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Veröffentlicht am 25.11.2018

Mobbing bis in den Tod

Marion, für immer 13
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Das schlimmste was einer Mutter passieren kann, ist geschehen. Im Alter von nur 13 Jahren begeht Marion Suizid. Als ihre Mutter sie findet, ist bereits alles zu spät. Wie konnte das passieren? Warum möchte ...

Das schlimmste was einer Mutter passieren kann, ist geschehen. Im Alter von nur 13 Jahren begeht Marion Suizid. Als ihre Mutter sie findet, ist bereits alles zu spät. Wie konnte das passieren? Warum möchte ein so junger Mensch nicht mehr leben? Warum hat sie sich niemandem anvertraut?
Diese Fragen stellt sich auch die Autorin - die Geschichte ist nämlich tatsächlich so passiert. Sie möchte nicht nur herausfinden was Marion so weit getrieben hat, sondern die Schuldigen auch noch zur Rechenschaft ziehen.

Ich finde es sehr berührend, wie die Mutter das Erlebte schildert. Sie schreibt eine Art Brief an ihre tote Tochter. Sie rollt das Ganze von hinten auf. Wie sie Marion aufgefunden hat und wie fassungslos und unverständlich der Selbstmord für die Familie war.
Ich kann nicht nur ihren Schmerz verstehen, sondern auch, warum sie nachforscht. Ich würde auch die Gründe wissen wollen.

Ich finde die Geschichte von der Thematik her entsetzlich, muss aber sagen, dass man merkt, dass die Mutter keine Autorin ist. Es ging sowohl spannend, als auch sehr interessant los. Das lässt aber bald nach. Ich finde es es gibt zu viele Wiederholungen. Deshalb hat trotz der entsetzlichen Geschichte meine Aufmerksamkeit das eine oder andere Mal nachgelassen.

Alles in allem hat mich das Buch sehr betroffen gemacht und lässt mich einfach nicht mehr los. Man macht sich als Mutter ständig Gedanken, wie man sich selbst am besten verhalten sollte, wenn es ums Thema Mobbing und dem Umgang mit Social Media geht.
Für mich hat sich das Ganze leider trotzdem ziemlich in die Länge gezogen, obwohl das Buch nicht viele Seiten fasst.

Mir fällt es aber immer schwer bei Geschichten, die um solche furchtbaren Themen kreisen Kritik zu üben. Man ist als Leser eben doch sehr betroffen. Man sollte das Buch auf jeden Fall gelesen haben. Schon alleine, weil es so wichtig ist, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Es ist so leicht geworden Menschen - vielleicht auch oft unbeabsichtigt - öffentlich zu verletzen. Die Hemmschwelle ist online einfach viel niedriger, als seine Meinung von Angesicht zu Angesicht kundzutun.

Veröffentlicht am 29.07.2018

Geschichte mit Suchtpotenzial

King of New York
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Harper ist eine junge Frau, die ohne Vater aufgewachsen ist und sich an der Wall Street durchkämpfen möchte. Dort arbeitet sie für Max, was eigentlich ein Traumjob für sie sein sollte. Leider entpuppt ...

Harper ist eine junge Frau, die ohne Vater aufgewachsen ist und sich an der Wall Street durchkämpfen möchte. Dort arbeitet sie für Max, was eigentlich ein Traumjob für sie sein sollte. Leider entpuppt er sich als völliges Arschloch, der sie eiskalt behandelt.
Was sie nicht weiß ist, dass er auch ganz anders kann. Denn im Privatleben spielt seine 14-jährige Tochter die Hauptrolle.
Schafft es Harper sich vor Max zu behaupten, obwohl er ein eiskalt und unwiderstehlich zugleich zu sein scheint?

Das Buch hat mich sofort angesprochen, weil die Protagonisten etwas älter sind. Außerdem fand ich die Grundthematik erwachsener als sonst, weil wir hier von einem alleinerziehenden Vater lesen dürfen. Mir hat schon die Leseprobe zu dem Buch sehr gefallen. Wir lesen immer im Wechsel zwischen Harper und Max. Und schon allein der locker leichte Schreibstil lässt einen durch die Seiten fliegen. Ich war sofort gefesselt und am liebsten hätte ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen.

