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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.08.2025

Wertvolles Bilderbuch für zukünftige Glückskinder

Ich bring dir das Glück – Vom kleinen Elefanten und seinen Glücksgeheimnissen
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«Ich bring dir das Glück - Vom kleinen Elefanten und seinen Glücksgeheimnissen» ist ein Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren und begleitet den kleinen Elefanten bei einem Schultag an der Glücksschule.
Dort ...

«Ich bring dir das Glück - Vom kleinen Elefanten und seinen Glücksgeheimnissen» ist ein Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren und begleitet den kleinen Elefanten bei einem Schultag an der Glücksschule.
Dort lernen kleine Elefanten die Lektionen des Glücks und werden zu Glückselefanten ausgebildet. Und weil man damit gar nicht früh genug anfangen kann, werden neun Glücksgeheimnisse in diesem Buch gelüftet, damit jeder ein Glückskind werden kann. Autorin Anjana ist nämlich davon überzeugt, das Glücklichsein kein Zufall ist, sondern auf Prinzipien beruht, die man gar nicht früh genug verinnerlichen kann. Daraus ist diese wertvolle Buchidee entstanden, die spielerische Visualisierungsübungen, einfache Techniken, Weisheiten und Ideen vermittelt. Wertvoller Input, der nicht nur glücklich macht, sondern auch die Kreativität anregt und hilft, Gefühle zu regulieren. Es ist zwar vereinfacht und kindlich dargestellt, kann aber für Erwachsene genauso hilfreich sein, sich wieder an diese Glückslektionen zu erinnern. Dabei hilft der kleine Vogel, der als Glücks-Überbringer das Gelernte zusammenfasst und Tipps zur Umsetzung gibt. Für Vierjährige erstmal viel Text und ich würde empfehlen, die Glücksgeheimnisse nicht am Stück zu enthüllen. Das Buch lässt sich prima mehrmals lesen und lädt zum Mitmachen ein.
Die Illustrationen von Anita Schmidt unterstreichen die unbeschwerte Leichtigkeit und geben dem Buch eine sehr niedliche Note, die dabei hilft, sich alles vorzustellen. Der kleine Elefant ist zum Knuddeln und passt zur freudigen Glücksbotschaft. Nach meiner anfänglichen Skepsis, ob man Glück lernen kann, finde ich es gerade für Kinder sehr empfehlenswert.

Veröffentlicht am 10.08.2025

„Geradezu poetisch!“ - Lesehighlight

In uns der Ozean
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Die Romanbiografie «In uns der Ozean» über die Meeresbiologin und wegbereitenden Umweltschützerin Rachel Carson, einfühlsam geschrieben von Theresia Graw, erzählt die inspirierende Lebensgeschichte dieser ...

Die Romanbiografie «In uns der Ozean» über die Meeresbiologin und wegbereitenden Umweltschützerin Rachel Carson, einfühlsam geschrieben von Theresia Graw, erzählt die inspirierende Lebensgeschichte dieser außergewöhnlich tapferen Frau und befasst sich mit der Debatte um die Pestizide-Sprühkampagne und die Rolle, die Rachel Carson darin spielte, als sie ein Buch über die Wunder-Chemikalie schrieb.

„Wir sind alle Teil eines großen Ganzen.“

Der Roman beginnt 1963, in der die 56-jährige Rachel, gesundheitlich schwer gezeichnet, mit einem Taxi zu einem Termin fährt, und wechselt sich mit der Vergangenheit ab, bis irgendwann die beiden Erzählstränge zusammenfließen und es in der Gegenwart zu einem spannenden Showdown kommt. Ein erzählerischer Kniff, der mir sehr gefallen hat und Rachel nahbarer machte. Dadurch war dieses Buch für mich eine sehr mitreißende Lesereise. Die Ungerechtigkeit, der Rachel als Frau ausgesetzt war, hat mich sprachlos und wütend gemacht. Das Pech, das ihr widerfuhr, war so bitter und deshalb freute mich jeder Triumph, den sie feiern konnte, umso mehr. Besonders ihre verbale Ausdrucksfähigkeit und gefasste Schlagfertigkeit hat mich beeindruckt. Ihre Aussagen waren wissenschaftlich korrekt, ließen sich stets belegen und stützten ihre Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung. Dadurch hat sie viele Menschen zum Umdenken bewegt und inspiriert - bis heute.

