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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.08.2018

witzige Dialoge, sarkastischer Humor, und Aussage

Klugscheißer Royale
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Lange war es her, dass ich einen vergleichbaren Roman gelesen habe. Tommy Jauds "Vollidiot" und "Resturlaub" habe ich vor ewigen Zeiten gelesen und diese haben mich auch wunderbar unterhalten, mit der ...

Lange war es her, dass ich einen vergleichbaren Roman gelesen habe. Tommy Jauds "Vollidiot" und "Resturlaub" habe ich vor ewigen Zeiten gelesen und diese haben mich auch wunderbar unterhalten, mit der Zeit hat sich aber der Fokus der Bücher, die ich lese etwas verändert. Daher war ich skeptisch, ob Thorsten Steffens mich mit "Klugscheißer Royale" ebenfalls überzeugen kann.

Der Einstieg fiel mir leicht, da der Schreibstil wirklich locker, einfach und humorvoll ist. Die Dialoge sind lebendig und die Geschichte nimmt gleich zu Beginn Fahrt auf. Ich lese gerne mal (humorvolle) Bücher, die aus der Sichtweise eines Mannes geschrieben sind, fragt mich nicht wieso, aber irgendwie mag ich den Blickwinkel und des Schreibstil ohne viel Schnick-Schnack. Hier gefällt mir auch der Protagonist Timo richtig gut. Ich mag die direkte Art und den Sarkasmus sehr. Die Nebencharaktere sind teilweise ebenfalls richtig wunderbar und lockern die Geschichte noch weiter auf.

In manchen Szenen meine ich auch, dass es, trotz Überarbeitungen noch etwas durchscheint, dass der Roman bereits vor 9 Jahren verfasst wurde. Die Popkultur nimmt mich Stellenweise mit auf eine Zeitreise, was ich persönlich sogar als positiv empfunden habe.

Auch der Plot und die Entwicklung der Hauptfigur hat mir gut gefallen, denn neben dem ganzen Witz, bleibt auch die Handlung nicht auf der Strecke. Timo macht eine unwahrscheinliche Wandlung durch und lernt, dass die direkte Art vielleicht nicht in jeder Situation von Vorteil ist. Privat sowie beruflich lernt Timo sich selbst besser kennen und schafft es, trotz so einiger Hürden, einen Weg aus dem ganzen Schlamassel zu finden. Er erkennt auch, dass der einfache Weg, vielleicht nicht immer die beste Wahl ist.

Thorsten Steffens kurzweiliger Debütroman "Klugscheißer Royale" hat mich mit seinem lockeren Schreibstil, dem wunderbar sarkastischen Humor und seiner Aussage überzeugt.

Veröffentlicht am 22.08.2018

Geschichte zum Thema Trauer und Trauerbewältigung, anders als erwartet.

Das Ende ist erst der Anfang
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Der Klappentext des Buches hat mich sehr neugierig gemacht. Das Thema Wiedererweckung und der Zwiespalt, in dem sich die Protagonistin befindet, sowie die Umsetzung der Autorin mit dem Thema der Moral ...

Der Klappentext des Buches hat mich sehr neugierig gemacht. Das Thema Wiedererweckung und der Zwiespalt, in dem sich die Protagonistin befindet, sowie die Umsetzung der Autorin mit dem Thema der Moral und Ethik in diesem Buch haben mich sehr gereizt.

Die Wiedererweckungsmöglichkeit im Alter von 18 Jahren ist das einzige futuristische Merkmal dieses Jugendromans, also wer Science-Fiction erwartet, sollte eher zu anderen Werken greifen. In diesem Buch geht es eher um die Moral und Ethik der Wiedererweckung, bzw. das persönliche Dilemma, in dem sich Lake befindet. Durch den Unfall und plötzlichen Tod ihrer besten Freundin Penny und ihres Freundes Will steht sie nämlich kurz vor ihrem 18. Geburtstag vor der Entscheidung, wen von beiden sie Auferwecken soll. Auch für ihren Bruder Matt, der eigentlich von ihrer Wiedererweckungsmöglichkeit profitieren sollte, ändert sich nun alles.

Wir lernen Lake hier sehr gut kennen und die Zerrissenheit und Traurigkeit wird sehr gut rübergebracht. Der Fokus liegt hier auf der Trauerbewältigung und Entscheidungsfindung von Lake. Die Nebencharaktere nehmen zwar keine Unwichtige Rolle ein, aber schweben doch irgendwie nur so an der Oberfläche. Gerade über Ringo und seine Gefühlswelt hätte ich gerne mehr erfahren. Lakes Verhalten Ringo gegenüber finde ich manchmal doch recht fragwürdig und egoistisch.

