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Veröffentlicht am 31.08.2020

Faszinierender Jugendthriller!

Delete Me
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Inhalt:


Als Finn mit seinen Freunden die Klassenreise in Berlin verbringt und endlich mit dem Mädchen, in das er schon seit langem verliebt ist, zusammenkommt, verändert ein schreckliches Ereignis alles.
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Inhalt:


Als Finn mit seinen Freunden die Klassenreise in Berlin verbringt und endlich mit dem Mädchen, in das er schon seit langem verliebt ist, zusammenkommt, verändert ein schreckliches Ereignis alles.
6 Monate nach diesem Vorfall erhält Finn plötzlich Nachrichten von seinem toten Lehrer. Schnell erfährt er, dass in dem Programm Mindhack - über das Finn die Nachrichten erhält - alles und jeder als virtueller Klon existiert und es in den falschen Händen großes Unheil anrichten kann. Ausgerechnet Finn soll Mindhack zum Stoppen bringen und gerät dabei mit seinen Freunden in einen lebensgefährlichen Wettlauf gegen die Zeit...

Meine Meinung:


Der Jugendthriller “Delete Me” von Hansjörg Nessensohn hat es geschafft, mich bereits zu Beginn abzuholen und die Geschichte gebannt verfolgen zulassen. Zwar ist anfangs noch nicht wirklich klar, worum es in diesem Buch geht und wie sich das Ganze entwickelt, aber man erhält als Leser kontinuierlich neue Informationen, die stetig mehr Licht ins Dunkle bringen und gleichzeitig zu neuen Fragen führen.

Über die gesamten Kapitel hinweg wird die Spannung ständig durch unerwartete sowie einschneidende Ereignisse erhöht, die den Leser gebannt an die Seiten fesseln. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven und die Einbindung von Chat- bzw. Nachrichtenverläufen kann der Leser die Handlung von verschiedenen Seiten miterleben und neue Einblicke erhalten.

Die Charaktere sind minimalistisch gehalten, der Leser fährt nur so viel wie für das Verstehen notwendig ist. Trotz der fehlenden Tiefe wirken sie authentisch und lenken somit die Aufmerksamkeit auf das Geschehen.

Eine Stärke des Buches ist es, dass die Thematik des Programms Mindhack mit dessen Technik, virtuellen Klonen, Daten etc. eher simpel und somit gut verständlich gehalten ist und gleichzeitig das verheerende Ausmaß - gut verpackt in einen Jugendthriller - verdeutlicht. Nichtsdestotrotz hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Hintergrundinformationen gewünscht, die für nachfolgende Situationen sicherlich zu einem klarerem Verständnis geführt hätten.

Was mich außerdem an diesem Buch fasziniert ist, dass es verschiedene wichtige Themen wie z.B. bestimmte Schicksalsschläge, die noch viel zu wenig zur Sprache gebracht werden, einbringt, obgleich keines davon weiter vertieft wird. Allerdings reicht das schon, damit der Leser auf diese Themen aufmerksam gemacht wird und sich womöglich näher damit auseinandersetzt.

Zum Ende hin laufen alle Fäden der Geschichte auf ein aufregendes Finale zu, dass ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Dabei ist der eigentliche Schluss des Buches offen gehalten, was ich angesichts der technischen und hochmodernen Thematik passend finde und bezüglich der Figuren dem Leser den Freiraum für eigene Vorstellungen lässt.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass es sich bei „Delete Me“ um einen spannenden und faszinierenden Jugendthriller handelt, der meiner Meinung nach auch für Erwachsene geeignet ist. Gern kann ich dieses Buch weiterempfehlen!

4,5 von 5 Sterne

Veröffentlicht am 30.08.2020

Zwei unterhaltsame Einblicke in das alltägliche Leben

»Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen«
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Inhalt:
Das Theaterstück „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ handelt von dem knapp 50-jährigen Verwaltungsbeamten Fredenbek, der seine Arbeit zu seinem Leben gemacht hat und sich zusehends ...

