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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2025

Fantasy-Knüller

Kill the Queen
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Kennt ihr das, wenn ihr das Buch einer Person in die Hand nehmt und bereits vor dem Lesen wisst, das wird gut? Jennifer Estep ist für mich so eine Person. Dementsprechend bin ich mit hohen Erwartungen ...

Kennt ihr das, wenn ihr das Buch einer Person in die Hand nehmt und bereits vor dem Lesen wisst, das wird gut? Jennifer Estep ist für mich so eine Person. Dementsprechend bin ich mit hohen Erwartungen an das Buch herangetreten, die vollständig erfüllt wurden. Bereits mit dem Einstieg hat mich die Autorin gecatched.

„Der Tag des königlichen Massakers begann wie jeder andere. Damit, dass ich etwas vollkommen Nutzloses tat.“ – S. 1, Evie

Das Buch ist ausschließlich aus der Sichtweise der Protagonistin Evie geschrieben worden. Sie kam als Waise ins Königreich Bellona. Trotz dessen, dass sie zur Königsfamilie gehört, hat sie als Waise und mit ihrer minderen Magie einen niedrigen Rang im Palast. Sie macht die „Drecksarbeit“ der Adeligen und geht auf jedes langweilige Bankett und erfüllt königliche Traditionen, wie das Backen mehrerer Kuchen bei Besuch aus dem Nachbarkönigreich. Dadurch hat sie aber auch vielseitige Kompetenzen (z. B. Backen), kennt sich mit den Traditionen und der Geschichte umliegender Königreiche aus und spricht einige Sprachen.

Ich habe sie als interessante und vielseitig gebildete Hauptfigur kennengelernt. Ihr Wissen über Gepflogenheiten und ihre Fähigkeiten in verschiedensten Richtungen, waren beeindruckend.

Zunächst lernt man sie am Hofe kennen. Hier hält sie eher den Mund, behält ein Lächeln im Gesicht und ihre feurigen Gedanken für sich. So bleibt es jedoch nur bis zum grausamen Massaker, das sich im ersten Satz des Buches bereits ankündigt. Sie wollte sich nie wieder schwach fühlen und dafür bewirbt sie sich um einen Platz bei den Gladiatoren in der Stadt und lebt nur noch nach frei Schnauze. Nach kürzester Zeit, sagt sie alles was sie denkt und zeigt ihre kämpferische Seite, womit sie nicht nur bei mir als Leser Sympathiepunkte sammelt.

Doch ebenfalls kämpferisch und vor allem gerissen, ist die Antagonistin der Geschichte. Immer auf ihren Vorteil bedacht und manipulativ zeigt sich ihre grausame Cousine Vasilia. Ich empfand sie als genial ausgearbeitet und als gruselige Feindin. Doch auch viele Nebencharaktere wurden klasse und lebendig beschrieben. Bösartige, freundliche und geheimnisvolle Persönlichkeiten wurden entworfen und geben dem Leser Lieblinge - Lieblingscharaktere oder Lieblingsfeinde. Meine Favoriten darunter waren die Gladiatoren, die wie eine eingespielte Familie wirkt. Angsteinflößend in der Arena, aber handzahm, wenn es um leckeren Kuchen geht.

Die Geschichte beginnt wirklich brutal und ist nichts für empfindliche Nerven. Estep entwickelt eine eigene Fantasy-Welt mit spannenden magischen Fähigkeiten rund um den Kampf, um den Thron. Ich empfand die Handlung als durchweg spannend und episch mit einer Prise Humor und Brutalität. Im Hintergrund zeichnen sich leichte Romanze-Elemente ab, die für ein Kribbeln in der Magengegend sorgen. Somit enthält „Kill the Queen“ genau die Zutaten, die ich mir für den perfekten Fantasyroman-Cocktail wünsche.