Leider sind mir die Geschichte und die Protagonisten nicht so richtig ans Herz gewachsen und haben mich nicht so sehr berührt, wie es bei dieser Handlung vielleicht möglich gewesen wäre. Lakes Entscheidungsfindung und die damit verbundenen Gefühle werden zwar sehr ausführlich beschrieben, aber andererseits empfinde ich es doch als sehr oberflächlich. Der Twist gegen Ende des Buches hat mich überrascht und wieder etwas mehr für das Buch begeistert. Chandler Baker packt das Thema Wiedererweckung und die damit verbundene Moral/Ethik, zwar als Hauptthema in diesem Buch an, aber lediglich Ringo scheint dieses System zu hinterfragen, was ich etwas schade und zu nebensächlich fand.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut zu lesen, so dass ich mich beim Lesen nie durch Abschnitte gequält habe und ich trotzdem es mich nicht so sehr gepackt hat, sehr gut durchgekommen bin.

Das Buch hat mich gut unterhalten, aber leider nicht so sehr bewegt, wie ich es erwartet habe. Die Protagonisten konnten mich leider nicht so sehr begeistern. Wer eine Geschichte zum Thema Trauer und Trauerbewältigung sucht, mit einer hintergründig philosophischen Handlung, der kann hier schon zugreifen.

Veröffentlicht am 20.08.2018

Hält was es verspricht.

Tasty
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Fast jeder hat schon mal ein Video mit der einfachen Umsetzung besonderer und leckerer Rezepte von "Tasty" gesehen. Auch ich habe schon so einige Rezepte gesehen, aber noch nie nachgekocht. Als ich gesehen ...

Fast jeder hat schon mal ein Video mit der einfachen Umsetzung besonderer und leckerer Rezepte von "Tasty" gesehen. Auch ich habe schon so einige Rezepte gesehen, aber noch nie nachgekocht. Als ich gesehen habe, dass jetzt ein Kochbuch zu den beliebtesten Rezepten erschienen ist, musste ich mir dies doch mal genauer anschauen.

Der Aufbau des Buches ist in folgende Rezept-Kategorien unterteilt:

• Party

• Landküche

• Süßes

• Klassiker

• Vegetarisch

• Die Besten

• Aus aller Welt

• Trendiges

• Bälle & Ringe

Zu Beginn startet das Buch mit einer kurzen Einführung, die das Prinzip von Tasty kurz erläutert und einige Tipps bei der Umsetzung der Rezepte beinhaltet.
Die Einleitung ist jedoch für ein Kochbuch angemessen kurz.

Die Rezeptkategorien, wie auch die Rezepte selbst sind teilweise außergewöhnlich und einfallsreich. Gepaart mit einigen traditionellen Rezepten ist dies eine gelungene Mischung. In den Kategorien tummeln sich, was ich auch recht ungewöhnlich fand süße mit herzhaften Rezepten, richtig gestört hat es mich nicht, aber wenn man etwas bestimmtes Kochen oder Backen möchte, sucht man doch dann etwas länger. Dies macht aber das sehr ausführliche Register am Ende des Buches wieder wett. Da findet man schnell was man sucht.

Die Rezepte beinhalten meist wenige und nur selten außergewöhnliche Zutaten, so dass alles im Vorrat oder leicht zu besorgen ist. Das finde ich für den Alltag immer sehr angenehm. Auch die Zubereitung ist meist einfach nachzuarbeiten und man muss kein Profi sein um die Gerichte zaubern zu können.

Etwas gestört hat mich persönlich, dass einige Zutaten oder Rezepte doch sehr ungesund sind und Nährwertangaben zu den Gerichten gänzlich fehlen. Auch auf Fertigprodukte wird in einigen Rezepten zurückgegriffen.

Zum Konzept von Tasty passt es irgendwie aber schon, da die Rezepte mit ihrer Einfachheit überzeugen und leicht zuzubereiten sind.

Die Bilder sind wirklich sehr ansprechend und laden zum Nachkochen/-backen ein. Leider ist nicht von jedem Rezept ein Foto des Gerichts vorhanden.

Das von mir nachgekochte Rezept "Ratatouille" war leicht zuzubereiten, beinhaltete frische Zutaten und hat hervorragend geschmeckt. Demnächst möchte ich unbedingt auch die Riesen-Zimtschnecke ausprobieren. Quasi eine Zimtschnecke in Größe eines Kuchens. Herrlich.

Wer ein vielseitiges, außergewöhnliches und peppiges Kochbuch, mit einfach und schnell zuzubereitenden Rezepten sucht und nicht gerade zu pingelig auf die Kalorien achtet, der wird von diesem Buch begeistert sein.

Veröffentlicht am 15.08.2018

Nicht ganz leichte Lektüre mit wundervollen Charakteren und einer tollen Geschichte.

Eine andere Vorstellung vom Glück
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Das Cover, der Titel und der Klappentext haben mich neugierig auf dieses Buch gemacht. Da ich zuvor eher leichte Kost und Jugendbücher gelesen habe, wo der Schreibstil wirklich locker flockig zu lesen ...

Das Cover, der Titel und der Klappentext haben mich neugierig auf dieses Buch gemacht. Da ich zuvor eher leichte Kost und Jugendbücher gelesen habe, wo der Schreibstil wirklich locker flockig zu lesen war, musste ich mich hier wieder etwas umstellen.