Inhalt:
Das Theaterstück „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ handelt von dem knapp 50-jährigen Verwaltungsbeamten Fredenbek, der seine Arbeit zu seinem Leben gemacht hat und sich zusehends immer mehr in ihr verliert. In seinem Büro monologisiert er über seinen Beruf, sein Leben und die Welt, wobei deutlich wird, dass er sich nahezu vollständig aus dem Leben zurückgezogen hat.

In dem zweiten Stück – „Einladung zum Klassentreffen“ – soll nach 20 Jahren nach dem Schulabschluss ein Klassentreffen stattfinden, weshalb sich Carsten bei Marina, die während ihrer Schulzeit seine Freundin war und sich gerade im Zug befindet, meldet. Doch bei dem zu Beginn unverfänglichen Telefonat über ihre aktuelle Lage, werden auch alte Erinnerungen und Gefühle geweckt…

Meine Meinung:
Das Buch von Martin Schörle umfasst zwei Theaterstücke, die im Vergleich zu vielen anderen – insbesondere zu den „typischen Schullektüren“ – überraschend einfach zu lesen und verstehen sind. Schnell hatte ich das Gefühl ein „normales“ Buch zu lesen, sodass eindeutig festgehalten werden kann, dass der Schreibstil mit der Alltagssprache leicht und flüssig zu lesen ist. Allerdings war das erste Stück diesbezüglich doch etwas anstrengender, da der Protagonist Fredenbek in einem durchgängigen Monolog spricht, wodurch die Buchseiten von entsprechenden Textblöcken geziert werden.
Doch die Art Fredenbeks zu sprechen ist sehr authentisch, was nicht nur an den umgangssprachlichen Formulierungen, sondern auch an den Pausen und teils unvollständigen Sätzen (die das Verstehen keineswegs beeinträchtigen!) deutlich wird. Beide Stücke, besonders jedoch das erste, sind gekennzeichnet von zahlreichen Andeutungen, ironischen bis hin zu sarkastischen Kommentaren und überzogenen Darstellungsweisen.
Als Leser braucht man definitiv die notwendige Portion Humor um sich auf den kabarettesken Monolog einzulassen, sonst wird das Stück sicherlich nichts für einen sein. Zugegebenermaßen entsprach der Humor nicht ganz dem meinen, allerdings konnte mich das Stück trotzdem gut abholen und unterhalten, wenn es auch zum Ende hin etwas zäh wurde.
Der Einstieg in die Situation selbst war lesefreundlich gestaltet, da es zu Beginn eine kurze Einführung zu dem Protagonisten Fredenbek gibt sowie eine Beschreibung des Bühnenbildes. Dadurch erhält der Leser eine bildliche Vorstellung von der Situation. Auch im Verlauf des Stücks hatte ich keinerlei Probleme mir Fredenbek in seinem Büro vorzustellen sowie seine verschiedenen Gefühlszustände und Handlungsweisen.
Was mir auch sehr gut gefallen hat ist, dass das Stück inhaltlich, d.h. auf der Handlungsebene immer mehr Fahrt aufnimmt, Fredenbeks „Gedankengewirr“ (S. 9) immer deutlicher wird und sich seine Situation bzw. sein Leben immer mehr zuspitzen und am Ende eine Art Höhepunkt erreichen, von dem ich trotz der Andeutungen mehr oder weniger überrascht war. Schließlich hört das Stück relativ abrupt auf und ist offen gehalten, sodass man hinsichtlich Fredenbeks weiterem Leben seiner Fantasie freien Lauf lassen kann.
Von dem zweiten Stück war ich im Vergleich zu dem ersten mehr überzeugt. Es konnte mich gut unterhalten und brachte mich öfters zum Schmunzeln. Anders als bei „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ gibt es hier keine Einführung zu den Figuren, sie werden lediglich kurz benannt. Das stellt allerdings kein Problem dar, da man so den Dialog zwischen den Protagonisten Marina und Carsten sozusagen aus der Perspektive bzw. Situation der Fahrgäste im Zug miterleben kann und die beiden während des Telefonats kennenlernt. Vor allem erfährt man einiges über Marinas Vergangenheit, die eine gescheiterte Ehe hinter sich hat und von den ehemaligen (oder vielleicht noch immer aktuellen) Gefühlen Carstens nichts wissen möchte. Doch im Laufe des Gesprächs kommt sie nicht umhin zuzugeben, dass auch für sie die Gefühle noch nicht so richtig Vergangenheit sind.
Die Sprache ist hier deutlich angenehmer und locker, leicht zu lesen. Auch hier sind viel Ironie und Sarkasmus sowie humorvolle Andeutungen enthalten, die meiner Meinung nach jedoch wesentlich mehr Menschen ansprechen.
Die Unterhaltung der Figuren ist lebhaft und deshalb glaubwürdig gestaltet, man kann sich als Leser gut in sie hineinversetzen und die Stimmung aufnehmen. Das empfinde ich bei diesem Stück als besonders gelungen und hat mich wirklich begeistert. Auch wie sich das Gespräch entwickelt, wie man mehr und mehr über Marina und Carsten erfährt sowie die teils spürbaren Spannungen und dann das überraschende Ende mit den anderen Zugfahrgästen sowie deren zwischenzeitlichen Kommentare – einfach genial! Auch wenn der Schluss sicherlich vorhersehbar war, hat dieser mich absolut überzeugt und lässt – wie bei dem ersten Stück – den Freiraum sich das weitere Leben der Figuren vorzustellen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich „Einladung zum Klassentreffen“ besser unterhalten konnte als „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“. Während ich das zweite Stück als sehr gelungen empfinde, sehe ich bei dem ersten einige Punkte, die mich weniger überzeugen konnten. Nichtsdestotrotz könnte ich mir beide Werke gut auf der Bühne vorstellen und wer weiß, vielleicht werden wir bald das Vergnügen dazu haben? ;)

