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Veröffentlicht am 20.09.2021

Starker Anfang, aber keinerlei Entwicklung und viel zu offenes Ende

Der Zirkel
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Vielen lieben Dank an den Heyne-Verlag und das Penguin Random House-Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!
Meine Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Zugegebenermaßen ...

Vielen lieben Dank an den Heyne-Verlag und das Penguin Random House-Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!
Meine Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Zugegebenermaßen hat das Cover aufgrund der Schlichtheit und der dunklen Farbgestaltung nicht auf Anhieb meine Aufmerksamkeit erregt – im ersten Moment habe ich tatsächlich auch zunächst gedacht, es handele sich hierbei um einen Thriller oÄ.
Bei näherer Betrachtung und vor allem nachdem ich nun den Inhalt kenne, finde ich das Cover allerdings genial – der Kreis erinnert an ein Schwarzes Loch oder eine Sonnenfinsternis. Das sieht nicht nur mystisch aus, sondern macht auch inhaltlich viel Sinn, warum, kann ich allerdings natürlich nicht verraten! :D
Der Titel passt aus offensichtlichen Gründen super. Ich finde es toll, dass der Verlag einfach den Originaltitel „The Coven“ übernommen und übersetzt hat!
Einzig negativ ist mir das Preis-Leistungs-Verhältnis aufgefallen: „Der Zirkel“ kostet 14,99 €, ist jedoch bloß ein etwas größeres Taschenbuch ohne besondere Innengestaltung. Auch der Einband ist nicht besonders fest: Obwohl ich meine Bücher immer sehr vorsichtig lese, konnte ich hier Leserillen nicht vermeiden. ☹


Meine Meinung:
Als ich den Klappentext zu „Der Zirkel“ gelesen habe, war ich aus zwei Gründen sofort geyped: Zunächst einmal geht es hier um Hexen. Wer mich kennt, weiß, dass das für mich ein Totschlag-Kaufargument ist! :D
Abgesehen davon klingt das Buch sehr feministisch und nach starken weiblichen Figuren, auch das ist für mich ein Grund, zu einem Buch zu greifen.

Zu Beginn scheinen sich diese Erwartungen auch noch zu erfüllen.
Der Einstieg ist sehr spannend, da der Leser gleich ohne große Erklärungen in das Geschehen geworfen wird und zunächst genauso verwirrt ist, wie die Protagonisten. Sowohl Adelita und Ethan als auch Chloe und ihr Vater sind von Anfang an auf der Flucht und man muss erstmal herausfinden, wie es jeweils dazu gekommen ist, wovor sie fliehen und weshalb.
Dadurch ist das Erzähltempo direkt am Anfang sehr hoch und man kann sich bereits nach wenigen Seiten schon kaum vom Buch lösen. Es verspricht, ein Pageturner zu werden!

Hinzu kommt das ausgeklügelte Magiesystem, die Politik sowie die gesellschaftlichen Konflikte, die anfangs allesamt einerseits sehr nebulös erscheinen, gleichzeitig aber auch zum Rätseln und Mitfiebern anregen. Man stellt eigene Theorien auf, weshalb Hexen so verachtet werden, wie es dazu gekommen ist, dass die Sentinels weltweit so viel Macht haben usw.
All das lüftet sich natürlich nach und nach, aber dadurch wird das Ganze nicht weniger interessant.

Vor allem die Aufteilung der Hexen in Elementare, Kristall- und Küchenhexen, wie ihre Magie jeweils funktioniert, was sie dafür brauchen oder wo ihre Grenzen sind, ist wirklich toll dargestellt und nachvollziehbar erklärt. Obwohl man anfangs also nicht viel versteht, gelingt der Autorin die Heranführung des Lesers an das Magiesystem auf natürliche Weise und man erhält schnell einen Überblick.

