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Veröffentlicht am 10.08.2018

Eva die Kämpferin

Wir Glücklichen
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Eva ist ein uneheliches Kinde und als die Ehefrau ihres Vaters stirbt, wird Eva von ihrer Mutter zu ihm gebracht und dort gelassen. So lernt sie auch ihre älter Halbschwester Iris kennen.

Iris will nach ...

Eva ist ein uneheliches Kinde und als die Ehefrau ihres Vaters stirbt, wird Eva von ihrer Mutter zu ihm gebracht und dort gelassen. So lernt sie auch ihre älter Halbschwester Iris kennen.

Iris will nach Hollywood und dort Karriere machen und Eva begleitet sie. Auf Iris warten die ersten Rollen und sie wird mehr oder weniger entdeckt, allerdings fängt sie verbotene Affären mit Frauen an und wird regelrecht verstoßen aus Hollywood. Eva kümmert sich mehr oder minder in dieser Zeit um den Haushalt, sie ist noch minderjährig, hat aber die Schule nie beendet und gilt dennoch als die schlaue der Schwestern.

Der Vater der Mädchen macht sie auswendig und sie gehen zusammen mit einem Freund nach New York, um dort etwas Glück zu finden. Iris verliebt sich in Renee und verleumdet sogar den Ehemann, damit sie mit ihr allein leben kann.
Renee stirbt bei einem tragischen Unfall, Iris wird zur Behandlung nach England geschickt und kommt nicht wieder.
Somit ist Eva allein mit ihrem kranken Vater und dem Adoptivkind von Renee und muss zusehen wie sie klar kommt.

Eva ist tatsächlich eine Kämpferin, das hat die Autorin sehr gut darstellen können. Die Autorin lässt Eva teilweise ein recht modernes Leben führen und das in den 40igern in den USA. Es hat mich schon beeindruckt wie sie das Leben bewältigt und das in dem jungen Alter. Allerdings fand ich den Roman teilweise recht gefühllos geschrieben, was mir weniger gefallen hat.

Veröffentlicht am 10.08.2018

Die Blindheit der Menschen

Was wir zu hoffen wagten
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Der Roman beginnt noch vor dem ersten Weltkrieg und die Menschen leben ruhig ihr Leben. Wir begleiten die Geschwister Felice, Willi und Ille zur Nieden durch diese Zeit.

Felice fühlt sich in ihren Leben ...

Der Roman beginnt noch vor dem ersten Weltkrieg und die Menschen leben ruhig ihr Leben. Wir begleiten die Geschwister Felice, Willi und Ille zur Nieden durch diese Zeit.

Felice fühlt sich in ihren Leben gefangen in den alten Konventionen, sehr unglücklich und fühlt sich sehr ohnmächtig. Ihr größter Traum ist es eine Anwältin zu werden. Sie durfte auch bis zu einem gewissen Grad studieren, aber irgendwann ist Schluss für Frauen und somit kann Felice keine Anwältin werden.
Sie stößt letztlich jeden vor den Kopf mit ihrer Sturheit, vor allem ihre Schwester Ille. Die nichts sehnlicher möchte als von Felice beachtet zu werden.
Ille geht sogar soweit und springt für Felice am Altar ein und heiratet einen Mann, den sie nicht liebt und der schon einen sehr schrecklichen ersten Eindruck hinterlassen hat.
Willi, soll die Bank des Vaters übernehmen, hat aber eine Leidenschaft für den Film. Er kommt auch in diese Szene und verliebt sich die Schauspielerin Recha Süßapfel, diese aber mit dem Regisseur Wolfgang zusammen ist.

Das Buch schlängelt sich mit den fiktiven Protagonisten um die Weltgeschichte, das hat die Autorin wirklich sehr gut gemacht. Besonders hatte mir die Beschreibung, vom Beginn des ersten Weltkriegs während der Kieler Woche gefallen, das fand ich beeindruckend.
Der Überfall auf das neutrale Belgien wird sehr eindrucksvoll beschrieben. Es lässt einem beim lesen aber auch den Kopf schütteln, wie naiv die Menschheit war und sich nicht gewehrt hat. Vor allem die deutschen Soldaten, nachdem Einsatz von Giftgas und sie mitbekommen haben, mit welcher Qual die Gegner dadurch sterben müssen.

Der Roman endet kurz nach dem ersten Weltkrieg. Es passieren noch einige Überraschungen die Familie zur Nieden betreffend. Spannend ist auch die Beschreibung der Entwicklung des Films und der modernen Presse.
Ein wirklich lesenswertes Buch und ich freue mich das die Autorin an einem zweiten Band arbeitet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Authentizität
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 27.07.2018

Eine Stadt der Bücher, Traum oder Alptraum

Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt
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Ich lese Bücher über Bücher sehr gerne, dieses hatte ich demzufolge auch auf meiner Liste.

Samir/Sam entstammt einer Famile von Meisterdieben und wir lernen ihn bei seinem letzten Auftrag kennen.Diese ...

Ich lese Bücher über Bücher sehr gerne, dieses hatte ich demzufolge auch auf meiner Liste.

Samir/Sam entstammt einer Famile von Meisterdieben und wir lernen ihn bei seinem letzten Auftrag kennen.Diese Sznerie ist sehr spannend geschrieben und somit war das für mich eine guter Einstieg in die Geschichte. Er will nur kein Dieb mehr sein und sein Leben ändern und das macht er auch. Durch einen Trick kann er sich in die königliche Wache einschleichen und wird fortan in Paramythia Nachtwache halten, vor einem Tor. Dahinter verbirgt sich das Herz der Bücherstadt, kaum jemand darf es betreten. Die Beraterin des Königs verschließt dieses Tor jeden Abend mit einem Wort und die Tore sind fest verschlossen.