Max macht einen richtigen Spagat zwischen Beruf und Privatleben und kann das richtig gut trennen. Ich konnte das Verhalten der Protagonisten nachvollziehen. Sowohl Harper, als auch Max habe ich als starke Charakter wahrgenommen, wenn auch etwas stur. Die sexy Szenen waren zum Glück auch nicht zu übertrieben. Die Balance zwischen Handlung und sexy Szenen war für mich in Ordnung.

Ein paar Kritikpunkte gab es dann doch. In diesem Buch treffen schon arg viele Zufälle aufeinander. Oder ist die Welt an der Wall Street einfach eine sehr kleine? Alle begegnen sich ganz zufällig sowohl im Job, als auch im Privatleben und wohnen sogar im gleichen Haus. Das macht das ganze schon etwas unrealistisch.

Alles in allem hatte die Geschichte Suchtpotenzial und ich konnte mich in dem Buch verlieren. Ich werde die Reihe definitiv weiterverfolgen.

Veröffentlicht am 12.02.2019

für Liebhaber spannender Thriller

Deine letzte Lüge
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Anna sollte eigentlich der glücklichste Mensch der Welt sein. Sie ist gerade erst Mutter bekommen und hat eine intakte Beziehung. Leider ist dem nicht so, denn sie hätte gerne ihre Eltern an ihrer Seite, ...

Anna sollte eigentlich der glücklichste Mensch der Welt sein. Sie ist gerade erst Mutter bekommen und hat eine intakte Beziehung. Leider ist dem nicht so, denn sie hätte gerne ihre Eltern an ihrer Seite, um ebend dieses Glück zu teilen. Erst nimmt sich ihr Vater das Leben und als wäre das nicht schlimm genug, folgt ihm Annas Mutter nur sieben Monate später in den Tod. Für sie bricht natürlich eine Welt zusammen und sie kann einfach nicht glauben, dass ihre Eltern ihr das angetan haben.
Am Jahrestag des Todes ihrer Mutter, wird ihre Vermutung bestätigt. "Selbstmord - von wegen..." heißt es auf der Karte, die sie bekommen hat...

Ich wollte das Buch gerne aufgrund einer lieben Empfehlung gerne lesen. Die Geschichte ist nämlich bereits vor längerem als Hardcover erschienen - dort gefällt mir allerdings das Cover etwas besser, aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache.

Anna ist sofort sympathisch. Sehr einfühlsam wird die Situation mit ihrem Baby beschrieben. Ich bin selbst junge Mutter und konnte ihre Gedanken super gut nachvollziehen. Sie ist fassungslos über den Tod ihrer Eltern und ich war absolut bei ihr.
Der Thriller wurde in verschiedenen Handlungssträngen erzählt. Anfangs hat mich eine bestimmte Sicht etwas gestört, weil ich mich gespoilert gefühlt habe. Das hat sich allerdings relativ schnell wieder gegeben.
Jeder Charakter in dem Buch ist stark gezeichnet und hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Natürlich sind die meisten Personen zunächst undurchsichtig, wo man noch nicht so recht weiß, was man von ihnen zu halten hat. Außerdem gibt es richtig gute Twists im Verlauf, sodass es nie langweilig wird und immer neue Fragen und Erkenntnisse aufgeworfen werden.

Außerdem war sofort wahnsinnig neugierig, was denn nun wirklich passiert ist und wie die Geschichte aufgeklärt wird. Ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Ich war von der ersten Seite an in der Geschichte gefangen. Ich habe mitgelitten, getrauert, mitgefiebert und war wütend. Richtig toller Thriller mit klasse Wendungen, die mich wirklich überrascht haben. Seit langem mal wieder ein Fünf-Sterne-Buch für mich. Absolute Leseempfehlung an Liebhaber der Spannung, die nicht so gerne blutige Geschichten lesen möchten.