Aber auch das Zusammenspiel von Politik, Machtspielchen der Sentinels und Gesellschaft, die moderne Hexenverfolgung und die Verachtung der Hexen durch „Goodies“ und Männer ist unheimlich spannend dargestellt. Man sieht Parallelen zum NS-Regime und anderen totalitären Gewaltherrschaften, gleichzeitig unterscheidet sich die Welt in „Der Zirkel“ nicht allzu sehr von unserer. Vor allem in Bezug auf Sexismus sowie der Unterdrückung von Frauen werden viele Problembereiche angeschnitten, die auch bei uns unentwegt diskutiert werden. Die Art, wie die Autorin hier also historische und aktuelle gesellschaftliche Konflikte kombiniert, hat mir sehr gut gefallen!


Trotz aller anfänglicher Begeisterung kann ich leider nicht sagen, dass ich das Lesen bis zum Schluss genossen habe. Nicht nur, weil man ab einem bestimmten Punkt vergeblich nach Spannung sucht und sich die Handlung dadurch, dass die Protagonisten lange bloß von A nach B reisen, vor allem im Mittelteil stark zieht. Insbesondere, dass sich mir immer mehr Fragen aufgetan haben, die auch bis zur letzten Seite nicht geklärt wurden, hat mir die Freude am Lesen genommen.
Vor allem die Beziehung zwischen Adelita und Ethan, die aus dem Nichts zu kommen scheint, und dann auch gleich von Null auf Hundert, hat mich stark herausgerissen. Ich habe zu keinem Zeitpunkt einen Sinn für ihre Beziehung oder ein Knistern verspürt, es wird stattdessen einfach vorausgesetzt, dass beide seelenverwandt sind. Das konnte ich nicht nachvollziehen und dadurch haben beide Figuren für mich an Glaubwürdigkeit verloren. Durch den eher distanzierten Schreibstil hatte ich ohnehin Probleme, eine Bindung zu den Protagonisten aufzubauen, aber ab diesem Punkt habe ich zu Adelita und Ethan jeglichen Bezug, den ich bis dahin aufbauen konnte, wieder verloren.

In Chloe konnte ich mich ähnlich wenig hineinversetzen. Zu Beginn ist sie ein wütender, unbesonnener Teenager, der ein schlechtes Verhältnis zu seinen Eltern hat und niemanden vertraut, aber dann kommt Adelita – eine für Chloe wildfremde Frau! – und schafft es, sie zu erden und ihr die Angst vor ihrer Macht zu nehmen. Woher kommt dieses Vertrauen? Wieso ausgerechnet Adelita? Auch ihre Beziehung zueinander wird nie aufgebaut oder wenigstens erklärt.

Ähnliches gilt für die Kräfte der beiden. Wieso sind sie so mächtig? Was hat es mit der dunklen Seite des Mondes auf sich? Was versucht die ganze Zeit, Besitz von Chloe zu ergreifen und wie schafft sie es, die Kontrolle zu behalten? Ich habe keine Ahnung!!
Diese Konflikte sind irgendwann einfach da und am Ende sind sie gelöst. Ich weiß nicht, wie die Protagonisten sich so sehr entwickeln, dass sie es schließlich schaffen, denn darauf geht die Autorin gar nicht ein.

Weder der Plot an sich noch die Figuren werden also entwickelt, sondern sind im einen Moment einfach so und im nächsten dann anders. Das macht es für mich als Leserin sehr schwer, mich im Buch zu verlieren und der Geschichte Glauben zu schenken.


Fazit:
Während der Anfang also noch einen starken, feministischen Pageturner mit einem spannenden, ausgeklügelten Magiesystem verspricht, kann „Der Zirkel“ dieses Niveau nicht halten.
Sowohl die Protagonisten als auch der Plot entwickeln sich weiter. Stattdessen werden Beziehungen und Konflikte bzw. ihre Lösungen wie auf ein Fingerschnippen einfach vorausgesetzt, sodass sich einem die Frage stellt, wie es nun dazu kommen konnte und was jeweils der Grund dafür ist. In der Hinsicht bleibt Vieles unklar und lässt den Leser unzufrieden zurück.
Wenig hilfreich ist da auch, dass vor allem im Mittelteil kaum Wesentliches passiert und auch der Schreibstil der Autorin so distanziert ist, dass man zu Keinem eine Bindung aufbauen kann. Schade!
3,5/ 5 Lesehasen.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2021

Ein Schatz für Fans des Grishaverse!