Eines Nachts gibt es einen Überfall und Sam kann seinen Augen nicht trauen, ein Fabelwesen ist in die Bücherstadt eingedrungen. Er verfolgt das Wesen und lernt dadurch Kani und ihren Vater kennen und nach anfänglicher gegeneitiger Skepsis vetrauen sie sich bald und sind den Rätseln der Fabelwesen, einer Hexe und der Bücherstadt auf der Spur.

Die Eckpunkte der Geschichte fand ich recht spannend, auch dass etwas von den Mythen der Wüstenvölker einfließt. Tatsächlich hätte ich mir da aber mehr gewünscht. Die Geschichten um die Fabelwesen und der Hexe, mochte ich ganz gerne, ein paar Sachen wurden aber etwas zu kurz abgehandelt.
Zeitweise hatte ich meine Probleme dem Buch zu folgen, bin aber immer wieder reingekommen. Ich bin gespannt wie es mit dem zweiten Band weiter geht.

Veröffentlicht am 01.07.2018

Die Königinnen von San Miguel

San Miguel
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T.C. Boyle ist mal wieder eine Meisterwerk gelungen. Er schreibt über drei Frauen die auf der Insel San Miguel leben.

Zuerst begleiten wir Marantha auf die Insel. Von ihrem Mann und ihr wurde die Idee ...

T.C. Boyle ist mal wieder eine Meisterwerk gelungen. Er schreibt über drei Frauen die auf der Insel San Miguel leben.

Zuerst begleiten wir Marantha auf die Insel. Von ihrem Mann und ihr wurde die Idee als gut empfunden, da Marantha Schwindsucht hat und zur Zeit des endenden 19. Jahrhunderts kaum eine Heilung möglich ist und die Luft auf der Insel ihr gut tun würde.
Mit ihrer Adoptivtochter und dem Hausmädchen Ida versuchen die drei in einer "Bretterbude" ein zu Hause zu schaffen. Während die Männer auf der Insel sich um die Schafszucht kümmern. Marantha ist sehr unglücklich und die Krankheit verbessert sich auch nicht, es kommt auch immer mehr zu Spannungen in der Ehe. Letztlich verlässt die Familie die Insel, aber glücklich werden sie nicht mehr.
Die zweite Frau der Insel ist die Adoptivtochter von Marantha, Edith. Sie hasst die Insel und wird von ihrem Stiefvater, nachdem Tod der Mutter, wieder auf die Insel gebracht und muss sich nun allein um den Haushalt kümmern.
Sie bittet jeden der auf die Insel kommt, sie mitzunehmen und ihr zur Flucht zu verhelfen. Immer geht etwas schief, aber irgendwann gelingt ihr die Flucht.
Als letzte führt es Elise nach San Miguel. Mit ihrem Mann Henri, will sie dort eine ruhiges Leben führen und sich um die Farm und die Schafe kümmern. Sie bekommen zwei Kinder und es scheint alles gut. Auch für die beiden ist es natürlich nicht einfach auf der Insel. Erst kurz vor Ausbruch des 2.Weltkrieges bekommen die beiden eine Generator und Radio, sowie zwei "Aufpasser" von der Navy die sie beschützen sollen. Henri gefällt das ganz und gar nicht.

Ich habe diese Geschichte wieder sehr gerne gelesen, auch die Sichtweisen und Leben der drei Frauen hat mich begeistert und mitfühlen lassen.
Spannend ist, das dies die Vorgeschichte des Romans Wenn das schlachten vorbei ist ist. In diesem Buch stehen die Inseln schon unter Naturschutz und keiner lebt mehr dort.

Veröffentlicht am 24.06.2018

Die Selbstmörder und Robespierre

Das barmherzige Fallbeil
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Dies ist erst meine zweite Fred Vargas zwischen dem ersten Roman um den Kommissar Adamsberg und diesen liegen zwar einige Fälle, aber dennoch habe ich diesen Fall sehr gerne gelesen.


In Paris wird ein ...

Dies ist erst meine zweite Fred Vargas zwischen dem ersten Roman um den Kommissar Adamsberg und diesen liegen zwar einige Fälle, aber dennoch habe ich diesen Fall sehr gerne gelesen.


In Paris wird ein Selbstmord einer pensionierten Lehrerin untersucht, dies soll recht schnell gehen, damit der Fall geschlossen werden kann. Adamsberg und sein Kommissariat werden um Hilfe gebeten und entdecken eine seltsames Zeichen, was zur Überlegung führt, ob dies wirklich ein Selbstmord war. Ein paar Tage später, wird wieder ein vermeidlicher Selbstmörder aufgefunden, mit eben diesen Zeichen.
Nun beginnen die berühmten Denkprozesse von Adamsberg.
Das geheimnisvolle Zeichen stellt sich als Spur heraus, die zu einer geheimen Robespierre Gesellschaft führt. Dort werden regelmäßig die Reden von ihm nachgestellt, mit Kostümen.
Allerdings gibt es noch eine andere Spur, die nach Island führt, zu einer Reisegruppe, die dort im Nebel eingeschlossen war und gerade so überlebt hat. Zu dieser Reisegruppe gehörten die beiden vermeidlichen Selbstmörder.
Welche Spur ist die Richtige, das gilt es jetzt herauszufinden.

Ich muss zugeben, das ich eigentlich nicht so gerne Krimis lese, aber Fred Vargas hat mich schon einmal begeistert und das hat sie auch wieder geschafft.
Die Exkurse die in die Zeit nach der Französischen Revolution gemacht werden, fand ich sehr spannend. Auch Kommissar Adamsberg ist eine interessant beschriebene Person, es wird hoffentlich genauso viel Spaß machen, die vergangen und zukünftigen Fälle von ihm zu lesen, wie diesen.