Profilbild von LaCalaveraCatrina

LaCalaveraCatrina

Lesejury Star
offline

LaCalaveraCatrina ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit LaCalaveraCatrina über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.12.2024

Auf Tötungs-Mission

Die 13 Tode der Lulabelle Rock
0

«Die 13 Tode der Lulabelle Rock» ist wunderbar flüssig geschrieben und liest sich schnell weg, was meinen Eindruck eines Fast-Food-Buches noch verstärkt. Leider wurde nämlich viel Potenzial der spannenden ...

«Die 13 Tode der Lulabelle Rock» ist wunderbar flüssig geschrieben und liest sich schnell weg, was meinen Eindruck eines Fast-Food-Buches noch verstärkt. Leider wurde nämlich viel Potenzial der spannenden Buchidee nicht ausgeschöpft. Die Oberflächlichkeit hält sich bis zum Schluss, in der Handlung, den leblosen Figuren und der Erzählweise, und lässt keine Sinnhaftigkeit aufkommen. Viele Fragen bleiben offen, was hier einfach nicht gepasst hat. Zudem schafft es Maud Woolf nicht, die Tragik des Ganzes durch passende Ironie abzuschwächen. Somit war das Buch, entgegen meiner Erwartungen, die durch den Klappentext geschürt wurden, bedrückend und unspektatkulär.

Es gibt ein paar gute Actionszenen, es kommt auch mal Spannung auf, ist unvorhersehbar überraschend und hat ein interessantes Ende, jedoch bleibt es durchwachsen. Würde es denen empfehlen, die alles rund um die Klon-Thematik und alternative Welten mögen und Lust auf einen temporeichen Science-Fiction-Thriller für Zwischendurch haben, und sich an emotionsloser Oberflächlichkeit nicht stören. Hier bildet man sich am besten eine eigene Meinung.

Veröffentlicht am 23.12.2024

Lesende Frauen und ihre unvergessenen Bücher

Über Lebensbücher
0

In «Über Lebensbücher» schreibt die österreichische Journalistin Uschi Korda über siebzehn Frauen, die aufrichtig davon berichten, wie Bücher ihnen geholfen haben, eine Krise zu meistern und/oder ihr Leben ...

In «Über Lebensbücher» schreibt die österreichische Journalistin Uschi Korda über siebzehn Frauen, die aufrichtig davon berichten, wie Bücher ihnen geholfen haben, eine Krise zu meistern und/oder ihr Leben maßgeblich beeinflusst haben. Die Lebenswege und Karrieren der (aus dem öffentlichen Leben bekannten) Frauen, sind vielfältig. Manche arbeiten in der Buchbranche und sind große Leseratten, andere lesen überhaupt keine Romane. Die siebzehn in den Fokus gerückten Überlebens-Empfehlungen sind ebenso vielseitig wie persönlich. Während Eva Voraberger ihren Kampfgeist durch Boxer-Biografien stärkte, fand Maria-Christina Piwowarski Inspiration in Romanen und liebt es bis heute, über Bücher zu sprechen.

Jedes der siebzehn Kapitel folgt einem wiederkehrendem Aufbau und einer hochwertigen Gestaltung, die mit einem illustrierten Porträt beginnt und mit einer farbigen Doppelseite endet, indem das Überlebensbuch kurz vorgestellt wird. Der Schreibstil von Uschi Korda liest sich hervorragend, während sie immer wieder Zitate und weitere Buchempfehlungen einfließen lässt, sodass auf wenigen Seiten ein berührendes Porträt entsteht. Alle Lebenswege haben gemeinsam, dass Bücher geholfen haben, Antworten, Trost und Halt zu finden. Die literarische Auswahl ist inspirierend - Zeitlose Werke und ihre Autorinnen und Autoren werden wiederentdeckt. Darüber hinaus finden sich in allen Genres Figuren oder hilfreiche Worte für alle Lebenslagen. Eine kluge Hommage an lesende Frauen und Geschichten, die bleiben.

Veröffentlicht am 23.12.2024

Humorvolle Silvester-Romantik

Fake Dates and Fireworks
0

Die 28-jährige Erzieherin Becca trifft sich seit der schicksalhaften Silvesternacht, vor beinahe zehn Jahren, mit Nils - jedoch nur an Silvester. Ansonsten texten sie und so lange niemand von ihnen eine ...

Die 28-jährige Erzieherin Becca trifft sich seit der schicksalhaften Silvesternacht, vor beinahe zehn Jahren, mit Nils - jedoch nur an Silvester. Ansonsten texten sie und so lange niemand von ihnen eine ernsthafte Beziehung eingeht, haben sie Silvester ein Date. Diesmal hat sich Becca zum Jubiläum etwas besonders ausgedacht und einige Tage in einem Luxus Hotel gebucht, um Nils ihre Liebe zu gestehen. Dort warten allerdings einige Überraschungen auf sie. Eine davon ist der unverschämte Raphael, der neuerdings mehrmal die Woche seinen Neffen aus dem Kindergarten abholt und Becca jedes Mal mit seiner Unpünktlichkeit verärgert.

