Historischer Roman der Extraklasse
Das Haus in CharlottenburgBerlin 1893:
Die junge Elise lebt mit ihrer Mutter, ihrem Bruder und ihrer kleinen Schwester in ärmlichen Verhältnissen. Sie träumt davon ,einmal ein Modeatelier zu betreiben,stattdessen muss sie sich ...
Berlin 1893:
Die junge Elise lebt mit ihrer Mutter, ihrem Bruder und ihrer kleinen Schwester in ärmlichen Verhältnissen. Sie träumt davon ,einmal ein Modeatelier zu betreiben,stattdessen muss sie sich mit ihrer herrischen Chefin auseinandersetzen, die sie nach allen Regeln der Kunst ausnutzt, was damals aber leider weit verbreitet war. Als sie den jungen Architekten Johann und seinen Freund Louis, der an der Charité arbeitet, kennenlernt, ändert sich ihr Leben.
Johann möchte ein Genossenschaftshaus bauen, In welchem auch Leute mit kleinem Einkommen eine angemessene und bezahlbare Wohnung finden können. Dabei hat er aber nicht mit der Mutter von Louis,Baronin Eleonora von Rienäcker gerechnet ,die das auf jeden Fall verhindern möchte.Sie baut statt dessen Mietskasernen ,in welchen viele Menschen unter unwürdigen Verhältnissen leben müssen. Um ihre Ziele durchzusetzen, geht sie nicht nur wörtlich über Leichen.Elise und Johann verlieben sich ineinander und als sie kurz vor der Hochzeit stehen,überschlagen sich die Ereignisse auf dramatische Weise und die junge Liebe wird auf Eine harte Bewährungsprobe gestellt.
Meine Meinung:
Im vorliegenden Buch nimmt die Autorin ihre LeserInnen mit in das Berlin der Kaiserzeit.Die Schere zwischen Arm und Reich klaffte überdimensional auseinander, vielen Reichen ging es sehr gut, während die arme Bevölkerung oft unter menschenunwürdigen Verhältnissen lebte.Bezahlbarer Wohnraum war kaum vorhanden, die Arbeitsbedingungen waren schlecht, auch die Gesundheitsversorgung konnten sich die meisten Menschen nicht leisten.
Ich habe mich in der gut recherchierten Geschichte von Anfang an sehr wohl gefühlt, dank der authentischen Personen und der emotionalen Schreibweise lief mein Kopfkino durchgehend auf Hochtouren.Die realen Ereignisse waren gut mit den fiktionalen Personen verknüpft,auch Lokalkolorit war reichlich vorhanden.Das Nachwort der Autorin brachte weitere wichtige Ergänzungen.
Obwohl ich sehr viel historische Romane lese,gab es auch hier wieder neue Erkenntnisse,Geschichtsunterricht auf unterhaltsame Weise.Ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus und vergebe fünf Sterne.