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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.07.2018

leichte Urlaubslektüre

Das kleine französische Landhaus
1

Als Schauplatz der romantischen Verwirrungen ihres Romans hat Helen Pollard ein als kleines Hotel betriebenes französisches Landhaus ausgewählt. Durch die Schilderung dieses Urlaubsortes bringt der Roman ...

Als Schauplatz der romantischen Verwirrungen ihres Romans hat Helen Pollard ein als kleines Hotel betriebenes französisches Landhaus ausgewählt. Durch die Schilderung dieses Urlaubsortes bringt der Roman viel Leichtigkeit herüber. Leider bleibt die Entwicklung der Story dagegen etwas flach und zu vorhersehbar.

Emmy fährt mit ihrem Freund nach Frankreich, um ihre Beziehung zu kitten und dieser hat nichts besseres zu tun als mit der Ehefrau des Hotelbesitzers durchzubrennen. Emmy fühlt sich nun verpflichtet für diesen zu arbeiten und stürzt sich kopfüber in die Romanze mit dem jüngeren, aber knackigen Gärtner.

Die einzelnen Figuren, vor allem die weibliche Protagonistin Emmy, wirken schwach und manipulierbar, und es mag keine rechte Identifikation mit ihnen aufkommen. Wie sich jemand so ausnutzen lassen kann wie Emmy ist mir ein Rätsel und auch an vielen Stellen unglaubwürdig.

Das ist ein Buch für den Urlaub am Strand, wenn man gleichzeitig auf die Kinder aufpassen muss und sich nicht besonders konzentrieren kann, ein netter Zeitvertreib, aber insgesamt zu seicht und zu nichtssagend.

Ich vergebe 2 Sterne.

Veröffentlicht am 23.06.2018

Ermittlerin im Jugendstil

Mord nach Strich und Faden
1

Der historisch angehauchte Krimi "Mord nach Strich und Faden" von Frances Brody ist der erste Teil einer bisher nur auf Englisch erschienenen Serie.

Das Cover ist verspielt und altmodisch und macht schon ...

Der historisch angehauchte Krimi "Mord nach Strich und Faden" von Frances Brody ist der erste Teil einer bisher nur auf Englisch erschienenen Serie.

Das Cover ist verspielt und altmodisch und macht schon deutlich, für welche Leser die Reihe gedacht ist. Wer auf blutige und haarsträubende Thriller steht, wird hier sicher enttäuscht sein.
Es geht um kleinschrittige und langwierige Ermittlungsarbeit, bei der die junge Witwe Kate Shackleton von einem ehemaligen Polizisten namens Sykes unterstützt wird. In diesem ersten Band bleibt die Art der Zusammenarbeit noch undefiniert, es bildet sich kein Team der Art Sherlock Holmes und Dr. Watson. Immer wieder durchbrechen Rückblenden das aktuelle Geschehen. Leider werden die Zeitsprünge nicht immer klar definiert, so dass man als Leser manchmal verwirrt ist. Die Autorin verlangt vom Leser viel Aufmerksamkeit, auch kleine Details müssen behalten werden, um der Aufklärung des Falles folgen zu können.

Gut gefallen hat mir die Idee, jedem Kapitel eine Überschrift zu geben, die auf den sozialen Hintergrund der gesuchten Person hinweist: sämtliche gewählte Begriffe stammen aus der Textilproduktion und werden kurz erläutert. Oft zeigen sie schon den Verlauf des Kapitels auf.

Kate Shackleton wird von einer jungen Frau, die sie im 1. Weltkrieg bei ihrem Dienst als Sanitäterin kennengelernt hat, gebeten, ihren seit mehreren Jahren vermissten Vater zu suchen. Die Umstände seines Verschwindens deuten zunächst auf einen Selbstmord, doch die Mauern des Schweigens, auf die Kate bei ihren Nachforschungen stößt, weisen in eine andere Richtung. Viele machen sich verdächtig und bis zum Ende gehen die Ermittlungen auch mehrmals in die falsche Richtung....

Eine leichte und angenehme Lektüre für zwischendurch, der ich 3 Sterne vergebe.

Veröffentlicht am 26.04.2019

Einfühlsam und authentisch

Mein Leben als Sonntagskind
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Die niederländische Autorin Judith Vissler schildert in ihrem autobiografischen Roman Kindheit und Jugend eines autistischen Mädchens. Die kleine Jasmijn wächst in einfachen Verhältnissen auf, ...