Erzählt wird ausschließlich aus der Perspektive von Becca in der Ich-Form. Das passt hervorragend und ist nicht nur authentisch, sondern auch unterhaltsam.
Dazu gehören all ihre unsicheren Gedanken und Probleme, denn Becca steckt nicht nur in einer Co-Abhängigkeit fest, sondern bleibt stets auf der Strecke. Schließlich macht sie die Dinge für andere immer okay, nur für sich selbst nicht. Hinzukommen Rückblicke in vergangene Silvesternächte, welche die jahrelange dysfunktionale Beziehung zwischen Becca und Nils veranschaulichen.
Dass People Pleasing immer wieder aufgegriffen und benannt wird, hat mir gut gefallen. Dadurch wird man zum Nachdenken angeregt und es ist eine überraschende Ernsthaftigkeit, die hier mitschwingt, ohne dass es bedrückend wird. „Das echte Leben ist zu sehr Drama und zu wenig RomCom.“ Lediglich das Bild von Rapha war mir zu unglaubwürdig perfekt. Er ist das strahlende Licht und Nils die Dunkelheit. Hier hätte auch weniger Kontrast seinen Zweck erfüllt. Insgesamt macht das Buch Spaß und man fiebert mit, auch wenn man schon weiß, wo es hingeht. Ich kann das Buch auch jedem empfehlen, der sonst um das Genre eine Bogen macht. Diese RomCom ist wirklich gelungen.

Veröffentlicht am 23.12.2024

Gelungener Einstieg

Die Kunst der Hexerei
0

«Die Kunst der Hexerei» greift die Faszination Hexerei auf und ist spannend für alle, die sich dafür interessieren und mehr erfahren möchten. Die Mischung aus Theorie und Praxis hat mir gut gefallen. Das ...

«Die Kunst der Hexerei» greift die Faszination Hexerei auf und ist spannend für alle, die sich dafür interessieren und mehr erfahren möchten. Die Mischung aus Theorie und Praxis hat mir gut gefallen. Das Basiswissen ist kompakt, anschaulich und schließlich widmet sich das letzte Drittel und vierte Kapitel ausschließlich der Praxis, indem man beispielsweise lernt, das Kräuterwissen anzuwenden und Räuchermischungen zusammenstellen oder Räucherbündel herzustellen.
Die Autorin Iris Panhans bringt als Vollmondfüchsin Magie ins eigene Leben. Ihr Schreibstil ist einfühlsam und wertschätzend. Sie richtet sich auch ganz direkt an ihre Schüler und Schülerinnen. Das ist auch ein Grund, warum man gern weiterliest. Es ist interessant, ohne das es zu esoterisch wird. Zumal sie immer wieder ihre Erfahrungen mit einbringt. Dabei fällt besonders die moderne Aufmachung ins Auge, die ansprechend und übersichtlich ist, was dieses Buch von anderen Büchern, die ich in der Hand hatte, abhebt. Die Fotos sind atmosphärisch, inspirierend aber nie düster (außer beim inneren Schatten vielleicht). Begriffe werden erklärt, Hilfsmittel gezeigt und ich fand den starken Bezug zur Natur passend.

Ein gelungenes Handbuch für Neugierige und Einsteiger. Selbst ich habe interessiert reingelesen, aber die beschenkte Person hatte genau so ein Buch gesucht und war ganz begeistert von der übersichtlichen Aufteilung und den anschaulich erklärten Anleitungen.

Veröffentlicht am 11.12.2024

Der Zauber des Anfangs

Akikos stilles Glück
0

»Du verbringst seit fast dreißig Jahren Zeit mit dir. Das bedeutet aber nicht, dass du dich kennst.«

Hauptfigur ist die neunundzwandzigjährige Akiko, die als Buchhalterin arbeitet und alleinstehend in ...

»Du verbringst seit fast dreißig Jahren Zeit mit dir. Das bedeutet aber nicht, dass du dich kennst.«

Hauptfigur ist die neunundzwandzigjährige Akiko, die als Buchhalterin arbeitet und alleinstehend in einer Wohnung in Tokio lebt. Sie ist „entsetzlich schüchtern“ und einsam, seit ihre Mutter gestorben ist. Als sie den geheimnisvollen Kento wiedersieht, beginnt sie, über ihr Leben nachzudenken. „Je mehr ich von ihm erfuhr, je mehr er von sich erzählte, umso rätselhafter wurde er mir.“ Seine Geheimnisse sind wie ein Spiegel. Kennt sie sich eigentlich richtig? Die Gedanken, die Akiko sich macht, reichen zurück in die Schulzeit und sie stellt sich beispielsweise vor, Teil einer Simulation zu sein, was sie das Mobbing ertragen lässt, dem sie während der Schulzeit ausgesetzt war. Sie möchte sich selbst heiraten, weil sie lieber allein ist und hadert mit dem Verlust ihrer alleinerziehenden Mutter, die sie belogen hat. Es sind die Gespräche mit Freunden wie Tomomi, deren Mann sie kaum noch bemerkt, oder Naoko, die als Solo-Braut inspiriert, und vor allem mit Kento, der ihrem Leben eine neue Wendung gibt, als sich ihr die Frage aufdrängt: Was wäre, wenn …

»Ich hatte mich verlaufen. Ich irrte durch die Tage und meinen Alltag und suchte vergeblich.«

Der Schreibstil ist schnörkelos, klar und treffend. Erst denkt man, es geht nur um die sich langsam entwickelnde Beziehung zu Kento, der als Hikikomori
isoliert und zurückgezogen von überstimulierendem Reizen lebt und seine Wohnung nur nachts verlässt. Akiko mag ihn schon seit der Junior High School, auch wenn sie kaum miteinander gesprochen haben. Sie bleiben seit dem Treffen in Verbindung und mit Geschichten „Aus K.s Welt“ und Haikus lässt Kento sie an seinem Leben teilhaben. Tatsächlich steht jedoch Akikos Entwicklung im Vordergrund, die mit Sorgfalt und Glaubhaftigkeit in leisen Tönen so intensiv dargestellt wird, dass es eine Freude ist, sich darin zu verlieren. Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann das in diesem Roman viel zu viel Alkohol getrunken wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere