Etwas für jede Fantasy-Seele
Mich konnte der Auftakt der Reihe bereits absolut von sich überzeugen. Spätestens nach „Protect the Prince“ war ich vom Suchtpotential überzeugt. Auch hier begeistert die Autorin mit einem flüssigen Schreibstil ...
Mich konnte der Auftakt der Reihe bereits absolut von sich überzeugen. Spätestens nach „Protect the Prince“ war ich vom Suchtpotential überzeugt. Auch hier begeistert die Autorin mit einem flüssigen Schreibstil und eine gehörige Portion sarkastischem Humor. Letztendlich ist es die Spannung zwischen den Seiten, die einen ans Buch fesseln.
„Der Tag des ersten Mordanschlags begann wie jeder andere Tag auch. Damit, dass ich mich auf einen Kampf vorbereitete.“ – S. 11, Evie
In der Fortsetzung der Reihe baut Jennifer Estep jedoch eine andere Art von Spannung ein. Unter dem Motto blutig, brutal und hinterrücks stand Band 1. Doch nun nimmt Protagonistin Evie ihren Platz als Königin von Bellona ein und sieht sich plötzlich mit verbalen Kämpfen konfrontiert. Als Leser bekommt man die volle Ladung Palast Intrigen, höfische Spitzzüngigkeit, Bündnisarbeit und mörderische Pläne.
Nicht jeder ist begeistert von Evie als Königin und viele halten sie für schwach. Plötzlich sieht sie sich auch im Fokus einfallsreicher Mordanschläge. Somit hat sie viel damit zu kämpfen, mental und körperlich stark zu wirken und ihre magischen Fähigkeiten geheim zu halten. Und am Leben zu bleiben.
Mir hat es gut gefallen, dass sich verschiedene Formen von Spannung durch die Bände der Reihe ziehen. Als Leser sollte man sich jedoch darauf einstellen, dass es nicht mehr der brutale, blutige Stil ist, wie im Auftakt.
Weiterhin bin ich ein absoluter Fan von Königin Everleigh - mit Spitznamen Evie – Blair. Sie strahlt immer noch mit ihrem Wissen über verschiedene Königreiche, ihre Traditionen und ihre Geschichte. In vielen verzwickten Situationen wird ihre Intelligenz und Überlegtheit deutlich. Es ist für mich immer spannend eine intelligente Frau in ihrem Abenteuer zu begleiten, die zugleich stärke und Aufopferungsbereitschaft für ihre Liebsten und ihr Volk zeigt. Für mich ist sie ein All-round-Paket an Frauenpower. Dabei muss auch sie in ihre Rolle als Königin hineinwachsen. All ihre Fehler und Stolpersteine machen sie jedoch nur menschlich.
Einen starken und offensichtlichen Bösewicht wie im Auftakt gab es zwar nicht, aber man erwartet von jeder Seite einen Hinterhalt. Wieder werden Gegenspieler und weitere Charaktere genial und vielschichtig ausgearbeitet. Somit konnte ich mein Band zu Evies Freunden aus der Gladiatorengruppe vertiefen und neue Charaktere hinterfragen, an ihnen zweifeln oder sie ins Herz schließen. Charakterentwürfe gelingen der Autorin ausgezeichnet.
Zu guter Letzt muss ich lobend die magischen Elemente, die verschiedenen Völker und ausgearbeiteten Eigenheiten oder Traditionen erwähnen. Ob nun jemand mit Blitzen werfen kann oder über den magischen Geruchssinn die Gefühle anderer Personen deuten kann, ich habe jedes Detail in mich aufgesogen. Auch bin ich begeistert von dem Volk der Unger, die statt auf Gladiatorenkämpfe viel Wert auf einen perfekt ausgeführten Volkstanz legen. Oder davon, dass das andvarische Volk auf Gargoylen fliegt.
Fazit:
Die Splitter Krone bietet eine wundervoll ausgearbeitete Welt, voller mystischer Wesen und Magie. Beschrieben wird die Welt und das Abenteuer mit einem flüssigen, spannenden und humorvollen Schreibstil. Wobei eine große Packung Humor von Evie getragen wird. Für mich stellt sie eine Powerfrau dar, die ich gerne in ihren Entwicklungen als Königin und Kämpferin begleitet habe. Es gab einen kleinen Spannungswechsel von vorher blutig, brutal zu diesmal spitzzüngig, hinterhältig. Das empfand ich als abwechslungsreich, wobei man auch nicht völlig ohne Kämpfe auf Leben und Tod aus diesem Band herauskommt.