Veröffentlicht am 15.08.2020

Ein absolutes Leseabenteuer!

Luftschlösser sind schwer zu knacken
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Inhalt:
Als der 17-jährige Jonas mitten in der Nacht erwischt wie Nika bei ihm einbricht, ist das nicht gerade ein klassischer Beginn einer Freundschaft. Doch da sie ihm auch noch entwischt und sein Handy ...

Inhalt:
Als der 17-jährige Jonas mitten in der Nacht erwischt wie Nika bei ihm einbricht, ist das nicht gerade ein klassischer Beginn einer Freundschaft. Doch da sie ihm auch noch entwischt und sein Handy mitgehen lassen hat, ist er wütend und entschlossen sich das Gerät zurückzuholen.
Doch beim nächsten Aufeinandertreffen scheint Jonas Nika wieder bei einem Einbruch ertappt zu haben und beginnt zu ahnen, dass sie das öfter macht. Und tatsächlich, als die beiden sich kurz darauf zufällig wieder begegnen und sich näher kommen, erfährt Jonas, dass Nika einem Familienclan angehört, der auf Einbrüche spezialisiert ist, angehört und gezwungen wird mitzumachen. Jonas ist entsetzt und möchte Nika zeigen, dass das Leben auch ganz anders sein kann. Doch da hat er noch nicht geahnt, wie weit der Clan zu gehen bereit ist und schon schnell schweben beide in größter Gefahr…

