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Veröffentlicht am 18.01.2025

Ende gut, alles gut?!

Moment des Aufbruchs
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Das große Projekt - der Umbau des Kontors - steht kurz vor der Fertigstellung. Es ist an der Zeit, denn nicht nur Auguste ringt mit sich, sondern auch Eduard verbreitet schlechte Stimmung. 
Helene und ...

Das große Projekt - der Umbau des Kontors - steht kurz vor der Fertigstellung. Es ist an der Zeit, denn nicht nur Auguste ringt mit sich, sondern auch Eduard verbreitet schlechte Stimmung. 
Helene und Max sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Nach Bernhards Verurteilung ist Norbert Lühring weiterhin auf der Suche nach der Wahrheit, doch die Zeit arbeitet gegen ihn.
Therese hat sich gut in Hamburg eingelebt und bildet mit Georg den Hansenschen Ruhepol.

„Moment des Aufbruchs“ ist Band 6 der Reihe „Die Kinder der Hansens“ von Ellin Carsta. 
Womöglich ist dieser Band der emotionalste Band der Reihe, denn die Vergangenheit scheint alle nahezu zu überwältigen. Oftmals erfolgt der Blick zurück in die Vergangenheit. Dieser Blick zurück gelingt Ellin Carsta immer sehr einfühlsam. Sie schafft es, in jedem Roman die Vergangenheit für ihre Leser immer und immer wieder zusammenzufassen, ohne dass es lästig oder wiederholend wirkt. Ich denke, dass das so gut gelingt, da ihre typische Schreibweise der eines Tagebucheintrags ähnelt.
Auch wenn sie sich voll und ganz der Entwicklung der Familie Hansen widmet, gelingt es ihr dennoch auch die historische Einordnung nicht zu vergessen. Das hat man in den vergangenen Bänden gemerkt, aber hier auch nochmal speziell am Beispiel von Curt Holzapfel, aber auch anhand von Justus Entwicklung.
Auch wenn ich geahnt habe, dass das Buch so endet, so habe ich dennoch nicht vermutet, dass es an dieser Stelle erfolgt.
Besonders spannend fand ich die letzten Schritte im Lichtspieltheater und die Frage, ob es wirklich funktionieren wird und nichts mehr schiefgeht. Die Autorin hat es geschafft, genau diese Zweifel zu säen, aber auch die Hoffnung und den Willen aller Beteiligten eindrucksvoll dargestellt.
Richtig spannend war der Handlungsstrang um Bernhard. Ich fand dies wirklich mitreißend dargestellt und war gezwungen, alles schnellstmöglich weiterzuverfolgen, um ja nichts zu verpassen. Speziell die Kombinationsfähigkeit um das Trio Norbert, Katharine und Florentinus war dabei mein persönliches Highlight!

Fazit: Der womöglich emotionalste Band dieser Serie, an dem man am besten den Generationenwechsel merkt und der aufzeigt, dass die junge Generation der kämpferischen älteren Hansen-Generation in nichts nachsteht.
Ein absolutes Muss für alle Fans der Hansens!

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Veröffentlicht am 15.01.2025

Geheimnisse

Das Unrecht der Väter
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Die von Falkenbachs und die Lehmanns haben sich auf dem Gut der von Falkenbachs in Bernried am Starnberger See ihre erfolgreichen Existenzen aufgebaut. Paul-Friedrich von Falkenbach und die Lehmann-Brüder ...

Die von Falkenbachs und die Lehmanns haben sich auf dem Gut der von Falkenbachs in Bernried am Starnberger See ihre erfolgreichen Existenzen aufgebaut. Paul-Friedrich von Falkenbach und die Lehmann-Brüder Wilhelm und Heinrich lernten sich als Kriegskameraden im 1. Weltkrieg kennen und beschlossen, ihre Zukunft gemeinsam aufzubauen. Mittlerweile sind ihre Söhne so alt, um in die Fußstapfen der Väter zu treten, was nicht immer einfach oder gewollt ist.

„Das Unrecht der Väter“ ist Band 1 der „Falkenbach-Saga“ von Erfolgsautorin Ellin Carsta.
Für mich ist das nach der „Hansen-Saga“ und nach „Die Kinder der Hansens“ die dritte Saga, die ich von der Autorin lese. 
Auch hier fällt wieder der angenehme Schreibstil auf, der oft an einen Tagebucheintrag erinnert. Ich bin ein absoluter Fan, der einleitenden Zitate, die jedes Kapitel schmücken. Dies klärt, aus wessen Standpunkt das nächste Kapitel erzählt wird, fasst es gleichzeitig zusammen und gibt die Dinge und Gefühle wieder, die diejenige Person bewegen.
Ich hatte am Anfang kurz Schwierigkeiten, die Charaktere den einzelnen Familien zuzuordnen. Doch je weiter das Buch voranschritt, um so besser konnte ich der Geschichte folgen.
Ellin Carsta legt mit diesem Buch einen interessanten Grundstein für eine erfolgreiche Saga, denn man merkt von der ersten Seite an, dass die örtlichen Zusammenschlüsse der Fabriken auf einem Geheimnis aufgebaut sind. Dieses Geheimnis zieht sich durch wie ein roter Faden und produziert Fragen beim Leser.
Die Charaktere könnten alle nicht unterschiedlicher sein. Vom empathischen Menschen, über den berechnenden, den absolut liebevollen und den fiesen Menschen ist hier alles vertreten, was ein angenehmer bunter Mix ist. Aber auch bei der jungen Falkenbach-/Lehmann-Generation scheint sich das ein oder andere Geheimnis zu verbergen.
Genau diese Geheimnisse haben in mir die Neugierde geweckt, weshalb ich mich auf den nächsten Band freue. Gerade der Epilog fordert mich dazu heraus.