Der Schreibstil war angenehm, aber etwas schwerfällig, so dass ich etwas länger für dieses Buch gebraucht habe, als gewöhnlich.
Die Story und die Ereignisse reißen einen jedoch so mit, dass man unbedingt weiter lesen muss.

Die Charaktere sind wirklich etwas ganz besonderes und ihre Geschichte ist sehr faszinierend und bewegend.
Agatha und Milly nehmen uns mit auf einen ganz besonderen Road Trip. Man erfährt mehr über Agatha und deren Geschichte, die auch viel von den Aufständen und Protesten der Friedensbewegung und Demonstrationen in den USA der 70er Jahre erzählt.
Milly wird aus ihrem durchstrukturierten Alltag herausgerissen und blüht neben Agatha total auf.
Irgendwann kommt man auch dahinter, dass Agatha nicht zufällig in Millys Auto gestiegen ist.

Inhaltlich reißt der Autor viele Themen an: Ausbruch aus dem Alltag und die Suche nach dem Glück, bzw. was ist eigentlich Glück? Die Zeitreise in die 70er Jahre lässt einen auch die heutige politische Situation hinterfragen und gibt dem Leser einen Einblick in diese Zeit.
Freundschaft und Loyalität sowie Liebe sind ebenfalls ein Thema.

Dieser Roman kann einem wirklich vieles geben. Das Ende war wirklich wunderbar und tröstet einen darüber hinweg, dass es sich stellenweise doch etwas zieht.

Veröffentlicht am 02.08.2018

Genialer Abschluss einer genialen Reihe.

Wie die Erde um die Sonne
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Vor dem Lesen dieses Buches kannte bereits zwei Bücher dieser Reihe und einen Einzelband der Autorin. Die Bände der Reihe haben keinerlei Verbindung zueinander und können unabhängig voneinander gelesen ...

Vor dem Lesen dieses Buches kannte bereits zwei Bücher dieser Reihe und einen Einzelband der Autorin. Die Bände der Reihe haben keinerlei Verbindung zueinander und können unabhängig voneinander gelesen werden..
Alle Bücher, der Autorin sind mit so viel Herz und Emotionen gefüllt, wie ich es bisher kaum erlebt habe.
Die Themen und Charaktere sind sehr unterschiedlich und auch wenn es sich um das Genre New Adult handelt, wirken sie doch schon sehr erwachsen.

Der Schreibstil gefiel mir wieder sehr. Er ist so flüssig und man fliegt, wie bei den anderen Büchern, förmlich durch die Seiten. Auch bin ich begeistert davon, wie gut die Autorin die Emotionen rüberbringt. Mein Herz schmerzt jedes mal mit und ich kann mich so gut in die Charaktere einfühlen, das ist einfach unglaublich. Trotz der Leichtigkeit ist es nicht ohne kleine literarische Höhepunkte und schöne Zitate.

Lucy ist wirklich wunderbar, ich bewundere ihre Besonnenheit und wie gelassen sie mit Graham umgeht, trotz seiner abweisenden und kühlen Art.
Lucy versucht aber unter der rauhen und unfreundlichen Schale den weichen Kern zu finden. Eine ganz schöne Herausforderung, bei dem Schutzschild, welches er um sich aufgebaut hat.
Graham schleicht sich jedoch im Verlauf des Buches immer mehr in mein Herz. Er taut langsam auf und man erkennt den sanften Kern hinter der Schutzmauer.
Auch, dass man über seine Vergangenheit nach und nach mehr erfährt, gefällt mir gut.

Auch die Nebencharaktere nehmen eine wichtige Rolle ein und bringen den Leser öfter mal in Rage oder versetzen einen in tiefste Trauer.
Als sich bewahrheitete, was viele Leser der Leserunde schon vermuteten, dachte ich, diese Wendung wäre mir zu heftig und würde mir den Spaß am Buch verderben. Irgendwie schafft es die Autorin aber trotzdem es nicht zu sehr hervorzuheben und andere Dinge in den Vordergrund zu stellen, so dass man selbst darüber hinwegsehen kann. Wirklich gut gemacht.

Der Aufbau des Buches ist wirklich sehr gelungen. Die Zeitspanne, in der sich Lucy und Graham kennenlernen und annähern ist wirklich sehr realistisch. Zwischendurch gibt es immer wieder Wendungen und Ereignisse, mit denen ich als Leser nicht gerechnet habe. Teilweise ist aber auch vorhersehbar, was ich bei einem solchen Buch aber auch okay finde.
Was für ein emotionales Buch. Das Ende hatte es für mich mal wieder so sehr in sich, dass ich fast nur noch geweint habe.
Ich weiß nicht wie diese Autorin das macht, aber ich kenne nicht viele Bücher, die mich so zum Weinen bringen, wie ihre.
Mein Lieblingsband der Reihe ist bisher: "Wie die Stille unter Wasser".
Dieses Buch kann aber auch sehr gut mithalten und erhält hier auch die volle Punktzahl, da ich nicht wüsste, warum ich einen Punkt abziehen sollte.

  • Cover
  • Gefühl
  • Figuren
  • Handlung
  • Erzählstil