Meine Meinung:
„Luftschlösser sind schwer zu knacken“ ist ein Jugendbuch, vom Verlag für die Zielgruppe ab ca. 14 Jahren empfohlen, das durch sein wunderschön gestaltetes Cover sofort ins Auge springt. Dabei ist es passend zur Geschichte gestaltet, da es die Protagonisten Nika und Jonas vor dem Hintergrund einer Großstadt zeigt. Ebenso lobenswert ist, dass bei der Herstellung des Buches auf Nachhaltigkeit geachtet wurde.
Der Einstieg in die Geschichte gelingt angesichts des flüssig-lockeren Schreibstils sehr gut und beginnt nach einer kurzen Vorstellung von Jonas, sofort bei dem Einbruch. Man erlebt also als Leser den Anfang der gemeinsamen Geschichte aus seiner Sichtweise und lernt dadurch Nika schrittweise kennen und verstehen.
Schon die Inhaltsangabe hat mich sehr neugierig gemacht, denn von einer Freundschaft bzw. Liebesgeschichte, die mit einem Einbruch beginnt, liest man nicht alle Tage. Die Reaktionen empfand ich als realistisch und authentisch dargestellt - die verschiedenen Stimmungen und Emotionen waren für mich als Leser greifbar. Da die Kapitel abwechselnd aus der Perspektive von Jonas und Nika geschrieben sind, erfährt man schnell über beide Charaktere mehr über ihre Hintergründe und ihr Handeln und kann sich besser in sie hineinversetzen. Allerdings muss ich gestehen, dass mir die Jugend-/ teilweise fast schon „Gangstasprache” etwas too much ist. Aber das ist ja bekanntlich Geschmacksache und ich könnte mir gut vorstellen, dass viele sich nicht weiter daran stören werden.
Die Handlung selbst hat mich direkt gepackt und an vielen Stellen sprachlos gemacht, da Nikas Leben echt schockierend ist. Doch ich finde es gut, dass dieses Thema in dem Buch aufgegriffen und sozusagen bearbeitet wird, da man als Leser aufgefordert wird, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Auch wenn diese Zustände für die meisten sicherlich nicht alltäglich sind, ist nicht zu verleugnen, dass sie existieren und Aufmerksamkeit brauchen.
Mit zunehmenden Seiten hat sich Nikas Situation schnell zugespitzt und wurde immer bedrohlicher. An vielen Stellen hat mich die Geschichte einfach nur sprachlos gemacht, da sie emotional und natürlich auch von der Handlung her sehr aufwühlend ist. Nach wie vor war die Verzweiflung und Hilflosigkeit Nikas gut deutlich und ich konnte gut mit ihr mitempfinden. Was ich sehr gut gelungen finde ist, dass die Handlung – zumindest soweit ich das beurteilen kann - sehr realistisch gehalten ist und nicht in einem für viele Liebesgeschichten klassischen Friede-Freude-Eierkuchen-Ende mündet. Es gab viele überraschende Wendungen und nichts wurde beschönigt, sodass die Handlung umso glaubhafter wirkt.
Etwas schade finde ich allerdings, dass trotz der vielen Informationen die man über die Macht des Clans erhalten hat, nicht direkt etwas über die Hintergründe und die inneren Strukturen erfährt. Was mir auch etwas gewundert hat ist, dass Jonas Freund und schließlich auch Jonas selbst (mehr oder weniger) sofort bereit waren Nika zu helfen. Wenn man dabei bedenkt, dass sie bereits direkte Konfrontationen mit anderen Clanmitgliedern hatten, wirkt das etwas zweifelhaft, aber sehr mutig.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass „Luftschlösser sind schwer zu knacken“ für mich ein absolutes Leseabenteuer war! Die Handlung hat sich überraschend entfaltet, war packend, emotional aufwühlend und fordert den Leser dazu auf sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Für mich ist es ein gelungenes Buch, das ich gern weiterempfehlen kann.
4,5 von 5 Sterne

Veröffentlicht am 05.08.2020

Packend bis zum Schluss!

After the Fire
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Inhalt:
Moonbeam ist Überlebende einer schrecklichen Brandkatastrophe, bei der fast ihre gesamte “Familie” ums Leben kam. Die 17-Jährige verbrachte ihr Leben auf einer abgeschotteten Farm von Gotteslegionären, ...

Inhalt:
Moonbeam ist Überlebende einer schrecklichen Brandkatastrophe, bei der fast ihre gesamte “Familie” ums Leben kam. Die 17-Jährige verbrachte ihr Leben auf einer abgeschotteten Farm von Gotteslegionären, wo sie die Außenwelt fürchten und bedingungslosen Gehorsam lernte. Doch nun befindet sie sich in einer psychiatrischen Klinik und soll sich in regelmäßigen Gesprächen mit einem Therapeut und einem FBI-Agent ihnen gegenüber öffnen, von dem Leben auf der Farm in der Glaubensgemeinschaft erzählen sowie von dem Brand und der Schießerei bei dem so viele Menschen starben.
Moonbeam hat jedoch keine Ahnung was sie noch glauben und wem vertrauen soll, vor allem da sie selbst einige Geheimnisse hütet, die sie nicht auszusprechen wagt...

