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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2018

Wie Kinsey die Welt sah

Dr. Sex
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Ich bin vor einiger Zeit auf T.C. Boyle gestoßen und wurde bisher nicht enttäuscht. Diesmal hat er sich an Professor Kinsey gewagt, der die Amerikaner quasi über ihr eigenes Sexleben aufgeklärt hat. Er ...

Ich bin vor einiger Zeit auf T.C. Boyle gestoßen und wurde bisher nicht enttäuscht. Diesmal hat er sich an Professor Kinsey gewagt, der die Amerikaner quasi über ihr eigenes Sexleben aufgeklärt hat. Er hat mit seinen Mitarbeitern Tausende Menschen befragt, zum Thema erste sexuelle Erfahrungen, Masturbation usw. usw. daraus sind später Bücher entstanden.

In diesem Buch erleben wir diese Zeit, aus der Sicht eines Studenten und später engsten Mitarbeiter von Kinsey, John Milk, dieser ist aber frei erfunden.

Das Amerika in der 30igern, 40igern und 50igern, war sehr verklemmt nach außen, dafür steht Anfangs auch John in meinen Augen. Letztlich wünscht er sich mehr, aber es gibt zu dem Zeitpunkt kaum Möglichkeiten sich auszuleben. John scheint Kinsey aufgefallen zu sein und dieser bittet ihn für ihn zuarbeiten, aus kleineren Hilfstätigkeiten wird immer mehr und irgendwann ist er der erste wissenschaftliche Mitarbeiter von Professor Kinsey. Dieser war, was seine Wissenschaft, die Sexualforschung, betrifft sehr penibel und es musste ganz genau so gearbeitet werden wie er es wollte ohne jegliche Abweichung.

Letztlich hat John auch körperlichen Kontakt zu Kinsey und seiner Frau, der Professor vertritt die Meinung, das Wissenschaftsteam kann unmöglich selbst verklemmt sein. Dies wird für Johns spätere Frau Iris, zu einem Problem. Die beiden haben es miteinander recht schwer, da es immer Eifersüchteleien zwischen den beiden gibt, richtig schlimm wird es, als Iris sich in einen Kollegen von John verliebt, dass duldet auch Kinsey nicht und mischt sich massiv in das Leben von John und Iris ein.

Ich kannte die Geschichte von Professor Kinsey bisher nur aus der Verfilmung von 2004 mit Liam Neeson, dadurch war mir das Thema nicht unbekannt.
Die Geschichte ist leider etwas durcheinander erzählt, es wird oft vorgegriffen, um dann wieder in der Geschichte weiterzuerzählen. Das fand ich etwas anstrengend, muss ich zugeben. Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen und es bestärkt mich auch weiterhin T.C. Boyle lesen zu wollen.

Veröffentlicht am 01.04.2018

Steam Punk und Queen Victoria

Affinity Bridge
1

Ein Detektivroman im viktorianischen England. Sir Maurice, ein Agent der Königen und seine Assistentin untersuchen den Absturz eines Luftschiffes und einen Serienmord im Armenviertel Whitechapel. In diesem ...

Ein Detektivroman im viktorianischen England. Sir Maurice, ein Agent der Königen und seine Assistentin untersuchen den Absturz eines Luftschiffes und einen Serienmord im Armenviertel Whitechapel. In diesem auch Wiedergänger ihr Unwesen treiben, geschützt vom typischen Londoner Nebel.

Bei ihren Nachforschungen stoßen Sir Maurice und Veronica auf das moderne Zeitalter, sie finden heraus, das die Firma, dessen Luftschiffabsturz sie untersuchen, diese von Automaten lenken lassen. Diese Automaten werden auch in anderen Bereichen eingesetzt und scheinen Probleme zumachen.
Sir Maurice und Veronica überlegen inwieweit die Morde in Whitchapel, mit den Automaten zusammenhängen, natürlich finden die beiden die Lösung.

Mein Fazit, dies ein kurzweiliger, aber spannender Roman. Etwas überzogen fand ich, dass Sir Maurice mehrfach in Kämpfe verwickelt wird und schwer verletzt wird und dennoch alle Kämpfe irgendwie gewinnt, aber es ist schließlich ein Roman.
Ich bin gespannt auf die anderen beiden Bände.

Ich habe dieses Buch übrigens in der Paperback Ausgabe gelesen und nicht als EBook, aber eine andere Ausgabe, war bei der Lesejury nicht zu finden ; )

Veröffentlicht am 17.02.2018

Der Neue Safran Foer

Hier bin ich
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Ich habe mich riesig gefreut, als ich hörte das Jonathan Safran Foer endlich einen neuen Roman veröffentlicht hat. Ich habe die Vorgänger "Alles ist erleuchtet" und "Extrem laut und unglaublich nah" regelrecht ...