Die Leben der Heiligen
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Vielen lieben Dank an Knaur Fantasy für das Rezensionsexemplar!
Meine Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Ein Highlight. Ein Hingucker. Ich weiß gar ...

Vielen lieben Dank an Knaur Fantasy für das Rezensionsexemplar!
Meine Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Ein Highlight. Ein Hingucker. Ich weiß gar nicht, was ich zu dieser wunderbaren Aufmachung alles sagen soll! In diesem Fall muss ich die Aufmachung ausnahmsweise auch mit in die Bewertung einfließen lassen, weil sie einen so wesentlichen Teil des Buches ausmacht und außerdem so grandios gelungen ist, dass ich sie gar nicht vom Inhalt trennen könnte.
Zunächst einmal sieht „Das Leben der Heiligen“ durch die goldenen Details auf dem Einband in Kombination mit dem Dunkelrot sehr edel aus. Zugegeben, der gelbe halbe Schutzumschlag stört das Bild ein bisschen, aber den kann man ja (ausnahmsweise) abmachen (was ich auch tun werde). Ein Highlight: Es sieht einfach original so aus wie das Exemplar, das Alina in „Shadow and Bone“ (die Serie) kurz in der Hand hält! :D Also wenn alleine das schon einen Fan nicht überzeugt, dann weiß ich auch nicht.

Aber auch im Innenteil ist das Buch mit so viel Liebe zum Detail traumhaft gestaltet, dass man gar nicht anders kann, als es zu bewundern. Jeder Heilige hat, wie es in der Grisha-Trilogie auch beschrieben wird, eine eigene Zeichnung, und jede davon ist für sich schon ein Kunstwerk. Aber auch um den Text herum sind die Seiten mit goldenen Schnörkeleien verziert, was mir sehr gut gefallen hat.
Kurzum: alleine schon wegen des Aussehens ist „Die Leben der Heiligen“ ein Highlight und jeden Cent wert!


Meine Meinung:
Aber auch inhaltlich konnte es mich zweifelsfrei überzeugen.
Trotzdem möchte ich vorab eines klarstellen: Das Buch sollte man nur lesen, wenn man das gesamte Grishaverse bereits kennt, denn sonst ist man womöglich verwirrt oder versteht manche Anspielungen nicht. Insbesondere Nikolais Dilogie ist hier teilweise durchaus wichtig, und die wiederum sollte man nicht gelesen haben, wenn man die Trilogie und die Krähen nicht kennt.
Einige Geschichten beziehen sich nämlich sehr stark darauf, was vor allem in „King of Scars“ oder „Rule of Wolves“ geschieht, insofern kommt man unter Umständen also nicht in den ganzen Genuss von „Die Leben der Heiligen“, wenn man die Bücher nicht kennt.
Das ist allerdings auch nicht weiter überraschend, denn immerhin ist „Die Leben der Heiligen“ ein Begleitbuch zum Grishaverse, das ohnehin hauptsächlich für Fans der Reihe geschrieben wurde. 😉

Deshalb sind sich rein objektiv betrachtet manche Geschichten etwas ähnlich, vielleicht auch ein wenig repetitiv, und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es für jemanden, der nicht ganz so invested im Grishaverse ist, wie ich, daran weniger Gefallen findet.
Aber, wie gesagt, das Buch ist für Fans, und so einer bin ich! :D

Ich fand nämlich jede Geschichte für sich sehr lesenswert. Natürlich sind manche spannender oder mitreißender als andere, aber in meinen Augen hat jede einzelne Geschichte einen eigenen, besonderen Fokus und vielleicht sogar eine Moral, die man daraus mitnehmen kann. Viele haben dabei gemeinsam, dass sie negative Eigenschaften der Menschen, wie Neid, Missgunst oder Unverständnis/ Hass gegenüber Fremdem hervorheben. Oder, wie meine Buddyreadpartnerin Sophia von wordworld es sehr schön und passend ausgedrückt hat: „Eine Ode auf die Dummheit der Menschen.“

Das hat mir sehr gut gefallen, ebenso, wie die Tatsache, dass die Geschichten insgesamt ein sehr breites Spektrum abbilden: Von lustig, über traurig bis einfach nur schön oder sogar gruselig und (teils sehr) brutal ist für jeden alles dabei. Sogar das eine oder andere Easter Egg oder eine Überraschung („Die Heilige des Buches“) findet man hier!