Meine Meinung:

Dieses Buch ist wohl ein Bereich für sich, da sich meiner Meinung nach schwer zu einem genauem Genre zuordnen lässt. Angesichts der zeitlosen Thematik kann es jederzeit und von jeder Altersgruppe gelesen werden, auch wenn man sich darüber bewusst sein sollte, dass Themen wie Gewalt, Misshandlung und Schusswaffen angesprochen werden.

Schritt für Schritt erlebt man als Leser wie Moonbeam lernen muss mit der veränderten Umgebung zurechtzukommen. Doch das ist gar nicht so einfach, da Moonbeam jahrelang unter striktem Gehorsam und dem skrupellosen System der Gotteslegion gelebt hat, was sie sehr eindrücklich und schonungslos ehrlich offenbart. Dabei beschreibt sie nicht nur die Zustände und ihre Erlebnisse dort, sondern lässt den Leser auch an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben.

Durch die strukturierte Erzählweise, die in vor („Davor“) und nach („Danach“) dem alles entscheidenden Brand gegliedert ist, erfährt man wie Moonbeam sich nach und nach ihrem Therapeuten und dem FBI-Agent öffnet. Das kann zuweilen etwas langatmig wirken, doch da sicherlich die wenigsten von jetzt auf gleich ihr gesamtes Leben und ihre Geheimnisse wildfremden Leuten in einer völlig neuen Situation erzählen werden können, ist es nachvollziehbar und umso glaubhafter. Den Prozess des sich öffnen und des Vertrauen gewinnen, den Moonbeam und ihre Gesprächspartner durchlaufen, ist gekennzeichnet von teilweise schockierenden Erkenntnissen und packenden Emotionen, die nicht nur das Mädchen selbst, sondern auch die anderen Figuren authentisch erscheinen lassen.

Der Aufbau der Geschichte ist vollkommen logisch dem Prozess entsprechend gestaltet und lebendig gestaltet. Bis auf eine "schreckliche" Tat, die Moonbeam geheim hält und relativ schnell vermutet wird, ist der Verlauf an keiner Stelle vorhersehbar oder langweilig gewesen. Vielmehr konnte man sich sicher sein, immer wieder neu überrascht zu werden.

Durch die angesprochenen Themen gelangt der Leser früher oder später in eine Position, sich selbst mit diesen auseinanderzusetzen. Auch wenn der Glaube eine wichtige Rolle spielt, ist das Buch an sich nicht religiös oder versucht einem eine bestimmte Richtung aufzudrängen. Vielmehr wird darüber informiert, was anderswo passiert, was passieren kann und auch schon passiert ist. Auch wenn Moonbeams Geschichte selbst Fiktion ist, ist das grundlegende Thema es nicht. Im Gegenteil, es ist hochaktuell und wichtig, sich wenigstens einmal damit beschäftigt zu haben.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass mir das Buch spannende und teils aufwühlende Lesestunden geboten hat und mich Moonbeam und ihre Geschichte absolut überzeugt haben. Neben den vielen Anregungen zum Nachdenken und weiter informieren, ist es ein originelles Buch, das sicherlich mal etwas anderes ist.

Veröffentlicht am 05.08.2020

Wichtiges Thema verknüpft mit jede Menge Spannung!

Der Babylon-Plan
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Inhalt:
Eine elitäre Gruppe von Verschwörern hat sich ein Ziel gesetzt: die totale Kontrolle und Weltherrschaft. Um das zu erreichen, arbeiten sie in verschiedenen Gruppen mit hochspezialisierten Wissenschaftlern ...

Inhalt:
Eine elitäre Gruppe von Verschwörern hat sich ein Ziel gesetzt: die totale Kontrolle und Weltherrschaft. Um das zu erreichen, arbeiten sie in verschiedenen Gruppen mit hochspezialisierten Wissenschaftlern an geheimen und gefährlichen Projekten im Verborgenen und sind kurz davor einen bahnbrechenden Durchbruch zu erzielen.
Doch als Lion Daniels zufällig Zeuge der Entführung seiner ehemaligen Schulkameradin Jackie wird, beschließt er sofort sie zu retten und gerät damit mitten in die Machenschaften seiner Gegner, sodass es schließlich schnell um mehr als ihrer beider Leben geht...

