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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2019

Eintauchen in fantastische Welten

Die Spiegelreisende
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Wie schon im ersten Band der Spiegelreisenden führt uns auch "Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast" in eine fantastische Märchenwelt. Doch nicht alles ist so schön wie es scheint. Von ihrer ...

Wie schon im ersten Band der Spiegelreisenden führt uns auch "Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast" in eine fantastische Märchenwelt. Doch nicht alles ist so schön wie es scheint. Von ihrer Arche Anima, die wie eine heile, aus der Zeit gefallene Welt wirkte, wurde Ophelia an den Pol geschickt um den kühlen Thorn zu heiraten. Nachdem sie sich im ersten Teil einigermaßen in seiner Welt zurechtfindet, muss sie sich nun gegen Intrigen und Morddrohungen behaupten. Sie gerät zusehends in eine Abhängigkeit von den Launen des Familiengeistes Faruk, der sich kaum noch an sein eigenes Wesen erinnern kann.
Mit großer Phantasie und vielen Seitenhieben auf unsere heutige Welt erzählt Christelles Dabos vom Mut, zu seinen Gefühlen zu stehen und der Schwierigkeit Vertraute zu finden, wenn keiner mehr wahrhaft zu reden scheint.

Veröffentlicht am 23.07.2019

Spannende Biographie mit fiktiven Elementen

Die Malerin des Nordlichts
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Lena Johannson beschreibt in "Malerin des Nordlichts" die Lebensgeschichte von Signe Munch, einer entfernten Verwandten von Edvard Munch. Schon zu Beginn, als Signe mit fast 40 Jahren ihren Mann ...

Lena Johannson beschreibt in "Malerin des Nordlichts" die Lebensgeschichte von Signe Munch, einer entfernten Verwandten von Edvard Munch. Schon zu Beginn, als Signe mit fast 40 Jahren ihren Mann verlässt, um sich ihrer Leidenschaft, dem Malen, widmen zu können, lernen wir sie als selbstbewusste, aber stille Frau kennen, die nicht bereit sich dem Diktat der Gesellschaft zu unterwerfen, aber auch nicht um jeden Preis revoltiert.

In eindringlicher, manchmal malerischer Sprache bringt uns die Autorin die historischen Zusammenhänge und die besondere Atmosphäre der norwegischen Fjorde nahe.

Das Cover verspricht eine Liebesgeschichte, die für die damalige Zeit außergewöhnlich ist und verschweigt, dass ein Buch über diese Zeit nicht um die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Besatzung herumkommt.

Fünf Sterne für einen beeindruckenden Frauenroman mit gut recherchiertem historischen Hintergrund und einem ausdrucksvollen, farbenreichen Stil.

Veröffentlicht am 11.07.2019

Briefroman zwischen Angst, Widerstand und Hoffnung

Wo die Freiheit wächst
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Das altmodisch verspielte Cover lässt wenig von dem erahnen, was sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt. In Form eines Briefromans werden die Erlebnisse von Jugendlichen im zweiten Weltkrieg ...

Das altmodisch verspielte Cover lässt wenig von dem erahnen, was sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt. In Form eines Briefromans werden die Erlebnisse von Jugendlichen im zweiten Weltkrieg geschildert.

Lene lebt in Köln und schreibt Briefe an ihre Freundin Rosalie, die vor den Bombardierungen aufs Land geflohen ist und an ihren älteren Bruder, der an der Ostfront kämpft. Später kommen auch noch Briefe an ihren ersten Freund Erich dazu.

Die Briefe quellen auf der einen Seite über vor jugendlicher Lebensfreude. Fast übermütig schildert Lene ihren Alltag, nicht immer denkt sie an die alltägliche Zensur und Denunziation. Auf der anderen Seite schildert sie nämlich sehr offenherzig die Schattenseiten des Krieges und der faschistischen Herrschaft.

