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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.11.2025

Hatte eine herbstliche Rom-Com erwartet und nicht das

Spookily Yours
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Bei der Bezeichnung Pumpkin-Lovestory und diesem unschuldigen Cover stelle ich mir eine verhexte romantische Komödie mit Herbststimmung rund um das Halloweenfest vor. Gerade am Anfang fühlte ich mich an ...

Bei der Bezeichnung Pumpkin-Lovestory und diesem unschuldigen Cover stelle ich mir eine verhexte romantische Komödie mit Herbststimmung rund um das Halloweenfest vor. Gerade am Anfang fühlte ich mich an »Sabrina - Total verhext« erinnert.
Willow arbeitet mit ihrer Schwester Luna im Hexenbräu, der Café-Bäckerei des Dorfes Pleasant Grove. Willow ist total Kürbisverrückt und liebt Halloween. Ein Wohlfühleinstieg, der sogar Spannung aufkommen lässt, als Willow den Kater Damien adoptiert und versucht, ihn von dem Fluch zu befreien. Danach ist leider jegliches Fünkchen von Potential verpufft. Eigentlich will der besitzergreifende Damien sich nicht auf eine Hexe einlassen, verliert aber schnell jeden Anschein von Selbstkontrolle und erhebt Anspruch auf seine kleine Hexe, wie es sie nennt. Während es immer wieder zu erotischen Tête-à-têtes kommt, bei dem nichts mehr der Fantasie überlassen wird und der Eindruck erweckt wird, ein Teenager hätte technische Anweisungen verfasst, gerät Damiens Mission oder das feierlichen Kürbis- und Halloweenfest in den Hintergrund. Alles wird schnell abgehandelt. Damit dürfte klar sein, worum es in dem Buch wirklich geht, wenn auf Atmosphäre und Spannung weniger Wert mehr gelegt wird und sogar Willow vermutet, Damien hätte sie in eine Sex-Dämonin verwandelt. Dazu passt auch die vulgäre Sprache und der flache Schreibstil, der zudem inhaltliche Fehler aufweist. „Schei***, ich liebte es, sie zu küssen. Ich glaube nicht, je müde zu werden, ihren Mund in meinen zu nehmen.“ What?

Wirkliche gute Unterhaltung, echte Gefühle, nur ein bisschen Charaktertiefe oder gar Einfallsreichtum, sucht man hier vergebens - Quantität vor Qualität. Vielleicht sollte man das auch so bewerben, denn ich fühle mich getäuscht.
Jennifer Chipman hat versucht ein idyllisches Dörfchen wie bei Gilmore Girl zu erschaffen. „Für Fans von »Gilmore Girls« und »Vampire Diaries«“ heißt es, aber das, was die Serien ausmacht, findet sich in dieser Story nicht ansatzweise wieder. Das ist irreführend, weil es völlig falsche Erwartungen schürt. Ich war maßlos enttäuscht und kann, aufgrund der genannten Punkte, keine Empfehlung aussprechen. Es sei denn, mann möchte genau das: cringe spice Inhalte, besitzergreifende Männerfantasien und unstimmige Klischees, gepaart mit einem Hauch von Hexe, Dämon und obsessiver Herbstsaison. Scheint ja manchen zu gefallen, aber definitiv kein „verdienter“ Bestseller, sondern nur irreführendes Marketing.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.11.2025

Tolles Konzept mit Mehrwert und schöner Aufmachung

In der Komfortzone wächst nichts. Die schönsten Gärten blühen außerhalb.
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Therapeutin und Autorin Gitta Jacob hat 52 wirkungsvolle Sätze aus der Praxis zusammengestellt, die nicht spurlos an mir vorbeigezogen sind. In kompakten Texten gibt sie psychologisches Wissen und Erfahrungswerte ...

Therapeutin und Autorin Gitta Jacob hat 52 wirkungsvolle Sätze aus der Praxis zusammengestellt, die nicht spurlos an mir vorbeigezogen sind. In kompakten Texten gibt sie psychologisches Wissen und Erfahrungswerte weiter, die nicht nur farblich zum Buch passen und sich von den Übungen abheben, sondern auch einfühlsam geschrieben und leicht verständlich sind. Die Übungen, durch die orange Schriftfarbe leicht zu erkennen, sind aus der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) oder Achtsamkeitsübungen. Die schriftliche Ausarbeitung ist zwar im Buch möglich, aber der Platz dafür ist begrenzt.