Meine Meinung:
“Der Babylon-Plan” ist der Auftakt einer Roman-Trilogie, der insbesondere auf Jugendliche ausgerichtet ist, aber zweifelsohne auch für ältere Leser geeignet ist.

Das beginnt damit, dass es sich bei dem Thema des Buches um top aktuelle und wichtige Aspekte handelt. Dazu gehören natürlich allgegenwärtige und machthungrige Streben wie Weltherrschaft und totale Kontrolle, aber auch die Bedeutung der Medien, Überwachung und moderne Technologien. Besonders da vieles heute als selbstverständlich angesehen und oft gedankenlos verwendet wird, ist das Buch in dem Fall nicht nur eine unterhaltende Geschichte, sondern führt gleichzeitig auch vor Augen, was heutzutage alles möglich ist und wohin diese führen können. Mehr als einmal befinden sich die Charaktere in Positionen, in denen auch der Leser zum Nachdenken und Reflektieren seines eigenen Nutzungsverhalten angeregt wird, was besonders im Jugendalter, aber auch zu jedem späteren, von Bedeutung ist.

Natürlich stehen im Vordergrund keine ellenlangen Fachbeschreibungen und Ratschläge, sondern der Kern der Geschichte bildet eine actionreiche Abenteuergeschichte, die Lion und seine Freunde von einer Herausforderung in die nächste stolpern lässt. Eines ist klar, an Spannung und Action mangelt es diesem Buch sicherlich nicht, auch wenn ich zugeben muss, dass es alles sehr glatt und vorhersehbar verläuft. Zufällig ist immer genau das passende parat, hat irgendeiner eine super geniale Idee oder einen immens wichtigen Kontakt (z.B. zum Geheimdienst) oder ähnliches, es wirkt etwas zu konstruiert.

Ähnlich empfand ich das auch bei den fachlichen Hintergründen und einigen detaillierten Beschreibungen, die manchmal etwas zu viel wirkten und für das Verständnis absolut nicht notwendig gewesen wären.

Die Charaktere sind recht simpel gehalten. Es handelt sich nicht um tiefgründige und vielschichtige Personen, bei denen der Leser sie mit ihrer Gedanken- und Gefühlswelt kennenlernt, sondern man erfährt nur so viel, wie für die Handlung notwendig ist.

Das besondere bei diesem Verlag ist ein christlicher Bezug, der hier dezent integriert wurde, ohne aufdringlich zu wirken oder den Leser von etwas überzeugen zu wollen. Zum einen ist das natürlich der Glaube an sich und zum anderen die Beziehung zu der Geschichte des Turmbaus von Babel, die sich hier widerspiegelt. Die Parallelen dazu sind für mich schnell deutlich geworden und wurden auch öfters erläutert, sodass es vom Verständnis her auch für jüngere Leser und vielleicht ohne Vorkenntnisse kein Problem darstellen sollte.

Insgesamt lässt sich also festhalten, dass die Grundidee als solche mit ihren vielen wissenschaftlichen Bezügen, eindrucksvoll ist - zumal es sich hierbei um ein brandaktuelles und zeitloses Thema handelt. Allerdings sind mir viele Elemente zu gewollt, es wirkt weniger wie eine Geschichte, die sich entfaltet und angenehm leicht “fließt”, sondern eher als würde alles - die Charaktere, deren Handlungen, gewisse Geschehnisse usw. - in den Rahmen der Geschichte “gezwängt” werden.

Fazit:
“Der Babylon-Plan” ist bildet einen actiongeladenen Auftakt einer Trilogie, die sowohl unterhaltsam als auch zum Nachdenken anregend ist. Auch wenn mir persönlich eine gewisse Authentizität und Lebendigkeit fehlt, kann ich das Buch gern Interessierten sowie Jugendromanliebhabern empfehlen.

3,5 von 5 Sterne