Ich habe mich riesig gefreut, als ich hörte das Jonathan Safran Foer endlich einen neuen Roman veröffentlicht hat. Ich habe die Vorgänger "Alles ist erleuchtet" und "Extrem laut und unglaublich nah" regelrecht verschlungen, die beiden gehören definitiv zu meine Lieblingsbüchern. Safran Foer schaffte es trotz eher tragischer Geschichten, dem Leser auch ein schmunzeln abzuringen.
Nun der neue Roman.
Der ist anderes als die Vorgänger, es gibt nicht die Zweiteilung der Geschichten in Gegenwart und Vergangenheit. Es wird von einem "Alltag" einer Familie erzählt, es passieren allerdings traurige Ereignisse, in dem Zeitraum, in dem uns Safran Foer am Familienleben teil haben lässt. Der Tod des Großvaters / Urgroßvaters, erst später ahnt man die Umstände seines Todes, ausgesprochen wird es Anfangs kaum. Es gibt ein fiktives Erdbeben in Israel, sowie damit verbundene Kämpfe im Nahen Osten. selbst Jacob, der männliche Protagonist überlegt, dem Aufruf des israelischen Premierministers zu folgen und für Israel zu kämpfen.
Im Mittelpunkt steht allerdings die gescheiterte Ehe zwischen Jacob und Julia und ihre drei Söhne.
In der Romanbeschreibung steht, sie hätten sich auseinander gelebt. Ich hatte eher das Gefühl, die beiden haben sich gelangweilt und gegenseitig angeödet, so habe ich es beim lesen empfunden.
Es wird in beide Seelen und Gedanken des Ehepaares geschaut, leider muss ich sagen, dass Julia da für mich gar nicht gut bei weg kommt. Ehrlich gesagt empfand ich sie als sehr anstrengend, ihrem Mann und Söhnen gegenüber.
Dennoch fiel es mir nicht schwer den Roman zu Ende zu lesen, Safran Foer schreibt weiterhin sehr flüssig und als Leser kann man der Geschichte dadurch gut folgen.
Ich bin mir nicht sicher ob ich die neue Art zu schreiben von ihm mag und so ganz weiß ich auch noch nicht was ich von diesem Roman halten soll.
Ich bin dennoch froh, dass ich den neuen Jonathan Safran Foer gelesen habe und es nach langer Wartezeit wieder etwas von ihm zu lesen gab. Hoffentlich dauert es nicht wieder so lange bis zum nächsten Roman.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Ein Leben ohen Geschmack

Stadt der verschwundenen Köche
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Carl Juniper ist Koch auf einem Luxusdampfer, bis er Schiffbruch erleidet. Er landet mitten in London in einem Park in der Nähe der Themse. Was an sich schon merkwürdig ist. Er wird von jemanden aufgelesen ...

Carl Juniper ist Koch auf einem Luxusdampfer, bis er Schiffbruch erleidet. Er landet mitten in London in einem Park in der Nähe der Themse. Was an sich schon merkwürdig ist. Er wird von jemanden aufgelesen und nach Hause "geschmuggelt", dass war Bren, der Carl ein wahrer Freund sein wird in der fremden seltsamen Welt.
Irgendwie ist das England in dem Carl gelandet ist, wie ein Überwachungsstaat. Jeder bekommt eine Arbeitsstelle zugewiesen sowie eine Wohnung und Rationen zur Ernährung. Essen besteht aus Pulver welches angerührt wird und quasi nach nichts schmeckt, aber genügend sättigt. Das es nach nichts schmeckt stört niemanden, da die Bewohner des seltsamen Londons es nicht anders kennen.

Carl macht dies schon zu schaffen, gerade weil er Koch ist, kann er sich mit dem künstlichen Essen schwer anfreunden. Mit der Hilfe von Bren bekommt er eine "Arbeitserlaubnis" und schlägt sich so durch. Bis er den Geruch von Essen wahrnimmt und nein es ist keine Fata Morgana. Es gibt Banden, deren Anführer Dinerpartys ausrichten und in die Vorbereitungen solch einer platzt Carl rein. Er bleibt dort und hilft den Köchen und wird in die "Kochbande" aufgenommen und verliebt sich...


Ab hier gibt es noch einige spannende Entwicklungen, die ich hier aber nicht verraten möchte.
Man merkt dem Buch an, dass der Autor Gregor Weber ein Koch ist, er schreibt über das Kochen und Lebensmittel mit Leidenschaft.
Das Buch ist ein eher kurzweiliges Buch, aber es ist lesenswert. Ich hätte mir mehr Steam Punk gewünscht und durchaus auch eine bessere Auflösung was das "seltsame London" betrifft. Dennoch ist es empfehlenswert.

Veröffentlicht am 17.12.2018

Newbury und die Klone

Immorality Engine
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Dies ist nun der letzte Teil, der SteamPunk Reihe um das Ermittlerduo Newbury und Hobbes.

Dieser Band beginnt in einer Opiumhöhle, in der Veronica Hobbes und Chefinspektor Bainbridge, Newbury suchen. ...

Dies ist nun der letzte Teil, der SteamPunk Reihe um das Ermittlerduo Newbury und Hobbes.

Dieser Band beginnt in einer Opiumhöhle, in der Veronica Hobbes und Chefinspektor Bainbridge, Newbury suchen. Dieser ist dem Opium nun wohl völlig verfallen. Allerdings gibt es einen neuen spannenden Fall, bei dem Bainbridge die Hilfe der beiden Ermittler braucht und somit auch hilft, Newbury aus dem "Sumpf" zu holen.

Dieser Fall hat mit Einbrüchen zu tun, ein berühmter Einbrecher ist dabei ums Leben gekommen, kurze Zeit später wird wieder bei einem Einbruch eine Leiche gefunden und es ist wieder derselbe Einbrecher, der tot aufgefunden wird.
Sie kommen auf die Spur eines Herrenclubs, in dem der tote Einbrecher Mitglied war sowie Dr. Fabian. Dieser hat Queen Victoria in ein Mischung aus Mensch und Maschine verwandelt, wodurch sie evtl. sogar unsterblich sein könnte.
In Dr. Fabians Institut ist mittlerweile auch die Schwester von Veronica Hobbes, Amalia, die Visionen von der Zukunft hat, in Pflege und Obhut. Allerdings merkt man schnell, dass die medizinische Behandlung keine ist, sondern einem bestimmten Zweck Dr. Fabian und der Queen dienen soll.

Dies ist leider der schwächste Band, vieles wirkte sehr sehr weit hergeholt und zu lapidar dargestellt. Selbst das Miss Hobbes regelrecht kämpft und auch ein wenig den Ton angibt kam für mich zu konstruiert rüber.