Abschließend möchte ich noch hervorheben, dass auch der Schreibstil in „Die Leben der Heiligen“ ähnlich besonders ist. Er ist an die „Art“ des Buches – im Grishaverse ist es ein Kinderbuch – angepasst und erinnert sehr stark an klassische Märchen. Gleichzeitig erkennt man Leighs bildhaften, oftmals doppeldeutigen Schreibstil sehr gut wieder.


Fazit:
Das überrascht jetzt bestimmt keinen, aber „Die Leben der Heiligen“ war ein großes Highlight für mich! Ich empfehle es jedem Fan des Grishaverse, alleine schon wegen der Aufmachung ist es ein Muss, aber auch, weil man hier ein wenig Hintergrund bspw. zu Sankt Ilya in Ketten, Sankt Feliks zwischen den Zweigen, Sankta Lizabeta von den Rosen, aber auch zu anderen Heiligen oder bekannten Figuren erhält.
Man kann das Buch sehr gut in einem Rutsch durchlesen oder durch die Einteilung der einzelnen Heiligen auch häppchenweise als „Gutenachtgeschichte“. In jedem Fall macht es sehr viel Spaß und ist eine wunderbare Ergänzung zum Grishaverse – die aber voraussetzt, dass man die anderen sieben Bücher bereits gelesen hat!
Ich habe nichts auszusetzen, daher gibt es für „Die Leben der Heiligen“ 5/5 Lesehasen.

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Veröffentlicht am 31.08.2021

Über den Schmetterlingseffekt von Freundlichkeit

Channel Kindness - Geschichten über Freundlichkeit und Zusammenhalt
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Aufmachung:
Die gesamte Aufmachung dieses Buches ist ein Highlight. Es ist kunterbunt, aber wegen des Pastelligen harmonieren die einzelnen Farben trotzdem wunderbar miteinander. Wichtige Informationen ...

Aufmachung:
Die gesamte Aufmachung dieses Buches ist ein Highlight. Es ist kunterbunt, aber wegen des Pastelligen harmonieren die einzelnen Farben trotzdem wunderbar miteinander. Wichtige Informationen oder ausschlaggebende Sätze sind hervorgehoben, die jeweiligen Artikel sind mit Bildern und Letterings dekoriert und im Anhang findet man nicht nur die Bild- und Artikelreferenzen zum Nachlesen, sondern auch zusammengefasst aufgelistet die genannten Hilfsorganisationen und Stiftungen zum schnellen Nachschlagen.


Meine Meinung:
Wholesome – so könnte man das Buch in einem Wort beschreiben. Oder auch inspirierend, berührend, wunderschön, … Führt diese Liste gerne weiter fort.

„Channel Kindness“ ist kein „klassisches“ Buch mit einer zusammenhängenden oder wie in einer Anthologie mit einzelnen Geschichten unter einem Oberthema, sondern eine Zusammenstellung von 51 Berichten von Reportern der Born This Way Foundation – die Stiftung, die Lady Gaga vor neun Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter ins Leben gerufen hat – über die unterschiedlichsten Begegnungen mit Freundlichkeit.
Das mag im ersten Moment klingen wie ein gedruckter Blog, und ein bisschen liest es sich auch, wie 51 verschiedene Blogposts. Aber das macht die einzelnen Geschichten nicht weniger berührend, inspirierend und lesenswert.

