Märchenadaption mit Potenzial
Once Upon A Tender KissOnce Upon a Tender Kiss punktet vor allem mit seinem schönen Worldbuilding und liebevoll ausgearbeiteten Charakteren. Besonders die Märchenadaption verleiht der Geschichte einen charmanten, leicht verspielten ...
Once Upon a Tender Kiss punktet vor allem mit seinem schönen Worldbuilding und liebevoll ausgearbeiteten Charakteren. Besonders die Märchenadaption verleiht der Geschichte einen charmanten, leicht verspielten Rahmen, der sich angenehm von klassischen Romances abhebt.
Weniger überzeugen konnte mich allerdings die romantische Entwicklung. Ein Slowburn kann durchaus reizvoll sein, hier zieht sich die Annäherung jedoch so sehr, dass sie stellenweise kaum greifbar wirkt. Zwar gibt es immer wieder kleine, schöne Szenen, die ein vorsichtiges Aufflackern von Gefühlen andeuten, doch werden diese Momente selten wirklich vertieft und verlaufen sich stattdessen oft wieder. Dadurch bleibt die emotionale Entwicklung für mich schwer nachvollziehbar. Hinzu kommt, dass die Vielzahl an Figuren für ein vergleichsweise kurzes Buch fast etwas zu groß ist, was es zusätzlich erschwert, eine klare Bindung zu den zentralen Beziehungen aufzubauen.
Ein weiterer Kritikpunkt ist der große Fokus auf den Sorgerechtsstreit, der einen erheblichen Teil der Handlung einnimmt. Dieser Handlungsstrang ist zwar emotional und relevant, drängt jedoch die eigentliche Liebesgeschichte zu sehr in den Hintergrund, sodass die Balance nicht ganz aufgeht.
Insgesamt ist Once Upon a Tender Kiss ein nettes, leichtes Buch für zwischendurch, das mit Atmosphäre und Ideen überzeugt, aber in seiner romantischen Entwicklung und Gewichtung der Plotstränge nicht ganz ausschöpft, was möglich gewesen wäre.