Fazit:

Jennifer Estep konnte mich vollkommen mit ihrem Auftakt überzeugen. Die Handlung ist fesselnd, voller spannender Fantasy-Elemente und Kämpfe. Ich habe mich sehr gefreut Protagonistin Evie kennenzulernen und sie in ihrem Leben ein wenig zu begleiten. Ihre später sehr direkte Art, empfand ich als total sympathisch und sie brachte mich damit oft zum Lachen. Es werden im Handlungsverlauf aber weitere, interessante Charaktere den Weg des Lesers kreuzen. Für mich ein gelungenes Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Atemraubendes Leseerlebnis

The Girls I've Been
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Ich wollte das Buch nicht schließen. Ich wollte es nicht weglegen. Am liebsten würde ich jetzt noch weiterlesen. „The Girls I’ve Been“ ist absolut spannend geschrieben. Die Autorin benutzt kurze Sätze ...

Ich wollte das Buch nicht schließen. Ich wollte es nicht weglegen. Am liebsten würde ich jetzt noch weiterlesen. „The Girls I’ve Been“ ist absolut spannend geschrieben. Die Autorin benutzt kurze Sätze und Kapitel als Stilmittel, womit sich die Geschichte rasant lesen lässt. Damit setzt sie eine grandiose Grundlage für den Spannungsbogen ihrer originellen Geschichte.

Der Leser erlebt mit der Protagonistin, ihrem Ex und ihrer neuen Freundin einen Banküberfall. Dabei wirkt sie erstaunlich ruhig und überlegt. Statt lange in Panik zu verfallen, sondiert sie die Lage genau und fängt an die Bankräuber zu manipulieren. Schnell wird klar, sie hatte bereits Berührungspunkte mit ähnlichen Situationen. Ich wollte direkt mehr über sie erfahren.

Die Aufteilung des Buches in verschiedene Teile, haben mir genau das ermöglich. Es gibt die Gegenwart im Banküberfall, auf grauen Blättern wird die Entstehung ihre Alter Egos vorgestellt in der Zeit mit ihrer Mutter (Trickbetrügerin) und es gibt Kapitel für die Zeit dazwischen.

Lange Zeit fand ich keinen Buchcharakter so spannend, wie Nora. Sie ist schlau, ausgezeichnet im Analysieren von Menschen und anschließend im Manipulieren. Dabei greift sie auf Tipps und Tricks zurück sowie erfolgreichen und schlimmen Erfahrungen. Das Buch und wie es alles beschreibt - Ihre Vergangenheit, ihre Persönlichkeit und ihre Art Menschen zu analysieren/manipulieren – ist aus meiner Sicht ein psychologisches Meisterwerk.

Ich habe so mit gefiebert im Banküberfall und ihren Plänen, um alle Menschen lebend herauszubekommen. Neben dem passenden Schreibstil und der faszinierenden Hauptfigur, wird die Spannung von den Bankräubern nur befeuert. Der Überfall läuft nicht wie geplant, die Räuber sind labil und sie sind grausam.

Jede Person in diesem Buch wurde grandios ausgearbeitet. Man lernt unterschiedliche Menschen kennen. Tolle, herzensgute, manipulative oder angsteinflößende – nur um mal ein paar Beispiele zu nennen. Und alle tragen ihren Teil dazu bei, dass die Protagonistin ihre gegenwärtige Persönlichkeit entwickelt hat und die Bankräuber einer starken Gegnerin gegenüberstehen.

Fazit:

Grandios.

Am liebsten würde ich das Buch direkt von Neuem beginnen. Es ist spannend, wegen der Situation im Überfall, wegen der außergewöhnlichen Protagonistin und ihrer Vergangenheit sowie aus psychologischer Sicht. Ich saß eigentlich fast schon an den Seiten festgetackert, so wenig wollte ich es aus der Hand legen.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Frostige Märchenadaption

Splitter aus Silber und Eis
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Splitter erinnert an eine Reihe von Märchen. Die Schöne und das Biest, Blaubart, die Schneekönigin, etc. Auch habe ich Ähnlichkeiten zu „das Reich der sieben Höfe“ feststellen können, die mir als Sarah ...

Splitter erinnert an eine Reihe von Märchen. Die Schöne und das Biest, Blaubart, die Schneekönigin, etc. Auch habe ich Ähnlichkeiten zu „das Reich der sieben Höfe“ feststellen können, die mir als Sarah J. Maas Fan persönlich sehr zugesagt haben. Und trotzdem sah ich lediglich Parallelen, die sich in einer völlig eigenen, schönen Geschichte eingebaut haben.