Die hochwertige Gestaltung finde ich zudem gelungen. Die übersichtliche Struktur ist praktisch und durch das gleichbleibend farbliche Konzept, bleiben die Gedanken fokussiert. Wenn man Zuversicht und Inspiration sucht, lohnt es sich, das Buch immer wieder in die Hand zu nehmen. Mir gefällt die Idee, die kommenden 52 Wochen des neuen Kalenderjahres, jeder Woche einen Satz auszuwählen. Dadurch habe ich genügend Zeit für die Übungen, sofern es welche für den jeweiligen Satz gibt und kann den Impuls für die Woche nutzen.

Das Konzept spricht mich sehr an, denn manche Sätze bleiben hängen, werden zu Glaubenssätzen, können das eigenen Denken in eine positive Richtung lenken und auch anderen im richtigen Moment helfen.

Was mir besonders gefallen hat, ist die sanfte Art von Gitta Jacob verständnisvoll zur Selbstreflexion anzuregen. Sie ermuntert zwanglos, sich mit Achtsamkeit und Verständnis zu begegnen und die tiefere Bedeutung hinter den Sätzen zu verstehen und zu verinnerlichen. Außerdem vermittelt sie neue Perspektiven: Gefühle allein sind kein guter Ratgeber, Therapie ist kein Allheilmittel, Sexualität verdient mehr Beachtung und Abgrenzung aus Selbstführsorge kann auch eine egoistische Fehleinschätzung sein.

Beim Lesen ist es wirklich spannend zu beobachten, was die Sätze mit einem machen. Manche Sätze, und die dahinter stehenden Prinzipien, sind bekannt oder hat man schon mal gehört. Die Sätze wirken unvermittelt und zeigen, was man schon verinnerlicht hat und wo man noch ansetzten könnte. Was bewegt mich? Was fordert mich heraus? Wo besteht noch Handlungsbedarf?

Es ist also eine psychologisch spannende Lektüre mit verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten, kompetentem Wissen und brauchbaren Ansätzen, die sich lohnt. Aufgrund der schönen Aufmachung und dem mehrmaligen Nutzen gebe ich eine Kaufempfehlung und hoffe, auf eine Fortsetzung. Ein Kalender wäre auch ein tolles Geschenk.

Veröffentlicht am 09.11.2025

Worte für all das Ungesagte

Da, wo ich dich sehen kann
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Kurzmeinung:
Jasmin Schreiber findet Worte für all das Ungesagte, dass das unfassbare Leid der Hinterbliebenen sichtbar werden lässt.

Anmerkung:
Ich möchte in dieser Rezension nicht zu viel verraten, ...

Kurzmeinung:
Jasmin Schreiber findet Worte für all das Ungesagte, dass das unfassbare Leid der Hinterbliebenen sichtbar werden lässt.

Anmerkung:
Ich möchte in dieser Rezension nicht zu viel verraten, weil es ein Erlebnis war, dieses Buch ohne viel Vorwissen zu entdecken. Daher ohne Spoiler und zu viele Details, aber für alle, die sich einen Eindruck machen wollen, bevor sie sich ein Buch kaufen:

Inhalt & Meinung:
Eine schwangere Frau namens Emma wird von ihrem Ehemann getötet. Häusliche Gewalt, die in einem Femizid endet. Für die Hinterbliebenen von Emma ist nichts mehr wie es war. Zurück bleibt Liv, die vom Ersticken träumt, weil ihre beste Freundin erdrosselt wurde. Zurück bleiben Emmas verwaiste Eltern, die vorläufig das Sorgerecht für das traumatisierte Enkelkind haben. Und zurück bleibt die 9-jährige Maja, die nun ohne Mutter und Vater aufwachsen muss. Eine Tragödie, die unbegreiflich bleibt und von den traumatisierten Menschen erzählt, die von dem Verlust betroffen sind.