Mit Zweiundzwanzig Jahren sieht Rachel das erste Mal das Meer und freut sich darauf, die nächsten drei Monate in Woods Hole zu forschen. Ihre Begeisterung ist ansteckend. Sie verschreibt sich ganz der Natur und dem Leben auf der Erde, doch ihre vielversprechende Karriere als Wissenschaftlerin endet, noch bevor sie ihren Doktor in Meeresbiologie machen kann. Doch Rachel lässt sich von niemanden abhalten und so ergeben sich neue Wege, um ihre Leidenschaften zu kombinieren: ihr poetisches Schreibtalent und ihre Liebe zur Natur. Klug und Informativ möchte sie alle Menschen an der Naturwissenschaft teilhaben lassen, sie zum Staunen bringen und sie zu Verbündeten machen, die mit Ehrfurcht und mitfühlender Neugier die Natur bewahren. Dabei durchlebt Rachel einige schicksalshafte Wendungen, die sie verkraften muss. Ihre furchtlose Stärke und ihren Ehrgeiz fand ich beeindruckend. Ihr fortschrittliches Denken macht die Diskrepanz und Ungerechtigkeit ihrer Zeit noch deutlicher.

Theresia Graw hat genau die richtigen fiktionalen Ergänzungen ergänzt, die es zwar so nicht gegeben hat, wie sie im Nachwort verrät, aber die den Roman spannend und nachvollziehbar machen. Der Schreibstil ist einladend und liest sich wie von selbst. Das führt dazu, dass man die Worte einfach auf sich wirken lassen kann. Ich habe diese leichte Lesbarkeit in Kombination mit der Ich-Perspektive als angenehm empfunden. Für mich war es die Buchentdeckung des Jahres und eine große Freude, Rachel Carson auf diese Art zu entdecken. Eine absolute Empfehlung für alle, die eine inspirierende Romanbiografie über eine bewundernswerte Frau lesen möchten, die man nicht so schnell vergisst.

Veröffentlicht am 10.08.2025

Drama ohne Thrill

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Fast 80 Kilometer wollen die Freundinnen Julia und Nicki in der Wildnis zurücklegen. Es soll ein unvergesslicher Junggesellenabschied in der Natur werden, fernab von Trubel und Party. Lars sollte eigentlich ...

Fast 80 Kilometer wollen die Freundinnen Julia und Nicki in der Wildnis zurücklegen. Es soll ein unvergesslicher Junggesellenabschied in der Natur werden, fernab von Trubel und Party. Lars sollte eigentlich nur ein kurzer Flirt für Julia werden, aber dann kam der Antrag und alles ging ganz schnell. Seit dieser aufreibenden Zeit in Julias Leben haben sich die Freundinnen lange nicht gesehen. Nickis Verhalten lässt darauf schließen, dass irgendwas nicht stimmt. Auch der Aufbau der zwei Erzählstränge läßt bald erahnen, das hier einiges nicht in Ordnung ist und in welche Richtung sich die Story bewegen könnte. Zu vorhersehbar macht Rebecca Russ es aber nicht und baut unerwartete Wendungen ein und düstere Atmosphäre auf.
Beim Klappentext fühlt ich mich an «Das Mädchen» von Stephen King erinnert. Julia bleibt allein in der rauen Natur zurück. Kälte, Hunger und wilde Tiere bringen sie an ihre Grenzen, während sie versucht, Nicki zu finden. King schaffte es, diesen Überlebenskampf so mitreißend in den Fokus zu rücken, dass mir das Buch im Gedächtnis geblieben ist. Hier war das leider nicht der Fall, was auch am Schreibstil lag, und nahm weniger Raum ein, als ich erwartet hatte, denn es geht eigentlich um ganz andere Dinge. Besonders gestört hat mich aber die Naivität der blassen Charaktere, die sich wie ein trauriges Eingeständnis liest, wenn sich eine der beiden als naives Opfer bezeichnet, und sich handlungsfähig in diese Schublade belässt und alles Drumherum angepasst wird. Zum Ende gab es dann einen Punkt, an dem die Glaubwürdigkeit für mich ganz kippte. Auch wenn es Momente gab, die mich in ihrer Tragik berühren konnte und durchaus spannende Szenen locken, bin ich von dem gesamten Buch nur mäßig angetan und würde zu Thrillern mit mehr Nervenkitzel und psychologische Raffinesse raten.

