafermilch verwendet. Mittlerweile bekommt man ja auch Hafer-Cuisine als vegane Variante für Kochsahne, und auch die nutze ich seit Jahren sehr gerne. Die Verwendung von ganzen Haferkörnern ist mir eigentlich nicht neu, denn früher habe ich meine Haferflocken selbst gemacht und nun die alte Flockenquetsche wieder herausgekramt.
Zuerst habe ich mich jedoch ausführlich mit der Theorie beschäftigt, und die nimmt einen wichtigen Teil des Buches ein. Man erfährt sehr viel über den gesundheitlichen Nutzen des Hafers und erhält sogar die Anleitung für ganze Hafertage, die sich besonders bei Diabetes bewährt haben. Aber es sind auch allgemeine Erklärungen zu verschiedenen Getreidearten, ihren enthaltenen Nährstoffen und ihrer Zubereitung im Buch enthalten, denn auch Gerste, Dinkel und Hirse haben einiges an gesundheitlichem Nutzen zu bieten. Schön ist, dass man über QR-Codes immer wieder zu weiterführenden und noch detaillierteren Informationen geleitet wird.
Zum Ausprobieren der Rezepte sind nun wieder ganze Haferkörner in meiner Küche eingezogen. Ich muss gestehen, dass ich mich bisher erst einmal an die süßen Gerichte gewagt habe, denn die vorgegarten Haferkörner sind bestens zum Backen geeignet, und so habe ich Cookies und ein Apfel-Hafer-Nuss-Crumble ausprobiert und beides für sehr gut befunden. Auch ein Rezept für Hirsebrei ist im Buch enthalten, eines der wenigen Rezepte, für die keine Haferkörner verwendet werden, sondern Haferdrink zum Einsatz kommt. Im Rezept wird der Hirsebrei mit heißen Kirschen serviert, ich koche ihn gerne zum Frühstück und kombiniere ihn dann mit diversen Obstsorten, die gerade Saison haben.
Auch bei den herzhaften Gerichten sind interessante Rezepte dabei, die ich demnächst ausprobieren werde. So finde ich beispielsweise die Haferkorn-Semmelknödel eine tolle Idee, und auch die Haferkorn-Bolognese und den Rosenkohl-Haferkorn-Auflauf möchte ich gerne testen.
Man findet nicht nur vegane oder vegetarische Rezepte im Buch, wenn diese auch überwiegen, aber es ist doch das eine oder andere Fischgericht dabei (Möhren-Erbsen-Hafer mit Lachs, Haferkornbowl mit Lachs), und auch ein oder zwei Fleischgerichte findet man im Buch. Die Haferkorn-Köttbullar werde ich wohl mal mit Sojahack oder Seitan ausprobieren. Auch mein geliebter Porridge und das Müsli kommen nicht zu kurz, eben hier nur mit ganzen Haferkörnern zubereitet. Lecker klingen auch die Rezepte für Haferkorn-Granola, denn so ein knuspriges Topping finde ich auf Porridge oder auch auf Joghurt unschlagbar. Das Buch hat auf jeden Fall einiges zu bieten. Was ich bisher noch nicht kannte und leider auch noch nirgends gesehen habe, ist „Hafer-Reis“. Danach werde ich wohl mal Ausschau halten, denn eine Alternative für Reis als Beilage ist recht sinnvoll, schon wegen der Arsenbelastung verschiedener Reissorten.
Das Buch hat mir viele wertvolle Informationen geliefert, welchen gesundheitlichen Nutzen mir der Hafer bieten kann. Nicht nur die dort gezeigten Rezepte sind vielfältig, sondern man hat einen guten Ratgeber an der Hand. Ich werde nun auf jeden Fall meine Flockenquetsche wieder regelmäßig nutzen, und somit hat dieses Buch für mich schon Positives bewirkt.

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