Nichts für schwache Nerven
Benjamin Wiaters "Der Bräutigam", erschienen im Saga Egmont Verlag, entfaltet sich als ein intensives Buch, das von der ersten Minute an fesselt. Die Geschichte ist so eindringlich erzählt, dass man sich ...
Benjamin Wiaters "Der Bräutigam", erschienen im Saga Egmont Verlag, entfaltet sich als ein intensives Buch, das von der ersten Minute an fesselt. Die Geschichte ist so eindringlich erzählt, dass man sich mühelos in die düstere Atmosphäre und die Gedankenwelt der Figuren hineinversetzen kann. Besonders die präzise psychologische Darstellung der Charaktere macht es leicht, mitzufiebern – und manchmal auch zu erschrecken.
Was dieses Buch auszeichnet, ist die selten erreichte Kombination aus Spannung und Brutalität. Wiater hält nichts zurück: Die Handlung ist stellenweise grausam und gewalttätig, aber nie selbstzweckhaft. Jede schockierende Szene dient dem Aufbau einer bedrohlichen, fast beklemmenden Intensität, die bis zum Schluss anhält.
Als Hamburgerin fand ich den geographischen Bezug besonders reizvoll.
Die vielen Wendungen machen "Der Bräutigam" zu einem echten Pageturner. Immer wenn man glaubt, den Täter oder das Motiv zu durchschauen, zieht Wiater den Boden unter den Füßen weg und öffnet eine neue Perspektive. Diese erzählerische Raffinesse sorgt dafür, dass keine Minute langweilig wird.
Kurz gesagt: "Der Bräutigam" ist nichts für schwache Nerven – aber für alle, die sich in eine tiefschwarze, hochspannende Geschichte stürzen wollen, ist dieses Buch ein absolutes Highlight.