Veröffentlicht am 06.08.2025

Nichts für mich

Der Stau
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Der Locked-Room-Thriller «Der Stau - Es gibt kein Entkommen» von Jo Furniss hat mich leider nicht gefesselt, wobei alles so vielversprechend begann und die Locked-Car-Idee originell ist.

Belinda ist Kommissarin ...

Der Locked-Room-Thriller «Der Stau - Es gibt kein Entkommen» von Jo Furniss hat mich leider nicht gefesselt, wobei alles so vielversprechend begann und die Locked-Car-Idee originell ist.

Belinda ist Kommissarin und kurz vor dem Ruhestand. Aus Australien angereist gerät sie in London auf dem Heimweg kurz vor einem Tunnel in einen Stau und entdeckt in einem der Autos eine erstochene Leiche. Der Mörder muss mit ihr im Stau festsitzen und Belinda beginnt zu ermitteln, wobei ihr Kollege Dominic Day ihr wichtigster Kontakt am Telefon ist. Alle Fahrzeuginsassen sind verdächtig, wobei jeder mal in einem Kapitel seine Sicht zeigen kann und genau von Belinda analysiert wird.

Die Anspannung und Hitze konnte ich direkt spüren. Bombenalarm in der Innenstadt und die Leute werden immer gereizter. Auch für Belinda eine herausfordernde Situation. Das verfehlt seine Wirkung nicht. Doch die Zeit vergeht schleichend und das fühlt sich auch beim Lesen zäh an, während immer unglaubwürdigere Dinge passierten, die für mich nicht stimmig ins Bild passten. Die Fahrzeuginsassen wirken alle schuldig, haben aber tatsächlich wenig Inhalt und sind schwammig gezeichnet - da verliert man einfach das Interesse. Auch ein genanntes Details im Klappentext hat mir etwas den Lesespaß geraubt. Wer viel und gern spannende Thriller liest, dem würde ich von diesem Buch abraten.

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 06.08.2025

Die dunkle Seite Italiens

Der dunkle Sommer
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Tilda hat ein Haus auf Sardinien gekauft und glaubt, den fast unbewohnten Geisterort Botigalli vor dem Sterben zu bewahren. Es ist auch eine Flucht vor ihrem selbstzerstörerischem Trauma, weshalb sie die ...

Tilda hat ein Haus auf Sardinien gekauft und glaubt, den fast unbewohnten Geisterort Botigalli vor dem Sterben zu bewahren. Es ist auch eine Flucht vor ihrem selbstzerstörerischem Trauma, weshalb sie die Stille und Unerreichbarkeit genießt. Doch sie ahnt nicht von den grausamen Ereignissen, die sich einst im Dorf zugetragen haben und gibt nichts auf den Aberglauben der Einheimischen. Nur einer weiss, was damals wirklich passiert ist: Silvio. Der beruflich besessene Journalist Enzo, der über die Geschichte des Ortes und ihren letzen Überlebenden recherchiert, und Tilda begegnen sich zwar, aber dann gehen ihre Wege auseinander und jeder von ihnen hat sein eigenen Päckchen zu tragen, bis ein schreckliches Ereignis ihre Wege erneut zusammenführt.
Erzählt wird aus mehren Perspektiven. Hauptsächlich Tilda, Enzo und Franca. Mit der rebellischen Franca reist man nach Botigalli in die 80er Jahre und bekommt einen lebhaften Eindruck davon, was damals wirklich passiert ist.

«Der dunkle Sommer» von Vera Buck, der mir besser als «Das Baumhaus» gefallen hat, greift das aktuelle Szenario Süditaliens auf, wo Häuser für einen Euro verkauft werden, um das Dorfsterben aufzuhalten. Das ist nicht der einzige wahre Bezug, wie die Autorin im Nachwort schreibt, was der real anmutenden Handlung anzumerken ist, die trotzdem mit makabren Extras punktet.

In drei Teilen wird eine atmosphärisch Geschichte über einen düsteren Sommer in Italien erzählt, mit durchweg guter Spannung, authentischen Charakteren und einem starken - wenn auch schnellem - Ende. Vera Buck schreibt einnehmend, flüssig und kann mit einigen Überraschungen und Hintergrundwissen aufwarten. Die Umsetzung des sowieso schon interessanten Themas fand ich gelungen und würde es allen empfehlen, die einmal die dunkle Seite von Italien kennenlernen wollen.