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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.08.2024

Abwechslungsreich und unterhaltsam

Genau so, wie es immer war
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Sehr umfassend, auf über 700 Seiten, erzählt Claire Lombardo mit faszinierender Beobachtungsgabe eine Familiengeschichte, in dessen Zentrum die 57-jährige Julia steht, die versucht ihre Familie zusammenzuhalten. ...

Sehr umfassend, auf über 700 Seiten, erzählt Claire Lombardo mit faszinierender Beobachtungsgabe eine Familiengeschichte, in dessen Zentrum die 57-jährige Julia steht, die versucht ihre Familie zusammenzuhalten. Als sie am 60. Geburtstag ihres Mannes im Supermarkt einer alten Freundin begegnet (Helen - eine Figur, dir mir besonders gefallen hat), beginnt die abwechselnde Reise in Vergangenheit und Gegenwart als Mutter zweier Kinder, Ehefrau und Freundin. Es ist ein Blick hinter die Fassade, die zwischenmenschliche Probleme in der Beziehung und Elternschaft zeigt. Bedeutend ist auch die Mutter-Tochter-Beziehung, die von einem schwierigen Verhältnis geprägt ist. Insgesamt gibt es ein paar Längen, aber es entsteht ein umfassendes Bild von Julia und dem Familienleben, dessen vielschichtige Entwicklungen und Verbindungen nahbar geschildert werden. Claire Lombardo greift dabei viele zeitgemäße Themen auf, die eine abwechslungsreiche Sichtweise ermöglichen und eine unperfekte Frau zeigen, die eine Fassade aufrecht erhalten möchte. Der versprochene Humor zeigt sich nur dezent in den Dialogen. Julias zynische Art lockert den Roman aber entsprechend auf.

Fazit: Eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Familiengeschichte zum miterleben, mit nahbarer weiblicher Hauptfigur und umfassendem Charakterbild.

Veröffentlicht am 05.08.2024

Eine sehr lesenswerte philosophische Reise

Mitte des Lebens
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«Mitte des Lebens» gibt keinen Weg vor und ist daher auch kein Ratgeber, sondern eine philosophische Betrachtung allgemeiner Aussagen, um „existentielle Fragen, die in dieser Phase aufbrechen können, klug ...

«Mitte des Lebens» gibt keinen Weg vor und ist daher auch kein Ratgeber, sondern eine philosophische Betrachtung allgemeiner Aussagen, um „existentielle Fragen, die in dieser Phase aufbrechen können, klug und gewinnbringend zu bewältigen, sodass wir in der mittleren Jahren zur freisten Zeit unseres Lebens ansetzten können.“ Dabei muss man es nicht insgesamt lesen, sondern kann sich auch die Kapitel vornehmen, die einen am meisten ansprechen. Sieben unterschiedliche Schwerpunkte (mit einer Lesedauer von je 30-50 Minuten) wie beispielsweise Sterblichkeit, Gefühle des Bedauerns und der Dankbarkeit, Sinnerfüllung oder die Lebenskrise als Kipppunkt.

Barbara Bleisch schreibt wunderbar geistreich, gewandt und einleuchtend. Der Aufbau und die Strukturierung finde ich sehr gelungen. Bleisch betrachtet das Buch als eine Karte, zur Navigierung durch die eigenen Möglichkeiten. Mir haben ihre akademischen Ausführungen, Rückschlüsse, herangezogenen philosophischen und literarischen Stimmen sowie anschaulichen Anregungen sehr gefallen, weil ich mich für Philosophie begeistern kann. Einige Abschnitte habe ich wiederholt gelesen, weil ich sie ganz aufsaugen wollte und ich habe zahlreiche Markierungen gemacht. Dabei kommen viele Fragen auf, die unweigerlich zum Weiterdenken anregen und zu persönlichen Erkenntnissen führen. Es war eine interessante Auseinandersetzung mit der eigenen Suche nach Rat, dem Älterwerden dem „Gefühl, sich nicht auszukennen, […ein] Moment persönlicher Verlorenheit, [der] philosophischer nicht sein könnte“. Daher betrachte ich dieses Buch tatsächlich wie ein Karte, die ich bestimmt noch öfter zur Hand nehmen werde. Ein großartiges Buch und sehr lesenswert, denn „gegenwärtig kommt die Generation der Millennials in der Lebensmitte an“ und dieses Buch füllt die nötige Leerstelle aus.

Veröffentlicht am 05.08.2024

Literatur, Liebe und das Leben

Wir treffen uns im nächsten Kapitel
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«Wir treffen uns im nächsten Kapitel» ist die herzerwärmende Liebesgeschichte von James und Erin, die einst beste Freunde waren, die um den selben Menschen trauern, die sich verloren haben, weil sie an ...

«Wir treffen uns im nächsten Kapitel» ist die herzerwärmende Liebesgeschichte von James und Erin, die einst beste Freunde waren, die um den selben Menschen trauern, die sich verloren haben, weil sie an der Vergangenheit festhalten, die sich noch immer lähmt. Beide wollen sich beruflich und privat selbst finden. Das Schicksal bringt sie mit einem Bücherschrank und der Leidenschaft fürs Lesen wieder zusammen - ohne, dass sie davon etwas ahnen, denn diese Liebe baucht dringend eine zweite Chance. Sie kennen sich in diesem kleinen privaten Buchclub nur als Kritzelqueen und Mystery Man, die Randkommentare in Bücher schreiben, die sie nacheinander lesen, bis sie sich in einem neuen Roman treffen. Dadurch entsteht ein ehrlicher, geistreicher und heilende Austausch, der immer persönlicher wird. Beide haben ihre Dramen und Schicksalsschläge in der Familie und Tessa Bickers gibt Einblicke, wie ihre Figuren damit umgehen, scheitern und daran wachsen. Dabei ist der Bücherschrank Ausgangspunkt großer Veränderung in mehreren Bereichen.