„Manchmal wissen wir nicht, wie wir jemandem helfen können, und fühlen uns hilflos. Doch als ich meinen Kaffee austrinke und meine Bücher zusammenpacke, habe ich begriffen, wie gut es jemandem tun kann, wenn man ihm einfach nur zuhört und ihn spüren lässt, dass er gehört und gesehen wird.“ (Theresa Stier, S. 15)

Das Buch zeigt, wie die kleinste Bemühung, z. B. in Form eines Lächelns oder eines Kaffees, den man einer fremden Person spendiert, oder auch nur ein bisschen Smalltalk im stressigen Alltag, den größten Unterschied machen kann. Es berichtet also von dem Schmetterlingseffekt, den die simpelste Freundlichkeit hervorrufen kann – und wie einfach das ist.
Es appelliert an den Leser, die Augen offenzuhalten, und inspiriert dazu, zu den Mitmenschen bewusst freundlicher zu sein.

„Wir sollten immer wieder innehalten und uns klarmachen, was wir gerade tun und ob wir damit vielleicht jemanden verletzen. Und mit ‚jemanden‘ meine ich auch uns selbst.“ (Vorwort von Lady Gaga)

Dabei rühren die einzelnen Berichte teilweise schon zu Tränen, so ergreifend sind die Schicksale, die manche Menschen erleben müssen, und gleichzeitig so beeindruckend ist ihr Umgang mit diesen Erlebnissen. Auch wenn die Reports zum Teil mit viel Emotionalität verbunden sind, hat es ausnahmslos jeder Artikel geschafft, dass ich mich nach dem Lesen leichter gefühlt habe – alleine beim Lesen ist dieses Buch über Freundlichkeit eine Wohltat für die eigene Seele. 😊


Abgesehen vom Inhaltlichen hat mir auch super gefallen, dass Lady Gaga nach jedem Bericht selbst ein paar Worte dazu geschrieben hat und dem Leser Tipps und Hinweise für Hilfsorganisationen oder Stiftungen zum jeweiligen Thema gibt, an die man sich wenden kann, wenn man selbst Hilfe sucht oder helfen möchte.
Dies ist natürlich auf US-amerikanische Organisationen beschränkt, was ich zuerst ein bisschen schade gefunden habe, bis ich ganz hinten im Buch die Anmerkung des Verlags gesehen habe, dass die Berichte ausschließlich Adressen enthielten, die den Reportern wichtig seien und die daher nicht durch deutsche Pendants ersetzt werden konnten (vgl. S. 284). Im Anschluss daran sind die Wichtigsten deutschen Adressen für Notfälle sowie jeweils eine schweizerische und österreichische Internetadresse für Hilfsangebote genannt.
Das macht natürlich Sinn, da sich viele der Geschichten in diesem Buch spezifisch auf die jeweilige Organisation bezieht. Allerdings wäre es vielleicht besser gewesen, diese Anmerkung nicht so klein nach ganz hinten noch nach den Quellenangaben zu setzen, sondern dorthin, wo sie schneller auffindbar sind oder zumindest ein Hinweis auf diese Anmerkung an den Anfang. Ich habe sie nämlich erst jetzt gerade beim Schreiben dieser Rezension entdeckt, als ich noch einmal durch das Buch geblättert habe und zufällig auf die paar Zeilen gestoßen bin. 😉


Fazit:
„Channel Kindness“ ist also nicht nur für Lady Gaga-Fans lesenswert, sondern eine Empfehlung an jeden, der sich von der Freundlichkeit anderer inspirieren lassen und selbst aktiv werden möchte oder auf der Suche nach herzerwärmenden Erzählungen ist.
5/5 Lesehasen.

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Veröffentlicht am 31.08.2021

Humorvolle und spannende klassische Science Fiction

Skyward - Der Ruf der Sterne
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Vielen lieben Dank an Knaur Fantasy für das Rezensionsexemplar!
Meine Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Mir gefällt das Cover nicht nur deshalb richtig ...

Vielen lieben Dank an Knaur Fantasy für das Rezensionsexemplar!
Meine Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Mir gefällt das Cover nicht nur deshalb richtig gut, weil es so schön glänzt und überhaupt wunderbar ästhetisch aussieht, sondern weil es gleich auf mehreren Ebenen perfekt zum Inhalt passt. Ich finde dieses Cover tatsächlich sogar schöner als das Originalcover, was bei Fantasy/ SciFi eher selten der Fall ist. Aber in der Hinsicht hat mich der Knaur-Verlag ja noch nie enttäuscht. 😉
Im Übrigen ist auch der Einband trotz Klappenbroschur so stabil, dass man, selbst wenn man wollte, kaum eine Leserille in das Buch knicken kann. Das zusammen mit dem edlen Cover sowie die hübsche Gestaltung der Innenklappen rechtfertigt in meinen Augen den für ein broschiertes Buch doch etwas erhöhten Preis von 16,99 €.


