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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2024

Ideal für eine kleine Auszeit

Tee auf Windsor Castle
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Kate besichtigt mit ihrer Freundin den Palast Winsor Castle, verlässt dann unerlaubt die Gruppe und begegnet in der Teeküche der alten Lady Betty. Daraus entsteht ein netter Austausch, der von Belanglosigkeiten ...

Kate besichtigt mit ihrer Freundin den Palast Winsor Castle, verlässt dann unerlaubt die Gruppe und begegnet in der Teeküche der alten Lady Betty. Daraus entsteht ein netter Austausch, der von Belanglosigkeiten bis zu philosophischen Themen reicht. Beide erleben eine unvergessliche Nacht, bis Kate am nächsten Morgen den Haushofmeister Mr Hutton kennenlernt und versucht, den Palast unbemerkt zu verlassen.

Ich hatte große Lust auf diese kurze, leichte und inspirierende Geschichte, die einen Hauch royale Atmosphäre verströmt und von der Sympathie der Figuren lebt. Betty ist so herrlich ausgebufft, souverän und merklich ausgeglichen. Was ist ihr Geheimnis? Nicht nur Kate wurde dabei zum Nachdenken angeregt, denn die ist eher pessimistisch eingestellt, besonders wenn es um die ungerechte Vermögensverteilung geht und lästert gern über die Königsfamilie. Ihre lockere Sprache hat für mich manchmal nicht zur feinen Aufmachung gepasst. Allerdings zeichnet sich dadurch auch ein passender Kontrast ab, der in dem Buch an Bedeutung gewinnt. Mir hat diese Mischung gut gefallen.

«Tee auf Windsor Castle» war eine unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch mit inspirierenden Weisheiten, die hinten übrigens noch einmal zusammengefasst werden, und einem amüsantem Ende.

Veröffentlicht am 29.11.2024

Fantasievolles Antihelden-Abenteuer

Akademie Splitterstern 1: Akademie Splitterstern
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Die «Akademie Splitterstein» ist der Auftakt einer actionreichen Fantasy-Reihe mit Humor, Magie und Gaming-Elementen. Jedes Kapitel endet mit einer Level- und Punkteübersicht.
Vier unterschiedliche Gefährten ...

Die «Akademie Splitterstein» ist der Auftakt einer actionreichen Fantasy-Reihe mit Humor, Magie und Gaming-Elementen. Jedes Kapitel endet mit einer Level- und Punkteübersicht.
Vier unterschiedliche Gefährten der Akademie, die, durch ein Verwandlungs-Missgeschick verbunden sind, machen sich, angeleitet von dem Totenschädel Denny, zu einer Knochenmoor-Quest auf. Dort begegnen sie Witwenweiden, Trollen, Müffelmiezen und es wird nicht nur spannend, sondern auch ein bisschen gruselig. Man erlebt, wie sie zusammenwachsen, Sternenstaub sammeln (und verlieren), Gefahren bestehen und zu Freunden werden. Eine temporeiche Handlung mit sympathischen Helden, kreativen Einfällen, einigen Extras vorweg und im Anhang und einem wendungsreichem Finale, das etwas abrupt sein Ende fand.

Insgesamt empfehlenswert, aber bei dem Hardcover gab es zwei Punkte, die mir nicht gefallen haben. Das Papier ist recht dick, was zur Folge hat, dass es etwas Kraft kostet das Buch aufzuhalten, was ich tatsächlich störend fand. Die farbigen Illustration an den Kapitelanfängen sind atmosphärisch und präsentieren stimmungsvoll die Splitterlande. Statt der vier schwarze-weiß Illustrationen auf den folgenden Seiten, die sich wiederholen bis ein neues Kapitel beginnt, hätte ich mir jedoch mehr Illustrationen der Helden gewünscht, die mehr Abwechslung bieten. Zudem gab es dreimal eine Lehrstelle in meiner Ausgabe, gefüllt mit einem QR-Code (vermutlich ein Fehler).

Veröffentlicht am 19.11.2024

Bunte Mischung für Bücherfreunde

BücherLiebe
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«Bücherliebe» ist eine abwechslungsreiche Liebeserklärung an das Lesen und die Menschen, die sich den Büchern verschrieben haben. Es geht darum Worte, Sätze und die Fantasie zu feiern, darum, selbst zu ...