Veris ist ein Sakral – vom Rat als die Schönheit des Jahres gekürt, um dem Fae-Prinzen des Winterhofs geopfert zu werden. Seit Jahren sind die Fae gefürchtet, alles übel sehen sie im Prinzen. Jedes Jahr fordert er eine Frau aus dem Menschenvolk und jedes Jahr wird eine Schönheit trainiert im Kampf, Überleben und in der Verführung, um die Menschen von einem Monster zu befreien. So auch Veris. Verflucht mit absoluter Schönheit und ihrer Vorbestimmung.

Kennengelernt habe ich sie als starke und stolze Persönlichkeit, aber mit einem authentischen Hauch an Schwäche. Der Prinz wiederum lernt sie als aufmüpfige Prinzessin kennen, die sich nicht von Macht, Prestige oder Materiellem beeindrucken lässt.

Als Leser können wir die Perspektive von Veris und dem Fae-Prinzen lesen. Den Prinzen empfand ich als schwer einzuschätzen. In manchen Momenten zeigte er sich brutal. Sein gefürchteter Ruf schien berechtigt zu sein. In anderen Situationen empfand ich ihn als rational, fast gefühlslos, aber überlegt. Er sorgt für einen mysteriösen Touch und viel zwischenmenschliche Spannung.

Beide können sich vom ersten Moment an nicht ausstehen. Doch haben sie ihre Absichten und die Beruhen darauf, das Vertrauen des Anderen zuerst zu gewinnen. Es beginnt ein Tanz aus Umgarnen, Intrigen und Strategie mit einem Hauch Sarkasmus in den Dialogen.

Dabei verschlägt es die Zwei zu atemberaubenden Momenten, wie das Erlernen von Magie, ihren Reisen durch die Fae- und Menschenwelt, dem Kennenlernen von verschiedenen Traditionen, Perspektiven und Riten. Vom magischen, mystischen Aspekt und den Settings ist dieses Buch ein absolutes Highlight.

Zudem entsteht ein frostiges Gefühl bei den Beschreibungen des kalten Winterhofs, Veris erstem Schnee oder der magisch erstellten Eisrose des Prinzen. Die Autorin schafft es, die Vorzüge kalter Temperaturen in schöne Worte zu verpacken, was diese Geschichte zu einem geeigneten Griff insbesondere in der aktuellen Winterjahreszeit macht.

Fazit:

Für alle „das Reich der Sieben Höfe“-Fans und Märchenliebhaber oder Leser, die ein passendes Buch für die kalte Jahreszeit suchen. Es ist spannend, magisch und voller, schöner Orte im Frühlings- und Winterreich.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Authentische Charakterentwicklung

König Ziegenbart
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König Ziegenbart ist bereits mein dritter Märchenroman aus Jacquelines Feder. Hier nimmt sie einen meiner liebsten und doch eher einen der unbekannteren Märchen ins Visier und schreibt ihre eigene Version ...

König Ziegenbart ist bereits mein dritter Märchenroman aus Jacquelines Feder. Hier nimmt sie einen meiner liebsten und doch eher einen der unbekannteren Märchen ins Visier und schreibt ihre eigene Version von. (König Drosselbart)

Anfangs lernt der Leser Prinzessin Isabel kennen: hochmütig, stolz und eingebildet. Das sind nicht unbedingt die ersten Adjektive, die einem bei einer sympathischen Person einfallen. Doch bei Jacqueline als Autorin, der Königin der charakterlichen Entwicklung, war ich einfach gespannt, was sie für Isabel und den Leser bereithält.

Der Beginn der Handlung, ähnelt dem Geschehen in König Drosselbart sehr. Eine eingebildete Prinzessin will nicht heiraten und beleidigt alle Umwerber, um sie zu verschrecken. Danach kündigt ihr Vater an, dass der nächste Umwerber, und sei es ein Bettler, der am Morgen durch das Tor spaziert, sie zur Ehefrau erhält. Ein einfaches Leben außerhalb des Palastes, solle sie Demut, Dankbarkeit und Freundlichkeit lehren.