Meine Meinung:
„Skyward“ ist Science Fiction, wie man sie sich vorstellt!
Das Buch spielt irgendwann in der Zukunft auf einem fremden Planeten. Was mit der Erde passiert ist oder wie die Menschheit dort gelandet ist, weiß man zu Beginn gar nicht und auch im Laufe der Handlung wird man in der Hinsicht nur minimal häppchenweise mit Antworten gefüttert – allerdings nicht so sehr, dass man sich ein gutes Bild davon machen könnte.

Trotzdem findet man den Einstieg sehr leicht. Man versteht schnell, wieso man so wenig über die Vergangenheit erfährt, und durch das hervorragende Worldbuilding fühlt sich Detritus ganz natürlich und selbstverständlich an. Das liegt unter anderem auch daran, dass das gesellschaftliche und politische System in „Skyward“ sehr gut ausgereift und interessant dargestellt ist. Die „DDF“ bildet hier quasi einen Militärstaat und es zeigen sich Parallelen zu bekannten Regierungssystemen. Manche Konflikte sind da natürlich von Anfang an angelegt, einige kristallisieren sich erst nach und nach heraus – ich habe schon die eine oder andere Theorie, wo so Manches hinführen könnte. „Skyward“ hat hier jedenfalls einen soliden Grundstein für die Folgebände gelegt.

Auch der Trümmergürtel im All, die Sterne und die Krell bieten viel Potenzial für Geheimnisse. Natürlich werden nicht alle Fragen aufgeklärt, immerhin ist dieses Buch erst der Auftakt. Es werden jedoch genügend Geheimnisse gelüftet, dass man am Ball bleibt. Nach und nach erfährt man mehr Hintergründe, man verwirft Theorien und stellt neue auf. Gleichzeitig ist man aber immer wieder überrascht von den vielen Twists, die man so nicht vorhersehen kann. Das steigert die Spannung!

Die Protagonistin Spensa ist (auszubildende) Pilotin, die Handlung des Buches wird also von entsprechend vielen (Übungs-)Kampfszenen und Action beherrscht. Während ich es normalerweise immer sehr gefährlich finde, eine Geschichte mit übermäßig viel Action vollzuladen, da dann die Gefahr besteht, dass man als Leser der einzelnen Actionszenen für sich überdrüssig wird, hat Brandon Sanderson hier nicht nur jedem Kampf seine eigene Besonderheit bzw. einen eigenen Fokus gegeben, sodass es in der Hinsicht nicht langweilig wird. Er hat gleichzeitig auch das perfekte Mittelmaß zwischen temporeichen und langsamen, eher dialoglastigen oder beschreibenden Sequenzen gefunden. Letztere werden durchaus auch mal sehr technisch, was bei SciFi ja selten ausbleibt, jedoch nie unverständlich oder anstrengend zu lesen, im Gegenteil sogar sehr nachvollziehbar dargestellt.

Das, was dieses Buch in meinen Augen jedoch so lesenswert macht, ist der Humor, vor allem der KI M-Bot, der ein bisschen angeknackst ist und eine skurrile Vorliebe für Pilze hat, aber auch der Protagonistin Spensa, die zu Sarkasmus, Großspurigkeit und Übertreibungen neigt. Ich habe beim Lesen sehr viel gelacht!

„‚Zittert vor Furcht, meine Feinde!‘, rief er. ‚Die Luft soll von blutigem Donner erzittern! Euer Untergang ist nah!‘“ (S. 541)
Der Autor beweist damit ein Talent dafür, mit Leichtigkeit sowohl ernstere, als auch lockere, lustige Situationen zu schreiben, ohne dass weder das eine noch das andere auf den Leser gezwungen wirkt.