Fazit: Ein toller Einstieg in die Saga, der eine tolle historische Spannung verspricht. 
Ich empfehle dieses Buch all jenen, die gerne Ellin Carsta lieben, aber auch denen, die historische Romane mögen!

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Rudolfs süßer Ehrgeiz

Lindt & Sprüngli (Lindt & Sprüngli Saga 1)
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Schon der kleine Rudolf Sprüngli träumt von feinster Schokolade. Da ist es nur naheliegend, dass er im Erwachsenenalter, nachdem er eine Konditorlehre abgeschlossen hat, den Rezepturen selbiger auf den ...

Schon der kleine Rudolf Sprüngli träumt von feinster Schokolade. Da ist es nur naheliegend, dass er im Erwachsenenalter, nachdem er eine Konditorlehre abgeschlossen hat, den Rezepturen selbiger auf den Grund geht. Als dann noch sein Vater die Konditorei in der Marktgasse in Zürich übernimmt, in der er viele Jahre gearbeitet hat und in der auch Rudolf gelernt hat, sieht er seine Chance. Doch Vater David kann sich damit so gar nicht anfreunden.

„Lindt & Sprüngli - Zwei Familien, eine Leidenschaft“ wird als Band 1 der „Lindt & Sprüngli-Saga“ von Lisa Graf angepriesen, die vielen als Autorin der Dallmayr-Saga bekannt sein dürfte. Leider konnte ich bisher nicht erkennen, ob es einen weiteren Band geben soll. Ich würde es mir aber aus verschiedenen Gründen wünschen.
Zum Einen konnte ich den Prolog nicht wirklich in den Verlauf des Buches einordnen. Ich kann mir gut vorstellen, was dieser sagen soll, aber eine wirkliche Verbindung dahin, wurde nie gezogen.
Auch hatte ich am Ende des Buches noch Fragen, deren Antworten ich mir im Buch erhofft hatte. So spricht der Titel von der Firma Lindt und zwei Familien, allerdings kommt aus dem Buch nicht heraus, wie die Verbindung zur Familie Lindt ist und welche Familie die zweite Familie ist. Aus diesen Gründen könnte ich mir durchaus vorstellen, dass es mehr als einen Band geben könnte.
Es gibt in diesem Buch viele Figuren. Die Hauptfiguren David und Katharina sind dabei Figuren, die imponieren und als Beispiele gelten können. Beide sind als sehr strebsame Menschen beschrieben, die sich aber auch voll und ganz der Familie widmen, aber auch offen für neumodische Entwicklungen sind.
Die Kapitel sind unterteilt in Unterkapitel, was ich sehr angenehm fand, da das ganze dadurch nicht so langatmig wirkte. Auch hat Lisa Graf jedes Unterkapitel mit einem Namen als Überschrift versehen, was darauf hinweist, welcher Charakter gerade „erzählt“.
Anfänglich empfand ich, dass es zu viele Charaktere sind, aber je mehr ich in die Geschichte eingestiegen bin, umso besser gefiel mir das, denn alle Charaktere, die zu Wort kommen, gehören dennoch irgendwie zur Familie, auch wenn es keine Familienmitglieder sind.
Was mir zum Ende hin nicht gefallen hat, war das Tempo mit dem die Autorin im letzten Drittel durch die Geschichte gerast ist. Während die ersten zwei Drittel des Buches über einen kurzen Zeitraum erstrecken, fliegen die Jahre im letzten Drittel nur so dahin. Das hat der Geschichte die Tiefe genommen.

Fazit: Eine spannende Geschichte über die Entstehungsgeschichte der Firma Lindt, das jedoch aufgrund der o.g. Fakten darauf hoffen lässt, dass es noch mindestens einen weiteren Band gibt, damit man den interessanten Teil der Firmengeschichte nicht anderweitig recherchieren muss.
Dennoch eine Empfehlung für all jene, die sich für Unternehmensgeschichten und historische Romane interessieren!

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Veröffentlicht am 11.01.2025

Umbauten und Überraschungen

Kraft der Veränderung
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Die Arbeiten im alten Kontor laufen und jeden Tag tun sich neue Baustellen auf, die der Begeisterung der Hansens zwar keinen Abbruch verleihen, aber doch das ein oder andere Familienmitglied zum Nachdenken ...