Gerade für jugendliche Leser scheint mir die Darstellung sehr geeignet, da das Grauen so dargestellt wird, wie es ein junger Mensch damals erlebt haben könnte. Die großen Zusammenhänge und die Grausamkeit, die viele Deutsche auch nach dem Krieg noch nicht wahrhaben wollten, werden nicht explizit benannt, aber die kleinen Greuel des Alltags reichen ja auch vollkommen.

Frank M. Reifenberg ist eine spannende Würdigung der Jugendlichen gelungen, die versucht haben, sich aus den Zwängen der Diktatur zu befreien.

Veröffentlicht am 30.06.2019

Mode in Paris und Mailand

Die Seidentöchter
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Camilla arbeitet als Designerin in einem kleinen Ort am Comer See und ist dabei, ihren Traum zu verwirklichen: Aus alten Kleidern mit Geschichte fertigt sie Modelle, die die Träume ihrer Trägerinnen ausdrücken.

Ihre ...

Camilla arbeitet als Designerin in einem kleinen Ort am Comer See und ist dabei, ihren Traum zu verwirklichen: Aus alten Kleidern mit Geschichte fertigt sie Modelle, die die Träume ihrer Trägerinnen ausdrücken.

Ihre kranke Ziehmutter ruft sie jedoch nach Mailand zurück und bittet sie, ihre verschollene Schwester Adele zu suchen.

Der Roman springt nun zwischen der Zeit von Camilla und der Geschichte von Caterina zwischen 1923 und 1946 hin und her. Caterinas Kindheit wird dargestellt und wie sie zu einer gefeierten Designerin in Paris unter dem Namen Maribelle aufsteigt.

Schnell sind dem Leser die Zusammenhänge klar. Leider nimmt die Situation von Camilla, deren Probleme mir eher klein erscheinen und über die viel geredet wird in dramatischen Dialogen viel mehr Raum ein als die wirklich interessante Geschichte um Caterina und den Verlust ihrer Tochter.

An manchen Stellen ist vielleicht auch die Übersetzung schuld, aber die Sprache des Buches hat mir nicht besonders gut gefallen. Es werden viele altmodische Ausdrücke benutzt und an mancher Stelle sind die Dialoge einfach nichtssagend.

Insgesamt eine nette Lektüre für den Sommer, vor allem für Modeinteressierte, Wegen den obigen Kritikpunkten vergebe ich jedoch nur 2 Sterne.

Veröffentlicht am 10.06.2019

Vergnüglicher Blick auf den Schulalltag

Fünf Sterne für dich
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Man sollte sich durch den düsteren, fast thriller-ähnlichen Prolog nicht abschrecken lassen:
In gewohnt leichter und humorvoller Weise führt Charlotte Lucas uns diesmal in den Alltag an einer Schule. Obwohl ...

Man sollte sich durch den düsteren, fast thriller-ähnlichen Prolog nicht abschrecken lassen:
In gewohnt leichter und humorvoller Weise führt Charlotte Lucas uns diesmal in den Alltag an einer Schule. Obwohl dieser Alltag schnell aus den Fugen gerät....
Pia ist erstmals Klassenlehrerin und möchte alles richtig machen. Konrad ist der Vater einer ihrer Schülerinnen und verarbeitet ein traumatisches Erlebnis, indem er alles und jeden bewertet. Dass es zwischen den beiden funkt, wollen sie aus verschiedenen Gründen zunächst auf keinen Fall zulassen.

Charlotte Lucas bedient alle Klischees, die man heutzutage mit Schule verbindet, von Helikopter-Eltern bis hin zum Sportlehrer, dem jeder Einsatz für seine Schüler zu viel ist. Ihre Art zu Überzeichnen führt aber dazu, dass man auch als Lehrer Freude an dem Buch hat.

Für Fans baut sie Querverweise zu den vorherigen Büchern ein. Ihre Hauptfiguren liegen ihr erkennbar am Herzen. Vor allem haben mir die starken Charaktere der Kinder gefallen, die mit Ehrlichkeit und Selbstbewusstsein die Probleme, die durch das Auftreten manchen Erwachsenen erst entstanden sind, lösen.

Empfehlenswerte Lektüre für den Urlaub, zum Entspannen.