Liv ist Astrophysikerin und schafft es, ihr Patenkind für die Sterne und das Universum zu begeistern, nachdem die traumatisierte Maja an nichts mehr Interesse gezeigt hat - außer an Chloé, Livs Hündin. Diese aufblühende Beziehung spendet auch beim Lesen Trost und schaffte es, mit meinen Erwartungen zu brechen.
Durch die mehreren Perspektivenwechsel taucht man eindrücklich in die Gedanken- und Gefühlswelt der Hinterbliebenen ein, erlebt die Auswirkungen roh, authentisch und emotional. Dabei geht es auch um Schuldgefühle und die Frage, wie man über die Trauer nach einem gewaltsamen und plötzlichem Tod spricht.
Lediglich die rückblickenden Kapitel aus Emmas Perspektive zeigen, in welcher Form die häusliche Gewalt stattgefunden hat. Trotzdem lässt sich nur erahnen, wie verloren sich Emma gefühlt haben muss und warum sie sich niemandem anvertraut hat. Das ging mir sehr nahe, vor allem in Verbindung mit den alternativen Realitäten. Das sind verpasste Momente, von denen Jasmin Schreiber schreibt. Dabei geht sie der Frage nach, was gewesen wäre, wenn… Es sind schwarzen Seiten mit weißer Schrift, die Gänsehaut erzeugen und quälend auf die Figuren einwirken. Gutachten und Dokumente verleihen dem Roman eine emotionslose Authentizität. Ein Kontrast, der die schonungslose Realität abbildet, mit der sich die Familie des Opfers auseinandersetzt muss. Die Zeichnungen von Maja hingegen lassen in ihre kindliche Seele blicken und wirken wie ein Bindeglied zwischen ihren zerrissen Gefühlen und der bedrückenden Echtheit dieser traurigen Lebensrealität für die zurückbleibenden Kinder.
Diese Sichtweise mitzuerleben und Maja zu begleiten, war für mich, neben einer weiteren tränenreichen Situation, sehr hart. Die emphatische Erzählweise ist von kurzen Kapiteln geprägt, szenenhaft, was die Sogkraft entschärft und dafür sorgt, dass man sich von den Geschehnissen distanzieren kann.

Trotz der heftigen Thematik und dem intensiven Schreibstil, liest sich das Buch sehr gut weg und es gibt hoffnungsvolle Momente und auflockernde Situationen, die zu Herzen gehen. Wer Jasmin Schreiber vor allem für ihren Humor schätzt, wird ahnen, dass es hier wortwörtlich nichts zu lachen gibt. Der Autorin war es aus aktuellem Anlass ein Anliegen, den Schmerz der Hinterbliebenen ein Stück sichtbar zu machen. Dabei gibt sie dem Mörder keine Bühne, verzichtet bewusst auf eine verstärkende Wirkung, die bei True-Crime und Thrillern gern zum Einsatz kommt und im Roman zurecht moralisch hinterfragt wird.

Es ist ein geradlinig erzähltes Buch mit hoher Intensität, für das man kaum bereit sein kann. Man fühlt mit den Angehörigen mit. Es treibt einem die Tränen in die Augen, erschüttert und beschreibt ehrlich und lebensnah von Trauernden, die echt und greifbar sind. Mich haben die eindrücklichen Einblicke beeindruckt, weil sie auch Tabus beschreiben, nichts beschönigen und eine breite Sicht darstellen, welche weitreichenden Auswirkungen ein Femizid hat. Nichtsdestotrotz hätte ich mir einen gleichbleibend emotionalen Schreibstil gewünscht, weil dieser manchmal in Oberflächlichkeit abdriftet und zu viel auf einmal unterzubringen versucht. Ich hoffe, dass das Buch viele lesen werden und kann es nur empfehlen. Es ist nicht perfekt, aber ein Erlebnis.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 02.11.2025

Spooky, fesselnd, atmosphärisch

Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad
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In diesem schwedischen Gänsehaut-Trilogie-Auftakt geht um ein 12-jähriges Mädchen, das ein schauriges Familiengeheimnis aufdecken muss, um ein schreckliches Unglück abzuwenden.