Die Arbeiten im alten Kontor laufen und jeden Tag tun sich neue Baustellen auf, die der Begeisterung der Hansens zwar keinen Abbruch verleihen, aber doch das ein oder andere Familienmitglied zum Nachdenken anregen. Als Edus Geschäfte auffliegen, Bernhard von der Polizei abgeholt wird und Therese vermutlich ein langgehütetes Geheimnis aufdeckt, wird das Leben der Hansens mächtig auf den Prüfstand gestellt, ohne zu ahnen, dass das noch lange nicht alles an Problemen ist.

„Kraft der Veränderung“ von Ellin Carsta ist Band 5 der Reihe „Die Kinder der Hansens“.
Dieser Roman bietet wirklich eine Menge an Spannung und Abwechslung. Was jetzt auch immer deutlicher zu erkennen ist, ist die Veränderung der politischen Lage innerhalb des Deutschen Reiches. Diese machen selbst vor den Hansens nicht Halt, was Ellin Carsta sehr realistisch darstellt.
Mir gefallen auch weiterhin die tagebuchähnlichen Einträge, die jedes Kapitel einleiten. Sie fassen die Gefühle und Emotionen auch weiterhin gut zusammen, leiten aber auch die Denkvorgänge des jeweiligen Familienmitgliedes in der aktuellen Situation ein.
Der Leser weiß zu jeder Zeit, was welches Familienmitglied gerade bewegt, was es denkt und welche Auswirkungen diese Gedankengänge vermutlich auf den Rest der Familie haben werden.
Besonders stechen dabei auch wieder Therese und vor allem Georg hervor. Sie stellen weiterhin den Fels in der Brandung der Hansens dar. Vor allem Georg ist dabei das größte Vorbild und seine Weitsicht und Liebe sind dabei beispielhaft. Er ist mir wirklich sehr ans Herz gewachsen.
Trotz dessen, dass es sich um eine Menge Familienmitglieder handelt und jedes Mitglied auch zu Wort kommt, wird die Geschichte nicht unübersichtlich und bleibt für all jene, die sich bei den Hansens auskennen, auch weiterhin übersichtlich.

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Veröffentlicht am 11.01.2025

Fehlende Abwechslung

Die Hotelerbin
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Eva fühlt sich wohl im Jankers. Hin und wieder kommt es jedoch zu Begegnungen mit den Karchs, noch dazu, weil Eva etwas mit der kleinen Otti verbindet.
Lord Augustus weilte ein letztes Mal in Karlsbad ...

Eva fühlt sich wohl im Jankers. Hin und wieder kommt es jedoch zu Begegnungen mit den Karchs, noch dazu, weil Eva etwas mit der kleinen Otti verbindet.
Lord Augustus weilte ein letztes Mal in Karlsbad und verabschiedet sich von Eva, ohne dass diese weiß, welche Vorkehrungen ihr großväterlicher Freund getroffen hat. 
Doch all das wird überschattet von der Gier von Evas Vater, die ihre Zukunftspläne in Gefahr bringt.

„Die Hotelerbin“ von Ada Caine ist der abschließende Band der „Karlsbad“-Trilogie.
Ich gebe zu, Ada Caine hat mich überrascht. Ich hatte zwar den Ausgang des Romans erwartet, aber der Weg dahin war ein komplett anderer, als ich erwartet habe, was ein Pluspunkt für die Geschichte ist.
Die Kapitel haben eigene Überschriften, die sie zusammenfassen, was gut passt. Mir persönlich waren die Kapitel nur etwas zu lang.
Ich finde jedoch, dass sich in diesem Band nicht ganz so viel entwickelt. Es gibt immer wieder viele Gefahren, die für Eva lauern, aber dennoch geht die Geschichte immer wieder in die vergangenen Romane zurück. So kommt die Sprache immer wieder auf den Konflikt mit den Karchs, die negativen Erlebnisse mit Franz Herbst, die positiven Erlebnisse mit Lord Augustus, aber auch die Erlebnisse um das Ärgernis mit Thea Scholl. Einzig Otti und die Geschichte um die Freiin bringen etwas Abwechslung ins Geschehen. Wobei ich die Geschichte um die Freiin auch nicht sonderlich kreativ und damit unrealistisch fand. Selbst die Geschichte um Liederbach, Erich und die Gräfin Krötenfeld war mehr als vorhersehbar.

Zusammenfassend: Von diesem abschließenden Band hätte ich mir ein bisschen mehr Abwechslung und Kreativität erwartet. Dennoch ist mir Eva ans Herz gewachsen und so kann ich den Lesern der vorherigen Bände diesen Band auch empfehlen. Die Bände sollten nur in der Reihenfolge gelesen werden, da sonst die Zusammenhänge nicht nachvollziehbar sind.
Dennoch muss ich sagen, dass die Bücher mir wahrscheinlich nicht nachhaltig im Gedächtnis bleiben werden.

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