Doch baut die Autorin durch viele Details ihre eigene Note in dem Geschehen ein. Sei es damit, dass der Thronerbe dem zweitgeborenen Prinzen befiehlt sich als ihn auszugeben und die Prinzessin zu umwerben. Oder sei es mit einer sprechenden Ziege, die Isabel so häufig für dumm erklärt, weil sie das Verhalten von Menschen nicht nachvollziehen kann und ihr damit eine wichtige Lebenslektion nach der anderen mit auf den Weg gibt.

Die sprechende Ziege Betti ist und bleibt mein Favorit. Doch finden sich hier vielschichtige und interessante Charaktere. Ein Hauptfokus liegt eindeutig auf Prinzessin Isabel und ihrer charakterlichen Entwicklung und dem zweitgeborenen Prinzen Lars, der einiges an Moral im Herzen trägt, aber auch eine dünne Zündschnur besitzt. So ergebt sich eine Mischung aus einer Menge Kabbeleien, aber auch spritzigen, humorvollen Wortgefechten.

Fazit:

Bisher mein Favorit unter den Märchenneuerzählungen der Autorin. Sie bietet dem Leser eine unsympathische Protagonistin, die an ihrem Abenteuer reift und die der Leser lieben lernt. Zudem eine Meeeenge Stellen zum Lachen, ob durch die Situationskomik mit der Ziege Betti oder durch den Schlagabtausch zwischen den Hauptfiguren. Des Weiteren schleichen sich kleine Weisheiten ins Geschehen mit ein und eine spannende psychologische Betrachtung im Bereich Hochmut. Für die romantischen Herzen unter den Lesern, gibt es auch einige prickelnde oder herzerwärmende Szenen.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Prinz Cinderella

Magic Tales (Band 1) - Verhext um Mitternacht
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Märchenadaptionen gehen aus meiner Sicht immer. Es ist wunderschön in altgeliebten Geschichten abzutauchen mit neuen Twists und eigenen Charakteren. So habe ich mich natürlich bereits sehr auf die Cinderella ...

Märchenadaptionen gehen aus meiner Sicht immer. Es ist wunderschön in altgeliebten Geschichten abzutauchen mit neuen Twists und eigenen Charakteren. So habe ich mich natürlich bereits sehr auf die Cinderella Adaption von Stefanie Hasse gefreut. Von ihr habe ich bereits andere Werke gelesen, so dass mich ihr Schreibstil bereits vorher überzeugen konnte. Sie schreibt sehr flüssig und mit gut portionierten Dialogen.

Somit konnte ich mich auch schnell wiederfinden in der männlichen Cinderella-Version. Ihre Twists haben mich total angesprochen. Hier hat der männliche Protagonist zwei böse Stiefbrüder und wird wegen fehlender Magie in einer Hexenfamilie gehänselt. Währenddessen geht die mächtige Hexe Ela auf geheime Mission, wie in anderen Märchen der edle Prinz es tun würde.

In der Geschichte war ich wirklich schnell gefangen, jedoch hatte ich gewisse Probleme die Hexenwelt zu verstehen. Ich hätte gerne etwas ausführlicher erklärt bekommen, welche Hexe welche Fähigkeit genau hat und wie gut sie sind, woran man das misst bzw. was für Magie erlaubt ist und so weiter. Für mich leider etwas zu schwammig.

Auch bin ich kein großer Fan von dem klischeehaften Liebesbeziehungsverlauf, in dem beide Protagonistin wie vom Blitz getroffen sind bei der ersten Begegnung. Ich mein, das ist die Märchenadaption von Cinderella und auch im Ursprungsmärchen lassen sich die Charaktere nicht viel Zeit mit Liebesbekundungen. Hier sehe ich daher jüngere Leser vielleicht noch eher als ausgewählte Zielgruppe für diese Geschichte.

Fazit:

Stefanies Version von Cinderella gefiel mir wirklich gut. Sie spielt mit Märchenklischees und dreht und wendet die Gegebenheiten bis eine völlig neue Geschichte entsteht. Begleitet wird dies von einem angenehmen Schreibstil und einer magischen Welt. Eine ausführlichere Erklärung zu den magischen Elementen hätten mir geholfen mehr in dieser Welt abzutauchen. Auch bevorzuge ich eine langsamere Entwicklung für eine emotionale Bindung, worüber man ein wenig hinwegschauen kann in Anbetracht des Cinderella-Bezugs.

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