„Keiner von ihnen glaubte ...

In diesem schwedischen Gänsehaut-Trilogie-Auftakt geht um ein 12-jähriges Mädchen, das ein schauriges Familiengeheimnis aufdecken muss, um ein schreckliches Unglück abzuwenden.

„Keiner von ihnen glaubte an Gespenster. Da waren sie sich vollkommen einig. Aber irgendwas stimmte nicht…“

Heidi, ihr Vater und dessen schwangere Freundin Jennifer brauchen aus finanziellen Nöten einen Untermieter. Daraufhin zieht Bill bei ihnen ein, der ein Riesenrad auf dem Campingplatz betreibt. Anfangs sind Heidi und ihre Freunde Alva und Harry hellauf begeistert, doch Bill benimmt sich verdächtig und unheimliche Ereignisse häufen sich. Bildet Heidi sich das nur ein? Auch ihre Großmutter benimmt sich komisch. Was hat das zu bedeuten?

Kristina Ohlsson hat einen sehr unheimlichen Krimi für Kinder ab 11 Jahren geschrieben, der durch einen gruselige Atmosphäre und mysteriöse Familiengeheimnisse besticht. Eigentlich ist Hovenäset der „schönste Ort der Welt. Und der kleinste.“ Das stürmische Unwetter peitscht über die Halbinsel und sorgt für Gänsehaut-Stimmung, wenn Heidi in ihrem Bett liegt und plötzlich Geräusche hört. Der übernatürliche Faktor hat mir besonders gefallen und Autorin Kristina Ohlsson lässt einem keine Verschnaufpause. Man weiß nie so genau, ob Heidi sich das nur einbildet oder da wirklich etwas ist. Dann scheint Heidis Oma den Verstand zu verlieren, weil sie davon überzeugt ist, Ben und das Riesenrad seien gefährlich. Damit ängstigt sie nicht nur ihre Enkelin. Wer es sehr gruselig mag ist in Hovenäset genau richtig. Leicht lesbar, kindgerecht und packend bis zur letzen Seite.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Klingeling. „Süßes, sonst gibt’s Saures!“

Paddington feiert Halloween
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Wie erlebt wohl der kleine Bär Paddington aus Peru das Fest am 31. Oktober bei Familie Brown in London? Indem er seine erste Halloween-Party feiert!

Die Geschichte mit den wunderschönen Illustrationen ...

Wie erlebt wohl der kleine Bär Paddington aus Peru das Fest am 31. Oktober bei Familie Brown in London? Indem er seine erste Halloween-Party feiert!

Die Geschichte mit den wunderschönen Illustrationen fängt stimmungsvoll das schaurige Vergnügen und die Vorfreude und Aufregung über das Gruselfest ein. Kostüme werden gebastelt, das Haus dekoriert, Kürbisse geschnitzt und es wird ganz traditionell von Tür zu Tür gezogen, um Süßigkeiten zu sammeln. Der Höhepunkt ist die Halloween-Party mit vielen Spielen und ganz viel Spaß. Ein großes Vergnügen und unvergessliches Fest für Paddington, das nebenbei noch viele tolle Ideen für das eigenen Halloweenfest liefert. Die Nebenhandlung um den unhöflichen Nachbarn fand ich amüsant und es bringt auch ein wenig Spannung rein, die die Geschichte abrundet. Großflächige Illustrationen, kindgerechte Texte und ein harmonisches Text-Bild-Verhältnis. Perfekt zu Vorlesen geeignet. Genau das richtige Bilderbuch, um in Halloween-Stimmung zu kommen. Dafür muss man Paddington auch gar nicht unbedingt vorher kennen.

Ganz besonders gefällt mir die Kombination aus dem charmanten Bären, der mit seiner Höflichkeit auch in das ein oder andere Fettnäpfchen tritt und alles Schöne rund um Halloween, was Kindern großen Spaß bereitet.

Das schönste Bilderbuch, welches ich bisher zum Thema Halloween gefunden habe. Große Empfehlung für alle, die stimmungsvolle Bilderbuchgeschichten, Halloween und Paddington Bär mögen.