«Bücherliebe» ist eine abwechslungsreiche Liebeserklärung an das Lesen und die Menschen, die sich den Büchern verschrieben haben. Es geht darum Worte, Sätze und die Fantasie zu feiern, darum, selbst zu schreiben, und man bekommt aus erster Hand einen Eindruck davon, wie Bücher entstehen und welche Berufe dahinter stecken.

Es ist randvoll mit Inspiration, Wissenswertem, Fakten, Interviews und Beiträgen. Dazwischen gibt es immer Möglichkeiten zu reflektieren und kreativ zu werden: Wo lese ich am liebsten? Wie sieht mein Bücherregal aus? Hier kann man seine Bücherliebe zelebrieren, ob Hobby oder Beruf, und erhält viele Hintergrundinformationen und Themen zum Besprechen. Zudem ist es liebevoll gestaltet und es finden sich Zitate und natürlich viele Buchempfehlungen. Eine bunte Mischung, die auch neue Sichtweisen bereithält.

Veröffentlicht am 19.11.2024

Das Spiel mit dem lebendigen Adventskalender

Das Kalendermädchen
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Die Spielidee mit dem lebendigen Adventskalender hat mir gut gefallen und auch die schaurigen Handlungsorte waren stimmungsvoll, wie das Schloss Lobbeshorn und die schrecklichen Grausamkeit, die hier Einzug ...

Die Spielidee mit dem lebendigen Adventskalender hat mir gut gefallen und auch die schaurigen Handlungsorte waren stimmungsvoll, wie das Schloss Lobbeshorn und die schrecklichen Grausamkeit, die hier Einzug fanden. Genauso wie der unverkennbare Schreibstil und die vielen kleinen Einflüsse, die auch neben der Haupthandlung für Unterhaltung sorgen.

Ich habe allerdings eine ungewöhnlich lange Lesezeit für den Thriller gebraucht, weil mich die Story ab der Hälfte einfach verloren hat und es an Sogwirkung mangelte. Die Charaktere blieben mir fern und es fehlte mir an glaubwürdiger Faszination und wirklich guten Plottwists, bei denen sich die zahlreichen Konstruktionen nicht so gewollt anfühlen. Die letzten hundert Seiten waren dann traditionell spannender und hielten ein paar Wendungen bereit, die für mich aber nicht überraschend kamen. Eine falsch gelegte Fährte zur Effekthascherei lief dann in eine so abstruse Richtung, dass es schon wieder zu viel war. Ich kann die überschwänglichen Belobigungen nicht nachvollziehen, denn für mich war es kein Highlight. Insgesamt ein Thriller mit einer tollen Grundidee und einigen spannenden Momenten, bei dem mich die Umsetzung aber nicht überzeugen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.11.2024

Feministische Fantasy

When Women were Dragons – Unterdrückt. Entfesselt. Wiedergeboren: Eine feurige, feministische Fabel für Fans von Die Unbändigen
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Frauen erhalten die Macht, sich ihrer aussichtslosen Situation zu entziehen, indem sie sich in Drachen verwandeln. Abgesehen von der starken Symbolik und Frauenpower in dieser alternativen Realität der ...

Frauen erhalten die Macht, sich ihrer aussichtslosen Situation zu entziehen, indem sie sich in Drachen verwandeln. Abgesehen von der starken Symbolik und Frauenpower in dieser alternativen Realität der 1950er Jahre, ist es auch eine mitreißende Fantasy-Erzählung über eine Frau und ihre Familie, die zurückbleibt. Über Tabus und Sprachlosigkeit, über Potentialentfaltung, Ungerechtigkeit, Aufbegehren und natürlich feuerspeiende Drachen.
Der Schreibstil hat mich ohne lange Eingewöhnung mitgerissen und mich mit Alex mitfiebern lassen, die, in der Ich-Perspektive geschrieben, nach dem Warum sucht. Diesen Sog konnte das Buch nicht über die gesamte Länge halten, aber trotzdem mochte ich die unterschiedlichen Etappen und das Ende, das durchaus noch nachklingt. Es ist ein Buch, das zu Gesprächen einlädt und mich nicht so schnell losgelassen hat. Besonders hat mir gefallen, dass Kelly Barnhill märchenhafte Ideen einbringt und Abwechslung bietet, die sowohl zeitgemäß inspiriert und zeitlos begeistert. Dabei haben die Figuren genau das richtige Maß an Komplexität und Vielfalt. Es ist eine fantastische Geschichte weibliche Selbstermächtigung, die erzählerisch und fantasievoll überzeugt. Das Cover finde ich großartig, aber hier verdient vor allem der Inhalt eine Leseempfehlung.