Spensa selbst hat mir ebenfalls gut gefallen. Man merkt beim Lesen deutlich, wie sie sich im Laufe der Handlung immer neuen Herausforderungen stellen muss und an jeder ein bisschen weiter wächst. Am Ende ist sie im Vergleich zu Beginn reifer und besonnener, ohne jedoch etwas an ihrer draufgängerischen, angeberischen Art eingebüßt zu haben. Sie hat sich zwar entwickelt, aber sie ist dennoch die gleiche Spensa, die man zu Anfang kennenlernt.
Auch die Nebenfiguren sind allesamt auf ihre Art unterhaltsam, sympathisch und vielschichtig, sodass man nicht nur mit der Protagonistin mitfiebert, sondern für alle etwas übrighat.


Fazit:
„Skyward: Der Ruf der Sterne“ ist ein grandioser Auftakt, der einen zwar nicht mit einem fiesen Cliffhanger zurücklässt, der aber trotzdem unglaublich neugierig auf Mehr macht.
Das Buch verbindet klassische SciFi-Elemente mit einer starken Protagonistin, einer liebenswürdigen KI, viel Humor, einem spannenden Plot und einer neuen Idee, die zu vielen eigenen Theorien anregt. Ich habe rein gar nichts auszusetzen und empfehle „Skyward“ daher uneingeschränkt jedem SciFi-Fan und -Einsteiger. Für mich war es ein Highlight!
5/5 Lesehasen.

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Veröffentlicht am 17.08.2021

Eigentlich war es nicht gut, aber eigentlich irgendwie auch doch? Ich bin verwirrt.

When you look at me
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Vielen lieben Dank an Kyss für das Rezensionsexemplar!
Meine Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Wer mich kennt (oder wer einen Blick aufs Blogdesign ...

Vielen lieben Dank an Kyss für das Rezensionsexemplar!
Meine Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Wer mich kennt (oder wer einen Blick aufs Blogdesign wirft xD), weiß, dass ich Rosa liebe, also ist es kein Geheimnis, dass ich das Cover superschön finde. Beim Lesen fällt dann aber auch noch auf, dass die Lavendelblüten aus der Geschichte stammen – es gibt also einen Bezug zwischen Cover und Inhalt, was bei Romance ja nicht immer der Fall ist und mir deshalb hier besonders gut gefällt.
Auch der Titel „When you look at me“ ergibt sehr viel Sinn, wenn man das Buch liest. Allerdings lautet der Originaltitel „Counterbalance“ der ebenso viel, wenn nicht sogar noch mehr Sinn ergibt. Was ich hier wieder nicht verstehe: Wenn der Verlag unbedingt einen englischen Titel haben wollte, wieso hat er dann nicht einfach den Originaltitel übernommen, wieso musste es ein anderer englischer Titel für die deutsche Übersetzung sein? Falls das Übernehmen aus Copyright-Gründen nicht geht, hätte es eine deutsche Übersetzung des Originaltitels oder ein anderer deutscher Titel ebenso gut getan, meiner Meinung nach.


Meine Meinung:
Der Titel meiner Rezension verrät es schon: Ich weiß wirklich nicht, was ich mit diesem Buch anfangen soll!

Einerseits ist es in vielerlei Hinsicht ziemlich „drüber“. Vieles ist entweder unrealistisch, unglaubwürdig oder nicht nachvollziehbar oder gleich alles davon auf einmal.

Zum einen fallen einem sehr viele unangenehme Situationen auf, die ich hier gar nicht alle einzeln benennen kann, da viele auch spoilern würden. Aber diese Situationen sind entweder mindestens etwas seltsam oder laden gleich zu einer großen Portion Fremdscham ein, was das Lesen an diesen Stellen nicht gerade angenehm gestaltet. Ein kleines, aber gutes Beispiel ist die Bezeichnung Xaviers von Peyton als „Alphamann“ oder „Alpha-Xavier“ (ich habe mir leider die Seitenzahlen nicht notiert, aber da das ohnehin häufiger passiert, ist das hier nicht so schlimm, denke ich). Wer sagt – oder denkt – denn sowas? xD
Gleiches gilt für „Gah.“ oder „Rrrrrrr.“, was hin und wieder durch Peytons Kopf schwirrt. Erstens: Was soll das (vor allem „Gah.“) überhaupt bedeuten? Zweitens auch hier wieder: Wer denkt sowas?