Die niederländische Autorin Judith Vissler schildert in ihrem autobiografischen Roman Kindheit und Jugend eines autistischen Mädchens. Die kleine Jasmijn wächst in einfachen Verhältnissen auf, die Eltern begegnen ihr mit viel Verständnis, aber es kommt keiner auf die Idee, dass ihre Schwierigkeiten im sozialen Bereich untersucht werden müssten.
Schon in der Vorschule findet sie sich nur schwer zurecht. Alles ist zu laut, zu unkontrolliert und zu unordentlich. Der Kontakt zu den unbekannten erwachsenen Lehrern fällt ihr sehr schwer. In der Schule nehmen ihre Probleme eher zu. Größere Menschenmengen führen zu Migräneanfällen, Kindergeburtstag kann sie gar nicht ertragen. Je älter sie wird, um so mehr lernt sie mit ihren Eigenarten umzugehen, aber sie bleibt doch eine Außenseiterin.

Sehr einfühlsam schildert die Autorin diese Zeit, in der dem Mädchen das Anderssein bewusst ist, die Ursache aber unklar bleibt. Oft dürfen die Leser direkt "in den Kopf" des Mädchens schauen, seine Gedanken und Wünsche nachempfinden.

Immer tiefer taucht man in diese Gefühlswelt ab, so dass man Ende wirklich verstehen kann, wie sich Jasmijn fühlt. Fünf Sterne für dieses authentische Buch!

Veröffentlicht am 15.04.2019

Romantische Urlaubslektüre

Die Bücherinsel
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Sandra ist vor ihrem bisherigen Leben auf eine Insel geflohen. Das Schaustellerleben ihrer Eltern wurde ihr zuviel und vor allem kann sie hier als einfache Putzfrau ihren Analphabetismus verbergen. Doch ...

Sandra ist vor ihrem bisherigen Leben auf eine Insel geflohen. Das Schaustellerleben ihrer Eltern wurde ihr zuviel und vor allem kann sie hier als einfache Putzfrau ihren Analphabetismus verbergen. Doch dann gerät sie in einen Lesekreis und verliebt sich ausgerechnet in Björn, der die Grundschule der Insel leitet.
Das Buch bringt einen hervorragend in Urlaubsstimmung, aus der Geschichte zwischen Sandra und Björn und ihrem großen Problem hätte man aber mehr machen können. Der Schreibstil ist recht einfach - wobei sich bei der immer wieder zitierten Geschichte von den "Farben der Insel" zeigt, dass Janne Mommsen sehr gut mit Adjektiven umgehen und mit großer Phantasie die Stimmung auf der Insel herbeibeschwören kann. Das hätte ich mir auch innerhalb der Geschichte häufiger gewünscht. Vieles ist vorhersehbar und wirkliche Spannung kommt leider nicht auf.
2,5 Sterne für die leichte Urlaubslektüre mit vorhersehbarem Happy End.

Veröffentlicht am 05.04.2019

Humorvolle Auseinandersetzung mit dem Tod

Wenn du das hier liest
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Nach dem Tod von Iris lernen sich ihr Chef Smith und ihre Schwester Jade kennen. Der Grund dafür ist zunächst ein Blog, den Iris während ihres Sterbens geschrieben hat und die Frage, ob dieser ...

Nach dem Tod von Iris lernen sich ihr Chef Smith und ihre Schwester Jade kennen. Der Grund dafür ist zunächst ein Blog, den Iris während ihres Sterbens geschrieben hat und die Frage, ob dieser veröffentlicht werden soll.

Das Buch sticht aus der Literatur mit ähnlicher Thematik vor allem durch seinen Stil hervor.
Ein Großteil des Textes liegt in Kurznachrichten oder E-Mails vor, von Iris erfahren wir durch ihren Blog, der wiederum durch viele graphische Darstellungen noch ein weiteres Stilelement einbringt.
Diese moderne Art von Roman zwischen Tagebuch und Briefroman liest sich dadurch sehr flüssig.

Auch wenn vieles humorvoll geschildert wird, bleiben die schweren und traurigen Themen nicht außen vor. Gerade der Blog von Iris hat teilweise schon philosophische Züge, z.B. wenn sie sich mit Erinnerungen auseinandersetzt.

Eine erfrischende Lektüre für zwischendurch, die auch schon für jugendliche Leser geeignet ist.