Im Verlauf des Romans habe ich mich gefragt, was James getan hat, dass die Freundschaft mit Erin und ihrer besten Freundin Bonnie zerbrach, und wie sie trotzdem ein Happy End bekommen. Die große Themenbandbreite, die sich rund um Bücher ansiedelt, erzählt lebensnah von Krankheit, Trauer, Schuldgefühlen, Entfremdung und Vergebung, während die Liebe wie ein hoffnungsvoller Leitstern durch den Roman führt. Ich mochte beide Figuren gern und mir hat diese Kommunikation über Bücher sehr gefallen. Besonders, als sie, mithilfe von Textstellen, über ihre Auffassungen von Liebe philosophieren, die sie nur aus Geschichten kennen. Das nahm im Verhältnis aber nur einen kleinen Rahmen des Romans ein, indem es hauptsächlich um die Verarbeitungen der Vergangenheit und Entwicklung der Figuren geht, und die Frage, ob sie zueinander finden.

Fazit: Angenehme und tiefgreifende Unterhaltung mit herzerwärmenden Momenten und sympathischen Figuren zum Abschalten.

Veröffentlicht am 01.08.2024

Der magische Kriminalfall Knopfloch

Die wundersamen Talente der Kalendario-Geschwister: Skurril, komisch, magisch - eine Detektivgeschichte der besonderen Art!
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In dem still gewordenem Ort Maubach scheint wieder alles möglich, nachdem die Kalendarios in der alten Knopfloch Villa eingezogen sind. Pablo benutzt sein detektivisches Gespür, um mehr über den mysteriösen ...

In dem still gewordenem Ort Maubach scheint wieder alles möglich, nachdem die Kalendarios in der alten Knopfloch Villa eingezogen sind. Pablo benutzt sein detektivisches Gespür, um mehr über den mysteriösen Herr Kalendario und seine fünf talentierten Kinder herauszufinden, seitdem sich Merkwürdiges ereignet hat. Seine Stiefschwester Penny und er freunden sich schließlich mit den Nachbarskindern an und kommen einigen rätselhaften Geheimnissen auf die Spur, die größer sind, als sie ahnen.

Es gibt jede Menge kreative Einfälle voller Magie und Humor, während Rätselhaftes zum Spekulieren einlädt. Dazu passen die schönen Umschlag-Illustrationen von Josephine Wolff, die Zeitungsartikel über allerhand Kuriositäten zeigen. Da häuft sich einiges an, aber glücklicherweise wird am Ende alles lückenlos aufgeklärt, wobei hier noch einige Überraschungen aufwarten. Die Geschichte ist sehr unterhaltsam und mitreißend geschrieben. Dabei liest sie sich so leicht, dass die kurzen Kapitel nur so dahin fliegen.

Das Cover lässt ein Gruselbuch erwarten, aber es ist viel mehr eine originelle Detektivgeschichte, die von magischen Talenten, einem komplexen Geheimnis und von Freundschaft und Zusammenhalt erzählt. Insgesamt ein tolles Kinderbuch, mit einer abgeschlossenen Geschichten, zum Vor- und Selberlesen für Klein und Groß.

Veröffentlicht am 01.08.2024

Sehr faszinierend und kunstvoll bebildert

Von Eintagsfliege bis Grönlandwal
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Wie lange leben Tiere? Dieser Frage geht dieses eindrucksvolle Sachbuch kindgerecht und mit vielen Fakten auf den Grund. 27 Tiere werden, überwiegend auf einer Doppelseite, vorgestellt. Manchmal auch auf ...

Wie lange leben Tiere? Dieser Frage geht dieses eindrucksvolle Sachbuch kindgerecht und mit vielen Fakten auf den Grund. 27 Tiere werden, überwiegend auf einer Doppelseite, vorgestellt. Manchmal auch auf zwei Doppelseiten, wie der Monarchfalter, der in großen Schwärmen besonders beeindruckt. Die farbigen Illustrationen von Jesse Hosgson sind fantastisch und werden spektakulär in Szene gesetzt. Das Cover gibt bereits einen kleinen Eindruck der künstlerischen Bilder aus dem Buch, die in Großformat noch mehr alle Blicke auf sich ziehen.

Der Aufbau ist sehr übersichtlich gestaltet: Es beginnt mit dem kürzesten Lebenszyklus und endet mit dem Längsten. Dabei ist die Auswahl der Tiere vielfältig - 5 Minuten oder erstaunliche 11.000 Jahre umfassen die Lebensdauer. Darüber hinaus erfährt man, wie die Tiere dieses Leben verbringen und es wird auch nachdem Warum gefragt, während es auch um den Schutz der Tiere und den Einfluss der Menschen auf die Lebensdauer geht.

Ich fand es schön, dass Fachbegriffe genutzt und die meisten erklärt wurden. Dadurch kann das Buch verschiedene Altersgruppen bedienen und auch für ältere Kinder lehrreich und faszinierend sein. Das macht es zu einem Sachbuch, welches auch Erwachsene zum Staunen bringt und daher zum gemeinsamen Lesen einlädt.