Des Weiteren würde man wahrscheinlich nach gut 150 Seiten die Buchstaben nicht mehr erkennen können, wenn man jedes Mal einen Shot nehmen würde, wenn Xavier wahlweise auf seine Schlafzimmerskills hinweist oder sich selbst mit einem Roboter/ Computer gleichsetzt und irgendwelche Festplatten- oder Computer-Vergleiche anführt (vor allem im sexuellen Kontext, z. B.: „Sofort schossen Funken des Verlangens über seine Festplatte.“, S. 198; „Kein Programm schien richtig zu funktionieren.“, „[…] – und zerfetzte damit seine Verkabelung.“ Beides auf S. 199  drei solcher Vergleiche auf einer Doppelseite!).
Nicht nur, dass seine Selbstdarstellung als Sexgott unangenehm und seine Festplatten-Vergleiche irgendwie albern sind - beides in Verbindung miteinander lässt bei einem die Frage aufkommen, welches Bild die Autorin von Personen mit einer Sozialphobie hat. Ich als Psychologie-Laie behaupte mal ganz frech, ein Falsches. In puncto Repräsentation ist „When you look at me“ also kein gutes Beispiel.

Vor allem zum Ende hin bekommt das Ganze dann noch mehr als nur einen Hauch unnötiger Dramatik, die ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte, und die die Autorin meiner Meinung nach auch ruhig hätte weglassen können. Peyton und Xavier rühmen sich für ihre Kommunikation miteinander, aber es gibt zwischendurch und vor allem am Ende stellen, an denen sie jedes Problem hätten vermeiden können, wenn sie denn mal auch wirklich miteinander kommuniziert hätten. Stattdessen reden sie irgendwie aneinander vorbei, reagieren über oder handeln viel zu impulsiv und überstürzt. Diese Konflikte waren für mich, wie gesagt, nicht nachvollziehbar, und haben daher dazu geführt, dass ich an entsprechenden Stellen sogar ein wenig genervt war.


Andererseits kann ich im Nachhinein trotz allem nicht behaupten, dass mir das Buch nicht gefallen hat! Ich weiß, angesichts der ganzen Kritik ist das nicht nur ein bisschen widersinnig – ich verstehe es ja selbst nicht. :‘D
Aber wenn man all das mal beiseiteschiebt, kann „When you look at me“ wirklich gut unterhalten. Es ist an vielen richtigen Stellen sehr cute, durchaus (mal mehr, mal weniger freiwillig) lustig und aufgrund des lockeren Schreibstils ein sehr leichtes Sommerbuch, das man gut innerhalb weniger Tage weglesen kann. Wenn man, wie gesagt, die Kritikpunkte ausblendet und das Buch nicht allzu ernst nimmt.
Ob das jetzt so Sinn macht, dürft ihr entscheiden. :D


Fazit:
„When you look at me“ ist sehr oft sehr cringeworthy, nicht nachvollziehbar und ein wenig nervig und ich hatte jetzt einiges zu kritisieren. Nichtsdestotrotz ist das Buch eine nette Sommerlektüre, bei der man aber auf keinen Fall jedes Wort auf die Goldwaage legen darf und eine hohe Toleranz bezüglich fehlenden Realismus und Ernsthaftigkeit haben muss. Sonst muss man das Buch wegen des vielen Blödsinns und der unangenehmen Situationen vermutlich relativ schnell abbrechen.
Wer also in der Lage ist, in der Hinsicht zu differenzieren und das Buch einfach nicht so ernstnimmt, und auf der Suche nach Ablenkung ist, dem kann ich „When you look at me“ als leichte Unterhaltung nahelegen. Sonst eher nicht.
Mich konnte es trotz allem noch gut unterhalten, daher gebe ich dem Buch großzügige 3,5/5 Lesehasen.

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